Dresdner Philharmonie

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Dresdner Philharmonie 2012

Die Dresdner Philharmonie ist ein von der Stadt Dresden finanziertes Konzert-Orchester, das im Jahr 1871 als „Gewerbehaus-Kapelle“ gegründet wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. November 1870 wurde im Gewerbehaus (Ostraallee 13) ein für die Bürger der Stadt zugänglicher Veranstaltungssaal (Gewerbehaussaal) mit 2057 Sitzplätzen[1] eröffnet. 1871 gründete der Gewerbeverein die Gewerbehaus-Kapelle. [2] 1909 war sie eines der ersten deutschen Orchester, das in den USA auf Tournee ging. 1915 wurde der Name in „Dresdner Philharmonisches Orchester“, 1923 in „Dresdner Philharmonie“ geändert. Unter dem Chefdirigenten Paul van Kempen, der als künstlerischer Leiter von 1934 bis 1942 die Nachfolge von Hugo Wagner innehatte, entwickelte sich das Orchester zu einem der besten in Deutschland. 1947 bis 1963 stand als Chefdirigent Heinz Bongartz dem Orchester vor. Kurt Masur wirkte seit 1955 als Dirigent der Dresdner Philharmonie, von 1967 bis 1972 leitete er das Orchester als Chefdirigent. In der Zeit von 1986 bis 1995 leitete Jörg-Peter Weigle das Orchester, 2003 bis 2011 war Rafael Frühbeck de Burgos Chefdirigent der Dresdner Philharmonie, aktuell (seit der Saison 2011/2012) ist es Michael Sanderling.[3]

Von 1965 bis 1997 lag die Dramaturgie in den Händen von Dieter Härtwig.

Als Intendant (geschäftsführender Leiter) des Orchesters wirkte von 1992 bis zu seinem Tod im Juli 2004 Olivier von Winterstein, dem interimistisch bis zum Jahresende 2004 und regulär von Januar 2005 bis Dezember 2014 Anselm Rose folgte. Dessen Nachfolgerin ist seit Januar 2015 Frauke Roth.

Repertoire und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heimatspielstätte des Orchesters ist der Kulturpalast am Altmarkt in Dresden. Dieser ist jedoch seit 2012 für umfassende Renovierungsarbeiten, sowie den Einbau eines neuen, reinen Konzertsaals geschlossen. Für die Zeit bis zur Fertigstellung ist das Orchester im und ist im Waldschlösschenareal beheimatet, wo Probenräume, Instrumentenlager und die Büros der Verwaltung untergebracht sind. Seit Jahren bestand in Dresden der Wunsch nach einem neuen Konzertsaal für die Dresdner Philharmonie. Aus diesem Grund gab Marek Janowski, der seine Chefdirigententätigkeit an eine Verbesserung der Verhältnisse geknüpft hatte, diese Position 2003 nach nur zwei Jahren wieder auf. Die Eröffnung des neuen Konzertsaals und damit verbunden der Rückzug des Orchesters ist für den 28.04.2017 geplant.

Derzeit (August 2016) existieren 116 Planstellen.

Unter der Leitung von Chefdirigent Michael Sanderling entsteht eine Gesamteinspielung der Sinfonien von Dimitri Schostakowitsch und Ludwig van Beethoven.

Der Dresdner Philharmonie sind die Philharmonischen Chöre angeschlossen[4]: Seit der Spielzeit 2012/13 stehen diese unter der Leitung des Chordirektors Gunter Berger. Die Dresdner Philharmonie ist Mitglied im KlangNetz Dresden.

Ab der Spielzeit 2017/18 sollen bis zu 10 Musikstudierende, im Rahmen der, im Entstehen begriffenen, Kurt-Masur-Akademie, erste Berufserfahrungen bei der Dresdner Philharmonie sammeln können.[5]

Spielorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dresdner Philharmonie gestaltet zur Zeit Sinfoniekonzerte im Albertinum und im Schauspielhaus, dazu eine Kammerkonzertreihe auf Schloss Albrechtsberg, Konzerte im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, Familienkonzerte, Schülerkonzerte sowie Sonderkonzerte in der Frauenkirche, der Kreuzkirche und zu besonderen Anlässen. Einige dieser Spielorte werden voraussichtlich auch nach der Wiedereröffnung des Kulturpalastes weiterhin bespielt. Außerdem führt das Orchester Tourneen in der ganzen Welt[6] durch und hat im deutschlandweiten Vergleich eine hohe Abonnentenzahl (etwa 10.000).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dieter Härtwig: Ur- und Erstaufführungen durch die Dresdner Philharmonie (1900–1934), in: Dresden und die avancierte Musik im 20. Jahrhundert. Teil I: 1900–1933, hrsg. von Matthias Herrmann und Hanns-Werner Heister, Laaber 1999, S. 247–256 (Musik in Dresden 4), ISBN 3-89007-346-8
  • Dieter Härtwig: Von Horst Förster zu Michel Plasson. Neue Musik bei der Dresdner Philharmonie 1964–1999, in: Dresden und die avancierte Musik im 20. Jahrhundert. Teil III: 1966–1999, hrsg. von Matthias Herrmann und Stefan Weiss, Laaber 2004, S. 211–242 (Musik in Dresden 6), ISBN 3-89007-511-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Schumann, Friedrich Kummer: Dresden und das Elbgelände. Verlag des Vereins zur Förderung Dresdens und des Fremdenverkehrs, 1918
  2. Adreßbuch für Dresden und seine Vororte, 1904
  3. Pressemitteilung der Dresdner Philharmonie vom 25. Oktober 2010 (abgerufen am 30. Oktober 2010)
  4. m.i.r. media - interface engineering, cologne - www.mir.de: Chöre. In: www.dresdnerphilharmonie.de. Abgerufen am 26. August 2016.
  5. m.i.r. media - interface engineering, cologne - www.mir.de: Kurt Masur Akademie. In: www.dresdnerphilharmonie.de. Abgerufen am 26. August 2016.
  6. m.i.r. media - interface engineering, cologne - www.mir.de: Konzertreisen. In: www.dresdnerphilharmonie.de. Abgerufen am 26. August 2016.