Hünxe

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Wappen Deutschlandkarte
Hünxe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hünxe hervorgehoben

Koordinaten: 51° 39′ N, 6° 46′ O

Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Wesel
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 106,86 km2
Einwohner: 13.611 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km2
Postleitzahl: 46569
Vorwahlen: 02858, 02064, 0281, 02853, 02855, 02856
Kfz-Kennzeichen: WES, DIN, MO
Gemeindeschlüssel: 05 1 70 016
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorstener Straße 24
46569 Hünxe
Website: www.huenxe.de
Bürgermeister: Dirk Buschmann (Parteiloser)
Lage der Gemeinde Hünxe im Kreis Wesel
BottropDuisburgEssenKrefeldKreis BorkenKreis KleveKreis RecklinghausenKreis ViersenMülheim an der RuhrOberhausenAlpen (Niederrhein)DinslakenHamminkelnHünxeKamp-LintfortMoersNeukirchen-VluynRheinbergSchermbeckSonsbeckVoerde (Niederrhein)WeselXantenKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Hünxe liegt an der Lippe im Nordwesten des Ruhrgebiets in Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Wesel im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sie ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Räumliche Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hünxe liegt ungefähr 10 km östlich von Wesel, 9 km nördlich von Dinslaken, und 14 km nordwestlich von Bottrop. Der überwiegende Teil des Gemeindegebiets gehört zum Naturpark Hohe Mark, in dessen Westen sich auch das Naturschutzgebiet Kaninchenberge befindet. Sowohl die Lippe als auch der Wesel-Datteln-Kanal durchqueren das Gemeindegebiet auf je rund 12 km ihres Verlaufs.

Gemeindegebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte von Hünxe mit den Ortsteilen

Die Gemeinde Hünxe hat eine Gesamtfläche von 106,80 km². Sie gliedert sich in die sechs Ortsteile Hünxe (5314 Einwohner), Bruckhausen (4040 Einwohner), Bucholtwelmen (474 Einwohner), Drevenack (3350 Einwohner), Gartrop-Bühl (679 Einwohner) und Krudenburg (305 Einwohner).[2]

Nachbargemeinden/-städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Hamminkeln Gemeinde Schermbeck
Stadt Wesel Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Stadt Voerde Stadt Dinslaken Stadt Bottrop


Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Hünxe erfolgte 1092 unter dem Namen „de Hungese“.

Gebietsreform 1975[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1975 wurden im Zuge des Zweiten Neugliederungsprogramms die bis dahin selbstständigen Gemeinden Gartrop-Bühl und Hünxe des ehemaligen Amtes Gahlen (Sitz in Hünxe) im früheren Kreis Dinslaken sowie die Gemeinden Drevenack und Krudenburg des ehemaligen Amtes Schermbeck im früheren Kreis Rees zur neuen Gemeinde Hünxe zusammengeschlossen.[3]

Gleichzeitig wurden wesentliche Teile der ehemaligen Kreise Dinslaken, Moers und Rees mit Teilgebieten der Kreise Borken und Recklinghausen zum neuen Kreis Wesel zusammengefügt. Hünxe ist seitdem eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Wesel.

Brandanschlag 1991[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1991 gab es in Hünxe einen Brandanschlag auf das dortige Asylbewerberheim. Drei Jugendliche warfen nach einer Party Brandsätze in die Wohnung einer libanesischen Familie, bei der besonders die seinerzeit achtjährige Tochter Seynab schwer getroffen wurde. Sie musste noch lange in einer Spezialklinik in Hamburg behandelt werden.[4] Die Täter wurden vom Landgericht Duisburg zu Freiheitsstrafen verurteilt. Einer der Täter nahm sich nach der Tat das Leben.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2020
Wahlbeteiligung: 62,39 % (2014: 60,49 %)
 %
40
30
20
10
0
31,26 %
31,25 %
13,25 %
14,34 %
n. k. %
9,90 %
n. k. %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
−4,57 %p
+1,38 %p
+1,80 %p
+5,64 %p
−6,15 %p
+5,02 %p
−3,12 %p

Seit dem 21. Oktober 2015 ist Dirk Buschmann (parteilos) hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Hünxe.

Die 26 Sitze im Gemeinderat verteilten sich nach den Ergebnissen der Kommunalwahlen seit 2014 folgendermaßen auf die Parteien, Wählergemeinschaften und Einzelbewerber:

Partei/Liste 2020[5] 2014[6]
Christlich Demokratische Union 8 9
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 8 8
Engagierte Bürger Hünxe (EBH)[7] 3 3
Bündnis 90/Die Grünen 4 2
Freie Demokratische Partei 3 1
Unabhängige Wählergemeinschaft Hünxe 2
Schüring (parteilos) 1

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Der Gemeinde Hünxe ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Düsseldorf vom 9. Juni 1976 das Recht zur Führung eines Wappens, eines Siegels, eines Banners und einer Flagge verliehen worden.[8] Die Gemeinde benutzt außerdem ein Logo.

Blasonierung: „Im geteilten Schild oben in Blau ein liegender links gerichteter goldener (gelber) Pfeil, überhöht von einem achtstrahligen goldenen (gelben) Stern; unten in Rot ein halbes silbernes (weißes) Schildchen an der Teilungslinie, überlegt mit einer halben goldenen (gelben) Lilienhaspel.“

In seiner oberen Hälfte vereinigt der Schild des Wappens die Attribute der Heiligenfiguren der spätmittelalterlichen Schöffensiegel der Gemeinden Hünxe und Drevenack. Das Hünxer Schöffensiegel von 1456 zeigt im Schild die sitzende Figur des heiligen Suitbertus im Bischofsgewande, in der Linken einen Bischofsstab, in der Rechten einen Stern mit acht Strahlen haltend. Das Schöffensiegel von Drevenack zeigt im geteilten Schild oben das Brustbild des St. Sebastianus mit Pfeil und Bogen. Statt der Figuren der Heiligen sind ihre Attribute im Wappen aufgenommen worden. Der achtstrahlige Stern symbolisiert den Heiligen Suitbertus und der Pfeil den Heiligen Sebastianus. Die beiden Heiligen sind die Patrone der Pfarrkirchen Hünxe und Drevenack. Die untere Hälfte des Schildes enthält das halbe altklevische Wappen und ist auch dem bisherigen Amtswappen des Amtes Gahlen und dem bisherigen Wappen der Gemeinde Drevenack nachgebildet.[9]

Banner: Rot-Gelb-Rot im Verhältnis 1 : 4 : 1 längsgestreift mit dem Wappenschild der Gemeinde im ersten Drittel auf der gelben Bahn.

Hissflagge: Rot-Gelb-Rot im Verhältnis 1 : 4 : 1 längsgestreift (gemeint ist quergestreift) mit dem zur Stange hin verschobenen Wappenschild der Gemeinde auf der gelben Bahn.[10]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hünxe, verfügt über mehrere Bildungseinrichtungen. Darunter fallen Grundschulen in den Ortsteilen Drevenack und Bruckhausen als auch in Hünxe selber. Darüber hinaus gibt es in Hünxe seit 1998 die Gesamtschule Hünxe am Schulzentrum, als einzige weiterführende Schule im Gemeindegebiet. Ebenfalls betreibt die Volkshochschule (VHS) in Hünxe einen Standort.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rathaus werden 400 Jahre alte Wolfsnetze aufbewahrt. Lange Zeit hingen die in der evangelischen Kirche. In den 1990er Jahren zogen die um ins Rathaus, ins dortige Foyer. Die Länge der aus Hanf bestehen Netze beträgt 200 m, bei einer Höhe von 2 m. Das Gesamtgewicht liegt bei 300 kg. Bis ins 19. Jahrhundert wurden die für die Wolfsjagd aufgestellt. Die Wolfsjagd war für die Dorfbewohner verpflichtend. Sie wurden dazu mit Kirchenglocken und der Wolfstrommel aufgerufen, sobald ein Wolf gesichtet wurde.[11]

Verkehrsinfrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Hünxe-Drevenack verlief die Bahnstrecke Haltern–Venlo (Teil der Hamburg-Venloer Bahn) und besaß in Peddenberg/heute Drevenack einen Bahnhof.

Heute ist Hünxe im Schienenpersonennahverkehr aus dem nördlichen Gemeindegebiet an den Bahnhof Wesel und aus dem südöstlichen Gemeindegebiet an den Bahnhof Dinslaken angebunden. Beide Bahnhöfe sind im Straßenpersonennahverkehr mit der Schnellbuslinie SB 3 von Wesel über Hünxe nach Dinslaken, der Bahnhof Dinslaken zusätzlich mit der Linie 71 und der Bahnhof Wesel zusätzlich mit der Schnellbuslinie SB 21 von Wesel über Hünxe nach Schermbeck zu erreichen. Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Hünxe ist durch die A 3 (E 35) und die B 58 an das Fernstraßennetz angebunden. An der A 3 gibt es die Autobahnraststätte Hünxe und die dortige Autobahnpolizeieinheit Hünxe.

Ebenfalls innerhalb des Gemeindegebiets liegt der Verkehrslandeplatz Dinslaken/Schwarze Heide.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2003 gibt es das Rock and Bike Festival in Hünxe. Veranstaltet wird dies von „Freeway“ Verein zur Kulturförderung Niederrhein e. V. Neben einem großen Bikertreff und der Händlermeile findet auf einer Bühne ein zweitägiges Musik-Programm statt. Ein Bandcontest für Nachwuchsmusiker ist ebenfalls mit von der Partie.

Von 2007 bis 2011 fand auf den umliegenden Wiesen des Flugplatzes Schwarze Heide ein Death-Metal-Festival mit dem Namen Death Feast Open Air statt. Es traten bedeutende Bands der Death-Metal- und Grindcore-Szene, wie Krisiun, Napalm Death und Aborted, auf.

Seit 2008 gibt es jährlich zu Pfingsten ein Punk-Rock-Festival mit dem Namen Ruhrpott Rodeo auf den umliegenden Wiesen des Flugplatzes Dinslaken/Schwarze Heide. Dort treten jedes Jahr Punk-Rock-Bands aus dem In- und Ausland auf. Unter anderem spielten bislang dort WIZO, SLIME, Bad Religion, Millencolin, Turbonegro und Die Kassierer. Das Ruhrpott-Rodeo hatte 2010 einen sprunghaften Besucheranstieg, so kamen in diesem Jahr 7500 Besucher.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hünxe geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Hünxe verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Nonne (1785–1853), Theologe und Dichter, 1808–1815 Pfarrer in Drevenack
  • Erich Bockemühl (1885–1968), Lehrer und Organist in Drevenack
  • Otto Pankok (1893–1966), Maler, Graphiker und Bildhauer, mit Hulda Pankok verheiratet, lebte in Drevenack
  • Hulda Pankok (1895–1985), Journalistin und Verlegerin, mit Otto Pankok verheiratet
  • August Oppenberg (1896–1971), Maler, lebte während des Zweiten Weltkriegs in Drevenack
  • Alfred Grimm (* 1943), Objektkünstler, Maler und Zeichner, lebt in Hünxe
  • Jessica Kürten (* 1969), Springreiterin, lebt in Hünxe
  • Esther Stahl (* 1980), Volleyballspielerin, spielte für den STV Hünxe
  • Linda Dallmann (* 1994), Fußballspielerin, spielte für den STV Hünxe

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hünxe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Hünxe – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2021 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 20. Juni 2022. (Hilfe dazu)
  2. Hünxe.de mit Bevölkerungsstatistik Bezugsdatum 31.12.2016 (Memento des Originals vom 13. Oktober 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.huenxe.de
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 292.
  4. Vor 20 Jahren: Der Brandanschlag von Hünxe. (Streaming-Video; 8:56 Minuten) In: Spiegel TV. 10. Oktober 2011, abgerufen am 23. September 2022.
    Simone Rafael: 20. Jahrestag des Brandanschlags von Hünxe: Es ist viel passiert. In: Belltower.News. 30. September 2011, abgerufen am 23. September 2022.
  5. Gemeinde Hünxe Ratswahl 13.09.2020: Sitzverteilung. In: krzn.de. 13. September 2020, abgerufen am 23. September 2022.
  6. Kommunalwahlen 2014: Wahl zu den Räten der kreisangehörigen Städte und Gemeinden – Endgültiges Ergebnis für: 170016 Hünxe. In: wahlergebnisse.nrw. Abgerufen am 23. September 2022.
  7. Engagierte Bürger Hünxe. Abgerufen am 23. September 2022.
  8. Hauptsatzung der Gemeinde Hünxe. (pdf; 312 kB) § 2. In: huenxe.de. 17. Dezember 2020, abgerufen am 23. September 2022.
  9. Neubürgerbroschüre Gemeinde Hünxe. (pdf) (Nicht mehr online verfügbar.) S. 7, ehemals im Original; abgerufen am 23. September 2022.@1@2Vorlage:Toter Link/www.huenxe.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  10. Hauptsatzung der Gemeinde Hünxe. (pdf; 312 kB) § 2, Absatz 3. In: huenxe.de. 17. Dezember 2020, abgerufen am 23. September 2022.
  11. Rathaus Hünxe. In: KuLaDig. Abgerufen am 23. September 2022.