Dynamische Grotesk

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Bei der dynamischen Grotesk handelt es sich um eine Gruppe von Grotesk-Schriften (oder serifenlose, Sans-Serif-Schriften). Diese Schriftgruppe zeichnet sich durch eine (beinahe) gleichmäßige Strichstärke und das, im Gegensatz zur Antiqua, Fehlen von Serifen aus. Hans Peter Willberg stellt sie der statischen und der geometrischen Grotesk gegenüber.[1]

Charakteristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitet sich von der dynamischen Antiqua ab, da in einer dynamischen Grotesk noch Spuren einer Breitfeder-Charakteristik vorhanden sind. Die Achsen der Rundungen sind schräg versetzt wie bei einer dynamischen Antiqua, es herrscht eine Betonung der Waagerechten. Die Buchstaben sind deutlich unterschieden geformt, was sich beispielsweise an dem sogenannten zweistöckigen g deutlich zeigt. Auch die offene Form verschiedener Buchstaben (z. B. c, e, a) deutet auf einen dynamischen Stil hin.

Im Wortbild ergibt sich ein einheitlich, gemeinsames Bild, da die Buchstaben dicht zueinander stehen. Durch diese Eigenschaft und die dadurch hohe Lesbarkeit, kann eine dynamische Grotesk für viele Aufgaben ohne Probleme eingesetzt werden.

Oft spricht man bei einer dynamischen Grotesk auch von einer humanistischen bzw. klassizistischen Grotesk (stilistisch, nicht historisch), da verschiedene Vertreter dieser Gruppe (Gill, Thesis) Anleihen bei den humanistischen Schriften des 14. und 15. Jahrhunderts (venezianische und französische Renaissance-Antiqua, also z. B. bei Schriftschneidern wie Nicolas Jenson, Aldus Manutius, Claude Garamond, Francesco Griffo), nehmen und diese im Sinne einer serifenlosen Schrift umsetzen.

Beispiele zur dynamischen Grotesk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Peter Willberg: Wegweiser Schrift, Verlag Herman Schmidt Mainz, 2001.
  • Albert Kapr: Schriftkunst Saur K. G. Verlag GmbH, 1983.
  • Max Caflisch: Schrifttanalysen. Untersuchungen zur Geschichte typografischer Schriften, Sammelband, Typotron, 2003.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Peter Willberg: Wegweiser Schrift, Verlag Herman Schmidt Mainz, 2001, S. 60f.