ELA-2

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Links der mobile Montageturm, in der Mitte eine Startplattform, im Hintergrund der Wasserturm von ELA 1 und rechts der Startturm

ELA-2 (Ensembles de Lancement Ariane) ist eine für die Ariane 4 gebaute Raketenstartanlage des Centre Spatial Guyanais in Französisch-Guyana. Von der für bis zu 20 Ariane-4-Starts pro Jahr ausgelegten Anlage[1] starteten alle Ariane-4-Raketen. Praktisch wurden jedoch nur maximal elf Ariane-4-Raketen pro Jahr gestartet.

Aufbau und Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ELA 2 wurde speziell für die gegenüber Ariane 1-3 stark gestreckte Ariane 4 gebaut. Jedoch konnten auch Ariane 2 und 3 Raketen von ihr starten, allerdings nur, wenn sie auf einer fahrbaren besonders hohen Startplattform standen, damit die Betankungsarme des Startturms die dritte Stufe erreichen konnten. Die Startrampe ELA 2 bestand aus einem Montagegebäude, in dem die Raketen mit Ausnahme der Feststoffbooster und der Nutzlast montiert wurden, einer Schienenstrecke mit Weiche und Abstellgleis, auf der die auf einer von zwei transportablen Startplattformen montierten Raketen zum 950 m entfernten[1] Startplatz mit Startturm gefahren wurden und einem mobilen Montageturm. Durch das Abstellgleis war es möglich eine bereits startbereite Rakete wieder vom Startplatz wegzufahren, damit eine später montierte Rakete zuerst starten konnte.

Nachdem die Rakete den Startplatz erreicht hatte, wurde über sie der Montageturm gefahren, und die bereits zu einer Einheit zusammengefügte Nutzlast, bestehend aus der Doppelstartvorrichtung mit den Satelliten und der Nutzlastverkleidung, auf die dritte Stufe aufgesetzt. Wenn Feststoffbooster für einen Flug verwendet wurden, so wurden diese ebenfalls hier montiert. Die zweite Stufe wurde ebenfalls im Montageturm betankt[2] und außen mit einer Schaumpolystyrolisolierung versehen (der Oxidator Stickstofftetroxid würde bei über 21 °C verdampfen). Danach wurde der mobile Montageturm zur Seite gefahren, die erste und dritte Stufe der Rakete betankt und dann die Rakete gestartet; das Isoliermaterial der zweiten Stufe wurde dabei abgeworfen. Der erste Start von ELA 2 fand am 28. März 1986 mit einer Ariane 3 statt, der letzte mit dem letzten Flug der Ariane 4 am 15. Februar 2003. Seitdem ist sie außer Betrieb und wurde am 30. September 2011 gesprengt. Insgesamt starteten von ELA-2 119 Ariane-Raketen, dabei waren 116 Ariane 4, zwei Ariane 3 und eine Ariane 2.

Abriss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Juli 2011 wird ELA-2 abgerissen. Der 80 m hohe mobile Montageturm aus Metall wurde am 30. September 2011 gesprengt[3] und seine Teile sollen in Europa wieder verwendet oder entsorgt werden.[4]

Folgende Teile des folgenden Satzes scheinen seit 2011 nicht mehr aktuell zu sein: Abriss erfolgt?.
Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Der Startturm soll bis Ende 2011 folgen, damit (eventuell) auf ELA-2 die Startanlagen einer zukünftigen Rakete entstehen können.[5] Lediglich einige der Gebäude zu Startvorbereitung der Satelliten werden für Starts der Sojus und Ariane 5 weiterbetrieben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Leitenberger: Europäische Trägerraketen Band 1. Von der Diamant zur Ariane 4 - Europas steiniger Weg in den Orbit Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 3837095916

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bernd Leitenberger: Die Geschichte der Ariane 4. Abgerufen am 1. Oktober 2011.
  2. Hans-Martin Fischer: Europas Trägerrakete ARIANE. Geschichte und Technik zum letzten Start der ARIANE 4. Stedinger Verlag, Lemwerder 2004, ISBN 3-927697-32-X
  3. Matthias Gründer: ELA-2 in Kourou gesprengt. Flugrevue, 30. September 2011, abgerufen am 1. Oktober 2011.
  4. The Spaceport's ELA-2 launch facility is dismantled after an illustrious career. Arianespace, 26. September 2011, abgerufen am 8. Oktober 2011 (englisch).
  5. Stephen Clark: Retired Ariane launch complex being demolished in Spaceflight Now, Datum: 6. Oktober 2011, Abgerufen. 8. Oktober 2011

Koordinaten: 5° 13′ 55,9″ N, 52° 46′ 31,8″ W