Dreifaltigkeitskapelle (Koblenz-Süd)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Dreifaltigkeitskapelle im Laubachtal in Koblenz
Die Kapelle mit dem Vorgartengitter und dem Rundbogenportal

Die Dreifaltigkeitskapelle ist eine katholische Kapelle in der Südlichen Vorstadt von Koblenz. Sie wurde 1848 für Kurgäste der benachbarten Kaltwasserheilanstalt Bad Laubach errichtet und trägt das Patrozinium der heiligen Dreifaltigkeit.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laubachtal entstand 1840–1843 die Kaltwasserheilanstalt Bad Laubach. Um den Kurgästen die Teilnahme an Gottesdiensten zu ermöglichen, wurde daneben 1847–1848 vom Koblenzer Hofmaurermeister Johann Adam Dienz die Dreifaltigkeitskapelle errichtet. Die Einweihung nahm Pastor Philipp Krementz am 18. Mai 1848 vor. Die Kaltwasserheilanstalt und die Kapelle hatten zunächst einen eigenen Pfarrer, um 1870 kamen sie zur Pfarrei St. Kastor, nach Bau der Pfarrkirche St. Josefs 1913 zur Pfarrei der neuen Südlichen Vorstadt.

Nach der Auflösung der Kaltwasserheilanstalt 1902 verfielen Bad und Kapelle, die daraufhin auch geschlossen werden musste. Laubacher Bürger gründeten einen Bauverein zur Sanierung der Dreifaltigkeitskapelle. Der erste Gottesdienst konnte am 13. Mai 1913 wieder in der Kapelle gehalten werden.

Bei den Luftangriffen auf Koblenz im Zweiten Weltkrieg brannte die Kapelle 1944 aus. Die Wiederherstellung dauerte bis 1951. Für den Bau einer Hangbrücke im Laubachtal zur Südbrücke wurden die meisten Gebäude der Kaltwasserheilanstalt Anfang der 1970er Jahre abgerissen. Das von Ferdinand Nebel errichtete große Kurhaus blieb zunächst stehen, da man es eigentlich als Kulturdenkmal erhalten wollte. Es wurde dann aber schließlich im Dezember 1981 auf Betreiben der Koblenzer Forstverwaltung ebenfalls abgerissen.[1] Die Kapelle überstand den Eingriff in das Laubachtal durch das neue Brückenbauwerk. Eine Innenrenovierung fand 1975 statt.

Bau und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreifaltigkeitskapelle steht gegenüber der Straße nach hinten versetzt und ist aus städtebaulichen Gründen nach Westen ausgerichtet. Das Vorgartengitter von 1913 hat als Eingang ein steinernes Rundbogenportal. Der Saalbau aus unverputztem Bruchstein besitzt einen 3/8-Chorabschluss. Auf der Seite des Portals befindet sich über dem Giebel auf dem schiefergedeckten Satteldach ein offener Dachreiter. Die Fassaden sind durch Eck- und Wandlisenen, die untereinander durch Rundbogenfriese aus roten Ziegeln verbunden sind, gegliedert. In der Apsis ist ein Rundbogenfenster und auf den beiden Langseiten ist je ein Kreisfenster eingebaut. Im Gewände aus Sandstein ist über dem Portal die folgende Inschrift angebracht: „Gelobt und gepriesen sei die allerheiligste Dreifaltigkeit.

Der Innenraum ist nach der Restaurierung von 1975 völlig schmucklos gehalten. In der Kapelle befindet sich eine geschnitzte Holztafel mit den Namen von 44 Laubacher Bürgern, die im Zweiten Weltkrieg ums Leben kamen.

Denkmalschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreifaltigkeitskapelle ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz (DSchG) und in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen. Sie liegt in Koblenz-Südliche Vorstadt in der Laubach 54.[2]

Seit 2002 ist die Dreifaltigkeitskapelle Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Energieversorgung Mittelrhein GmbH (Hrsg.): Geschichte der Stadt Koblenz. Gesamtredaktion: Ingrid Bátori in Verbindung mit Dieter Kerber und Hans Josef Schmidt
    • Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Ende der kurfürstlichen Zeit. Theiss, Stuttgart 1992. ISBN 3-8062-0876-X
    • Bd. 2: Von der französischen Stadt bis zur Gegenwart. Theiss, Stuttgart 1993. ISBN 3-8062-1036-5
  • Hubertus Averbeck: Von der Kaltwasserkur bis zur physikalischen Therapie. Betrachtungen zu Personen und zur Zeit der wichtigsten Entwicklungen im 19. Jahrhundert. Europäischer Hochschulverlag, Bremen 2012, ISBN 978-3-86741-782-2. (online)
  • Fritz Michel: Die Kunstdenkmäler der Stadt Koblenz. Die profanen Denkmäler und die Vororte, München Berlin 1954, (Die Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz Erster Band).
  • Herbert Dellwing (Bearbeiter): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 3.1: Stadt Koblenz. Südliche Vorstadt und Oberwerth. Schwann, Düsseldorf 1986. ISBN 3-590-31033-2
  • Ulrike Weber (Bearb.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 3.3: Stadt Koblenz. Stadtteile. Werner, Worms 2013, ISBN 978-3-88462-345-9.
  • Wolfgang Schütz: Koblenzer Köpfe. Personen der Stadtgeschichte – Namensgeber für Straßen und Plätze. Verlag für Anzeigenblätter GmbH, Hrsg.: Bernd Weber, Mülheim-Kärlich 2005 (2. überarb. u. erw. Aufl.), S. 127.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dreifaltigkeitskapelle (Koblenz-Süd) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hubertus Averbeck: Von der Kaltwasserkur bis zur physikalischen Therapie. Betrachtungen zu Personen und zur Zeit der wichtigsten Entwicklungen im 19. Jahrhundert. S. 892
  2. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreisfreie Stadt Koblenz (PDF; 1,5 MB), Koblenz 2013

Koordinaten: 50° 20′ 5″ N, 7° 35′ 0″ O