Dorothea Prühl

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Dorothea Prühl (* 22. Februar 1937 in Breslau) ist eine deutsche Schmuckkünstlerin und Hochschullehrerin. Sie lebt und arbeitet in Halle (Saale) und in Augustenberg in Mecklenburg.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Flucht und Kriegswirren erlebte Dorothea Prühl die späte Kindheit und Jugend in einem kleinen Dorf im Brandenburgischen. Sie absolvierte ein einjähriges Praktikum in den Werkstätten der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und studierte dort von 1957 bis 1962. Wichtige Lehrer waren Karl Müller, der sie in die Metallklasse aufnahm, und Lothar Zitzmann im Grundlagenstudium. Nach dem Studium arbeitete Dorothea Prühl bis 1965 als Gestalterin für Serienschmuck im VEB Gablona Schmuckwaren in Neuheim, einem Ortsteil von Jüterbog. 1966 folgte sie dem Angebot für einen Lehrauftrag an der Burg Giebichenstein und ging zurück nach Halle. Zusammen mit Renate Heintze arbeitete sie für ein neues Ausbildungskonzept, das – entgegen verordneter Orientierung am Design und ohne den Ballast werkkünstlerischer Wertvorstellungen – auf das Unikat gerichtet ist. Die Schmuckklasse konsolidierte sich an der Kunsthochschule in Halle 1974 als selbständige Studienrichtung. Dorothea Prühl leitete die Klasse ab 1994 als Professorin bis zu ihrer Emeritierung 2002.

„Dorothea Prühl zählt zu den führenden Schmuckkünstlern der Gegenwart. Abstrahierte Impressionen aus der Natur, Konzentration auf das Essentielle, hohe Sensibilität und plastische Kraft kennzeichnen ihre künstlerische Haltung. Sie schafft fundamentale Aussagen in Gold und Silber – aber auch in Holz, Aluminium, Titan oder Edelstahl – Impressionen, die sich in großzügigen und klaren Körpern manifestieren. Sie geht von Vorhandenem aus, spürt dessen Innerstes, den Kern auf und verleiht dieser Wesentlichkeit eine neue ästhetische Sprache – das kann eine Blume sein, der Wind, ein Haus, Vögel im Flug …“.[1]

Die Künstlerin wird von der Galerie Marzee vertreten.[2]

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • CODA Museum, Apeldoorn, NL
  • Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum, New York, USA
  • Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich, Dauerleihgabe der Danner-Stiftung, München, D
  • GRASSI Museum für Angewandte Kunst, Leipzig, D
  • Kulturstiftung Sachsen-Anhalt – Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), D
  • Marzee Collection, Nijmegen, NL
  • Musée des Arts Décoratifs, Paris, F
  • Museum für Angewandte Kunst Frankfurt, Frankfurt am Main, D
  • Röhsska Museet / The Röhsska Museum of Design, Fashion and Decorative Arts, Göteborg, S
  • Rotasa Trust Collection, California, USA
  • Sammlung Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, D
  • Schmuckmuseum Pforzheim, D
  • Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, D
  • The Helen Williams Drutt Collection / The Museum of Fine Arts, Houston, USA
  • The Hiko Mizuno Collection of Jewelry, Tokyo, J
  • The Metropolitan Museum of Art / The Donna Schneier Collection, New York, USA
  • The RISD Museum of Art, Providence, USA
  • Victoria and Albert Museum, London, GB

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien über Dorothea Prühl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Teil vom Ganzen. Schmuck von Dorothea Prühl. Renate Luckner-Bien [Hg.], Halle an der Saale 1996
  • 13 Colliers – Schmuck von Dorothea Prühl. Mit einem Text von Christiane Keisch. Renate Luckner-Bien [Hg.], Halle an der Saale 2000, 2. veränderte Auflage: Marie-José van den Hout [Hg.], Halle an der Saale und Nijmegen 2004 (ISBN 90-73124-115)
  • Werkverzeichnis – Schmuck von Dorothea Prühl. Mit einem Text von Ellen Maurer Zilioli, Katja Schneider [Hg.], Stiftung Moritzburg – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Halle an der Saale 2004 (ISBN 3-86105-142-7)
  • Dorothea Prühl – Colliers. Mit Texten von Florian Hufnagl und Renate Luckner-Bien. Florian Hufnagl [Hg.], ARNOLDSCHE Art Publishers, Stuttgart 2009 (ISBN 978-3-89790-301-2)

Literatur zur Schmuckklasse der Kunsthochschule Halle unter Leitung von Dorothea Prühl (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schmuck Burg Giebichenstein 1970 – 1992. Hrsg.: Grassimuseum Leipzig – Museum des Kunsthandwerks, Leipzig / Stuttgart 1992
  • Burg Giebichenstein – Schmuck der halleschen Schule. Galerie für angewandte Kunst München vom 22. Juli bis 10. September 1994. Heft 11 der Schriftenreihe des Bayerischen Kunstgewerbevereins
  • Schmuck Burg Giebichenstein 1970–1992. Grassimuseum Leipzig – Museum des Kunsthandwerks [Hg.], Leipzig / Stuttgart 1992
  • Feldversuch. Arbeiten von Lehrenden und Studierenden 1996 bis 1998. Fachgebiet Schmuck, Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design Halle. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Marzee, Nijmegen, vom 22. März bis 31. Mai 1998..: Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design Halle [Hg.], Halle 1998
  • Schmuck aus der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle. Ausstellung im Saarländischen Künstlerhaus vom 21. Juni bis 5. August 2001. Saarbrücken 2001
  • Collection Feldversuch – Klasse Dorothea Prühl. The Marzee Collection/ Edition Nr. 1. Marie-José van den Hout [Hg.], Nijmegen 2004
  • Pensieri preziosi 4. Gioielli natura. Dorothea Prühl e la scuola di Halle (Catalogo della mostra 18 dicembre 2008-1 marzio 2009), Hrsg. von Mirella Cisotto Nalon, Oratorio di San Rocco, Padova 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivlink (Memento vom 13. September 2016 im Internet Archive)
  2. Galerie Marzee
  3. Galerie der Preisträger – Bayerischer Staatspreis 2005–2010. In: hwk-muenchen.de. Handwerkskammer für München und Oberbayern, abgerufen am 20. Dezember 2019.
  4. Kunstpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2019 geht an Dorothea Prühl. Abgerufen am 20. Dezember 2019.