Ebenhausen (Oerlenbach)

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Ebenhausen
Gemeinde Oerlenbach
Koordinaten: 50° 7′ 46″ N, 10° 7′ 59″ O
Höhe: 308 m
Einwohner: 1456 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 97714
Vorwahl: 09725
Ebenhausen (Bayern)
Ebenhausen

Lage von Ebenhausen in Bayern

Ebenhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Oerlenbach im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenhausen liegt südlich von Oerlenbach.

Der Bahnhof Ebenhausen (Unterfr) ist eine Station der durch Ebenhausen verlaufenden Bahnstrecke Schweinfurt–Meiningen. In Ebenhausen zweigt die Bahnstrecke Gemünden–Ebenhausen ab. Östlich von Ebenhausen verläuft die B 286, die in nordwestlicher Richtung über Arnshausen nach Bad Kissingen und in südlicher Richtung, teilweise deckungsgleich mit der B 19, über Poppenhausen nach Schweinfurt führt. Östlich von Ebenhausen verläuft die A 71 mit der Anschlussstelle Bad Kissingen/Oerlenbach in der Nähe. Ebenfalls östlich von Eltingshausen verläuft die B 19, die nordwärts nach Münnerstadt und südwärts nach Schweinfurt und Würzburg führt.

Die durch Ebenhausen verlaufende KG 4 führt nordwärts nach Oerlenbach und mündet in die B 286. Südwärts mündet die KG 4 ebenfalls in die B 286.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die früheste belegbare Besiedlung im Raum Ebenhausen, in dem die Existenz eines Friedhofs aus der Hallstattzeit (750–450 v. Chr.) bekannt ist, fand 8000 v. Chr. statt.

Vom 19. April 788 ist die Schenkung des Guts zu „Isanhuson“ im Saalegau durch Gaugraf Manto II. und seinen Bruder Megingoz an das Kloster Fulda bekannt.

Der bei dieser ersten bekannten Erwähnung „Isanhuson“ beziehungsweise „Isanhu“s genannte Ort wandelte seinen Namen im Laufe der Zeit über „Asanhus“ beziehungsweise „Asenhus“ (822) ubs „Ebenhusen“ (1126) zu dem bis heute geläufigen Ebenhausen (ab Ende des 14. Jahrhunderts). Höchstwahrscheinlich leitet sich der Ortsname vom Rittergeschlecht Ebo aus der Zeit von 500 bis 800 n. Chr. ab ("Ebonishusen" = "die Häuser des Ebo").

Ab 1037 ist Ebenhausen als hennebergische Zehnt belegt; ab 1216 wurden Ebenhausens Einkünfte vom Grafen von Henneberg an das Domkapitel von Würzburg verpfändet. Gemeinsam mit mehreren anderen Orten ging Ebenhausen 1274 an den Aschacher Henneberger Hermann II. Im Jahr 1315 kam der Ort vom Henneberger Heinrich IV. zu Heinrich V. und gehörte ab dem Jahr 1353 zum Hochstift Würzburg; ebenfalls 1353 erhielt der Ort das Stadtrecht.

Im Jahr 1275 fiel Ebenhausen einer Pest sowie durch Dauerregen einer Missernte zum Opfer. Im Jahr 1525 wurde der Ort vom Bauernaufstand heimgesucht und während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) zur Hälfte zerstört.

Im Ebenhausener Ortsgebiet sind mehrere Wüstungen bekannt: Die erste bekannte Nachweis der „Ortswüstung Altenfelden“ stammt von 1192, der letzte 1474; wahrscheinlich wurde Altenfelden Ende des 14. bis Anfang des 15. Jahrhunderts durch Naturkatastrophen oder Seuchen zur Wüstung. In Altenfelden befand sich der Altenfelder Hof; während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Hof im Jahr 1637 zum Standort der Kroaten. Die erste bekannte Erwähnung der Ortswüstung Wackenhausen stammt aus dem Jahr 1431 als Wackenhawsen; Wackenhausen wurde möglicherweise durch Missernten, Hungersnöte oder die Pest zur Wüstung. Laut den bekannten urkundlichen Nachweisen entstand Wittighausen um 1150 und wurde 1474 zur Wüstung.

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Architekt Balthasar Neumann errichtete im Jahr 1725 das Gebäude des heutigen Alten Rathauses. Das Gebäude wurde einige Jahre nicht genutzt und drohte zu verfallen.[1] Bis 2016 erfolgte eine Instandsetzung, das Gebäude wird von örtlichen Vereinen genutzt.

Im Jahr 1802 kam Ebenhausen zum Königreich Bayern. Im Jahr 1818 gab der Ort seine Stadtrechte auf.

Die Ebenhausener Allerheiligenkirche entstand von 1819 bis 1823 nach einem Entwurf von Bernhard Morell; aus 1823 stammt die örtliche Bahnstation für die Meininger Bahn.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges hatte Ebenhausen 22 Gefallene zu verzeichnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich zahlreiche Flüchtlinge im Ostteil des Ortes an.

Im Jahr 1922 bekam Ebenhausen elektrisches Licht; zwischen 1933 und 1945 folgten eine Ortswasserleitung sowie der Anschluss des Ortsnetzes an die Rhön-Maintal-Wasserversorgung.

Am 1. Januar 1972 wurde Ebenhausen im Rahmen der Gemeindegebietsreform gemeinsam mit den Gemeinden Eltingshausen, Oerlenbach und Rottershausen Ortsteil von Oerlenbach.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[2]
Jahr Einwohnerzahl
1904 501
1939 759
1950 1.099
1961 1.086
1971 1.345
2007 1.456

Bauwerke und Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Ebenhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Ebenhausen entstand im 14. Jahrhundert unter den Hennebergern; möglicherweise gab es bereits zu den Anfangszeiten des Ortes Ebenhausen eine Burganlage. Nach Zerstörungen im Bauernaufstand von 1525 sowie während des Dreißigjährigen Krieges musste das Schloss jeweils wieder neu aufgebaut werden. Im Jahr 1576 ging es in das Eigentum von Julius Echter von Mespelbrunn sowie 1803 im Rahmen der Säkularisation in das der Regierung von Unterfranken über. Nach Leerständen im 19. Jahrhundert wird das Schloss Ebenhausen nach dem Ankauf durch Michael Schubert landwirtschaftlich genutzt.

Allerheiligenkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Allerheiligenkirche wurde von 1819 bis 1823 erbaut und ersetzte einen Vorgängerbau aus dem 14. Jahrhundert. Hochaltar und Orgelgehäuse stammen aus dem 1741 abgerissenen Vorgängerbau der Würzburger Augustinerkirche'.[3]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatmuseum Ebenhausen[4][5]
  • John-Bauer-Museum mit Erlebnisweg Troll-ige Riedelgrube[6][7][8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auf diesen Steinen können Sie Märchenwelten errichten. in: FAZ vom 16. Januar 2012, Seite 26.
  2. Bevölkerungsentwicklung im Ortsteil Ebenhausen@1@2Vorlage:Toter Link/www.oerlenbach.rhoen-saale.net (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Näheres zur Baugeschichte bei: Johannes Sander: Bernhard Morell. Aufstieg, Wirken und Fall eines königlich-bayerischen Baubeamten in Unterfranken 1816/21. Vulpes, Regensburg 2012 (Mainfränkische Hefte Bd. 111), S. 30–33.
  4. Heimatmuseum von Ebenhausen. In: Oerlenbach.de. Abgerufen am 21. Februar 2018.
  5. Heimatmuseum Ebenhausen. In: Rhoenline.de. Abgerufen am 21. Februar 2018.
  6. Website des John-Bauer-Museums mit Erlebnisweg Troll-ige Riedelgrube
  7. Informationsflyer John-Bauer-Museum mit Erlebnisweg Troll-ige Riedelgrube (PDF)
  8. Informationen zum Erlebnisweg Troll-ige Riedelgrube mit John-Bauer-Museum in Ebenhausen. In: Oerlenbach.de. Abgerufen am 21. Februar 2018.