Earl of Warwick

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Earl of Warwick [ˈwɒɹɪk] ist ein erblicher britischer Adelstitel, der viermal verliehen wurde und einen der angesehensten Titel Großbritanniens darstellt.

Erste Verleihung (1088)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Earlswürde wurde in der zweiten Jahreshälfte 1088 in der Peerage of England für Henry de Beaumont errichtet, den jüngeren Sohn von Roger de Beaumont und Bruder von Robert de Beaumont, 1. Earl of Leicester. Der Titel und das dazugehörige Lehen war auch in weiblicher Linie erblich. Die Earlswürde war traditionell mit Warwick Castle verbunden, und, als der 11. Earl die unveräußerliche Vererblichkeit der Burg auf seine männlichen Nachkommen beschränkte, beabsichtigte er damit vermutlich das Gleiche mit der Earlswürde selbst. Der 14. Earl wurde am 14. April 1445 zum Duke of Warwick erhoben. Da er keine Söhne hatte, erlosch das Dukedom bereits bei seinem Tod am 11. Juni 1446, das Earldom fiel hingegen an seine Tochter Anne Beauchamp als 15. Countess. Edward Plantagenet, 17. Earl of Warwick wurde 1499 wegen Hochverrates hingerichtet und ihm sein Titel durch Parlamentsbeschluss (Bill of Attainder) im Januar 1504 formell aberkannt.

Zweite Verleihung (1547)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In zweiter Verleihung wurde der Titel am 16. Februar 1547 in der Peerage of England für den mächtigen Politiker und Militär John Dudley, 1. Viscount Lisle geschaffen. Dieser war bereits am 12. März 1543 zum Viscount Lisle erhoben worden. Am 11. Oktober 1551 wurde ihm schließlich auch der Titel Duke of Northumberland verliehen. Seine Hinrichtung wegen Hochverrats am 22. August 1553 ließ die Viscountcy und das Dukedom verfallen, nicht jedoch das Earldom of Warwick, so dass Dudleys ältester Sohn John und danach dessen Bruder Ambrose die Nachfolge antreten konnten. Mit dessen Tod erlosch der Titel am 21. Februar 1590.

Dritte Verleihung (1618)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Rich stammt von Richard Rich ab, einem reichen Kaufmann, der 1441 Sheriff der City of London war. Sein Urenkel Sir Richard Rich war ein bekannter Jurist und Politiker, er wurde 1547 als Baron Rich, of Leez, in die Peerage of England aufgenommen. Sein Sohn, der 2. Baron, war der erste Ehemann von Catherine Knyvet. Robert Rich, 3. Baron Rich, Sohn des 2. Barons, wurde 1618 zum Earl of Warwick in der Peerage of England ernannt, obwohl die Familie nicht im Besitz von Warwick Castle war (siehe unten). Sein zweiter Sohn, Hon. Henry Rich wurde 1623 zum Baron Kensington und 1624 zum Earl of Holland erhoben. Der 3. Earl of Warwick, Enkel des 1. Earl, und dessen Bruder, der 4. Earl, starben ohne Nachkommen, wodurch Robert Rich, 2. Earl of Holland, auch der 5. Earl of Warwick wurde. Die Titel erloschem beim Tod des 8. Earl of Warwick am 7. September 1759.

Vierte Verleihung (1759)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tod des letzten Earls dritter Verleihung wurde der Titel schon am 30. November 1759 in der Peerage of Great Britain für Francis Greville, 1. Earl Brooke neu geschaffen. Dieser hatte bereits den Titel Baron Brooke geerbt und war am 7. Juli 1746 in der Peerage of Great Britain zum Earl Brooke, of Warwick Castle, erhoben worden. Die Earlswürde und Warwick Castle waren nunmehr wieder in einer Hand vereint. Heutiger Titelinhaber ist seit 1996 sein Nachfahre Guy Greville, 9. Earl of Warwick.

Liste der Earl of Warwick, Barone Rich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Earls of Warwick, erste Verleihung (1088)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Earls of Warwick zweiter Verleihung

Earls of Warwick, zweite Verleihung (1547)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barone Rich (1547)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Earls of Warwick dritter Verleihung

Earls of Warwick, dritte Verleihung (1618)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Earls of Warwick vierter Verleihung

Earls of Warwick, vierte Verleihung (1759); auch Earls Brooke (1746)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voraussichtlicher Titelerbe (Heir apparent) ist sein Sohn Charles Fulke Chester Greville, Lord Brooke (* 1982).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charles Kidd: Debrett's Peerage and Baronetage. Debrett's Ltd, London 2014, ISBN 0-9929348-2-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]