Doppelquerlenker (Radaufhängung)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Doppelquerlenker-Radaufhängung[1][2] ist eine Form der Einzelradaufhängung an Automobilen, die sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterachse angewendet wird. Der Radträger ist die Koppel einer viergliedrigen Getriebekette, wobei beide am Gestell gelagerten Glieder (Querlenker) quer zur Fahrtrichtung schwingen (Doppelschwinge).

Diese Bauart ging aus der Einzelradaufhängung mit zwei quer angeordneten Blattfedern hervor. Um die Radaufhängung gegen Längskräfte steifer zu machen, wurden an gleicher Stelle zwei Dreieckslenker eingebaut und die Funktion der Fahrzeugfederung auf separate Federn (Schraubenfedern, Drehstabfedern) verlegt. Zwischenlösung war der Ersatz nur einer Blattfeder.

Durch Verändern der Lenkerlängen und der Lage der Lagerpunkte lässt sich das Fahrwerk relativ gut abstimmen. Der obere Lenker ist oft kürzer als der untere, damit beim Einfedern die Spurweite nahezu gleich bleibt und der Sturz negativ wird, was am äußeren Rad bei Kurvenfahrt von Vorteil ist.

Diese Radführung setzte sich ab den 1930er-Jahren als Vorderradaufhängung durch, wurde aber seit den 1970er-Jahren in Pkws von MacPherson-Achsen oder Mehrlenkerachsen weitgehend abgelöst. Häufig wird sie nur noch bei Bussen, Kleintransportern, sportlichen und Renn-Fahrzeugen (auch hinten) angewendet. An den Hinterrädern sind die unteren Dreieckslenker oft zu Viereckslenkern (Trapezlenker) erweitert, wodurch Spuränderung durch Verdrehen des Radträgers um die Hochachse infolge elastischer Verformung in den Lenkerlagern verkleinert wird.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelradaufhängung
Radaufhängung#Einzelradaufhängung

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Matschinsky: Radführungen der Straßenfahrzeuge. 3. Auflage, Springer, Berlin 2007, ISBN 978-3-540-71196-4.
  • Bernd Heißing, Metin Ersoy, Stefan Gies: Fahrwerkhandbuch. 4. Auflage, Springer Vieweg Verlag. 2013, ISBN 978-3658019914.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Matschinsky, S. 17
  2. Bernd Heißing u.a., S. 7