Domkapitel Halberstadt

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Der Dom zu Halberstadt,
Sitz des Domkapitels
Ernst Ludwig Christoph Freiherr von Spiegel zum Desenberg
(Domdechant 1753–1785)

Das Domkapitel Halberstadt wird erst im 10. Jahrhundert erwähnt. Die Mitglieder entstammten meist niedersächsischen Adelsfamilien, wobei bis ins 15. Jahrhundert der hohe Adel tonangebend war.

Die Dignitäre waren Dompropst und Domdechant, wobei der Dompropst seit dem 15. Jahrhundert seinen Einfluss immer weiter zu Gunsten des Domdechanten verlor. Das Domkapitel selbst hatte die Propsteien über die Kollegiatstifte an Liebfrauen, SS. Bonifatii et Mauritii, SS. Petri et Pauli und Walbeck.

Im Jahre 1521 gab es erste evangelische Predigten in der Martinikirche. Später gab es in den Jahren 1525 und 1530 Versuche zur Einführung der Reformation, die jedoch erfolglos waren. Im Jahre 1540 wurden die Pfarrkirchen evangelisch. Eine Freigabe der evangelischen Konfession erfolgte 1541.[1]

Obwohl Hochstift und Bistum Halberstadt 1648 säkularisiert wurden, konnte das Domkapitel weiterbestehen und der bikonfessionelle Status wurde festgeschrieben.[2]

Im Jahre 1810 wurde es durch die Regierung des Königreichs Westphalen aufgehoben.[3]

Anzahl der Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1752 gab es beispielsweise 28 Kanonikerstellen, davon 20 Major- und 8 Minorpräbenden, ferner zusätzlich bis zu 24 Electi, die man als Exspektanten ansehen kann.[4][5] Im Jahre 1794 bestand das Domkapitel neben dem Dompropst aus 16 Kapitularen, von denen vier katholisch waren, 8 Minorpräbendaten, sowie 28 Aspiranten bzw. Electi.[6]

Dompröpste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Domdechanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Schmidt (Hrsg.): Urkundenbuch des Hochstifts Halberstadt und seiner Bischöfe. Bd. 1: Bis 1236, Leipzig 1883 (Digitalisat).
  • Gustav Schmidt (Hrsg.): Urkundenbuch des Hochstifts Halberstadt und seiner Bischöfe. Bd. 2: 1236–1303, Leipzig 1884 (Digitalisat).
  • Gustav Schmidt (Hrsg.): Urkundenbuch des Hochstifts Halberstadt und seiner Bischöfe. Bd. 3: 1303–1361, Leipzig 1887 (Digitalisat).
  • Gustav Schmidt (Hrsg.): Urkundenbuch des Hochstifts Halberstadt und seiner Bischöfe. Bd. 4: 1362–1425, Leipzig 1889 (Digitalisat).
  • Gerrit Deutschländer, Ralf Lusiardi, Andreas Ranft (Hrsg.): Urkundenbuch des Hochstifts Halberstadt und seiner Bischöfe. Bd. 5: 1426–1513, Köln 2014, ISBN 978-3-412-22282-6.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Odenthal, Ordinatio cultus divini, S. 61.
  2. Dörthe Gruttmann: Die Grenzen lutherischer Konfessionalisierung. Das Hochstift Halberstadt unter dem postulierten Bischof Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (1566–1613), in: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands, Band 57 (2011), S. 1–36 (doi:10.1515/9783110236651.1).
  3. Hans-Georg Aschoff: Staat und Katholische Kirche im Königreich Westfalen. In: Thomas Scharf-Wrede (Hrsg.): Umbruch oder Übergang? Die Säkularisation von 1803 in Norddeutschland, Hildesheim 2004, S. 131–177.
  4. Neues Genealogisch-Schematisches Reichs- und Staats-Handbuch vor das Jahr MDCCLII, Franz Varrentrapp, Frankfurt am Main 1752, S. 109–110.
  5. Peter Hersche: Die deutschen Domkapitel im 17. und 18. Jahrhundert. Bern 1984 (3 Bände); Band 1, S. 200–201.
  6. Das evangelische Domkapitel zu Halberstadt im Jahr 1794. In: Carl Eduard Vehse: Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Bd. 47–48, Hamburg 1859, S. 101–104 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).