Kreuzkirche (Dresden)

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Die Dresdner Kreuzkirche (2008) mit dem Rathausturm dahinter

Die Kreuzkirche am Altmarkt in Dresden ist die evangelische Hauptkirche der Stadt. Neben dem Dom in Meißen ist sie gleichzeitig die Predigtkirche des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Mit mehr als 3000 Sitzplätzen ist die Kreuzkirche der größte Kirchenbau in Sachsen. Als Wirkungsstätte des Dresdner Kreuzchores und der Kreuzorganisten ist sie zugleich das kirchenmusikalische Zentrum der Stadt.

Der sächsische Hofmaler Bernardo Bellotto (genannt „Canaletto“), der in seinen Gemälden das alte Dresden festhielt, zeigt noch den gotischen Anblick der Kirche.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung (1168)[Bearbeiten]

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Bereits um 1168, vermutlich gar schon zu Beginn des 12. Jahrhunderts, wurde an der südöstlichen Ecke des Marktes eine Kirche in Form einer romanischen Basilika errichtet. Sie befand sich an einer wichtigen Handelsstraße und wurde daher als Nikolaikirche dem Schutzpatron der Händler und Kaufleute geweiht.

Erstmals 1319 wurde eine Kreuzkapelle an der Südseite der Nikolaikirche erwähnt. Der Bau der Kapelle begann nach der Stiftung einer Kreuzesreliquie von Constantia von Babenberg im Jahr 1234.[1]

Der Name der Kreuzkapelle übertrug sich zunehmend auf die Kirche selbst. Am 10. Juni 1388 wurde sie offiziell auf den Namen „Zum heiligen Kreuze“ geweiht.

Um für den Erhalt der Kreuzkirche zu sorgen, wurde deren Vermögen zusammen mit dem der Elbbrücke bis ins 19. Jahrhundert im Brückenamt verwaltet. Durch die Grundherrschaft über Bannewitz, Blasewitz und Gittersee sowie Anteile an weiteren Dörfern waren weitere Einnahmen zu diesem Zweck gesichert.

Gotische Hallenkirche (1447–1579)[Bearbeiten]

Von 1447 bis 1449 erfolgte der Umbau der romanischen Basilika zu einer dreischiffigen gotischen Hallenkirche unter der Leitung von Hans Kumoller und seinem Sohn Matthes. Die gotischen Westtürme blieben unverändert. Der 1401/02 entstandene Chor im Stil der Gotik zeigte einen Fünfachtelschluss, wobei die gotischen Merkmale den Einfluss der Prager Parlerschule des 14. Jahrhunderts aufzeigten. Die dreischiffige Hallenkirche mit Netzgewölbe wurde später Vorbild für die St.-Wolfgangs-Kirche in Schneeberg.

Am 15. Juni 1491 vernichtete ein Stadtbrand den Sakralbau, dabei stürzten Gewölbe und die Pfeiler im Langhaus ein. In den Jahren 1492/93 wurde der etwas weniger beschädigte gotische Chor wiederhergestellt. Anschließend erfolgte ein Wieder- und Umbau durch Matthes Kumoller, Bauleiter war der Meißner Hans Reinhart. Im Jahr 1497 war der westliche Teil des Langhauses wieder eingewölbt. Ab 1499 hatte Conrad Pflüger die Bauleitung inne. Resultat war eine spätgotische dreischiffige Hallenkirche mit zwei Türmen und sechs Jochen, die den neuen Typus der Predigerkirche repräsentierte.

Umbau im Stil der Renaissance (ab 1579)[Bearbeiten]

In der Renaissance erhielt der mittelalterliche Unterbau des Westturms mit gotischen Fenstern neue Laibungen und Fensterverdachungen. Auf diesem alten Unterbau wurde eine breite, zweigeschossige Glockenstube errichtet. Darauf wurde ein schmaler und hoher, quadratischer Turm mit Dreiecksgiebel und Kuppel mit Laterne gebaut. Dieser Aufbau erfolgte 1579 bis 1584 nach Entwürfen von Hans Walther, Melchior Barthel, Martin Richter und Benedix Schmid. Der von 1579 bis 1584 errichtete rechteckige, sehr mächtig wirkende Westturm der Kirche prägte bis 1765 das Stadtbild.

Das Portal aus dem Jahr 1589 stammt mit seinem üppigen Schmuck aus der Werkstatt von Christoph Walther IV und Melchior Jobst.[2]

Der zweigeschossige Renaissancealtar aus Sandstein, den der Dresdner Bildhauer Hans Walther im Jahr 1579 gefertigt hatte, stand von 1760 bis 1902 in der Dresdner Annenkirche und ist heute in der St.-Johanniskirche in Bad Schandau zu besichtigen.[3]

Der Altar wird durch korinthische und ionische Säulen gegliedert, wobei die Reliefs des Abendmahls und des Passahmahls die Schmuckstücke des Kunstwerkes bilden. Das Obergeschoss zeigt den gekreuzigten Jesus Christus und zwei Engel mit Geißelsäule und Kreuz, über Christus breitet Gottvater seine segnenden Arme aus. Die Römischen Zahlen I bis X erinnern an die Zehn Gebote. Die vier sitzenden Evangelisten flankieren den Gottvater. Links und rechts des Altars befinden sich Darstellungen von Johannes dem Täufer und dem Apostel Paulus.

Meister Hans fertigte für die Kreuzkirche im Jahr 1520 verschiedene Gemälde mit den Zehn Geboten, die heute im Stadtmuseum zu Dresden zu sehen sind.[3] Im Laufe der Geschichte brannte die Kirche fünfmal ab.

Zwischen spätbarocker und klassizistischer Auffassung (1764–1800)[Bearbeiten]

Im Verlauf des Siebenjährigen Krieges wurde Dresden vom 13. bis 30. Juli 1760 von preußischen Truppen belagert und beschossen. Auch die Kreuzkirche erhielt schwere Treffer. Dabei wurden das Langhaus und der Chor der gotischen Kirche zerstört; die Westturmfront blieb jedoch erhalten. Es folgte ein Meinungsstreit zwischen spätbarocker und klassizistischer Auffassung, der 30 Jahre dauerte.[4]

Der Dresdner Baumeister Johann George Schmidt, der den Barockstil bevorzugte, erstellte unverzüglich die Wiederaufbaupläne, und der Dresdner Rat gab diese 1763 der Bauaufsicht zur Begutachtung. In der Bauaufsicht herrschte jedoch eine anti-barocke und pro-klassizistische Haltung der Longuelune-Schüler. Der sächsische Hofbaumeister Friedrich August Krubsacius, der gegen den barocken Entwurf Schmidts war, erstellte eine ablehnende Begutachtung.[5] Dennoch wurde 1764 der Kirchenbau unter der Leitung Schmidts begonnen, wobei der Kuradministrator Prinz Xaver selbst die Grundsteinlegung vornahm.

Die alte, erhalten gebliebene Turmfront sollte in den Neubau einbezogen werden. Nachdem jedoch die Turmfront 1765 eingebrochen war, verlor der Dresdner Rat das Vertrauen in seinen Baumeister, und die Stellung Schmidts wurde zunehmend geschwächt. So ersuchte der Rat um weitere amtliche Baugutachten, u. a. vom Akzisebaudirektor Samuel Locke. Prinz Xaver bat die eben gegründete Dresdner Kunstakademie um Hilfe und machte den Klassizisten und Leiter der Architekturklasse Krubsacius zum Ratgeber des Ratsbaumeisters Schmidt.

Einen im Jahr 1766 ausgeschriebenen Wettbewerb um den Neubau des Turmes gewann der „Klassizist“[6] Christian Friedrich Exner. Er baute 1769 die Kirche weiter, gab dann aber die Bauleitung wieder an Schmidt ab. Nach dessen Tod übernahm diese der Architekt und Ratsbaumeister Christian Heinrich Eigenwillig.

Schnitt der Kirche 1779 von Gottlob August Hölzer

Eigenwillig sollte das Kircheninnere nach Schmidts spätbarocken Plänen fertigstellen. Die im Gegensatz zum klassizistischen Aufbau barocke innere Raumform wurde im Wesentlichen durch Schmidt geprägt und war der Annenkirche verwandt.[7] So zeigte diese im Inneren eine ovale Zentralanlage, die Orgel war dem Altar gegenüber angeordnet. Drei Emporen wurden angebracht, wobei deren unterste Betstübchen eingebaut wurden. Auf einen Altarraum – so wie bei der Frauenkirche – wurde verzichtet. Für den Grundriss und die Innengestaltung hatte sich Schmidt, unterstützt durch Chiaveri, der 1766 noch einmal in Dresden war, durchsetzen können.[8]

Das äußere Erscheinungsbild wurde jedoch nach den klassizistischen Plänen Exners gestaltet. Der Außenbau wurde 1778 vollendet, 1788 der klassizistische Kirchturm nach den Entwürfen des Krubsacius-Schülers Gottlob August Hölzer fertiggestellt. Im Jahr 1792 erfolgte die Weihe, und 1800 war der Sakralbau endgültig vollendet.

Gestaltung im Neobarock mit Jugendstilelementen (1900)[Bearbeiten]

Im Jahr 1897 brannte die Kirche erneut aus. In dreijähriger Bauzeit wurde das Innere von den Dresdner Architekten Schilling & Graebner neu gestaltet. Dabei wurde die Säulenstellung verändert, indem Emporen eingezogen wurden. Die innere Ausstattung erfolgte jetzt im Jugendstil. Heinrich Epler, Paul Dietrich in Leipzig, Friedrich Offermann, Richard König, Ernst Paul und Arnold Kramer haben den Altar im Jugendstil geschaffen. Karl Groß (1869–1934) und Bildhauer Ernst Hottenroth schufen die Jugendstil-Kanzel. Peter Pöppelmann und Hans Hartmann-MacLean gestalteten die Orgelempore mit Jugendstil-Bildhauerarbeiten. Die Orgel selbst fertigten die Gebrüder Jehmlich. Die Bildhauer Heinrich Wedemeyer und Ernst Hottenroth von der Firma Carl Hauer schufen die Stuckarbeiten an Decke, Wänden und Pfeilern; künstlerischer Mitarbeiter war der Architekt Lischke.[9] Bei diesem Wiederaufbau wurden Dachstuhl aus Stahl und das Gewölbe in einer für die damalige Zeit ziemlich neuartigen Konstruktion aus Eisenbeton erbaut.

Wiederaufbau (1946–1955)[Bearbeiten]

Bei und nach den Luftangriffen am 13. Februar 1945 brannte die Kreuzkirche völlig aus. Die Orgel verbrannte vollständig, das Altarbild wurde zwar rußgeschwärzt, blieb jedoch erhalten.Der Wiederaufbau erfolgte in den Jahren 1946 bis 1955 durch Fritz Steudtner. Dabei wurde die zerstörte neubarocke Raumfassung durch einen zunächst als Provisorium gedachten Rauputz sowie eine bewusst schlichte, moderne Ausstattung ersetzt.[10] Über den Wert dieser aus der Not geborenen Fassung, die mit dem Belassen einiger Kriegsspuren und ihrem „grottenhaften“ Charakter eine wichtige Rolle unter den öffentlichen Räumen der Dresdner Nachkriegszeit spielte, wurde lange diskutiert. Von 2000 bis 2004 wurde der Innenraum unter Leitung von Peter Albert restauriert. Da inzwischen der Denkmalwert der Wiederaufbauleistung anerkannt war, ging man behutsam vor. Die Rauputzfassung wurde ausgebessert und aufgehellt, die Leuchten konnten repariert und umgerüstet werden. Der Altarraum wurde den Bedürfnissen des Chors folgend erneuert und erweitert, dabei fanden Reste des originalen Marmorfußbodens Verwendung. Einige Teile der Nachkriegsausstattung wurden entfernt (Kanzel, Gestühl). Neue Gitter zu den Nebenräumen wurden den Vorläufern nachempfunden.[1] Die Tischlerei der Evangelischen Brüder-Unität in Herrnhut in der Oberlausitz stellte die neuen Kirchenbänke her. Auch die große Jehmlich-Orgel von 1963 wurde erneuert.

Gegenwart[Bearbeiten]

Heute ist die Kreuzkirche das Zentrum ihrer Gemeinde und steht als Stadtkirche den Einwohnern Dresdens und den zahlreichen Touristen offen. Über 200.000 Menschen besuchen im Laufe eines Jahres die Gottesdienste, Vespern und Konzerte, weitere 300.000 Besucher kommen zur offenen Kirche. Die Kreuzkirchgemeinde zählt ca. 1600 Mitglieder.

Sonn- und feiertags werden um 9:30 Uhr Gottesdienste gefeiert. Diese wie auch die Vespern am Sonnabend (um 17:00 Uhr außer in den sächsischen Sommerferien, Christvespern und Silvestervesper) werden vom Dresdner Kreuzchor oder anderen Ensembles musikalisch gestaltet. Die Kirche bewahrt seit 1986 ein Nagelkreuz von Coventry. Daher findet freitags um 12 Uhr ein Gebet für Frieden und Versöhnung nach der Litanei von Coventry statt. Es verbindet die Kirche u. a. mit der Laurenskerk in Rotterdam, mit deren Gemeinde eine Partnerschaft besteht. In der Ausstellungskapelle finden Wechselausstellungen statt.

Die Kreuzkirche ist Montag bis Sonnabend von 10 bis 18 Uhr sowie am Sonntag ab 12 Uhr zu Besichtigung und Andacht geöffnet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Gemälde Kreuzigung Christi von Anton Dietrich, 1900

Äußeres[Bearbeiten]

Die Kirche ist ein zweigeschossiger Bau mit Pilastern in Kolossalordnung. Die Längsseiten mit den Portalen sind durch Mittelrisalite gegliedert. Die Portale bestehen aus Dreiviertelsäulen mit Kompositkapitellen. Diese Säulen stützen einen Dreiecksgiebel.[11] Der Turm der Kreuzkirche ist 94 Meter hoch und wurde nach dem Vorbild des Turms der Katholischen Hofkirche erbaut. Dabei wurde die barocke Form des Hofkirchturms in klassisch-einfache Formen auf den Kreuzkirchturm übertragen. Bei der Besteigung müssen 256 Stufen bis zum Erreichen der Aussichtsplattform in 54 Meter Höhe bewältigt werden. Vor dem Austritt auf die Plattform durchschreitet man die Türmerstube, in der früher der Türmer wohnte. Die neue Turmuhr mit einem Zifferblattdurchmesser von drei Metern wurde 1930 gebaut. Die Schlagglocken (Seigerschellen) stammen aus dem Jahr 1787 und hängen in der Turmspitze.

Inneres[Bearbeiten]

Grundriss[Bearbeiten]

Der Innenraum ist ein barocker Zentralraum auf quadratischem Grundriss und anschließendem halbkreisförmigen Chor. Jeweils drei Pfeiler an der linken und rechten Längsseite und zwei an der Schmalseite schaffen innerhalb der quadratischen Außenmauern eine ovale, innere Zentrallage und unterteilen den Kirchenraum in ein ovales Hauptschiff und zwei Seitenschiffe. An den Seitenschiffen befinden sich zweigeschossige Emporen. Im Hauptschiff befinden sich Orgel und Altar, die einander gegenüber angebracht worden sind. Der Grundriss, entworfen von Schmidt, ähnelt dem der Dresdner Annenkirche.

Altar[Bearbeiten]

Altar der Kreuzkirche

Von der Ausstattung der Vorkriegszeit hat sich das Altarbild mit Brandspuren von 1945 erhalten. Dieses stellt die Kreuzigung Christi dar und wurde im Jahr 1900 von Anton Dietrich geschaffen. Das Relief in Bronze über dem Altartisch wurde von Heinrich Epler ebenfalls im Jahre 1900 gestaltet. Auf dem Relief ist der erste lutherische Dresdner Gottesdienst in der Kreuzkirche von 1539 dargestellt. In der Heinrich-Schütz-Kapelle befindet sich das Bronzekruzifix des 1652 von Wolf Ernst Brohn geschaffenen Epitaphs der Herzogin Sophie Hedwig (1630–1652; 1650 ∞ Prinz Moritz), das aus der Sophienkirche stammt. Zum Inneren zählt außerdem ein Alabasterrelief vom Epitaph des Marcus Gerstenberger, das die Grablegung Christi darstellt, das von Christoph Walther IV (1613) geschaffen wurde.

Weiterhin gibt es in der Kirche mehrere Grabsteine; der Grabstein von Elisabeth von Haugwitz (gest. 1631) wurde von Sebastian Walther gefertigt. Seit 1998 befindet sich im Mittelschiff neben der Heinrich-Schütz-Kapelle der Ecce homo vom Grabmal von Giovanni Maria Nosseni aus dem Jahr 1616. Mehrere Bronze-Grabplatten aus dem 17. Jahrhundert stammen ebenfalls aus der Sophienkirche und befinden sich in den Treppenhäusern zu den Emporen.

Orgeln[Bearbeiten]

Hauptorgel[Bearbeiten]

Die Orgel für den Neubau von 1792 stellte der Schmiedefelder Orgelbauer Johann Caspar Holland von 1788 bis 1792 fertig. In der Kirche wurde 1963 eine Orgel des Dresdner Orgelbaubetriebes Jehmlich installiert, die das 1945 zerstörte Instrument von 1900 ersetzte. Die Orgel ist die größte Kirchenorgel Dresdens. Sie hatte ursprünglich 76 Register und wurde 2008 um vier Register im Schwellwerk ergänzt. Das Instrument hat Schleifladen, eine mechanische Spieltraktur, elektrische Registertrakturen und elektrische Koppeln.

Der Organist der Kreuzkirche ist der Kreuzorganist, dem neben der Begleitung des Kreuzchores und der Vespern und Gottesdienste eigene Konzerte obliegen. Berühmte Kreuzorganisten waren Herbert Collum und Michael-Christfried Winkler. Nach Martin Schmeding obliegt seit November 2004 Holger Gehring das Amt des Kreuzorganisten.

I Hauptwerk C–a3
1. Prinzipal 16′
2. Oktave 8′
3. Rohrflöte 8′
4. Gemshorn 8′
5. Oktave 4′
6. Spitzflöte 4′
7. Quinte 22/3
8. Oktave 2′
9. Flachflöte 2′
10. Kornett II-IV
11. Großmixtur V-VI
12. Kleinmixtur VI-VII
13. Fagott 16′
14. Spanische Trompete 8′
II Kronenwerk C–a3
15. Quintatön 16′
16. Prinzipal 8′
17. Zinngedackt 8′
18. Spitzgambe 8′
19. Oktave 4′
20. Blockflöte 4′
21. Nasat 22/3
22. Oktave 2′
23. Terz 13/5
24. Septime 11/7
25. Schwiegel 1′
26. Scharf V-VI
27. Quintzimbel III
28. Rankett 16′
29. Krummhorn 8′
30. Rohrschalmei 4′
Tremulant
III Schwellwerk C–a3
31. Spitzgedackt 16′
32. Kupferprästant 8′
33. Engprinzipal 8′
34. Traversflöte 8′
35. Koppelflöte 8′
36. Weidenpfeife 8′
37. Schwebung 8′
38. Prinzipalflöte 4′
39. Spitzgambe 4′
40. Oktave 2′
41. Singend Nachthorn 2′
42. Mixtur VI-VII
43. Hornwerk II-III
44. Sesquialtera II
45. Tonus fabri II
46. Bombarde 16′
47. Trompete 8′
48. Oboe 8′
49. Clarine 4′
Tremulant
IV Brustwerk C–a3
(schwellbar)
50. Holzgedackt 8′
51. Quintatön 8′
52. Engprinzipal 4′
53. Rohrflöte 4′
54. Spitzoktave 2′
55. Querflöte 2′
56. Rohrgemsquinte 11/3
57. Oktavzimbel II
58. Carillon III
59. Rohrkrummhorn 16′
60. Bärpfeife 8′
61. Trichterregal 4′
Tremulant
Pedal C–g1
62. Untersatz 32′
63. Prinzipalbass 16′
64. Subbass 16′
65. Zartpommer 16′
66. Oktavbass 8′
67. Holzflöte 8′
68. Oktave 4′
69. Rohrpfeife 4′
70. Überblasend Dolkan 2′
71. Jauchzend Pfeife 1′
72. Basszink IV
73. Rauschwerk V
74. Choralmixtur IV
75. Bombarde 32′
76. Posaune 16′
77. Dulzian 16′
78. Trompete 8′
79. Feldtrompete 4′
80. Singend Cornett 2′
Tremulant
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln: II/I, III/I, IV/I, III/II, IV/II, IV/III, I/P, II/P, III/P, IV/P
    • Superoktavkoppeln: III/I, III/II, III/III, III/P
    • Suboktavkoppeln: II/I, III/I, II/II, III/II, III/III
  • Spielhilfen:
    • 4000fache Setzeranlage,
    • Registerschweller mit 4 Kombinationsmöglichkeiten,
    • Absteller (Zungeneinzelabsteller, Handregister), Regler für Tremulanten,
  • Nebenregister: Drei Zimbelsterne
Begleitorgel[Bearbeiten]
Hauptorgel mit Begleitorgel (links unten)

Direkt neben bzw. unter der Hauptorgel befindet sich ein kleines mechanisches Schleifladeninstrument der Firma Jehmlich. Die Orgel verfügt über acht Register, die sich auf ein Manual und Pedal verteilen.

I Hauptwerk C–f3
1. Holzgedackt 8' B
2. Nachthorn 8' D
3. Spitzgedackt 8' D
4. Prinzipal 4' B/D
5. Rohrflöte 4' B
6. Blockflöte 4' D
7. Spitzoktave 2' B
8. Waldflöte 2' D
9. Sesquialter II B/D
10. Mixtur II-III B/D
Pedal C–d1
11. Subbass 16'

Glocken[Bearbeiten]

Glocke 2 – g0

Der Aufstieg zur Plattform führt im Turm unmittelbar am dreistöckigen, stählernen Glockenstuhl vorbei. Im obersten Stockwerk des Glockenstuhls hängt die große Kreuzglocke, deren Rippe der berühmten Gloriosa im Erfurter Dom nachempfunden wurde.[12] Sie trägt folgende Inschrift:

„O Land, Land, Land, höre des Herren Wort! Mich und meine 4 Schwestern hat christliche Liebe gestiftet, nach dem Brande der Kreuzkirche am 16. Februar 1897.“

In den beiden Stockwerken darunter befinden sich jeweils zwei Glocken im Gegenschwung zueinander. Ein kleiner Schönheitsfehler ist die Tatsache, dass die Schlagtöne der Glocken 2 und 3 zu hoch ausgefallen sind (Glocke 3 war als a0 konzipiert). Dennoch zählt dieses Geläut zu den bedeutendsten Werken der Apoldaer Glockengießerfamilie Franz Schilling & Söhne und ist das viertschwerste Geläut Deutschlands (nach dem Kölner Dom, dem Konstanzer Münster und der Stiftskirche zu Neustadt a. d. Weinstraße). Es stellt den Ersatz für die beim Brand 1897 zerstörten Glocken dar und überstand die beiden Weltkriege. Auch durch ihren Jugendstildekor (entworfen von den Bauräten Schilling und Graebner, Dresden) haben die Glocken höchsten Denkmalwert.

Die Seigerglocke für den Viertelstundenschlag hängt im oberen Turmbereich und wurde 1787 gegossen.

Die Glocken konnten von März 2009 bis Juni 2011 wegen der dringenden Sanierung des Glockenstuhls nicht geläutet werden.[13] Nach dem Abschluss der Sanierung erklang das Geläut wieder anlässlich des 33. Evangelischen Kirchentages.[14]

Nr.[15]
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer, Gussort
 
Durchmesser
(mm)
Masse
(kg)
Schlagton
(HT-1/16)
1 Kreuzglocke 1899 Franz Schilling, Apolda 2.589 11.511 e0 +6
2 1899 Franz Schilling, Apolda 2.155 6.825 g0 +12
3 1899 Franz Schilling, Apolda 1.910 4.929 ais0 +3
4 Betglocke 1899 Franz Schilling, Apolda 1.690 3.251 h0 +6
5 Taufglocke 1899 Franz Schilling, Apolda 1.412 1.947 d1 +5

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

chronologisch. Neueste zuerst

  • Frank-Harald Greß, Holger Gehring: Orgeln und Organisten der Kreuzkirche zu Dresden. Schnell & Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2699-6.
  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Band: Barbara Bechter: Dresden. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03110-3.
  • Jürgen Helfricht: Dresden und seine Kirchen. Evangelische Verlags-Anstalt, Leipzig 2005, ISBN 3-374-02261-8.
  • Jürgen Helfricht: Dresdner Kreuzchor und Kreuzkirche. Eine Chronik von 1206 bis heute. Husum-Verlag, Husum 2004, ISBN 3-89876-180-0.
  •  Volker Helas, Gudrun Peltz: Jugendstilarchitektur in Dresden. KNOP Verlag für Architektur – Fotografie – Kunst, Dresden 1999, ISBN 3-934363-00-8.
  • Thomas Will: Aus der Not eine Tugend. Eine Denkschrift aus aktuellem Anlass. Michel Sandstein Verlag, Dresden 1998, ISBN 3-930382-28-8.
  •  Fritz Löffler: Das alte Dresden. Geschichte seiner Bauten. 6. neubearbeitete und erweiterte Auflage. E.A.Seemann, Leipzig 1981, ISBN 3-363-00007-3.
  • Alfred Barth: Zur Baugeschichte der Dresdner Kreuzkirche. Studien über den Protestantischen Kirchenbau und Dresdens Kunstbestrebungen im 18. Jahrhundert. Meinhold, Dresden 1907 – Zugl.: Dresden, Techn. Hochsch., Diss. zum Dr.-Ing. 1905. (Digitalisat)
  • Unsere Kreuzkirche. Festschrift zur Erinnerung an die vor hundert Jahren erfolgte Einweihung des Kirchengebäudes. Meinhold, Dresden 1892. (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreuzkirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Dehio, S. 27–28.
  2. Fritz Löffler, S. 22–23, S. 29 Bildnr. 30 (Der Gewölbegrundriss der Kreuzkirche III) und S. 31 (Der Westturm der zweiten Kreuzkirche mit der Kreuzgasse).
  3. a b Dehio, S. 29.
  4. Löffler, S. 233 [287. Die Kreuzkirche]
  5. Löffler, S. 136, S. 201–202.
  6. Löffler, S. 235 [287. Die Kreuzkirche]
  7. Löffler, S. 202 [248. Der Grundriß der neuen Kreuzkirche von J. G. Schmid, C. J. Exner und G. A. Hölzer]
  8. Löffler, S. 203
  9. Dehio, S. 27 und Helas/Peltz, S. 191 (Kreuzkirche), Artikel in der Deutsche Bauzeitung Nr. 5 vom 17. Januar 1903, S. 29–30.
  10. Will, S.  8-28.
  11. Löffler, S. 234.
  12. Dresden, Kreuzkirche: Glocke 1
  13. Die Glocken der Kreuzkirche müssen schweigen – Bericht von 2009 im DresdenFernsehen
  14. Die Glocken der Kreuzkirche läuten wieder
  15. Rainer Thümmel, Glockensachverständiger, Gutachten vom Juli 2009.

51.04877777777813.739361111111Koordinaten: 51° 2′ 56″ N, 13° 44′ 22″ O