Schloss Albrechtsberg (Dresden)

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Schloss Albrechtsberg von der anderen Elbseite
Schloss Albrechtsberg mit noch funktionierendem Springbrunnen

Das Schloss Albrechtsberg, auch Albrechtsschloss genannt, ist eines der drei Elbschlösser am rechten Elbufer im Dresdner Stadtteil Loschwitz.

Es wurde zwischen 1850 und 1854 von Adolf Lohse erbaut für Prinz Albrecht von Preußen (1809–1872), den jüngsten Bruder der preußischen Könige Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I. (ab 1871 auch deutscher Kaiser). Der spätklassizistische Bau in der Tradition Karl Friedrich Schinkels ist das repräsentativste der drei Elbschlösser. 1925 wurde es von den Erben an die Stadt Dresden verkauft. Die Zerstörungen Dresdens 1945 betrafen das Schloss nicht. Nach zwischenzeitlicher Nutzung durch die SMAD-Verwaltung in Dresden sowie als Hotel wurde es bis 1990 Pionierpalast. Seit 1990 wieder an die Stadt Dresden rückübertragen dient es heute vorwiegend kulturell-künstlerischer Nutzung.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albrecht von Preußen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prinz Albrecht von Preußen war aufgrund seiner Scheidung von Marianne von Oranien-Nassau und seiner zweiten, nicht standesgemäßen Ehefrau Rosalie von Rauch, Tochter des preußischen Kriegsministers Gustav von Rauch, am preußischen Hof nicht mehr erwünscht. Er hatte Rosalie am 5. Juni 1853 morganatisch geheiratet. Die Hochzeit fand außerhalb Preußens in Sachsen-Meiningen statt, denn Albrechts Schwiegersohn, der Ehemann seiner älteren Tochter Charlotte aus der Ehe mit Marianne von Oranien-Nassau, war Erbprinz von Sachsen-Meiningen (ab 1866 Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen). Rosalie wurde vor der Eheschließung zur Gräfin von Hohenau erhoben.

Bereits 1850 hatte Prinz Albrecht auf Vermittlung seines Kammerherren, Leutnant Albert von Stockhausen, den Findlater’schen Weinberg von der Mordgrundbrücke bis zur Saloppe in Dresden gekauft. Ernestine von Stockhausen, die Ehefrau des Kammerherren, hatte dies vermittelt und beaufsichtigte später den Bau des Prinzenschlosses. Das Paar selbst ließ sich in dem damals noch nicht vollständig fertiggestellten Schloss Albrechtsberg nieder.[1]

Findlater’s Weinberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht des Berg-Palais des verstorbenen James Ogilvy, 7. Earl of Findlater bei Dresden

Das Areal liegt zwischen den damaligen Orten Dresden und Loschwitz und war bis in das 17. Jahrhundert Teil der Dresdner Heide. Die Hofbeamten Jakob Gerhardt und Christoph Brückner erwarben 1660 das Grundstück und legten hier einen Weinberg an, der nach mehrfachem Besitzwechsel 1803 an James Ogilvy, 7. Earl of Findlater kam, der sich hier für sich und seinen Lebenspartner, Georg Christian Fischer vom Architekten und Hofbaumeister Johann August Giesel ein Palais errichten ließ. Nach dem Tod des Earl übernahm es sein Lebenspartner, der es 1817 an Johann Daniel Krebs veräußerte. Dieser wiederum, ein Hotelbesitzer, richtete hier 1821 ein Kaffeehaus Findlaters Weinberg ein, was schnell zum beliebten Ausflugsziel wurde: Gäste waren u. a. auch Richard Wagner und Gottfried Semper. 1846 kaufte es Graf Johann Heinrich Wilhelm von Luckner, der es umbauen lassen wollte. Weiter als bis zum Abbruch des Palais kam der Bau aber nicht, die Revolution 1848/49 und der Geldmangel des Grafen verhinderten den Bau.[2]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Schloss Albrechtsberg 2007

Äußeres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der spätklassizistische Bau Adolf Lohses (1807–1867), einem Schüler Schinkels, wirkt „wie ein Exot in der überwiegend barocken Architekturlandschaft Dresdens“[3]. „Es liegt die Vermutung nahe, dass die ursprüngliche Idee zum Albrechtsberg-Komplex mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Entwürfe des Königs Friedrich Wilhem IV. für das Schloss Belvedere auf dem Pfingstberg bei Potsdam … zurückzuführen ist.“[4]

Räume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Innere war durch zahlreiche prachtvolle Räume gekennzeichnet, von denen der Kronensaal im 1. Obergeschoss und der Gartensaal, das Eingangsfoyer und die beide verbindende Herrschaftstreppe originalgetreu restauriert sind. Im Einzelnen sind das

  • Gartensaal: Der Gartensaal befindet sich im Erdgeschoss, sein Südausgang und führt auf die 2018 fertig rekonstruierte Südterrasse. Auf seinen Emporen zeigen Landschaftsmalereien die Lieblingsreiseziele von Prinz Albrecht: Kairo, Konstantinopel, Meran und Neapel.
  • Billardsaal mit Teezimmer: Sie sind die an den Gartensaal angrenzenden Räume. Durch sie ist der Durchgang zur ehemaligen Bibliothek des Hauses möglich. Ausgestattet sind die Räume mit Holzimitationen und einer besonderen Deckengestaltung.
Herrschaftstreppe und Zugang zur oberen Etage
  • Herrschaftstreppe: Eine frei tragende runde Treppe aus weißem Marmor sowie einem mit Blattgold verzierten Treppengeländer führt vom Foyer aus in die obere Etage. Über ihr befindet sich eine mit Bildnissen der Vorfahren Prinz Albrechts ausgestaltete Kuppel. Die Bildnisse aus der Dynastie der Hohenzollern reichen von Kurfürst Friedrich I. bis zu König Friedrich Wilhelm III., dem Vater des Hausherrn.
  • Kronensaal: Der Kronensaal ist der prunkvollste Raum des Schlosses und ein Meisterwerk des preußischen Spätklassizismus. Ausgestaltet wurde er mit großen, goldgerahmten Spiegeln sowie Landschaftsmalereien in Lisenen. Er besitzt eine reich dekorierte Kassettendecke. Zentraler Blickfang ist ein Kristall-Kronleuchter mit 80 Kerzen. An der Südseite befindet sich der hexagonale Erker mit bis auf den Boden reichenden Fenster.
  • Zwei Rote Salons: Das sind zum einen der Rote Salon „Rosalie“, zum anderen der Rote Salon „Albrecht“. Sie sind die ehemaligen Empfangssalons Die ehemaligen Empfangssalons erhielten ihre Namen aufgrund der purpurnen Tapeten. Mit ihnen beginnen die ehemaligen Wohnbereiche des Prinzen Albrecht und seiner Gemahlin Rosalie, wobei Albrecht den westlichen, Rosalie den östlichen Seitenflügel der oberen Etage bewohnte.
  • Prinzensalon: Das ehemalige Wohnzimmer des Prinzen wird von einer Decke mit Darstellungen von Tierkreiszeichen und den vier Jahreszeiten dominiert.
  • Blauer Salon: Das in blau gehaltene ehemalige Wohnzimmer der Gräfin beherbergt eine literarisch gestaltete Kassettendecke mit dem Gott Apoll und den neun Musen.
  • Lederzimmer: Das Lederzimmer ist das ehemalige Arbeitszimmer des Prinzen. Seine Wände sind mit einer lederimitierten Tapete ausgeschmückt. Der Spiegel ist so angeordnet, das ein Blick in ihn eine Sichtachse mit Blick durch alle Säle und Salons der oberen Etage eröffnet.
  • Spiegelsaal: Das frühere Speisezimmer der Familie scheint auf den ersten Blick vollständig in amerikanischer Eiche ausgeführt, doch ist nur der untere Wandbereich mit Echtholz verkleidet. Die oberen Teile einschließlich der Decke sind eine meisterlich ausgeführte Holzimitation. Die kunstvoll verglasten Fenster lassen auch tagsüber nur ein mattes Licht zu.
  • Türkisches Bad: Hier handelt es sich um das Badezimmer des Schlosses. Das Marmor-Bassin ist von einem mit sechs Säulen gestützten Baldachin aus reich verziertem Stuck im maurischen Stil überdacht. Inspiriert wurde der Raum durch die Orientmode zur Entstehungszeit des Gebäudes sowie durch die zahlreichen Reisen von Prinz Albrecht.

Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Park wurde durch den ebenfalls preußischen Gartenbaumeister Eduard Neide (1818–1883) entworfen und angelegt unter Führung des königlichen Hofgärtners Hermann Sigismund Neumann (1823–1880), der später den Waldpark Blasewitz entwarf. Er ist in unterschiedliche Landschaftsbereiche gegliedert. Über einen Viadukt war die Vorfahrt zum römischen Bad möglich. Aus der nahen Dresdner Heide werden die, bis auf das „Römische Bad“, ganzjährig betriebenen Wasserspiele in den Wasserbecken, dem Teich und dem künstlichen Wasserfall gespeist.

Geschichte nach 1925[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Albrechtsberg als Pionierpalast „Walter Ulbricht“ im Jahre 1952

Die Stadt Dresden erwarb das Schloss 1925 von einem Sohn Prinz Albrechts, Wilhelm Graf von Hohenau, für 750.000 Mark. Der Park war seit 1930 öffentlich zugänglich und sollte nach Plänen der Stadt in einen zweiten Großen Garten verwandelt werden. Dazu kam es nicht: Im Zweiten Weltkrieg unbeschädigt geblieben, diente das Schloss von Juni 1945 bis Januar 1946 zusammen mit den benachbarten Elbschlössern der SMAD-Verwaltung für das Land Sachsen als Hauptsitz.[5]

Nach Auflösung dieses Sitzes kaufte das sowjetische Außenhandelsministerium es im April 1946 für 4 Millionen Reichsmark. Es ließ das Schloss mit einem Budget von 5 Millionen Reichsmark restaurieren und eröffnete es am 18. Dezember 1948 als Hotel der Firma Intourist, einem Unternehmen des sowjetischen Außenhandelsministeriums. Von ihm kaufte am 1. August 1951 die Vermögensverwaltungsgesellschaft der Freien Deutschen Jugend (FDJ), die Jugendheim GmbH, das Schloss zurück und richtete nach sowjetischem Vorbild den ersten Pionierpalast auf dem Gebiet der DDR ein, benannt nach Walter Ulbricht (eröffnet August 1951). Träger war zunächst die Pionierorganisation.[6] Dieser Pionierpalast (die Benennung nach Walter Ulbricht wurde nach 1972 nicht mehr erwähnt) wiederum diente nun bis 1990 als Freizeitzentrum für Dresdner Kinder.[7]

In einem Teil des Schlossgeländes (u. a. Torhäuser) entwickelte sich nach der Wende daraus die JugendKunstschule Dresden[8].

Das Hauptgebäude und die angrenzende Terrassen werden seit 1991 als festliche Veranstaltungsstätte im Auftrag der Landeshauptstadt Dresden genutzt, die seit 1992 wieder (nach zwischenzeitlichem Besitz der Treuhand) Eigentümerin des gesamten Areales ist.

Die Inneneinrichtung des Schlosses wurde seit Ende der 1970er Jahre unter den Bedingungen der Mangelwirtschaft schrittweise restauriert. Hervorzuheben sind das Türkische Bad im maurisch-orientalischen Stil und der Kronensaal. Eine öffentliche Besichtigung des Hauses ist am Wochenende im Rahmen von Führungen möglich. Der Schlosspark ist öffentlich begehbar. Im Kronensaal, dem Festsaal und Prunkstück von Schloss Albrechtsberg, finden unter anderem öffentliche „Meisterkonzerte“ sowie „Kammerkonzerte der Dresdner Philharmonie“ statt. Das Dresdner Standesamt führt im Gartensaal standesamtliche Eheschließungen durch.

Seit Januar 2013 ist der Betreiber des Schlosses Albrechtsberg die Messe Dresden GmbH, eine Tochter der Stadt Dresden.[9] Allerdings hat diese das Römische Bad nicht übernommen, dessen Sanierung nunmehr seit Jahren stockt und finanziell die Stadt Dresden übernehmen muss.[10]

Von 1991 bis 2014 war die Hotel- und Gaststättenschule Schloss Albrechtsberg GmbH (HOGA) ebenfalls im Schlossgelände ansässig. Das im Namen und im Logo der Schule vertretene Schloss verschwand daraus im Sommer 2012, weil es für die meisten Bildungsgänge der inzwischen zu einem Schulverbund angewachsenen HOGA Schulen Dresden nicht mehr repräsentativ war.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • MESSE DRESDEN GmbH (Hrsg.): Ein Schloss aus Liebe erbaut – Schloss Albrechtsberg. salomo publishing – Dresdner Buchverlag, Dresden 2016. ISBN 978-3-946906-00-1.
  • Fritz Löffler: Das alte Dresden. Geschichte seiner Bauten. 11. Auflage, Seemann, Leipzig 1992, ISBN 3-363-00007-3, besonders: S. 344–345, 367, 369.
  • Volker Helas: Architektur in Dresden 1800–1900. Verlag der Kunst Dresden GmbH, Dresden 1991, ISBN 3-364-00261-4, besonders: S. 133–135.
  • Wolfgang Sonne: Schloß Albrechtsberg bei Dresden. Anmerkungen zum Entwurfskonzept und zur Rolle des Schloßbaus im 19. Jahrhundert. In: Die Gartenkunst 10 (1/1998), S. 144–168.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Albrechtsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MESSE, S. 12.
  2. MESSE, S. 7–8.
  3. ist Zitat, Beleg noch erforderlich
  4. MESSE, S. 15.
  5. Jan Foitzik (Bearb.), Horst Möller (Hrsg.): SMAD-Handbuch. Die sowjetische Militäradministration in Deutschland 1945–1949. Oldenbourg, München 2009, ISBN 978-3-486-58696-1, S. 546 f.
  6. MESSE, S. 33.
  7. MESSE, S. 34.
  8. www.jks-dresden.de
  9. Bettina Klemm: Das Messe-Schloss. In: Sächsische Zeitung. 26. März 2013 (kostenpflichtig online [abgerufen am 11. April 2018]).
  10. Kay Haufe: Tristesse statt Romantik im Römischen Bad. In: Sächsische Zeitung. 22. Februar 2018 (online [abgerufen am 11. April 2018]).
  11. Geschichte der HOGA: Seit 1991 – von Dresden in die Welt. HOGA Schulen Dresden, abgerufen am 27. März 2017.

Koordinaten: 51° 3′ 54″ N, 13° 47′ 41″ O