Drevenack

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.6611111111116.748611111111131Koordinaten: 51° 39′ 40″ N, 6° 44′ 55″ O

Drevenack
Gemeinde Hünxe
Wappen der ehemaligen Gemeinde Drevenack
Höhe: 25–54 m ü. NN
Fläche: 30,06 km²
Einwohner: 3355 (31. Dez. 2009)
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 46569
Vorwahlen: 02858, 02856

Drevenack ist ein Ortsteil der Gemeinde Hünxe im Kreis Wesel am unteren Niederrhein in Nordrhein-Westfalen. Der Ort ist ein beliebtes Ausflugsziel für Motorrad- und Radfahrer.

Geographie[Bearbeiten]

Geographisch gesehen ist Drevenack ein eigenständiges Dorf, das rund 2 km nördlich von Hünxe und 10 km östlich von Wesel liegt, mit derzeit 3.348 Einwohnern. Die Fläche des Ortsteils beträgt 3.006,4 ha. Zu Drevenack gehört der an der Bundesstraße 58 liegende Ortsteil Peddenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Zeugnisse der Drevenacker Geschichte sind etwa 2600 Jahre alt. Bei Baggerarbeiten fand man die Reste von verbrannten Gebeinen und Tonscherben, die restauriert worden sind und sich im Rheinischen Landesmuseum in Bonn befinden. Urkundlich wird Drevenack zum ersten Mal Anfang des 14. Jahrhunderts im liber valoris erwähnt. Das Dorf gehörte zum Herzogtum Kleve.

Ein wichtiger Ort in Drevenack war das Gut Haus Schwarzenstein, ein landtagsfähiger Lehenssitz des Herzogtums Kleve. Das Schloss wechselte oft den Besitzer und gehörte zeitweise den Freiherren von Krudenburg. Allerdings wurde es im Zweiten Weltkrieg zerstört und nur mangelhaft wieder aufgebaut und dient heute als Reiterhof, der Schleppjagden mit Hundemeuten veranstaltet.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Drevenack zur Zufluchtsstelle vieler Weseler Bürger, nachdem ihre Stadt beim Übertritt der englischen und kanadischen Truppen über den Rhein zu 98 % zerstört worden war. Auch Drevenack wurde in Mitleidenschaft gezogen, allerdings nicht stark zerstört.

Am 1. Januar 1975 wurde Drevenack nach Hünxe eingemeindet.[1]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung:Im geteilten Schild oben in Rot ein linksschräger silberner Pfeil; unten in Gold an der Teilungslinie, eine halbe rote Lilienhaspel. Der Gemeinde ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Düsseldorf vom 25. September 1967 das Recht zur Führung eines Wappens verliehen worden. Das Wappen basiert auf dem alten Schöffelsiegel der Gemeinde. Der Pfeil ist ein Symbol des hl. St. Sebastian, dem Schutzpatron Drevenacks. Die Lilienhaspel stammt aus dem Klever Wappen (Herzogtum Kleve), zu dem die Gemeinde früher gehörte.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Evangelische Kirche Drevenack

Sehenswert ist die denkmalgeschützte evangelische Kirche.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Das Dorf war über den 1874 eröffneten Bahnhof Drevenack an der Hamburg-Venloer Bahn von Wesel nach Haltern am See erschlossen. Der letzte Personenzug fuhr 1960, 1974 wurde der Bahnhof für den Güterverkehr geschlossen.

Heute erschließen die Schnellbus-Linien SB 3 von Wesel nach Dinslaken und SB 21 von Wesel nach Schermbeck zusammen mit einem Bürgerbus den Ort[3]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Kulturell bedeutsam sind in Drevenack die evangelische Kirche und das Otto-Pankok-Museum sowie das Gut Schwarzenstein. Im Bildungsbereich besitzt Drevenack zwei Kindergärten und eine Grundschule, die Otto-Pankok-Schule, außerdem verschiedene Sportvereine. Die Kreispolizei Wesel unterhält im Ort eine Wache.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

mit Drevenack verbunden[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  2. Wappenbeschreibung "Heraldry of the World"
  3. Die Fahrpläne vor Ort - Hünxe