Schweinfurt

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schweinfurt (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schweinfurt
Schweinfurt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schweinfurt hervorgehoben
Koordinaten: 50° 3′ N, 10° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Höhe: 226 m ü. NHN
Fläche: 35,71 km²
Einwohner: 51.969 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1455 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 97421–97424
Vorwahl: 09721
Kfz-Kennzeichen: SW
Gemeindeschlüssel: 09 6 62 000
Stadtgliederung: 8 Planungsgebiete und 14 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
97421 Schweinfurt
Webpräsenz: www.schweinfurt.de
Oberbürgermeister: Sebastian Remelé (CSU)
Lage der Stadt Schweinfurt in Bayern
Weiden in der Oberpfalz Straubing Würzburg Schwabach Schweinfurt Regensburg Rosenheim Nürnberg Nürnberg Passau Landshut Memmingen Kaufbeuren Kempten (Allgäu) Ingolstadt Fürth Hof Erlangen Coburg Bayreuth Bamberg Augsburg München Aschaffenburg Amberg Ansbach Landkreis Würzburg Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Unterallgäu Landkreis Traunstein Landkreis Tirschenreuth Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Starnberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Schwandorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Roth Landkreis Rosenheim Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Regensburg Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Regen Landkreis Passau Landkreis Ostallgäu Landkreis Oberallgäu Landkreis Nürnberger Land Landkreis Neu-Ulm Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis München Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Miltenberg Landkreis Miesbach Landkreis Main-Spessart Landkreis Lindau (Bodensee) Landkreis Lichtenfels Landkreis Landshut Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Kulmbach Landkreis Kronach Landkreis Kitzingen Landkreis Kelheim Landkreis Hof Landkreis Haßberge Landkreis Günzburg Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Fürth Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Freising Landkreis Forchheim Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Erding Landkreis Eichstätt Landkreis Ebersberg Landkreis Donau-Ries Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Deggendorf Landkreis Dachau Landkreis Coburg Landkreis Cham Landkreis Berchtesgadener Land Landkreis Bayreuth Landkreis Bamberg Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Bad Kissingen Landkreis Augsburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Ansbach Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Altötting Landkreis Aichach-Friedberg Bodensee Schweiz Österreich Baden-Württemberg Hessen Tschechien Sachsen ThüringenKarte
Über dieses Bild
Marktplatz mit Rückertdenkmal und Renaissance-Rathaus
Stadtmauer am Zürch, dem früheren Burgbezirk
Main mit nächtlicher Skyline

Schweinfurt (fränkisch Schweifädd) ist eine kreisfreie Stadt in Bayern (Regierungsbezirk Unterfranken). Die Stadt am Main ist Verwaltungssitz des Landkreises Schweinfurt, Oberzentrum, Hochschul-, Schul-, Verwaltungsstadt und fränkischer Weinort.

Im Jahre 791 wurde Schweinfurt erstmals als Suuinfurtero marcu urkundlich erwähnt und war vom 12. Jahrhundert bis 1802 Reichsstadt. Im 21. Jahrhundert profilierte sich Schweinfurt auch als Kunststadt und wirbt seitdem mit dem Motto Industrie und Kunst.

Schweinfurt gilt als Welthauptstadt der Kugellager[2] und ist heute wichtigste Industriestadt Nordbayerns und Zentrum der europäischen Wälzlagerindustrie. Die Stadt besaß 2010 laut dem Institut der deutschen Wirtschaft das höchste BIP Bayerns und lag hierbei in Deutschland nach Wolfsburg und Frankfurt am Main an dritter Stelle.[3]

Das Einzugsgebiet der Stadt ist die Region Main-Rhön im östlichen Unterfranken mit 432.000 Einwohnern (2015) und Südthüringen. Bei der Gebietsreform in Bayern gehörte Schweinfurt zu den wenigen Städten, in die keine Vororte eingemeindet wurden. Die Agglomeration beträgt nach dem Zensus vom 5. September 2011 96.958 Einwohner. Die Stadt liegt hierbei an 83. Stelle in Deutschland.

Mehrere bedeutende Erfindungen stammen aus Schweinfurt: Brauchbare Kugellager von Friedrich Fischer (1884), Fahrradfreilauf (1889) und Rücktrittbremse (1903) von Ernst Sachs und die modernen Inlineskates (1978) von SKF.

In Schweinfurt wurde 1652 die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gegründet.[4] Sie hat heute ihren Sitz in Halle (Saale) und wurde 2008 Nationale Akademie der Wissenschaften.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Steigerwald (Zabelstein) über das Schweinfurter Becken nach Schweinfurt (am Horizont, 20 km)

Schweinfurt liegt nahezu in der geographischen Mitte des Deutschen Sprachraums sowie in der Mitte Mainfrankens und jeweils ungefähr 40 km von Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen entfernt. Die Stadt ist mit der Rhön im Norden, den Haßbergen im Osten, dem Steigerwald im Südosten und dem Spessart im Westen von Mittelgebirgen umgeben und liegt im nordöstlichen Bereich des Fränkischen Weinlandes. Auf Sichtweite liegen die Rhön (von höheren Gebäuden) und der Steigerwald (siehe auch Dreifrankenblick).

Der Stadtkern und der überwiegende Teil des bebauten Stadtgebiets liegen nördlich des Mains (rechtsmainisch) auf 206 m[5] (Bergrheinfelder Straße im Stadtteil Oberndorf) bis 311 m Höhe[6] (Nußbergstraße im Stadtteil Deutschhof). Die neueren Industriegebiete Hafen und Maintal liegen südlich des Mains auf etwa 210 m Höhe. Der höchste Punkt des Stadtgebietes liegt auf der Grenze zur Gemeinde Üchtelhausen bei 344 m ü. NN[5] und der niedrigste Punkt am Südrand des Gewerbe- und Industrieparks Maintal bei 205 m ü. NN.[5] Bei Schweinfurt biegt der Main von seiner allgemeinen Ost-West-Fließrichtung nach Süden ab. Hier beginnt das Maindreieck.

Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 16, Thüringerwaldautobahn A 71 Schweinfurt–Erfurt, 2002 im Bau

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Fertigstellung der Thüringerwaldautobahn A 71 Schweinfurt–Erfurt im Jahre 2005 (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr.16) änderte sich die wirtschaftsgeografische Lage Schweinfurts grundlegend. Die Stadt unweit des früheren Zonenrandgebietes wurde zu einem Autobahnknotenpunkt in der bundesdeutschen Mitte.

Die Lage in Bayern und die gleichzeitige zentrale Lage im Bundesgebiet (Bayerns Deutsche Mitte) sowie mehrere bedeutende ansässige Unternehmen, insbesondere in der Wälzlagerindustrie, führen zu Agglomerationsvorteilen, wie der Ballung von Wissen und Humankapital, Übertragungseffekten und einem großen Arbeitskräfteangebot von Spezialisten. Die Agglomerationsnachteile, Verkehrsstress, knapper Parkraum, starke Umweltbelastungen, hohe Mieten und Immobilienpreise bleiben andererseits der Stadt erspart, da sie relativ klein ist, abseits der großen Ballungsräume liegt (Stille Mitte Europas[7]) und landschaftliche Freiräume, Naturparks und Erholungsgebiete sie allseits nah umgeben.

Deshalb gehört die Stadt auch zu den wenigen deutschen Industriezentren, die keiner Metropolregion angehören. Ein weiterer Grund hierfür ist die erfolgte Deindustrialisierung der fränkischen Metropole Nürnberg, im Gegensatz zum wirtschaftlich stark gebliebenen Schweinfurt, das dadurch Nürnberg in der industriellen Bedeutung überholte. Weshalb die Stadt das Werben für eine Aufnahme in die Metropolregion Nürnberg ablehnte, zu der die Stadt auch sonst kaum Bezüge hat, auch wegen der erstarkten Landeshauptstadt München, die andererseits 300 km weit weg liegt, ohne direkte Zugverbindung.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neun Gemeinden, die alle zum Landkreis Schweinfurt gehören, grenzen an die kreisfreie Stadt Schweinfurt.

Niederwerrn Dittelbrunn Üchtelhausen
Geldersheim Nachbargemeinden Schonungen
Bergrheinfeld Grafenrheinfeld Sennfeld/Gochsheim

Raumordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinfurt ist das Oberzentrum der Planungsregion Main-Rhön, einer von 18 Planungsregionen in Bayern. Zu dieser Planungsregion Nummer 3 gehören die kreisfreie Stadt Schweinfurt und die Landkreise Schweinfurt, Bad Kissingen, Haßberge und Rhön-Grabfeld. Dem Oberzentrum Schweinfurt sind folgende Mittelzentren zugeordnet: Bad Brückenau, Bad Kissingen, Bad Neustadt an der Saale, Gerolzhofen, Hammelburg und Haßfurt.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geologie im Stadtgebiet reicht (von älter/unten nach jünger/oben) von den harten Kalk- und Mergelsteinen des Oberen Muschelkalks über den weicheren tonig-mergeligen, von einzelnen Sandsteinen und Kalkbänken unterbrochenen Unterkeuper (Lettenkeuper) bis zu den weichen Tonsteinen des Gipskeupers. Im Bereich zwischen Bergrheinfeld und Schweinfurt befindet sich das Zentrum eines tektonischen Senkungsgebiets (Schweinfurter Mulde). Der Gipskeuper kam in das heutige Niveau des Mains, der im Quartär ein weites Becken ausräumen konnte. Im Stadtgebiet befinden sich Sande und Schotter als Reste höherer Flussniveaus. Am Ostrand des Maintals im Stadtgebiet befinden sich am Schwebheimer Wald Flugsanddünen. Sie sind mit Kiefern bewachsen und inaktiv, sodass sie nicht mehr wandern.

Tektonik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinfurter Mainbogen; links: Schloss Mainberg, Weinberge und Schweinfurter Rhön; rechts: Schweinfurter Becken

Nordöstlich der Innenstadt verläuft die Kissingen-Hassfurter Störungszone von Nordwesten nach Südosten, die das Hebungsgebiet des Kissingen-Hassfurter Sattels von der Schweinfurter Mulde trennt. Im Bereich der Sattelzone wurden harte Kalksteine des Muschelkalks in das heutige Niveau des Mains und seiner Zuflüsse gehoben. Das Relief ist deutlich bergiger, die Flüsse konnten nur schmale Täler formen.

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großteil des Stadtgebiets liegt innerhalb des gering reliefierten Schweinfurter Beckens (Haupteinheit 136). Die östlichen und nördlichen Stadtteile Haardt, Hochfeld und Deutschhof liegen topographisch teils deutlich erhöht auf den südlichen Ausläufern der von zahlreichen Tälern durchschnittenen Landschaft der Schweinfurter Rhön. Sie ist identisch mit dem Naturraum Hesselbacher Waldland (Haupteinheit 139). Schweinfurter Becken und Hesselbacher Waldland liegen in der Kernzone der Mainfränkische Platten (Haupteinheitengruppe 13). Diese gehören zum Schichtstufenland beiderseits des Oberrheingrabens (Großregion 1. Ordnung 07-23), das sich vom Pariser Becken bis nach Franken hinzieht.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infolge der Lage der Stadt östlich des Spessarts, der die Klimascheide zum maritimen Klima bildet, ist das Klima kontinental. Deshalb ist auch der Jahresniederschlag am Nord-Ost-Rand des trockenen und sommerwarmen Schweinfurter Beckens, im Windschatten des westlich und nordwestlich gelegenen Landrückens Rhön-Spessart, mit etwa 602 mm vergleichsweise niedrig und liegt im letzten Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 21 Prozent der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Vor der Klimaerwärmung der letzten Jahrzehnte lag der Jahreswert sogar deutlich unter 600 mm. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni, 1,8-mal so viel wie im Februar. Wobei im Sommer ein Großteil des Regens in kurzen Gewittergüssen und Wolkenbrüchen fällt, weshalb trotz der geringen Jahresniederschläge die städtischen Abwasserkanäle Übergröße besitzen. Im Jahr 2015 wurde Schweinfurt Deutschlands Blitzhauptstadt. Mit 4,5 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer lag die Stadt vor Cottbus (4,3/km²) und Garmisch-Partenkirchen (4,1/km²).[8]

In den Mainfränkischen Platten, in denen die Stadt liegt, gab es im Hitzesommer 2015 zwei weitere Wetterrekorde: Gerolzhofen im Landkreis Schweinfurt war der trockenste Ort Deutschlands[9] und in Kitzingen wurden am 5. Juli und 7. August mit 40,3 °C die höchste jemals in Deutschland gemessene Temperatur erreicht.[10]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Bayerischen Gebietsreform der 1970er Jahre wurden keine Vororte nach Schweinfurt eingemeindet, weshalb die kreisfreie Stadt nur das kleine Gebiet der Kernstadt mit 36 km² umfasst. Eine Einteilung in amtliche Stadtbezirke gibt es nicht. Die einzige offizielle Grenze liegt zwischen der Gemarkung des 1919 eingemeindeten Oberndorf, auf deren Gebiet sich auch die Stadtteile Bergl, Hafen-Ost, Hafen-West, Maintal und der Hauptbahnhof befinden und der Gemarkung Schweinfurt.

Lediglich für den Jugendhilfeplan der Stadt Schweinfurt, den mangels amtlicher Stadtgliederung auch Internetportale als Grundlage verwenden, wurde das Stadtgebiet in acht Planungsgebiete eingeteilt, die insgesamt 15 Stadtteile und 21 kleinere Bezirke umfassen.[11] Die Planungsgebiete stimmen jedoch nicht immer mit den allgemein anerkannten übergeordneten Stadtteilen überein. So wird zum Beispiel der Stadtteil Hafen-Ost als Planungsgebiet mit der Innenstadt, aber von der Allgemeinheit als übergeordneter Stadtteil mit dem Hafen-West zusammengefasst.

Laut Jugendhilfeplan gibt es 15 Stadtteile (fett hervorgehoben). Des Weiteren gibt es zahlreiche kleinere Viertel innerhalb der Stadtteile, zu deren Grenzen, Namen und Zuordnungen mangels amtlicher Festsetzung in der Bevölkerung ebenfalls in einigen Bereichen unterschiedliche Auffassungen bestehen. Dies nutzt der Immobilienmarkt öfters zu seinem Vorteil, insbesondere durch Zuordnung von Objekten zum allgemein beliebten Stadtteil Hochfeld.

Askren Manor und Yorktown Village waren bis 2014 US-amerikanische Siedlungen (siehe US-Streitkräfte).

Die älteren Hauptwohngebiete, vorwiegend mit Geschosswohnungen, befinden sich im Nordwesten (Nordwestlicher Stadtteil, Musikerviertel, Bergl), die neueren Hauptwohngebiete, vorwiegend mit Einfamilien-, Reihenhäusern und Stadtteilkernen mit Geschosswohnungen im Nordosten auf den Ausläufern der Schweinfurter Rhön (Eselshöhe, Haardt, Hochfeld, Deutschhof). Die große Industriezone mit Hauptbahnhof, Hafen, Energieversorgung und Autobahnanschlüssen liegt im Südwesten der Stadt, nördlich des Mains (wie alle vorherigen Gebiete), seit 1963 auch südlich des Mains und seit 1995 zudem südlich der Bundesautobahn 70. Im Südosten zieht sich der weitläufige Stadtpark Wehranlagen am Südufer des Mains entlang.

Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ostfränkische Sprachraum

Schweinfurt liegt in der Mitte des ostfränkischen Sprachraums und ist heute, wie in früherer Zeit, frei von Einflüssen benachbarter Dialektgruppen, wie kaum eine andere Region Frankens.

Ein auffälliges Kennzeichen des Dialektes im Raum Schweinfurt ist im Gegensatz zu anderen fränkischen Regionen, wie auch zum benachbarten Würzburger Raum, wo man ebenfalls Meefränggisch[12] (Mainfränkisch) spricht, neben einer ausgeprägten Deftigkeit die Verkleinerungsform bei der Pluralbildung. So werden zum Beispiel Häuschen neben der Variante Häusli auch Häuslich genannt, weshalb der Dialekt nicht als Fränkisch oder Meefränggisch, sondern als Schweinfurterisch bezeichnet wird. Roland Weger erstellte ein Wörterbuch Schweinfurterisch–Deutsch.[13]

Besonders unter der jüngeren, in Teilen multikulturellen Bevölkerung wird, wie anderswo, der Dialekt kaum noch gesprochen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Raum Schweinfurt ist eines der am frühesten besiedelten Gebiete Deutschlands und reich an vorgeschichtlichen Zeugnissen. Gründe hierfür sind die sehr zentrale Lage mit der Furt über den Main, ein günstiges Klima und vor allem, als Hauptvoraussetzung für die Sesshaftmachung, sehr fruchtbare Ackerböden. Siedlungsspuren lassen sich seit 12000 Jahren in und um Schweinfurt durch alle vorgeschichtlichen Epochen hindurch nachweisen. Von der Mittelsteinzeit (um 10000 v. Chr.), der Bandkeramik (um 5500 v. Chr.), der Jungsteinzeit (um 4000 v. Chr.), der Urnenfelderkultur (um 1200 v. Chr.), der Hallstattzeit (um 700 bis 400 v. Chr.), bis zur Latènezeit (um 450 v. Chr.). Auf der Eselshöhe wurden Funde der Bandkeramik und in den nördlich angrenzenden Vororten aus allen vorgeschichtlichen Epochen gemacht (siehe Eselshöhe, Geschichte und Landkreis Schweinfurt, Vorgeschichte).

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 500 v. Chr. ist die Besiedlung durch Kelten nachgewiesen, unter anderen am Biegenbach zwischen dem Stadtteil Bergl und Geldersheim und während der Römischen Kaiserzeit an selber Stelle eine Besiedlung durch Germanen.[14] Lediglich von den Römern gibt es keine Hinterlassenschaften, da sie vergeblich gegen die Germanen versuchten ihr Reich jenseits des Mains bis an die Elbe auszudehnen.

Frühmittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thüringer und Franken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Thüringer beherrschten das nördliche Mainfranken, bevor sie ab dem 6. Jahrhundert von den Franken zurückgedrängt bzw. überlagert wurden. Erste Siedlungen im Raum Schweinfurt wurden von ihnen wohl bereits im 5. Jahrhundert gegründet. Ortsnamen mit der Endung ungen, wie Schonungen oder Jeusungen, deuten auf thüringischen Ursprung hin.

Die Franken besiegten die Thüringer 531 und besiedelten daraufhin auch Schweinfurt zwischen dem Marienbach am Ostrand der heutigen Schweinfurter Altstadt und dem 1 km mainaufwärts gelegenen Höllental. Damit war auch die Christianisierung verbunden, die in Franken Ende des 7. Jahrhunderts einsetzte. Früheste archäologische Funde lassen sich heute zwischen Marienbach und Höllental bis auf das Jahr 650 datieren. Bereits für die zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts bezeugt ein Reihengräberfeld hier eine Siedlung, am Ort des alten Straßenkreuzes einer Nord-Süd-Verbindung mit der Furt über den Main und der Ost-West-Straße entlang der Mainlinie Richtung Frankfurt.[15]

Die Furt über den Main[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die naturgegebene Verbreiterung des Mains bei Schweinfurt mit Nebenarmen und Inseln brachte seit ältesten Zeiten seichtes Wasser. Dies war bereits den Menschen in der Frühzeit bekannt. Durch die Furt entstand eine überregionale Nord-Süd-Verbindung. Vermutlich nicht das Schwein sondern der Swin hat der Stadt ihren Namen gegeben. Swin kommt wahrscheinlich nicht aus dem Althochdeutschen, sondern wurde von den Franken aus ihren ursprünglichen Gebieten um Maas und Schelde mitgebracht. Im Hölländischen bezeichnet Zwin (Aussprache Swin) einen Priel, einen Wasserlauf in Watt und Marsch. Das Zwin ist ein versandeter Meeresaltarm in Flandern; Swin bedeutet im eigentlichen Sinn abnehmen. Das Wort war auch im Altsächsischen in Gebrauch, worauf mehrere Orte namens Swinford auf den Britischen Inseln hinweisen[16]. Ferner auch Swinemünde an der Swine.

Swin wird zudem auch von einem von Quellen durchzogenen Sumpfgebiet hergeleitet.[17] Die (erste) Furt wird 1,5 km weiter nordöstlich, am Altmain vermutet, dem heutigen Sennfelder Seenkranz, wo auf dem Grund warme Quellen vorkommen, unweit der Heilquelle von Bad Sennfeld.

Der seichte Nebenarm des Mains auf Höhe der heutigen Altstadt trägt den Namen Saumain, umgangssprachlich abgeleitet vom Wort Schwein, womit sich wieder die Verbindung zu Swin ergibt. (Siehe auch Ortsname.)

Der Siedlungsname Schweinfurt ist wie folgt belegt:

Erste urkundliche Erwähnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstes schriftliches Indiz für die Existenz der Siedlung im 8. Jahrhundert ist die Nennung im Codex Edelini des Klosters Weißenburg.[19] Wahrscheinlich wurde damals in Suinuurde bereits Weinbau betrieben. Die erste sicher datierbare schriftliche Erwähnung einer Siedlung zwischen Marienbach und Höllental (siehe Thüringer und Franken) erfolgte im Jahr 791.[20] Hiltrih übereignet einen Besitz in Suuinfurtero marcu an das Kloster Fulda.[14][21]

Markgrafschaft Schweinfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte von 1890: Heiliges Römisches Reich um 1000, mit der Markgrafschaft Schweinfurt: Folcfelt (Volkfeld, südöstlich von Schweinfurt), Ratenzgowe (Radenzgau, heutiges westliches Oberfranken) und Nortgowe (Nordgau, heutige Oberpfalz)

Bedeutung erlangte Schweinfurt im Jahre 941 mit dem Markgrafen Berthold von Schweinfurt als erstes Glied des Hauses der Markgrafen von Schweinfurt.[14] Seine Herkunft ist umstritten. Schweinfurt lag in der Mitte des Ostfrankenreichs, wie auch in der Mitte des nachfolgenden Heiligen Römischen Reichs. Die Grafschaft Schweinfurt gründete sich auf Besitzungen im Nordgau, Radenzgau und im Volkfeldgau, die durch eine Kette von Burgen gesichert waren, wodurch der Markgraf eine wichtige Position im zentralen Reichsgebiet einnahm.

Die Markgrafen von Schweinfurt unterstützten wiederholt ostfränkische Könige auf ihrem Weg zur römisch-deutschen Kaiserwürde. Berthold gab dem König des Ostfrankenreichs Otto I. (936-973), der 962 römisch-deutscher Kaiser wurde, gegen aufständische Stammesherzöge wertvolle Waffenhilfe. Als Dank erhielt Berthold von Otto I. den Nordgau, in etwa die heutige Oberpfalz.[22] Dadurch waren um das Jahr 1000 die Markgrafen von Schweinfurt das mächtigste Adelsgeschlecht auf dem Gebiet des heutigen Nordbayerns. Ihr Machtbereich erstreckte sich bis in den Bayerischen Wald.[23] Ihre Hauptburg lag zunächst entweder im Nordgau oder bereits auf dem Burgberg Peterstirn am Ostrand der heutigen Stadt.

Schweinfurter Fehde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Schweinfurter Fehde

Später unterstützte Graf Heinrich von Schweinfurt, auch „Hezilo“ genannt, den ostfränkischen König Heinrich II. (1002–1024), der 1014 römisch-deutscher Kaiser wurde, bei der Königswahl 1002 und bekam dafür die Herzogswürde zugesagt. Nach der Wahl löste jedoch Heinrich II. das Versprechen nicht ein. Daraufhin kam es 1003 zur Schweinfurter Fehde. Hezilo unterlag und verlor seine dominierende Stellung im heutigen Nordbayern,[20] worauf die Königshöfe Rangau, Volkfeld und Radenzgau den Kern des neuen Bistum Bambergs bildeten, das unmittelbar darauf Heinrich II. stiftete und das bereits 1007 von Papst Johannes XVIII. bestätigt wurde.

Die markgräfliche Burg auf der Peterstirn wurde geschleift. Hezilos Mutter Eila rettet jedoch die Siedlung und die Burgkirche.[14]

Hochmittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klosterburg auf der Peterstirn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hezilo behielt unter anderem seinen Besitz um den Burgberg Peterstirn,[20] wo um 1015[14] Eila unterhalb der Burg ein Nonnenkloster stiftete. Nach einigen Besitzwechseln wurde das Frauenkloster um 1055[14] in ein Benediktinerkloster namens Stella Petri (zu deutsch Peterstern) umgewandelt, worauf im Laufe der Zeit Peterstirn wurde.

Aussterben der Markgrafen von Schweinfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hezilos Sohn Otto von Schweinfurt wurde von König Heinrich III. (1039–1056) zum Herzog von Schwaben (Otto III.) ernannt. Er heiratete aus reichspolitischen Gründen eine Tochter des Markgrafen Ulrich Manfred von Turin (Manfred von Susa), womit Verbindungen der Reichsteile nördlich und südlich der Alpen gestärkt werden sollten.[24] Nach Otto starb das Geschlecht im Mannesstamm 1057 aus.

Das Gut um Schweinfurt erbte Ottos Tochter Beatrix. Der Besitz bestand damals aus der Burg auf der Peterstirn und dem Dorf mit der Kilianskirche (1383 abgebrochen), das zwischen Höllental und Marienbach lag. Der letzte männliche Nachkomme der Beatrix, der Fürstbischof von Eichstätt Eberhard I. von Hildrizhausen, vermachte 1112 seinen Besitz um Schweinfurt dem Hochstift Eichstätt. Darauf erlebte der Ort den Katholizismus in reinster Form, bis er sich im 13. Jahrhundert dem Einfluss wieder entzog.[25] 1263/65 wurde das heruntergekommene Benediktinerkloster an der Peterstirn auf Betreiben des Würzburger Bischofs Iring von Reinstein-Homburg dem Deutschen Orden übergeben.

Spätmittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufstieg zur Reichsstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichsstadt Schweinfurt in Topographia Franconiae. Matthäus Merian, Frankfurt/M 1656

Vermutlich Kaiser Friedrich I. Barbarossa ließ im 12. Jahrhundert[14] in Konkurrenz zur eichstättischen villa, dem unterhalb der Peterstirn gelegenen Dorf, der Alten Stätte (heute Altstadtstraße) zwei Kilometer weiter westlich, jenseits des Marienbaches, unter Verwendung von vorhandenem Königsgut eine neue Civitas Imperii (Reichsstadt) anlegen. Es ist die heutige Altstadt. An dieser Stelle konnten die Furt und die Straßen vom Untermain zum Obermain und von Nürnberg nach Erfurt kontrolliert werden. 1233[14] ist Schweinfurt als Reichsstadt nachgewiesen. Heinrich VII. (1220–1242) gründete ein Spital als Siechenheim für Aussätzige.[14]

Im Kampf um die Vorherrschaft in Mainfranken zwischen den Hennebergern und dem Bischof von Würzburg wurde die Stadt zwischen 1240 und 1250 zerstört (Erstes Stadtverderben). In einem Brief König Wilhelms von Holland vom 9. Januar 1254[20] heißt es, Schweinfurt sei früher Reichsstadt gewesen („…Swinforde, que olim imperii civitas fuerat“). Es bleibt unklar, ob jemals der Stadt Rechte entzogen wurden oder ob nur auf die Stadtzerstörung Bezug genommen wird. Jedoch ist dieser Brief der erste urkundliche Nachweis von Schweinfurt als Reichsstadt und somit auch als Ort mit Stadtrecht.[20] Weshalb 1954 eine große Feier 700 Jahre Stadt Schweinfurt stattfand, vor der 1200-Jahrfeier 1991 zur ersten urkundlichen Erwähnung (siehe Erste urkundliche Erwähnung). Bemühungen der Henneberger und des Bischofs von Würzburg, die Stadt zu mediatisieren, blieben erfolglos. König Rudolf von Habsburg (1273–1291) weist in seinem Schiedsspruch vom 29. April 1282 den Anspruch des Deutschen Ordens auf die Gericht- und Vogteirechte Schweinfurts zurück. Die Grenzen zwischen der Altstadt und Hilpersdorf (siehe Wüstungen) wurden neu festgelegt. Schweinfurt wurde 1292 von Rudolf von Habsburg als Reichsstadt bestätigt.[20]

Innerhalb der Stadtmauern, im ältesten Quartier der Reichsstadt, dem Zürch, befand sich von 1310 bis 1427 eine Reichsburg, worauf heute noch die Namen Burggasse und Rittergasse hinweisen. Von der Burgkapelle ist der gotische Chor in der St. Salvator-Kirche noch erhalten.

Verpfändungen und Auslösung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichsstadt Schweinfurt von Reichsvogt Johann Hermann.[26] Matthäus Merian, Frankfurt/M 1648

Die deutschen Könige verpfändeten bei Geldnot häufig ihren Besitz oder bestimmte Privilegien. Eine Vielzahl der Reichsstädte verlor bis zum Ende des Alten Reiches ihre Selbständigkeit, wenn sie nicht in der Lage waren, das Pfand auszulösen.

Bereits in den 1290er Jahren wurden bestimmte Rechte der Stadt Schweinfurt verpfändet. Am 3. Juli 1304 verpfändete König Albrecht von Habsburg (1298–1308) die Stadt an Bischof Andreas von Würzburg für 2000 Pfund Heller. 1305 wurde die Summe auf 1000 Mark Silber und 100 Pfund Heller erhöht. König Heinrich VII. (1308–1313) verpfändete am 28. Dezember 1309 die Stadt zu 1000 Mark Silber an Berthold IV. von Henneberg-Schleusingen. Kaum ein halbes Jahr später, am 31. Mai 1310, wurde diese Summe verdoppelt. König Ludwig der Baier (1314–1347) erhöhte die Pfandschaft am 21. März 1323 nochmals auf 3000 und am 26. Mai 1330 auf 5000 Mark Silber. Nach dem Tod des Grafen Heinrich VIII. von Henneberg-Schleusingen am 10. September 1347 wurde die Pfandschaft in zwei Teilen an seine Witwe Jutta von Brandenburg († 1353) und seinen Bruder Johann I. von Henneberg-Schleusingen vererbt. Damit war unter anderem die Teilung der Vogteirechte verbunden. Bischof Albrecht II. von Würzburg erwarb 1354 für 3000 Pfund Heller den einen Teil der Reichspfandschaft von der Tochter Juttas, Elisabeth von Henneberg. Wäre Johanns Teil ebenfalls an den Bischof von Würzburg verkauft worden, hätte die dauerhafte Entfremdung vom Reich gedroht. 1361 löste die Stadt deshalb die eine Hälfte des Pfands zu 2500 Mark Silber von Johanns Witwe aus. Als Gegenleistung gewährte Kaiser Karl IV. (1346–1378) am 29. April 1361 der Stadt die eigene Gerichtsbarkeit und erließ ihr für 20 Jahre die Reichssteuer.

Am 28. Januar 1362 versprach Kaiser Karl IV. der Stadt, die Reichsrechte in Zukunft nicht mehr zu verpfänden oder zu entfremden, was allerdings von späteren Kaisern nicht immer als bindend angesehen wurde und immer wieder von neuem erkämpft werden musste. Die Schweinfurter Bürger durften nun ihren Amtmann selbst bestimmen. Die Verhandlungen mit dem Bischof von Würzburg zogen sich über Jahre hin. Schließlich bestätigte er am 28. Juli 1386 die Auslösung des Pfandes für 15.000 Gulden.[27]

Aufbau eines Territoriums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichsstadt Schweinfurt (dunkelgelb) und umliegende Territorien am Ende des Alten Reichs

Schweinfurt gelang es, das Pfand über die in der Reichsvogtei gelegenen Reichsdörfer Forst, Sennfeld, Gochsheim und Rottershausen zu erwerben. Diese Pfänder gingen bis zum Ende des alten Reiches wieder verloren. 1397 wurde durch König Wenzel (1376–1400) die Erlaubnis zum Bau von Mühlen, Landestegen, Wehren und einer Brücke über den Main erteilt.[14] Im gleichen Jahr wurde auch ein wirtschaftlich wichtiges Privileg, die Zollfreiheit für alle in der Stadt verkauften und aus der Stadt exportierten Waren, erworben. Die Lösung aus der Verpfändung und die damit verbundene Rückgewinnung der Reichsfreiheit kostete die Stadt 30.000 bis 40.000 Gulden und führte zu einer starken Verschuldung. König Ruprecht minderte deshalb ab 1407 für zehn Jahre die Reichssteuer auf 100 Gulden. Das Recht, eine jährliche Messe abzuhalten, die am 11. November beginnen und 17 Tage dauern sollte, erwarb die Stadt 1415 von König Sigismund.[28]

1436 wurde die unmittelbar südwestlich an die Stadtmauer grenzende alte Fischersiedlung Fischerrain, deren Ursprünge im Dunkel der Geschichte liegen und die einen eigenen Schultheiß hatte, in die Stadt eingegliedert.

Auf Grund positiver wirtschaftlicher Entwicklung kann die Stadt von den Brüdern Karl und Heinz von Thüngen am 26. Februar 1436 den südwestlich gelegenen Vorort Oberndorf für 5.900 Gulden erwerben. 1436/37 erhielt der Rat der Stadt vom Deutschen Orden für 18.000 Gulden die Burg auf der Peterstirn sowie das zugehörige Landgebiet mit den Dörfern Altstadt, Hilpersdorf, Zell und Weipoltshausen sowie den Höfen Deutschhof und Thomashof. Dazu gehörten auch die beiden Exklaven Ottenhausen und Weipoltsdorf.[14] Das reichsstädtische Territorium wurde 1620 [6] um Madenhausen ergänzt. Die Einwohner dieser Ortschaften waren Untertanen der Reichsstadt und besaßen in der Regel kein Bürgerrecht.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauernkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Territorium der Reichsstadt Schweinfurt von 1620–1802

Das Territorium des Hochstifts Würzburg befand sich seit April 1525 fast vollständig in der Hand aufrührerischer Bauern. Die Stadt Schweinfurt stellte sich auf ihre Seite und unterstützte sie mit Mannschaften und Lebensmitteln. Am 17. Mai 1525 wurde durch Betreiben Schweinfurts das Schloss Mainberg des Grafen Wilhelm von Henneberg durch den Bildhäuser Haufen zerstört. Das Heer des Schwäbischen Bundes hatte Anfang Juni den Würzburger Raum von den Aufständischen zurückerobert und traf am 12. Juni 1525 mit 15.000 Mann in Schweinfurt ein. Die Stadt wurde zur Aufkündigung des Bündnisses mit den Aufständischen gezwungen und musste für den Wiederaufbau des Schlosses Mainberg 4566 Gulden und für allgemeine Brandschatzung pro Haus 10 rheinische Gulden leisten.[29]

Zweites Stadtverderben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebracher Hof 1554 niedergebrannt, 1578 wieder aufgebaut

Am 22. Mai 1553 wurde Schweinfurt im so genannten Zweiten Markgrafenkrieg durch Markgraf Albrecht II. Alcibiades erstmals besetzt. Vom 1. bis 23. Juni 1553 wurde es von den Truppen Braunschweigs, Kursachsens und Würzburgs erstmals belagert und beschossen. Der große Angriff auf die Stadt erfolgte im darauffolgenden Jahr ab dem 27. März 1554. Die Bundestruppen schossen die Stadt innerhalb von zehn Wochen sturmreif und hungerten sie aus. Der Markgraf ließ am Abend des 12. Juni 1554 seine Truppen vor der Übermacht seiner Gegner abziehen. Dadurch war die Stadt ohne Schutz. Noch bevor der Rat mit den Bundestruppen Verhandlungen aufnehmen konnte, wurde die Stadt am Morgen des 13. Juni 1554 geplündert und in Brand gesetzt. Die bereits durch Hunger und Seuchen dezimierte Bevölkerung floh in Scharen ins Umland.

Die auf Rache bedachte Landbevölkerung, die im Krieg viel zu leiden hatte und Schweinfurt die Schuld gab, drang nach dem Abzug der Bundestruppen am gleichen Tag in die Stadt ein und vollendete das Zerstörungswerk. Diese Zerstörung Schweinfurts wird als „Zweites Stadtverderben“ bezeichnet. Der Wiederaufbau zog sich bis 1615 hin. Zeugnisse davon sind das unter der Leitung von Nikolaus Hofmann erbaute Renaissance-Rathaus, das Alte Gymnasium, der Ebracher Hof und das Zeughaus. Das damalige Stadtbild änderte sich mit Ausnahme der Befestigungsanlagen bis ins frühe 19. Jahrhundert nur kaum.[29]

Reformation und Dreißigjähriger Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1542[6] schloss sich Schweinfurt der Reformation an und 1609[6] trat die Stadt der Protestantischen Union bei (siehe Evangelisch-lutherisch).

„Schweinfurt gerät immer wieder zwischen die Fronten der großen Politik – als Vorreiterin der Reformation seit 1542 mitten im katholischen Kernland hat sich die Stadt den Status des Brennpunkts sozusagen selbst ausgesucht.“[20]

Durch die Gegenreformation von 1585 bis 1603 im Bistum Würzburg, Bistum Bamberg und Bistum Fulda wandten sich viele wohlhabende protestantische Familien nach Schweinfurt.[14]

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Schweinfurt häufig von den Truppen der Kriegsparteien besetzt. 1632 kam der schwedische König Gustav Adolf in die Stadt. Der Generalfeldmarschall der schwedischen Armee Karl Gustav Wrangel errichtete sein Hauptquartier in Schweinfurt am Rossmarkt (siehe Architektur, Bauschenturm). In den 1640er-Jahren wurde die Stadtbefestigung von Wrangel ausgebaut. Erhalten sind aus dieser Zeit die Schanzanlagen am Oberen Wall. Beim Umbau des Ernst-Sachs-Bades zur Kunsthalle Schweinfurt stieß man auf einen Teil der „Naturheilschanze“ von Wrangel, die in die Ausstellungsräume integriert wurde (siehe Architektur, Kunsthalle Schweinfurt).

Gescheiterter Versuch einer Universitätsgründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reichsstadt Schweinfurt war eine protestantische, frühdemokratische und humanistische Insel inmitten des Bistums Würzburg und in der Nachbarschaft zum Bistum Bamberg, auf der ein enormer politischer Druck lag. Knapp hundert Jahre nachdem in Schweinfurt 1652 die heutige Nationale Akademie der Wissenschaften, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gegründet wurde (siehe Nationale Akademie der Wissenschaften), gab es in Würzburg die letzte Hexenverbrennung.

Der schwedische König Gustav II. Adolf wollte in Schweinfurt als protestantischen Gegenpol zum Hochstift Würzburg eine Universität gründen. Er nahm im Dreißigjährigen Krieg dem Hochstift Ländereien weg und schenkte sie der Reichstadt Schweinfurt zur Finanzierung der Eliteschule. Das Vorhaben wurde letztlich durch seinen Tod 1632 in der Schlacht bei Lützen vereitelt.[30][31]

Späte Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königreich Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Reichsdeputationshauptschluss kam Schweinfurt 1802 zu Bayern, drei Jahre bevor das Königreich Bayern gegründet wurde. 4000 Menschen demonstrierten am Roßmarkt gegen den Anschluss.[32] Nach der zwischenzeitlichen Zugehörigkeit zum Großherzogtum Würzburg (1810–1814) fiel die Stadt 1814 erneut an das Königreich Bayern.

Gründerzeithaus in der Luitpoldstraße, der neuen Prachtstraße zum Hauptbahnhof

Öffentlicher Verkehr: 1852 erfolgte mit der Eröffnung der Ludwigs-Westbahn[33] von Bamberg zum Schweinfurter Stadtbahnhof der Anschluss ans Eisenbahnnetz. Neben dem Stadtbahnhof errichtete der bayerische Staat ein Hauptzollamt und es entstand hier östlich der Altstadt ein kleines Industriegebiet als erster wichtiger industrieller Brückenkopf der Stadt, in dem sich heute noch in historischen Mauern eine kleine Farbenfabrik befindet. Dadurch wurde der Südrand des ersten Siedlungsgebietes der Stadt, der markgräflichen Siedlung, nach 700 Jahren wieder neu bebaut.

Kiliansberg, Viertel mit Industriellenvillen

Die Bahnstrecke wurde danach um 3 Kilometer auf einer schmalen Trasse zwischen Altstadt und Main mit zwei Gleisen nach Westen verlängert, wo ein Centralbahnhof angelegt wurde. Schließlich wurde die Strecke bis 1854 über Würzburg nach Aschaffenburg weitergebaut. Mit dem Bau der Linien nach Bad Kissingen (1871) und Meiningen (1874) wurde Schweinfurt ein Eisenbahnknotenpunkt. Am Ende kamen noch die Nebenlinien nach Kitzingen mit einem weiteren Bahnhof auf Stadtgebiet, dem Sennfelder Bahnhof sowie nach Gemünden hinzu.

Der Centralbahnhof wurde zwei Kilometer westlich der Altstadt auf Oberndorfer Gemarkung als Hauptpersonen- und Hauptgüterbahnhof angelegt. Als die Stadt noch kaum über die mittelalterlichen Mauern hinausgewachsen war, wurde der Standort in weit vorausschauender Weise inmitten von Feldern gewählt, um möglichst viel Raum für die erwartete große Industrialisierung um den Bahnhof zu erhalten, mit Möglichkeiten von Industriegleis-Anschlüssen. Das alles wurde dann auch bis Ende der 1930er Jahre vollständig umgesetzt.

Die große Entfernung vom Centralbahnhof zur Innenstadt wurde ab 1895 mittels der ersten kommunalen Straßenbahn Bayerns, der Straßenbahn Schweinfurt überwunden, einer Pferdebahn mit einem Straßenbahndepot am Unteren Wall. Sie wurde später nicht elektrifiziert und schließlich wurde der Betrieb 1921, in der Krisenzeit nach dem Ersten Weltkrieg, ganz eingestellt. Ab 1925 verkehrten private Linienbusse auf der Strecke, die 1927 durch städtische Busse ersetzt wurden. Der Centralbahnhof wurde 1906 in Hauptbahnhof umbenannt.

Einwohnerwachstum: Im 19. Jahrhundert hatte die Stadt ein kontinuierliches, im Vergleich zu anderen Städten zunächst jedoch nur durchschnittliches Bevölkerungswachstum. Der Agrarsektor spielte weiterhin eine wichtige Rolle (Viehmärkte), daneben entstanden erste Fabriken, vor allem der Farbenindustrie. Seit den 1890er-Jahren wurde die Entwicklung der Stadt maßgeblich von der Metallindustrie bestimmt. Durch die Industrialisierung hatte Schweinfurt zwischen 1840 (7.700 Einwohner) und 1939 (49.000 Einwohner) prozentual (635 %) nach Nürnberg das zweithöchste Bevölkerungswachstum aller Städte in Franken.[34]

An die Zeit Schweinfurts im Königreich Bayern erinnern heute noch mehrere Straßen- und Brückennamen, wie Luitpoldstraße, Maxbrücke und Ludwigsbrücke.

Vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde im Stadtwald nördlich des heutigen Stadtteils Deutschhof ein Truppenübungsplatz angelegt. In Folge des Kriegsausbruchs wurde er nie benutzt. Die Schützengräben sind heute noch erhalten und mit großen Bäumen bestanden.

Zwischenkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptverwaltung der Fichtel & Sachs AG von Paul Bonatz (1931–1933), heute ZF Friedrichshafen AG

In den 1930er Jahren gab es einen Bauboom, der das Stadtbild prägt und bis heute charakteristisch für Schweinfurt blieb. In der Zwischenkriegszeit entstanden das St.-Josefs-Krankenhaus der katholischen Erlöser-Schwestern (1929), das Städtische Krankenhaus im Bauhaus-Stil (1930), die Hauptverwaltung der Fichtel & Sachs AG (1931–1933), das Ernst-Sachs-Bad (1932) und das Willy-Sachs-Stadion (1936). Zudem entstanden viele weitere Industrie-Klinkerbauten im einfachen Bauhaus-Stil sowie zahlreiche Wohnviertel. Seit 1936 ist Schweinfurt Garnisonsstadt. Im Zuge der vom NS-Regime betriebenen Aufrüstung der Wehrmacht wurde an der Niederwerrner Straße eine große Kasernenanlage, vorwiegend für Panzertruppen, errichtet. Dadurch verfügt die Stadt über sehr große, nahezu vollständig erhaltene Bauensemble aus den 1930er Jahren (siehe auch Weltliche Bauten).

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boeing B-17 Formation über Schweinfurt, 17. August 1943

Der Luftkrieg über Schweinfurt unterschied sich von den anderen Städten. Nicht die Einheimische Bevölkerung, sondern die angreifende Luftwaffe erlebte einen Schicksalstag. Auf Grund der kriegswichtigen Wälzlagerindustrie, einer Schlüsselindustrie, hatte Schweinfurt die beste Luftverteidigung Deutschlands. Die Eisenbahnflak war meist auf den Schienen der Bahnlinie nach Erfurt westlich der Stadt postiert, wo auch ein Fliegerhorst für Abfangjäger errichtet wurde. Die USAAF erlitt in Luftkämpfen über der Stadt ihre größten Verluste. Trotz insgesamt 15 größerer und sieben kleinerer Luftangriffe[35] wurde die Stadt lediglich zu 40 % und das Industriegebiet zu 45 % zerstört, wo die Straßenzüge mit den Klinkerbauten der 1930er Jahre komplett erhalten blieben. Trotzdem fügten die Luftangriffe der Briten und US-Amerikaner der Stadt vielerorts schwere Schäden zu.

Der erste Luftangriff erfolgte wegen der Lage der Stadt in der deutschen Mitte, weit von den Stützpunkten der Alliierten im Westen entfernt, relativ spät, am 17. August 1943, im Rahmen der Operation Double Strike mit 376 Bombern. Die deutsche Luftwaffe gab nach den verheerenden Zerstörungen bei der Operation Gomorrha in Hamburg ihren Widerstand gegen neue Waffen auf und setzte nun erstmals über Schweinfurt in größerer Zahl neue Luft-Luft-Raketen ein. 36 Bomber wurden daraufhin abgeschossen und 122 beschädigt.[36]

Der zweite Angriff am 14. Oktober 1943 führte die USAAF gar in die Katastrophe, sie erlitt über Schweinfurt ihre größte Luftniederlage. Der Tag ging später als Schwarzer Donnerstag in die Geschichte der amerikanischen Luftwaffe ein. Von insgesamt 291 Bombern bei diesem Angriff verlor die 8. US-Luftflotte 77 B-17-Bomber und weitere 121 wurden so schwer getroffen, dass sie nicht mehr eingesetzt werden konnten. Unter den Bomberbesatzungen gab es mit 600 Todesopfern weit mehr als unter der Zivilbevölkerung.[37][38] Darauf galt bei den Alliierten ein Angriff auf Schweinfurt als Kamikaze-Einsatz.

Bauplan Fichtel-und-Sachs-Bunker

Während es bei allen 22 Luftangriffen zusammen unter der Schweinfurter Zivilbevölkerung, ohne Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, 1079 Todesopfer gab.[35] So gab es hier bei zwei größeren Luftangriffen jeweils nur ein und beim Luftangriff am 19. Juli 1944, mit 250 Bombern, kein einziges Todesopfer. Im westlichen Teil des Stadtgebietes waren zahlreiche Hochbunker errichtet worden, die hier auch heute noch ein Stück weit das Stadtbild prägen. In den Hochbunkern der Stadt gab es bei allen Luftangriffen kein einziges Todesopfer.

Siehe auch: Fichtel-und-Sachs-Bunker

Die größten Angriffe fanden am 24. Februar und in der Nacht zum 25. Februar 1944 im Rahmen der Big Week mit insgesamt 1100 Bombern in drei Einzelangriffen statt, wobei die USAAF immer tagsüber und die Royal Air Force nachts ihre Angriffe flogen. Dabei wurden auch Dörfer im Umland zum Teil zerstört, insbesondere Sennfeld und Grafenrheinfeld. Insgesamt warfen die Flugzeuge an diesem Tag 3.600 Sprengbomben und 32.500 Brand- und Phosphorbomben ab. Jedoch scheiterte der Plan der Alliierten, über der Stadt einen Feuersturm zu entfachen, da sich einerseits die modernen, häufig erst wenige Jahre alten Industriebauten im Stahlbeton-Ziegel-Verbundbau hierfür nicht eigneten und zudem Brandbomben die Innenstadt verfehlten und auf Äckern bei Sennfeld niedergingen. Weshalb die Festung Schweinfurt in den 22 Angriffen lediglich zu ca. 40 % zerstört wurde, während das benachbarte Würzburg, das keine strategische Bedeutung hatte und den Alliierten schutzlos ausgeliefert war, in einem einzigen Angriff, in dem ein Feuersturm entfacht wurde, zu 80 % zerstört wurde.[35][37][39]

siehe auch Geschichte der metallverarbeitenden Industrie, Zweiter Weltkrieg

Amerikaner in Schweinfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einmarsch der US-Truppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. April 1945 marschierte die 42. Division der 7. US-Armee[40] in der Stadt ein, nachdem sie vorher zwei Tage lang von Artillerie beschossen wurde.[41] Am nächsten Tag verstarb der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt und die Amerikaner hielten bereits am selben Tag in der Stadt eine große Trauerfeier vor der zerstörten Kilianskirche ab. Sein Tod versetzte Hitler in Euphorie und er glaubte an eine Wende im Krieg, das Ereignis hatte jedoch keinerlei Einfluss. Die Amerikaner besetzten sofort den Fliegerhorst unmittelbar hinter der westlichen Stadtgrenze,[40] die späteren Conn Barracks. Sie beschlagnahmten neben Ämtern und Schulgebäuden auch ganze Wohnviertel in der Stadt, die ohnehin ein massives Wohnungsproblem hatte.

USAG Schweinfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Headquarter der USAG Schweinfurt bis 2014

1948[40] übernahmen die US-Truppen die ehemalige Panzerkaserne im Stadtgebiet und nannten sie ab 1951[40] Ledward Barracks. Hier wurde auch das Hauptquartier der Garnison, das Headquarter der U.S. Army Garrison (USAG)[42] Schweinfurt eingerichtet. Im Mai 1948[43] wurde das Amerika-Haus eröffnet, das nach einer anfänglichen Behelfsunterkunft ins Ernst-Sachs-Bad einzog,[43] der heutigen Kunsthalle Schweinfurt. In den 1960er Jahren wurde ein Standortübungsplatz aufgebaut, der Brönnhof in der Schweinfurter Rhön und die Heeresstraße, eine direkte, interne militärische Verbindungsstraße ab den Ledward Barrcks. Zuvor in den 1950er Jahren wurde das erste amerikanische Wohnviertel Askren Manor errichtet und von 1986-1992[44] das Offiziers-Wohnviertel Yorktown Village. Bis in die späten 1990er Jahre wurde sukzessive eine zivile Infrastruktur aufgebaut, die der einer amerikanischen Kleinstadt entsprach.

Zuletzt umfasste die USAG Schweinfurt 11.000[40] Menschen, darunter rund 4000[40] Soldaten und über 7.000[40] Familienangehörige und Zivilangestellte des amerikanischen Verteidigungsministeriums.[40] In Folge der Schließung vieler anderer deutschen US-Standorte wurden Bereiche nach Schweinfurt verlagert und dieser Standort wurde zu einem der größten Europas. Ab den 1990er Jahren wurden nochmal rund eine Milliarde US-Dollar in Schweinfurt investiert, insbesondere auch in die Sanierung von Askren Manor.

Sozialer Wandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1990er Jahren veränderte sich das Bild gegenüber der herkömmlichen Vorstellung zu einem US-Standort erheblich. Die USAG Schweinfurt bekam einen zunehmend zivileren Charakter.

Zum einem war die Wehrpflicht in den USA abgeschafft worden, es kamen keine Zeitsoldaten mehr und Kriminalität wurde im Gegensatz zur Nachkriegszeit nicht mehr wahrgenommen. Mit den Berufssoldaten kamen sehr viele Familienangehörige, die schließlich in der Mehrheit waren. Bei großen Auslandseinsätzen befanden sich fast nur amerikanische Zivilisten in der Stadt, mit dem weiblichen Geschlecht in Überzahl. Die viele Freizeit verbrachte man in den immer größer aufgebauten amerikanischen Freizeiteinrichtungen. In diese wurde schließlich bis Anfang des 21 Jahrhunderts mehr investiert, als in die eigentlichen Militäranlagen, die im Stadtgebiet ausgedünnt und in die Conn Barracks verlagert wurden.

Zum Zweiten bemerkte man deutlich den sozialen Wandel in den USA hin zu einer multikulturelleren Gesellschaft mit mehr Farbigen, Latinos und Asiaten im Gegensatz zum weißen Amerika früherer Zeiten. So brachten die Amerikaner in neuerer Zeit eine multikulturelle Bereicherung im Schweinfurter Westen, mit einer, im Gegensatz zu anderen Städten exotischeren Veranstaltungs- und Diskothekenszene (Mad, Megadrom), was in der übrigen Stadt kaum wahrgenommen wurde.

Und zum Dritten glichen sich durch die Globalisierung und den Wandel seit den 1990er Jahren Mode und Lebensstil zwischen jungen Amerikanern und Deutschen immer mehr an.

siehe auch Nordwestlicher Stadtteil, Deutsch-Amerikanischer Boulevard und Ledward, Multikulturelles Publikum

US-Konversion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: i-Campus Schweinfurt

Am 2. Februar 2012[44] verkündete Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé nach einem Gespräch mit dem Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Europa Mark Hertling, dass die US-Army die Garnison in Schweinfurt vollständig auflösen wird. Da durch die Umstrukturierung der US-Streitkräfte eine Verlagerung von schweren Truppenteilen aus Europa zurück in die USA stattfindet. Die dadurch freiwerdenden Liegenschaften gingen, mit kleinen Ausnahmen in den Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) über. Die US-Konversion in Schweinfurt zählt aufgrund der Größe zu den Top-Fünf Projekten der Bundesanstalt in Deutschland.[44]

Die US-Armee verließ am 19. September 2014 die US-Liegenschaften in Schweinfurt mit der feierlichen Einholung der Flaggen in den Ledward Barracks. Die USAG Schweinfurt umfasste insgesamt Areale von 29 km²,[44] die sich in der kreisfreien Stadt Schweinfurt und im Landkreis Schweinfurt befanden und sich in einem kleinem Bereich bis in den Landkreis Bad Kissingen erstreckten. Mit unterschiedlichsten Gebäuden., von großräumigen Hangars, Lagerhallen, Wohnanlagen, Einfamilienhäusern, Schulen, Kirchen, Kliniken, Kaufhäusern, Tankstellen, Kino, Bowlingcenter, Veranstaltungs- und Sporthallen. Zum Jahresende 2014 wurden die Liegenschaften an die BImA zurückgegeben.[44]

Die Besonderheit am Standort Schweinfurt war, dass die Konversion bereits begonnen hatte, bevor die Liegenschaften an die BImA zurückgegeben wurden. Dadurch wurde ein zeitlicher Vorsprung erreicht.[44] Man machte sich bereits Gedanken über spätere Nutzungen, auch zu Bereichen, die aus militärischer Geheimhaltung noch nicht betreten werden durften oder die, wie Teile der Conn Barracks, mit Ausnahme von zivilen Mitarbeitern, noch nie seit 70 Jahren ein Deutscher betreten hatte. Deshalb konnte bereits eineinhalb Jahre vor dem Truppenabzug, am 20. März 2013[44] ein umfangreiches von der Stadt Schweinfurt in Auftrag gegebenes Gutachten zur Konversion vorgestellt werden. Es wurde unter Bürgerbeteiligung vom Münchner Beratungsunternehmen Bulwien-Gesa AG erarbeitet.

Am 26. Februar 2015[44] erwarb die Stadt von der BImA die Ledward Barracks mit einer Fläche von 26 ha[44]. Seit Juli 2015[44] besteht in der südwestlichen Ecke der Kaserne eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber. Im Rahmen der Konversion der Liegenschaften baut derzeit die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) in der ehemaligen Kaserne den Internationalen Hochschulcampus i-Campus Schweinfurt auf. Erste Vorlesungen begannen im Wintersemester 2014/15 in bestehenden Räumlichkeiten im Campus 1 der FHWS.

In der 203 ha[45] großen Flugplatz-Kaserne Conn Barracks, die sich zum größten Teil im Landkreis Schweinfurt befindet und nur zu einem sehr kleinen Teil auf Stadtgebiet, soll ein interkommunaler Gewerbepark entstehen.[46]

Am 29. Februar 2016[44] erwarb die Stadt von der BImA drei weitere Konversionsflächen von insgesamt 48 ha. Die ehemalige US-Wohnsiedlung Askren Manor zur Entwicklung eines neuen Wohnquartiers, die ehemalige US-Offizierssiedlung Yorktown Village, die seitdem bereits bezugsfertigen Wohnraum bietet und das Kessler Field, wo in die ehemalige US-Highschool 2016 die International School Mainfranken einzog.[47][48] Der im Stadtgebiet liegende Bereich der Heeresstraße, die zum ehemaligen Standortübungsplatz führt, wurde der Stadt Schweinfurt von der BImA mitübertragen.[44] Damit hatte die Stadt insgesamt etwa 94 %[44] der ehemaligen US-Areale auf Stadtgebiet erworben.

Der Standortübungsplatz der USAG Schweinfurt war mit 26 km²[44] drittgrößter Übungsplatz der US-Army in Europa.[44] Der sogenannte Brönnhof im nördlichen Landkreis Schweinfurt, in der Schweinfurter Rhön, wurde 2016 flächengrößtes Nationales Naturerbe Bayerns.[44]

2016 wurde somit der endgültige Schlusspunkt in die nun 71 jährige Nachkriegsgeschichte der Stadt gesetzt.

Schweinfurt im Spiegel der Weltgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg erlitten die Amerikaner über Schweinfurt ihre größte Luftniederlage (siehe Zweiter Weltkrieg).

Eiserner Vorhang und Kalter Krieg waren durch Panzer der stationierten US-Streitkräfte auf öffentlichen Straßen im westlichen Stadtgebiet deutlich vernehmbar.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs änderte sich die Situation grundlegend. An der Ledward Kaserne wurden die Kontrollen ganz aufgehoben und jedermann konnte die zivilen amerikanischen Einrichtungen (Lokale, Kino usw.) frei nutzen.

Denkmal für gefallene US-Soldaten in der Ledward Kaserne

Die Terroranschläge am 11. September 2001 veränderten die Lage schlagartig. Um alle US-Einrichtungen, einschließlich der amerikanischen Wohnviertel, wurden Sperranlagen mit massiven Checkpoints errichtet. Das Deutsch-Amerikanische Volksfest, das innerhalb dieser neuen Hochsicherheitszonen lag, wurde von den Besuchern nicht mehr angenommen und schließlich ganz eingestellt.

Viele in Schweinfurt stationierte US-Soldaten wurden in Kriege eingezogen: Von der 3rd Infantry Division 1990 und 1991 in den Irak und nach Kuwait und von einer späteren Division in den Irakkrieg 2003,[49] Die Conn Barracks besitzen einen eigenen Bahnhof, die Schweinfurt Terminal Station, in der Panzer verladen wurden. Mehrere in Schweinfurt stationierte US-Soldaten fielen in den Kriegen.[50]

Auch außerhalb der USAG Schweinfurt widerspiegelte sich Weltgeschehen in der Stadt:

Als Folge der Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 wurde das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld unweit der Stadtgrenze vorzeitig im Jahre 2015 abgeschaltet.

In Folge des Bürgerkriegs in Syrien wurde nach dem Abzug der US-Amerikaner im Juli 2015 in einem Teil der Ledward Kaserne eine große Erstaufnahmeeinrichtung für Asylanten eingerichtet,[51] die seit dem starken Rückgang der Flüchtlingszahlen Anfang 2016 entsprechend gering belegt ist.

Deutsche Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiederaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da der Versuch der alliierten Luftwaffen, im Gegensatz zum benachbarten Würzburg scheiterte, über der Stadt einen Feuersturm zu entfachen (siehe Zweiter Weltkrieg), entstand ein Mix von zerstörten und (fast) erhaltenen Stadtbereichen.[52] So ist die ganze Schweinfurter Innenstadt heute noch von historischen Bauten durchsetzt und ein planmäßiger, schneller Wiederaufbau war nur an einigen Stellen nötig. So blieb der Stadt einerseits ein gesichtsloses Nachkriegsstadtbild erspart (i. Ggs. z. B. zu Friedrichshafen, Hanau, Heilbronn, Hildesheim, Pforzheim oder Ulm). Andererseits gab es für spätere Zeiten mehr Gestaltungsspielraum, da die Baulücken sukzessive über viele Stilepochen hin geschlossen wurden, von typischen Stilen der Nachkriegszeit, über die Postmoderne der 1980er Jahre, bis hin zur Renaissance des Bauhausstils der Gegenwart. Selbst heute klaffen noch einige Baulücken, wie das Castello am Fischerrain, das zur Zeit (2016) beplant wird.[53]

Wirtschaftswunder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie viele andere westdeutsche Städte erlebte auch Schweinfurt in den 1950er und 1960er Jahren ein beispielloses Wirtschaftswunder. Die Großindustrie stieg zu neuer Blüte auf. Um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken, wurden Südeuropäer und Türken als Gastarbeiter angeworben. Die Bevölkerungszahl stieg auf 60.000 im Jahr 1970.

Zahlreiche neue Stadtteile entstanden: Bergl, Musikerviertel, Hochfeld, Steinberg, Haardt und Deutschhof. Durch den Sprung über den Main entstand südlich des Mains der Gewerbepark Hafen-Ost und das neue Industriegebiet Hafen-West. Die Infrastruktur wurde ausgebaut: Schlachthof, neuer Volksfestplatz (1958), Sommerbad (1959), John-F-Kennedy-Ring, Hafen (1963), Neues Rathaus, Erweiterung des Sportparks Willy-Sachs-Stadion, neue Schulen und Kirchen, Stadttheater (1966), Friedrich-Rückert-Bau mit Volkshochschule und die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt (1971).

Seit den 1970er-Jahren verließen viele jüngere Familien und auch alteingesessene Bürger die engen politischen Grenzen der Stadt und zogen in die Vororte, wodurch ein Speckgürtel um Schweinfurt entstand.

Siehe: Gesellschaft und Soziales

1980er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981 wurde das große städtische Klinikum Leopoldina-Krankenhaus eröffnet, kurz danach das Staatliche Behördenzentrum, unter anderem mit der Polizeidirektion. Ab den 1980er Jahren begann die Altstadtsanierung und die Vergrößerung der bislang historischen Fußgängerzone Kesslergasse um die Spitalstraße (1982)[14] und um die Rückert- und Brückenstraße (1992).[14] Ab 1988 wurde das Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt errichtet und 1994 vollständig in Betrieb genommen. Die Fachhochschule wurde um mehrere Abschnitte erweitert.

Die Ära Gudrun Grieser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum Georg Schäfer (2000)

Der schweren Krise der Großindustrie Anfang der 1990er Jahre suchte der Freistaat Bayern durch die Stärkung des Dienstleistungssektors zu begegnen. Teile des Bayerischen Landessozialgerichts und des Bayerischen Landesamtes für Statistik wurden von München nach Schweinfurt verlegt.

Während der Amtszeit der Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser (CSU, 1992 bis 2010) stabilisierte sich ab Mitte der 1990er Jahre die Lage der Industrie; 2005–2008 erlebte sie eine neue Boom-Phase und die Gewerbesteuereinnahmen stiegen auf Rekordhöhe.

Kunsthalle Schweinfurt (1933/2009)

In der Grieser-Ära wurde das neue Motto der Stadt Industrie und Kunst entwickelt. Sehr viele Projekte, in Zusammenarbeit mit dem damaligen Baureferenten Jochen Müller (SPD) gaben der Stadt ein neues Gesicht, setzten in der Architektur neue, überregional beachtete Maßstäbe und wurden mit zahlreichen Architekturpreisen honoriert. Was einen Imagewandel der Stadt zur Folge hatte.

Unter die vielen verwirklichten Projekte dieser Ära fallen der umgestaltete Stadtbusbahnhof am Roßmarkt (1997),[14] das Museum Georg Schäfer (2000), das Konferenzzentrum auf der Maininsel mit Hotel (2004),[14] die Stadtbücherei im Ebracher Hof (2007),[14] die Kunsthalle Schweinfurt (2009), die Stadtgalerie Schweinfurt mit Umgestaltung der Weststadt (2009), der Campus 2 der Hochschule für angewandte Wissenschaften, die Freilegung und Sanierung der Wallanlagen am unteren Marienbach, der neue Industrie- und Gewerbepark Maintal mit eigener Autobahn-Anschlussstelle (ab 1995), der DB-Halt Schweinfurt-Mitte, das Jugendgästehaus (2009) und der erste Abschnitt der Umgestaltung des Mainufers östlich der Maxbrücke (2010).[14]

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem neuen Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU, seit 2010) wurde bereits die Neue Hadergasse fertiggestellt. Ein auf den Sockel einer neuen Tiefgarage aufgesetztes Geschäfts- und Wohnquartier an der Stadtmauer mit einem größeren Hotel. 2013 stiegen die Gewerbesteuereinnahmen auf eine neuerliche Rekordmarke von Netto 60,462 Millionen Euro.[54] Die Stadt wurde schuldenfrei und konnte höhere Rücklagen ansparen. Diese können nun für das Mammutprojekt der US-Konversion eingesetzt werden.

Siehe: US-Konversion und i-Campus Schweinfurt

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund ausgebliebener Eingemeindungen seit 1919 (siehe Eingemeindungen) umfasst das Stadtgebiet nur die Kernstadt mit 36 km². 1939 hatte Schweinfurt nahezu 50.000 Einwohner und 1970 mit 60.000 Einwohnern den historischen Höchststand. Die Einwohnerzahl sank bis 2015 auf 52.000, obwohl es durch all die Jahre nahezu immer mehr Zuzüge als Wegzüge gab, unter anderen durch Spätaussiedler in den 1980er Jahren. Jedoch ging die Geburtenrate sehr stark zurück, da viele junge Familien aus Mangel an Baugrundstücken innerhalb der engen Stadtgrenzen in die Vororte zogen, die ab den 1970er Jahren stark anwuchsen. Die Kernstadt überalterte zunehmend.

Der Bevölkerungsreichste Stadtteil ist die Innenstadt mit 10.665 Einwohnern (2014), gefolgt vom Bergl mit 9.035 Einwohnern (2014), das lange Zeit größter Stadtteil war. Anfang der 1970er Jahre lebten hier 13.000 Menschen, was genau der damaligen Einwohnerzahl des nahen Bad Kissingens entsprach, auf einer Fläche (abzüglich der Industrie) von nur einem Quadratkilometer.

Hatte die Agglomeration 1994 noch 105.000 Einwohner,[55] sank danach der Wert auf 96.600 Einwohner (Zensus vom 9. Mai 2011). In neuerer Zeit erfolgte eine leichte Trendwende, mit 96.800 Einwohnern (Schätzung für den 31. Dezember 2014).[56] Es wird allgemein erwartet, dass sich die Tendenz noch verstärkt, wegen freigewordenen Wohnraums der 4.000 US-amerikanischen Soldaten und über 7.000 amerikanischer Zivilisten beiderseits der Stadtgrenze, die nicht in die Einwohnerstatistiken der Kommunen eingerechnet wurden und bis September 2014 komplett abzogen (siehe USAG Schweinfurt).

Wüstungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im heutigen Stadtgebiet lagen mittlerweile verschwundene Dörfer. Linksmainisch auf Oberndorfer Gemarkung befand sich in der Nähe des Sennfelder Bahnhofs das im 13. Jahrhundert untergegangene Dorf Schmalfeld. Am südlichen Ende des Stadtgebiets in Richtung Grafenrheinfeld befindet sich die Wüstung Schmachtenberg. An der Straße von Schweinfurt nach Niederwerrn, in der Nähe der Ansiedlung an der Schussermühle, die seit 1830 Bellevue genannt wird, lag einst das Dorf Hilpersdorf. Es wurde in der Urkunde vom 29. Juni 1282 erstmals in einem Streit zwischen dem Deutschen Orden und der Reichsstadt Schweinfurt erwähnt. Die Stadt Schweinfurt erwarb es vom Deutschen Orden 1437. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf zerstört. 1661 verschwand als letzter Rest die Kirchenruine.[57]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Schweinfurt 1802 an Bayern kam, wurden alle außerhalb der Stadtmauer liegenden Dörfer aus dem Stadtgebiet ausgegliedert. Am 1. Dezember 1919[58] wurde das bis 1802 zur Reichsstadt Schweinfurt gehörende Dorf Oberndorf, dessen Gemarkung sich bis an den Rand der Innenstadt erstreckt, wieder eingemeindet.

Bei der Gebietsreform in Bayern hatte die Staatsregierung die Eingemeindungen der Vororte Bergrheinfeld, Dittelbrunn, Niederwerrn und Sennfeld bereits beschlossen. Durch Anordnung von Staatssekretär Erwin Lauerbach wurde der Beschluss wieder rückgängig gemacht.[59] Da die Stadt keine Erweiterungsflächen für ihre im Süden liegende Großindustrie hatte, musste Grafenrheinfeld ein unbesiedeltes, 2,4 km² großes Gebiet am 1. Mai 1978 an die Stadt Schweinfurt abtreten. Es ist der südliche Teil des heutigen Industrie- und Gewerbeparks Maintal.[60]

Dadurch ist Schweinfurt neben München die einzige kreisfreie Stadt in Bayern, in die bei der Gebietsreform in den 1970er Jahren keine Vororte eingemeindet wurden. Das unverhältnismäßig kleine Stadtgebiet umfasst nur 36 km², während zum Vergleich der angrenzende Vorort Schonungen 81 km² und die Nachbarstadt Bad Kissingen 69 km² besitzen.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der lateinische Name Porcivadum entspricht einer für Schweine gangbaren Furt. Der aus der Stadt stammende Humanist Johannes Cuspinian führt den Namen auf eine Furt für Schweine zurück.[18] In Folge spätere Erkenntnisse wurde diese einfache Namensableitung jedoch immer unwahrscheinlicher (siehe: Die Furt über den Main).

Rückert-Denkmal auf dem Marktplatz

Ein Heimatdichter reimte folgende Interpretation:

„Der Name Schweinfurt stammt genau
Der Chronik nach vonera Sau,
Un’ „furt“, dos stammt vom seicht’n Mee,
Da sen’ die Säu nü groß un’ klee.“

Friedrich Rückert kommentierte den Namen seiner Geburtsstadt:

„Hättest Mainfurt, hättest Weinfurt heißen können, weil du führest Wein, aber Schweinfurt, Schweinfurt sollt es sein.“

Diesen Kommentar erläuterte er wie folgend weiter:

„Vom Jean Paulschen Bayreuth
bis hinan zum Goetheschen Frankfurt
Ist er in der Mitte des Laufs, wo mich geboren der Main.
Mainfurt sollte deswegen genannt werden
meine Geburtsstadt
Weinfurt ist sie genannt ohne den Zischer davor“[18]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste bekannte Wappen bestand aus einem einköpfigen schwarzen Adler auf einem gelben oder goldenen Schild, der heraldisch nach rechts, das heißt vom Betrachter gesehen aus nach links, blickte.[61] Im 15. Jahrhundert war der Adler auf dem Wappen der Stadt silberfarben auf schwarzem Hintergrund, im Jahre 1608 wurden die Farben Silber auf Violett erwähnt. Später war es wiederum ein schwarzer Adler auf goldenem Hintergrund. Seit 1771 sind die Farben Silber auf Blau.[62] Die bekannteste Darstellung des Wappens befand sich bis 1875 im Torbogen des Mühltores. Sie erlangte vor allem wegen ihrer schlichten Form der Spätgotik Berühmtheit, weil der Adler dem Betrachter den Kopf zuwandte. Wegen dieses ungewöhnlichen Anblicks hielten ihn viele Schweinfurter für eine Eule; ihm widmete Friedrich Rückert in seinem Gedicht Der Besuch in der Stadt einige Verse.[61]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SPD war viele Jahrzehnte stärkste politische Kraft in der Stadt und stellte von 1920 bis 1933 und von 1946 bis 1992 den Oberbürgermeister. Nach der gewonnenen Oberbürgermeisterwahl durch Gudrun Grieser (CSU) im Jahr 1992 wechselte auch die Mehrheit im Stadtrat. Für die OB-Wahl am 7. März 2010 gab es sechs Kandidaten. Sebastian Remelé (CSU) gewann die Stichwahl mit 63,4 %.[63] und wurde am 16. März 2014 mit 66,9 % im Amt bestätigt.[64]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1990 zogen, wie vielerort anders, vermehrt Vertreter von kleineren, lokalen Gruppierungen in den Stadtrat ein, den 44 gewählte Vertreter bilden, die sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt verteilen:

Stadtratswahl 2014[65]
Wahlbeteiligung: 42,65 %
 %
50
40
30
20
10
0
48,04 %
23,11 %
7,23 %
7,15 %
6,14 %
4,27 %
2,54 %
1,52 %
SWL-FW d
prosw f
Anmerkungen:
d Schweinfurter Liste – Freie Wähler
f proschweinfurt
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Partei Sitze G/V1
CSU 21 + 3
SPD 10 + 1
Grüne 03 + 1
Linke 03 − 1
FDP 01 ± 0
REP 01 ± 0
Schweinfurter Liste 03 − 1
Pro Schweinfurt 02 − 1
1 G/V: Gewinn oder Verlust gegenüber der Wahl 2008

Der von den Wahlberechtigten in direkter Abstimmung gewählte Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) ist das 45. Mitglied des Stadtrats. Die vom Stadtrat aus seinen Mitgliedern gewählten Stellvertreter des Oberbürgermeisters sind Sorya Lippert (CSU), als Zweiter und Karl-Heinz Kauczok (SPD) als Dritter Bürgermeister.

Anfang Januar 2016 trat der REP-Stadtrat Graupner zur AFD über.[66]

Gesellschaft und Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinfurt ist heute keine typische Arbeiterstadt mehr auf Grund mehrerer neuerer Entwicklungen. Landesbehörden wurden aus München teilverlagert (siehe Öffentliche Einrichtungen) und Schweinfurt ist inzwischen eine (Hoch)Schul- und Verwaltungsstadt, mit 3.500 Studenten, 19.000 Schülern und 5000 Beamten. Die Großindustrie hat einfachere Arbeiten ausgelagert oder automatisiert, während in der Stadt zunehmend Forschung und Entwicklung betrieben wird. Durch Outsourcing entstanden neue Industriedienstleister und IT-Firmen. Und seit jeher pendeln viele Arbeiter von weit her ein, während in der Stadt und der nahen Umgebung bevorzugt Beamte, höhere Angestellte und Geschäftsleute wohnen.

Die Arbeitslosenquote sank von fast 20 % in den Krisenjahren 1993/94 auf unter 8 % (Frühjahr 2008). Seit Herbst 2008 stieg sie im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise wieder an und sank ab 2010 wieder ab und lag von 2012 bis 2014 im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit Schweinfurt (einschließlich Region) sehr stabil und nahezu exakt auf den niedrigen bayerischen Durchschnittswerten.

Bei den Aussagen über die soziale Lage ist zu berücksichtigen, dass bei der Gebietsreform in Bayern in den 1970er Jahren Schweinfurt zu den wenigen Städten gehörte, in die keine Vororte eingemeindet wurden. Mit Vororten aus dem Speckgürtel mit jungen, besser verdienenden Familien gäbe es völlig andere statistische Werte. So hat das kleine politische Stadtgebiet eine hohe Überalterung der Bevölkerung (siehe Einwohnerentwicklung). Russlanddeutsche und ehemalige Gastarbeiter, vor allem aus der Türkei, stellen ein Viertel der Bevölkerung. Insgesamt haben 35,7 % der Bewohner Schweinfurts einen Migrationshintergrund.[67]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Johannis-Kirche, Martin-Luther-Platz
Heilig-Geist-Kirche, Schultesstraße

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisch-lutherisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinfurt wurde 1542, und damit im Vergleich zu anderen Reichsstädten relativ spät, evangelisch.[69] Hierfür sind folgende Gründe anzuführen:

  • Die Stadt war als kleine Reichsstadt besonders auf das Wohlwollen des Kaisers bedacht, da die Reichsunmittelbarkeit das höchste Gut darstellte.
  • Schweinfurt zusammen mit den benachbarten Reichsdörfern Sennfeld und Gochsheim und mit dem reichsritterschaftlichen Ort Niederwerrn war vollständig vom katholischen Hochstift Würzburg umgeben. Bei einem Konfessionswechsel musste mit militärischen Übergriffen durch den Bischof von Würzburg gerechnet werden. Der Schutzherr der Stadt Graf Wilhelm von Henneberg bot dafür nicht genügend Rückhalt.

In St. Johannis wird mit dem „Gemeinen Kasten“ eine eindeutig lutherische Einrichtung eingeführt. Im April 1525 wurde das erste Kind „auf teutsch“ getauft. 1532 predigte der sächsische Hofprediger Spalatin anlässlich des Fürstentages in der Liebfrauenkirche, die 1729 in St. Salvator umbenannt wurde. Vor der Einführung der Reformation fanden die evangelischen Gottesdienste außerhalb des reichsstädtischen Gebiets auf Schloss Mainberg und in Sennfeld statt. Die Stadt erwarb 1542 das aufgelöste Karmeliterkloster. Die Ratsherren Nikolaus Sprenger und Ludwig Scheffer konnten mit Landgrafen Philipp I. von Hessen den führenden Kopf des Schmalkaldischen Bundes und Vorkämpfer des Protestantismus als Schutz- und Schirmherrn und Reichsvogt gewinnen. Der vom Landgrafen gesandte Prediger Johann Sutel, genannt Sutellius, hielt in Schweinfurt am 19. Juni 1542 den ersten protestantischen Gottesdienst und verfasste in der Folgezeit eine Kirchenordnung. Der Rat, die Pfarrer, und jeder, der das Bürgerrecht erwerben wollte, wurden fortan auf die evangelische Lehre vereidigt. Damit waren bis zum Ende der Reichsstadtzeit Katholiken vom Bürgerrecht ausgeschlossen. Stadtschreiber und Syndikus Adam Alberti († 1583) unterzeichnete 1579 für den Bürgermeister und den Rat der Stadt Schweinfurt die lutherische Konkordienformel von 1577.[70]

Zur Zeit der Gegenreformation (1587–1631) wanderten an die 700 Glaubensflüchtlinge aus der Stadt und dem Hochstift Würzburg nach Schweinfurt aus. Der prominenteste von ihnen war 1588 der Würzburger Ratsherr Balthasar Rüffer.

Römisch-katholisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Einführung der Reformation waren alle Gotteshäuser evangelisch geworden. Das bayerische Religionsedikt von 1803 ermöglicht es, dass 1806 eine katholische Pfarrei wiedergegründet wurde. Die katholische Gemeinde erhielt von der Stadt die Spitalkirche zum Heiligen Geist für ihre Gottesdienste. Sie wurde mit dem stetigen Zuzug von Katholiken mit der Zeit zu klein. Im Jahr 1902 wurde der Nachfolgebau, die Heilig-Geist-Kirche, im neoromanischen Stil fertiggestellt und ist seitdem die Hauptkirche der Schweinfurter Katholiken.

Evangelische Freikirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zu Beginn der 1980er Jahre gab es nur eine methodistische und eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde sowie mehrere englischsprachige Freikirchen für Angehörige der US-amerikanischen Garnison in der Stadt. Seitdem wurden weitere Gemeinden evangelischer Freikirchen sowie freie Gemeinden gegründet, sowohl in pietistisch-evangelikaler als auch pfingstlich-charismatischer Prägung. Die meisten freikirchlichen Gemeinden sind in der Evangelischen Allianz vertreten.

Judentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem 1212 genannten Abraham von Schweinfurt lässt sich ein jüdischer Bewohner der Stadt nachweisen.[71] Nach der Zerstörung im Markgrafenkrieg erhielt die Stadt 1555 vom Kaiser das Recht, den Juden, die vorher in ihren Mauern gelebt hatten, den erneuten Zuzug zu verweigern. Erst in bayerischer Zeit durften sich nach 1814 jüdische Familien in der Stadt erneut ansiedeln; sie bildeten eine Jüdische Gemeinde und errichteten sich in der Siebenbrückleinsgasse eine Synagoge. Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Gotteshaus von SA-Männern verwüstet, danach anderweitig genutzt, im Zweiten Weltkrieg zerstört und schließlich abgerissen. Ein Gedenkstein am ehemaligen Standort, jetzt Parkplatz der Sparkasse, erinnert an die jüdischen Einwohner, die vertrieben oder Opfer der Shoa wurden.[72]

Islam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zurzeit gibt es in Schweinfurt vier Moscheen, von DITIB, Millî Görüş, IBV und eine Moschee der arabischen Gemeinde.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationale Akademie der Wissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der seinerzeitigen Reichsstadt Schweinfurt wurde 1652 die 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften erhobene Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina von vier Ärzten gegründet (benannt nach Kaiser Leopold I.), die heute ihren Sitz in Halle (Saale) hat. Die Gründung erfolgte noch einige Jahre bevor die entsprechenden Gesellschaften in London (Royal Society) und Paris (Academie des sciences) gegründet wurden. Das Leopoldina-Krankenhaus erinnert noch an diese Gründung.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Nationale Akademie der Wissenschaften verleiht die Carus-Medaille für herausragende wissenschaftliche Tätigkeiten. Seit 1961 verleiht die Stadt Schweinfurt den Trägern der Carus-Medaille den Carus-Preis.
siehe auch Carus Allee

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum Georg Schäfer
Kunsthalle Schweinfurt, mit freigelegter Stadtmauer
Museum Altes Gymnasium
Das Museum Georg Schäfer präsentiert die bedeutendste Privatsammlung deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts und die weltweit größte Sammlung von Werken von Carl Spitzweg. Ferner werden Werke von Caspar David Friedrich, Max Liebermann, Georg Ferdinand Waldmüller, Max Slevogt, Wilhelm Leibl und anderen gezeigt.
Es enthält rund 1000 illustrierte Drucke, vornehmlich des 15. und 16. Jahrhunderts, darunter die nahezu vollständige Sammlung von Dürer-Stichen in hoher Qualität. Ein zweiter Sammlungsschwerpunkt sind die Erstausgaben deutscher Literatur von der Reformationszeit bis zum Realismus.
Sammlung Joseph Hierling zum Expressiven Realismus, Sammlung für zeitgenössische Kunst der Stadt Schweinfurt, Wechselausstellungen
  • Museum Altes Gymnasium
Schwerpunkte der heimatgeschichtlichen Sammlung sind die Frühgeschichte seit dem 8. Jahrhundert, Darstellungen der Reichsstadtzeit, der Bürgerkultur, des Zunftlebens und des Beginns der Industrialisierung
  • Gunnar-Wester-Haus
Ikonensammlung Fritz Glöckle, Sammlung Graf Luxburg mit Gegenständen der Feuererzeugung und Beleuchtungskörper
Vogelsammlung der Brüder Schuler
  • Künstlerhof Oberndorf
  • Hundertwassermuseum – Das kleine Museum.[76]
Mit grafischen Werken Hundertwassers; die Privatsammlung wird durch Leihgaben aus deutschen und internationalen Galerien ergänzt; ferner Ausstellungsobjekte von Udo Lindenberg
  • ZF-Museum
Sachs-Ausstellung der ZF Friedrichshafen AG zur Industriegeschichte der Fichtel & Sachs AG, u. a. mit einem Prototyp für eine Automobilfertigung in Schweinfurt, die von der Firmenleitung verworfen wurde
  • Erstes Schweinfurter Bunker-Museum
Im Fichtel-und-Sachs-Bunker von 1941, mit einer Ausstellung zum Luftschutz.[77]
  • Kleines Industriemuseum in der Spinnmühle
  • Saazer Heimatmuseum
Ausstellung zum Leben in Saaz bis 1945, der Vertreibung der Sudetendeutschen und der Aufnahme von über 28.000 Vertriebenen und Flüchtlingen in Schweinfurt

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kulturhaus Stattbahnhof (mit Jugendzentrum)[78]
  • Tonquadrat (Musiker Vereinigung)

Stiftungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natur- und Landschaftsschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtgebiet gibt es ein Naturschutzgebiet, zweiLandschaftsschutzgebiete und zwei FFH-Gebiete (Stand März 2016). Das Naturschutzgebiet Spitalholz liegt am Ostrand des Schwebheimer Waldes und gehört aber zum größten Teil zur Gemeinde Gochsheim.

Siehe auch:

Mainbogen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schweinfurter Mainbogen (Bild siehe Geographie) liegt zum großen Teil auf dem Stadtgebiet und trennt die rechtsmainische Schweinfurter Rhön (Hesselbacher Waldland) vom linksmainischen Schweinfurter Becken. Er ist eine Klimascheide mit starker Thermik, weshalb sich auf den linksmainischen Mainwiesen früher ein Segelflugplatz befand. Im Mainbogen verkehrt ein Ausflugsschiff von Schweinfurt nach Mainberg. Entlang bestehender und ehemaliger Weinberge nördlich des Mainbogens verläuft der Maintalradweg und im Süden liegt der Stadtpark Wehranlagen (siehe Parks).

Maininseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtgebiet befinden sich drei Maininseln und ein Teil einer Halbinsel:

  • Maininsel Bleichrasen (6,93 ha)
Die Maininsel Bleichrasen, auch nur „Maininsel“ oder „Bleichrasen“ genannt, ist die größte der drei Maininseln. Auf ihr befinden sich das Konferenzzentrum Maininsel (KMI) mit einem Hotel, Wohnhäuser aus unterschiedlichen Epochen und Altenheime. Die Stadtbuslinie 81 fährt auf diese Insel, auf der sich früher der Städtische Schlachthof und bis 1958 der Volksfestplatz befand. Die Anfahrt zur Insel führt über zwei Brücken.
  • Böckleinsinsel (2,7 ha)
Von der Maininsel Bleichrasen führt eine weitere Brücke auf die Böckleinsinsel. An der Brücke befindet sich der Prototyp des ersten Walzenwehrs der Welt, das 1903 erstmals vom MAN Werk Gustavsburg unweit von hier am Hauptarm des Mains errichtet und 1963 wieder abgerissen wurde. Die Böckleinsinsel, die im Volksmund auch „Pfaueninsel“ genannt wird, ist seit 1806 im Familienbesitz und für Unbefugte nicht zugänglich. Auf der Insel befinden sich ein Wäldchen und eine Getreidemühle, mit Hochsilos für die EG-Vorratshaltung der Bundesanstalt für landwirtschaftliche Grundversorgung (BALG) und eine Verladeeinrichtung für Schiffe. Im Mühlenkanal wurde eine Wildwasseranlage für Kanus eingerichtet.[79]
Schleuseninsel mit Anker; von links: Museum Georg Schäfer, Spinnmühle mit Kleinem Industriemuseum, Naturkundliches Museum
  • Schleuseninsel (4,37 ha)
Sie ist beim Bau des Schleusenkanals entstanden, wodurch der nördliche Bereich von der Maininsel Bleichrasen abgetrennt wurde. Nach der geografischen Definition handelt es sich hierbei um keine eigene Insel, da sie in Folge eines künstlichen Bauwerkes entstand. Sie müsste deshalb weiterhin zur Maininsel Bleichrasen gerechnet werden. Zum besseren Verständnis wird sie jedoch allgemein als „Schleuseninsel“ bezeichnet. Sie ist nicht befahrbar und für Unbefugte nicht zugänglich. Auf ihr befindet sich das Laufwasserkraftwerk Schweinfurt (siehe Energieversorgung). Außerdem verläuft über diese Insel eine Freihaltetrasse für eine mögliche zweite Schleuse, um die bestehende Schleuse bei Bedarf zur Doppelschleuse ausbauen zu können.
Auf dem östlichen Ende der Schleuseninsel steht die Monumentalskulptur der Anker von dem Berliner Künstler-Ehepaar Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff. Sie schufen auch die Skulptur in der Mitte der Berliner Tauentzienstraße aus Anlass zur 750-Jahrfeier der Stadt. Brigitte Matschinsky-Denninghoff war Assistentin bei Henry Moore. Das Künstlerehepaar hatte eine enge Beziehung zu Schweinfurt und der Stadtrat wollte eine weitere Großskulptur für 300.000 Euro in Auftrag geben. Dies wurde jedoch durch ein Volksbegehren mit großer Mehrheit verhindert. Das Künstlerpaar war schon kurz vor dieser Abstimmung wegen aus ihrer Sicht mangelnder Wertschätzung verärgert und brach alle Beziehungen zur Stadt ab. Das Schweinfurter Tagblatt betitelte die Geschichte mit: „Der Anker bleibt.“[80]
Das Projekt einer 300 m langen vierten Straßenbrücke über den Main innerhalb des Stadtgebietes, die unter anderem die Schleuseninsel und die Maininsel Bleichrasen überspannen sollte, gab der Stadtrat in den 1990er-Jahren endgültig auf.
  • Sennfelder Halbinsel (95 Hektar)
Östlich schließt sich an die drei Maininseln eine rund 95 Hektar große Halbinsel an. Sie ist durch einen Staudamm, den sogenannten Elefantenbuckel mit der Böckleinsinsel verbunden. Die Halbinsel ist mit Ausnahme eines schmalen Streifens am östlichen Ende des zwei Kilometer langen Stadtparks Wehranlagen (siehe Parks) vollständig von Gewässern umschlossen: vom Main und vom Sennfelder Seenkranz, einer zum Teil verlandeten Altmainschleife.[81] Die Halbinsel gehört nur etwa zu einem Drittel zum Gebiet der Stadt Schweinfurt und zum größeren Teil zur Gemeinde Sennfeld.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltliche Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Renaissance ist der prägende Stil der protestantischen Reichsstadt. Einem Zentrum des Humanismus und der Aufklärung, das im scharfen Gegensatz zu den benachbarten katholisch-barocken Bistümern Würzburg und Bamberg stand.

Mittelalter bis Historismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtbefestigung (nach 1200)
Stadtmauer Am Unteren Wall. An Stelle der Reichsburg (1310–1427)
Zwei Kilometer westlich der ursprünglichen markgräflichen Siedlung am Fuße der Burg Peterstirn (791)[82] wurde die 1234[82] erstmals erwähnte Reichsstadt, die heutige Altstadt aufgebaut. An ihrer historischen Stadtbefestigung mit Wehrtürmen und Bastionen, erstmals 1258 urkundlich erwähnt, wurden insbesondere seit den 1990er-Jahren in Folge teilweise schwieriger Zugänglichkeiten und Bauarbeiten immer wieder Entdeckungen gemacht. So beim Bau der Kunsthalle und dem 2007 entdeckten Jungfernkuss, einem Schalenturm, der in Teilen von einem 1367 gestifteten Karmeliterkloster (bis 1542) stammt. Teile der Spitaltorbrücke von 1748 wurden bei Bauarbeiten Ende der 1990er Jahre wiederentdeckt und freigelegt.
In Folge der Altstadtsanierung seit den 1980er-Jahren und Entdeckungen, Sanierungen und Teilrekonstruktionen der Stadtbefestigungen und sukzessive Schließung des Grünanlagen-Rings entlang des Walls besitzt die östliche Altstadt ein zunehmend historisches Ambiente, das sie seit den Kriegszerstörungen nicht mehr hatte. Im Februar 2016 wurde der Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Höpperle Turms der Stadtmauer begonnen, der im Sommer 2016 abgeschlossen sein soll.[83]
Die Südostecke der Stadtmauer im vermutlich ältesten Viertel der Altstadt, dem Zürch war zugleich Umfassungsmauer der Reichsburg, die sich hier von 1310 bis 1427 befand. Der Name Zürch leitet sich eventuell von Burgbezirk ab. Auch nach Schleifung der Burg hatte dieses Quartier noch einen Sonderstatus, als Sonderrechtszone.
  • Rathaus (1570–1572)
Hauptartikel: Altes Rathaus (Schweinfurt)
Rathaus (1572) und Rückerthaus
Schranne (1560)
Renaissance, von Nikolaus Hofmann. Das Rathaus gilt als Glanzleistung der profanen deutschen Renaissance. Hauptwerk von Hofmann aus Halle (Saale), einem Meister und Bauunternehmer, der am Mansfelder Bergbau beteiligt war. Am Erkerturm Wappen Kaiser Maximilians II., in den Fängen des Doppeladlers das Schweinfurter Stadtwappen.
Am Abend des 20. April 1959 stand der Dachstuhl des Alten Rathauses, das den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hatte, in Flammen. Der Ostgiebel bog sich nach außen und drohte in die Brückenstraße zu stürzen. Auf dem Marktplatz versammelten sich Tausende Menschen. Die Feuerwehren brachten jedoch den Brand, der vermutlich durch Schweißarbeiten ausgelöst wurde, unter Kontrolle.
In den 1980er-Jahren wurde im sanierten Ratskeller mit mächtigen Gewölben, Treppen und verwinkelten Nebenräumen ein großes Restaurant eröffnet. Daneben das Neue Rathaus von Fred Angerer (1954–1958), mit großem Innenhof und Springbrunnen. Als Teil einer öffentlich begehbaren Abfolge von Höfen, Loggien, Arkaden, Freitreppen und Plätzen zwischen dem Main und der St. Johannis-Kirche, durch die Loggien und die Halle des Museums Georg Schäfer über Rathausrückplatz, Rathausinnenhof und Markt bis hinauf zum Martin-Luther-Platz.
  • Ebracher Hof (1431/1578)
Hauptartikel: Ebracher Hof (Schweinfurt)
1431 vom Zisterzienser Kloster Ebrach im Steigerwald als Amtssitz und Klosterhof erworben und im Markgräflerkrieg bis auf die Außenmauern abgebrannt und erst 1578 wieder aufgebaut.[82] Nach Bauarbeiten im Jahre 1698 blieb der Hof bis heute unverändert. (Bild siehe Zweites Stadtverderben)
  • Schranne (1560)
Renaissance. Ehemaliger Kornspeicher, Dreiflügelanlage, 1606 als Bürgerhof (Lagerhaus) erweitert, seit 1935 Städtische Sparkasse, im Krieg teilweise zerstört, Wiederaufbau 1947–1954. Auf der Rückseite an der Siebenbrückleinsgasse stand die Synagoge und bis in die 1950er Jahre das Jüdische Gemeindehaus, das für den Bau des Sparkassenparkplatzes abgerissen wurde, was an einer Gedenktafel an der Stelle des Gemeindehauses verschwiegen und lediglich auf die Zerstörung der Synagoge hingewiesen wird.
  • Altes Gymnasium (1582–1583)
Renaissance. Seit 1934 Heimat eines Museums, mit Rückertzimmer. Ein schönes Beispiel deutscher Renaissance[82]
Zeughaus (1591)
  • Zeughaus (1589–1591)
Hauptartikel: Zeughaus (Schweinfurt)
Renaissance, Waffenarsenal der Reichsstadt, 2014 umfassend restauriert, als erste Maßnahme der Altstadtsanierung des umliegenden Quartieres.
  • Hofanlage Metzgergasse 16 (1594)
Hauptartikel: Metzgergasse 16
Nachgotisch, Hofanlage mit Barockportal (1732), mit 1066 m² ist es ein ungewöhnlich großes Anwesen mitten in der Altstadt, im ehemaligen Gewerbeviertel. Stuckaturen und fast vollständige frühbarocke Raumgestaltung.[84]
Schrotturm (1614/1818)
  • Schrotturm (1611)
Renaissance, Bürgerhaus mit vorgelagerten Treppenturm, der im 19. Jahrhundert um vier Geschosse zu einem Schrotturm erhöht wurde.[82]
  • Bauschenturm (1615)
Renaissance, polygonaler Turm mit Welscher Haube. Inschrift zur Leopoldina, der heutigen Nationalen Akademie der Wissenschaften, die jedoch nicht, wie einst vermutet, im Bürgerhaus an diesem Treppenturm gegründet wurde, sondern nach einer Darstellung in einem Kupferstich im Amtslokal des Stadtphysikus Johann Laurentius Bausch, im Zwinger des im 19. Jahrhundert abgerissenen Schweinfurter Brückentors. Der Amtsarzt soll den Bauschenturm auch als Sternwarte benutzt haben. Im Dreißigjährigen Krieg wohnte hier der Generalfeldmarschall der schwedischen Armee Karl Gustav Wrangel.[85]
  • Rückerthaus (18. Jh.)
Geburtshaus des Dichters und Orientalisten Friedrich Rückert mit Gedenktafel von 1867.
Um 1949 wurde hier an der Rathauskreuzung (heute Fußgängerzone) die erste (handgeschaltete) Verkehrsampel der Stadt installiert. Am ersten Obergeschoss des Rückerthauses saß ein Verkehrspolizist in einer Glaskanzel am Schaltpult.
  • Stadtschreiberhaus (16.–19. Jh.)
Klassizismus, beziehungsweise Biedermeier. Ehemaliges Stadtschreiberhaus, im Kern 16./17. Jahrhundert, ansonsten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Vorgarten mit dem Johann-Christian-Schmid-Denkmal, einem kleinen Obelisken.
Schloss Peterstirn (1874)
  • Schloss Peterstirn (1873–1874)
Historismus. Weinbergshaus mit zinnenbekrönten Karlsturm, Burgtor und Mauer. Auf Überresten einer alten Burg aus dem 11. Jahrhundert und eines Benediktiner-Klosters errichtet, mit dem lateinischen Namen Stella Petri (zu deutsch: Peterstern).

Übergangszeit zur Moderne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwigschule (1907–1908)
Reduzierter Historismus, von Paul Bonatz (heutige Friedenschule). Bonatz war der Erbauer des Stuttgarter Hauptbahnhofes. (Bild siehe Schulen)
  • Villa Wirsing (1909)
Historisierender Jugendstil, von Theodor Fischer. (Bild siehe Ein Vater des Bauhauses)
  • Ernst-Sachs-Bad (1931–1932)
Neue Sachlichkeit, von Roderich Fick. Ein großes Hallenbad mit Innenhof in einem Übergangsstil zur Moderne, mit seiner bemerkenswerten neusachlichen Architektur.[82] Brunnen von Joseph Wackerle. Bei der Einweihung sagte der Stifter Ernst Sachs: Die Sache sähe halt eigentlich nicht wie ein Hallenbad aus, sondern wie eine Festhalle, in der auch Kunstaustellungen stattfänden, worauf der Architekt antwortete, das sei gerade beabsichtigt.[86] Nachdem eine Sanierung des Bades zu aufwendig gewesen wäre, wurde es 2008 zur Kunsthalle umgebaut. (siehe Moderne, Kunsthalle Schweinfurt)

Moderne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche bekannte Architekten standen mit der Stadt in Verbindung. Der gebürtige Schweinfurter Theodor Fischer war Verfasser des Bauhaus-Manifestes. Der Erbauer des Stuttgarter Hauptbahnhofs Paul Bonatz entwarf in Schweinfurt die Ludwigschule, das Verwaltungsgebäude der Fichtel & Sachs AG, das Willy-Sachs-Stadion und Olaf Andreas Gulbransson die Auferstehungskirche. Der Enkel von Ludwig Mies van der Rohe Dirk Lohan heiratete in die Schweinfurter Industriellen-Familie Schäfer ein. Mies van der Rohe entwickelte zwischen 1960 und 1963 einen Entwurf für das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt, der nicht ausgeführt wurde und danach in größeren Abmessungen als Neue Nationalgalerie in Berlin umgesetzt wurde. Anfang der 1990er Jahre legte Alexander von Branca einen neuen Entwurf für das Schäfer-Museum vor, der ebenfalls nicht ausgeführt wurde. Auch Egon Eiermann ist indirekt mit seiner Kaufhaus-Systemfassade vertreten.

Seit Ende des 20. Jahrhunderts wurden in der Architektur in Schweinfurt neue Maßstäbe gesetzt (siehe nachfolgend Ensemble Brückentor).

  • Verwaltungsgebäude Fichtel & Sachs AG (1931–1933)
Von Paul Bonatz; orientiert sich an dem kurz zuvor geplanten Shell-Haus in Berlin. (Bild siehe Zwischenkriegszeit)
Willy-Sachs-Stadion (1936)
  • Willy-Sachs-Stadion (1934–1936)
Hauptartikel: Willy-Sachs-Stadion
Bauhausstil (Tribüne), von Paul Bonatz. In einen Volkspark eingebettete Sportanlagen unter Denkmalschutz, Gesamtplanung von Bonatz. Das Stadion wurde einen Monat vor den Olympischen Spielen in Berlin eröffnet. Wegen seiner zeitlosen Moderne und dem großen Baumbestand gilt es als einer der schönsten Sportparks Deutschlands.
  • Verwaltungsgebäude FAG Kugelfischer (1952–1953)
Von Erich Schelling, dem Erbauer der Schwarzwaldhalle in Karlsruhe, der auch den Generalbebauungsplan des Kernforschungszentrums Karlsruhe entwarf.(Bild siehe Der Industriestandort Schweinfurt)
  • Verwaltungshochhaus SKF GmbH (1961–1963)
Das Scheibenhochhaus am Main ist mit 55 Metern[87] einen Meter niedriger als der Turm der benachbarten Heilig-Geist-Kirche. Die SKF-Leuchtreklame mittels blauer Fenster wurde nach dem Vorbild des UNO-Hauptquartiers am New Yorker East River geschaffen. Dort existierte die durch Fenster geschaltete und im Gegensatz zu „SKF“ farblose Leuchtschrift „UN“ aber nur bis in die 1960er Jahre. 2014 wurde das SKF-Hochhaus generalsaniert und die Leuchtschrift auf LED umgestellt. (siehe Leuchtreklame SKF-Hochhaus; Bild siehe auch am Artikelanfang)
Justizquartier (1905) und Kaufhaus (1963)
  • Ensemble Rüfferstraße
Mit der Kaufhaus-Systemfassade von Egon Eiermann, mit Hortenkacheln aus Keramik (später andernorts aus Aluminium). Die Stadt genehmigte aufgrund besserer Proportionen nicht die erwünschten vier Geschosse, sondern nur drei, weshalb Verkaufsflächen auch in ein großes Untergeschoss gelegt wurden. Das städtebauliche Ensemble mit der Horten-Rasterfassade (1963) (heute Galeria Kaufhof), dem neubarocken Justizgebäude (1905), dem Iduna-Hochhaus mit der fensterlosen Natursteinwand (ca. 1967) und dem Ernst-Sachs-Bad (1932), der heutigen Kunsthalle, gilt allgemein als sehr gelungen.
Museum Georg Schäfer (2000), Treppenhalle
Ebracher Hof/Stadtbücherei (2007), rechts Laterne
  • Museum Georg Schäfer (1998–2000)
Hauptartikel: Museum Georg Schäfer
Von Volker Staab. Im Jahr 2000 eröffnet, wurde es unter anderen mit dem BDA-Preis Bayern 2001 ausgezeichnet. Das ganze Erdgeschoss ist bei freiem Eintritt begehbar und als Agora konzipiert, einem öffentlichen, leicht erreichbaren Treffpunkt der Altstadt, der Schutz vor Kälte und Hitze bietet, mit Café, Museumsbuchhandlung und großer Treppenhalle zwischen Mainloggia und Rathausloggia, in die die beiden Hauptzugänge mit großen Freitreppen und Rampe schützend eingelagert sind. In die Ausstellungsräume der Obergeschosse wurde die Umgebung ebenfalls durch Blickachsen zu Altstadt und Main einbezogen.
Introvertiert und geschlossen, dann wieder offen für die Umgebung, die sich in sorgfältig ausgesparten Einblicken und Perspektiven […] einfügt. Wollte man einen Katalog des idealen Auststellungshauses erstellen, das Museum Schäfer in Schweinfurt erfüllte ihn: Oberlichtsäle, in denen die Sammlung zum Strahlen gebracht wird wetteifern mit inszenierten Raumfluchten, Treppenanlagen und klaren Materialien […] Von außen zeigt sich das Museum als Monolith am Main. Auf einem mächtigen Podest thront das Haus.[88]
  • Bau 65 (2001–2003)
Bauhausstil, von Baurconsult. Eine im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Produktionshalle der Fichtel & Sachs AG, heute zu ZF Friedrichshafen, wurde durch ein neues Gebäude ersetzt, in Anlehnung an die typischen Schweinfurter Industrie-Klinkerbauten der 1930er Jahre. Die Halle wird durch eine große vorgehängte Glasfassade mit Tageslicht versorgt.[89] Sie orientiert sich an Bauten, wie dem UNESCO-Welterbe der Fagus-Werke von Walter Gropius. Das Gebäude liegt im großen Werkskomplex und ist weder öffentlich zugänglich noch von außerhalb sichtbar.
  • Stadtbücherei (2004–2007)
Von Bruno-Fioretti-Marquez. Umbau der Zehntscheune des Ebracher Hofs (siehe Weltliche Bauten, Romanik bis Historismus) zur Stadtbücherei. Mit neuen unterirdischen Basisgeschoss und der sogenannten Laterne als Oberlicht, einem 33 Meter langen Glasriegel, der der ehemaligen Stadtmauer folgt und den Rahmen für eine kleine Piazza bildet. Das Ensemble wurde vom Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt 2008 zu den 24 besten Bauwerken Deutschlands gekürt.[90]
  • Hauptzollamt (2005–2007) von Bruno-Fioretti-Marquez, 18 große Fenster wurden so angeordnet, dass sich der Stufengiebel des Ebracher Hofs in ihnen spiegelt.[90] (Bild siehe Landes- und Bundesbehörden)
  • Ensemble Brückentor (2000–2007)
Ein Ensemble, das zu einem neuen Wahrzeichen Schweinfurts wurde. Es befindet sich am Eingang in die Altstadt vom Main über die Maxbrücke, am ehemaligen Brückentor. „Das schönste Entree“[90] bilden (von West nach Ost) die Zweigstelle des Bayerischen Landessozialgerichtes (2000), und die drei zuvor erwähnten Bauwerke Museum Georg Schäfer, Hauptzollamt und Stadtbücherei. Es zeigt „wie sich Tradition und Moderne […] auf das Vortrefflichste vereinen.“[91] Seit Ende des 20. Jahrhunderts legte die Stadt Schweinfurt hier, wie anderswo, unter Regie des langjährigen Baureferenten Jochen Müller besonderen Wert auf Stadtgestaltung mittels Architektenwettbewerbe,[90] mit aufeinander abgestimmten Arbeiten in zeitloser Moderne und Platzgestaltung mit minimalistischen Mitteln. Ein Stil, der die Innenstadt heute vielerorts prägt „und in eine neue Dimension transportiert“[91] und überregional in der Architekturwelt Beachtung fand.
  • Stadtgalerie (2007–2009)
Hauptartikel: Stadtgalerie Schweinfurt
Ein 300 m langes und 100 m breites Einkaufszentrum des Hamburger Unternehmens ECE, mit 100 Geschäften und Gastronomiebetrieben[92], das das Hochhaus der Deutschen Hauptverwaltung der SKF (siehe oben) an drei Seiten umgibt. Eine Shopping Mall im klassischen Sinne, die aus einer einzigen, langen, schnurgeraden Ladenpassage (in zwei Ebenen mit Galerie) besteht, deren Name sich vom Ballspiel Paille-Maille ableitet, das auf langen, geraden Bahnen gespielt wurde, auf denen später städtische Straßen entstanden. Auf dem Dach befinden sich zwei Parkebenen mit 1.300 Stellplätzen, gruppiert um ein 230 m langes Glasdach[92]. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten stand das Einkaufszentrum am Rande der Innenstadt nicht in Kritik, den städtebaulichen Maßstab zu sprengen, da es genauso lang aber niedriger als die SKF-Vorgängerbauten ist. In den Komplex wurde ein SKF-Jugendstil-Portal (um 1905/1910) integriert.
  • Kunsthalle Schweinfurt (2008–2009)
Hauptartikel: Kunsthalle Schweinfurt
Kunsthalle (1932/2009), Innenhof mit Lichtraupe
Um- und Ausbau von Hartwig N. Schneider/Peter Ropertz des Ernst-Sachs-Bades (siehe Übergangszeit zur Moderne), mit 500 m² großer Halle. Der große Innenhof des ehemaligen Hallenbades wurde für einen weiteren Ausstellungsraum unterkellert, wobei man mit Resten einer Bastion aus dem Dreißigjährigen Krieg rechnete. Tatsächlich kam ein Teil der sogenannten Naturheilschanze zu Tage, die der schwedische Feldmarschall und Staatsmann Carl Gustav Wrangel 1648 anlegen ließ. Das gut erhaltene Mauerstück wurde in den Ausstellungsraum integriert, mit einer aufgesetzten Lichtraupe im darüber liegenden Innenhof, als Oberlicht.[86]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romanik bis Historismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Johannis-Kirche, Brautportal (1240)
St. Salvator (1719), Barockportal
  • St. Johannis (ab 1200)
Hauptartikel: St. Johannis (Schweinfurt)
Romanik, Gotik und weitere Baustile, evangelische Hauptkirche der Stadt. Das älteste erhaltene Gebäude Schweinfurts, das erstmals im Jahre 1237 schriftlich erwähnt wurde.[82] Um 1200 wurde der Bau einer dreischiffigen Basilika begonnen. 1237 war der Nordturm mit romanischer Turmkapelle fertiggestellt, auf den Südturm verzichtete man. Seit 1542 protestantisch.[82] Eines der wichtigsten kirchlichen Baudenkmäler zwischen Bamberg und Würzburg[82]. Als Bürgerkirche geplant, hatte jedoch ab 1325 nur der Rat der Stadt Schweinfurt die Baulast zu tragen. Gotischer Taufstein (1367)[6] mit originaler, 1911 freigelegter Malerei, Barocker Kanzel (1694)[6] und zahlreichen alten Grabdenkmälern. 1911 wurden Ergänzungen des Barock entfernt und Fresken und Malereien des Mittelalters freigelegt. Nahezu alle europäischen Baustile über 8 Jahrhunderte, von der Romanik bis zum Klassizismus sind vertreten.[82] Die Sakristei beherbergte seit 1574 über Jahrhunderte eine historische Kirchenbibliothek mit reichem Altbestand, die seit 2014 als Depositum der Kirchengemeinde in der Schweinfurter Bibliothek Otto Schäfer aufgestellt ist.
  • St. Salvator (1717–1719)[82]
Hauptartikel: St. Salvator (Schweinfurt)
Schlichter Barock, evangelisch, im Zürch. An Stelle einer Burgkapelle (um 1315) mit gotischem Ausbau (1412), von dem der Chor noch erhalten ist. Die Reformation in der Stadt nahm durch eine Predigt in dieser Kirche 1532[82] ihren Ausgang. Die Kirche wurde später zum Teil zerstört und zerfiel. Zum 200. Jahrestag der Reformation 1717 begann die Stadt eine umfassende zweijährige Erneuerung.
Heilig-Geist-Kirche (1902), Chor und Vierungsturm nach Vorbild des Speyerer Doms
  • Heilig-Geist-Kirche (1897–1902)[82]
Neuromanik[6], von Jakob Angermair, katholische Hauptkirche der Stadt. Vorgängerbauten aus dem 15. und 16. Jahrhundert (Spitalkirche zum Heiligen Geist). Die Kirche hat die Form einer romanischen Kathedrale, mit Nachbildungen des Speyerer Doms (Vierungsturm, Chor, Mittelschiff). Nach der Annexion der protestantischen Reichsstadt Schweinfurt durch das Königreich Bayern 1802 wies dieses 1803 einer wieder etablierten katholischen Gemeinde die gotische Spitalkirche als Pfarrkirche zu. Durch starken Zuzug aus dem katholischen Umland in Folge der Industrialisierung wurde die Kirche zu klein und an Stelle der abgerissenen gotischen Spitalkirche und einer Zuckerfabrik[93] entstand der große Neubau, mit 56 m hohen Turm (1910/1911) und aufgesetzter Marienstatue. Portale von Georg Wrba, Hauptportal mit König David.[82] Eine historismuskritische Innenrenovierung von 1959 bis 1961 wurde später wieder größten Teils rückgängig gemacht.

Übergangszeit zur Moderne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav-Adolf-Kirche (1929), evangelisch
Kreuzkirche (13. Jh./1940) Oberndorf
  • Kreuzkirche (13. Jahrhundert/1938–1940)
Von Gottfried Dauner, evangelisch, in Oberndorf. Anstelle einer mittelalterlichen Wasserburg. Chor und Turm, mit Welscher Haube, sind Teil der ehemaligen Burgkapelle aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Der Langhausneubau (1938–1940) von Dauner und Horst Schwabe ist ein Beispiel handwerklicher Baukunst gegen Mitte des 20. Jahrhunderts, im Innenraum mit umlaufender Holzempore.

Moderne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St. Anton (1948–1951)
Von Hans Schädel, katholisch, dreischiffige Basilika mit Querhaus und Vierung, mit Kloster und Gemeindebauten, Campanile von 1956
  • St. Kilian (1952–1954)
Von Hans Schädel, katholisch. Auf den Außenmauern der im Zweiten Weltkrieg zerstörten neubarocken[82] Kirche aufgebaut. Flachgedeckte Saalkirche mit trapezförmigen Grundriss und 250 m² großen Farbglasfenster, einem der größten Kirchenfenster Deutschlands[82], mit Motiven zur Ausgießung des Heiligen Geistes von Georg Meistermann. Der hohe, teilzerstörte Zwiebelturm, ein Wahrzeichen der Stadt, wurde ebenfalls flach gedeckt. Am 12. April 1945 fand hier eine Trauerfeier der US-Streitkräfte zum an diesem Tag verstorbenen Präsidenten Franklin D. Roosevelt statt, einen Tag nachdem die Amerikaner in der Stadt einmarschiert waren.
  • St. Josef (1953–1954), katholisch, in Oberndorf
  • Maria-Hilf-Kirche (1955–1956), katholisch, in der Gartenstadt
  • Dreieinigkeitskirche (1958–1959), evangelisch, im Musikerviertel; roter Sichtziegelbau, mit runden Campanile
Auferstehungskirche (1959), Hauptwerk von Olaf Gulbransson
  • Auferstehungskirche (1958–1959)
Von Olaf Andreas Gulbransson, evangelisch, am Bergl, mit Campanile von 1962. Der Grundriss der Kirche vereint ein Oktagon mit einem griechischem Kreuz. Das Meisterwerk von Gulbransson, in roten Sichtziegeln mit moderner Ornamentik, im Innern mit blauen Spindelsäulen und großem Radleuchter, der die zwölf Tore des Himmlischen Jerusalems darstellt.[94] Gulbransson schuf mit dieser Kirche das einzige Beispiel eines neuen Baustils, der Ornamentik, Kunsthandwerk und Moderne vereint und in Folge seines tödlichen Autounfalls bei anderen, postum fertiggestellten Kirchen nicht konsequent fortgesetzt wurde. Die Kirche am Bergl, im scharfen Kontrast zu den benachbarten Wohnblocks der 1960er Jahre, steht unter Denkmalschutz.
  • Christkönigkirche (1964–1965) von Heinz-Günther Mömken, katholisch, am Bergl.
  • Christuskirche (1964–1965), evangelisch, auf der Maibacher Höhe in der Gartenstadt
  • St. Peter und Paul (1965–1966) von Lothar Schlör, katholisch, am Hochfeld
  • St. Michael (1966–1968) von Hans Schädel, katholisch, im Musikerviertel. Mit Pop Art-Kreuzweg von Walter Gaudnek
  • St. Lukas (1966–1969) von Johannes Gerhard Weber, evangelisch, am Hochfeld. Mit einem Altarbild von Johannes Hewel
  • St. Maximilian Kolbe (1987–1988) von Dag Schröder, katholisch, am Deutschhof
Ludwigsbrunnen (1830)
Walzenwehr-Denkmal (1903/1965)

Denkmäler und Brunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwigsbrunnen (1830)
Klassizistisch, von Johann Nepomuk Pertsch. Am Fuß der historischen Weinberge an der alten Mainleitenstraße, die 1407 erstmals erwähnt wurde, die heutige Mainbergerstraße. Von 1826 bis 1829 ließ die Stadt Schweinfurt die Straße ausbauen und pflastern. Aus diesem Anlass wurde zu Ehren des bayerischen Königs Ludwig I. dieser Brunnen errichtet.[95] Der königliche Oberbaurat Pertsch plante auch Münchens erste protestantische Kirche St. Matthäus, nachdem die Pläne Leo von Klenzes vom König verworfen wurden. Der Überlieferung nach soll Ludwig I. mit seiner Kutsche in der Mainleitenstraße im Morast stecken geblieben sein und daraufhin veranlasst haben, die Straße auszubauen.
  • Rückert-Denkmal (1890)
Am Marktplatz. Bronzeguss von Wilhelm von Rümann und Friedrich von Thiersch des 1788 in Schweinfurt geborenen Dichters und bahnbrechenden Übersetzer orientalischer Dichtung Friedrich Rückert, der mindestens 44 Sprachen beherrschte.[96] Zu Füßen des auf einem Stuhl sitzenden Dichters allegorische Figuren seiner Werke Die Geharnischte Sonette, die er 1813 unter dem Pseudonym Freimund Raimar gegen Napoleon I. schrieb und die Weisheit des Brahmanen.[97] (Bild siehe Ortsname)
  • Walzenwehr-Denkmal (1903/1965)
Kettenaufzugsvorrichtung des Regulierwerks des ersten Walzenwehrs der Welt von MAN (1903). Die Technik wurde von Max Carstanjen für die Schweinfurter Wehranlage entwickelt, die den Wasserstand am Hauptarm des Mains an der Maxbrücke bis zum Ausbau zur Bundeswasserstraße 1963 regulierte. Die Aufzugsvorrichtung wurde 1965 als technisches Denkmal an der Gutermannpromenade aufgestellt. Der Prototyp dieses Walzenwehrs von 1902, der Grundablass ist heute noch zwischen der Maininsel Bleichrasen und der Böckleinsinsel (siehe Maininseln) in Betrieb.[82][98]
Poseidon-Brunnen (1933)
  • Poseidon-Brunnen (1933)
Neoklassizismus, von Josef Wackerle, am Platz vor der Kunsthalle Schweinfurt.
Denkmal am Willy-Sachs-Stadion (1936)
  • Denkmal am Willy-Sachs-Stadion (1936)
Neoklassizimus, Bronzeguss von Ludwig Gies zu Ehren des Stadionstifters Willy Sachs. Auf einem Pylon ruht ein Nationalsozialistischer Reichsadler von Gies, der auch den Bundesadler im Plenarsaal im Bonner Bundeshaus schuf.
  • Gedenkort für die Opfer der Zwangsarbeit (2011)
Von Herman de Vries; 3 km langer Lagerweg und Gedenkort mit drei Linden, am Main zu beiden Seiten der Oberndorfer Autobahnbrücke. Der Weg führt entlang des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers von Kugelfischer,[99] als Gedenkstätte an die über 10.000 Zwangsarbeiter, die auch aus Kriegsgefangenen rekrutiert wurden und in der Schweinfurter Rüstungsindustrie arbeiten mussten. Bei Bombenangriffen kamen viele Zwangsarbeiter ums Leben, da sie nicht in die zahlreichen Hochbunker der Stadt durften, in denen es bei insgesamt 22 Bombenangriffen keinen einzige Todesfall gab. Der holländische Künstler wies darauf hin, dass der erste Satz der Deutschen Verfassung, Die Würde des Menschen ist unantastbar, den er auf einen Stein einmeißelte, in keiner Verfassung eines anderen Landes stehe – einer wunderbaren Verfassung, zustande gekommen Dank der Erfahrungen aus der Geschichte.[100] Es gab öffentliche Kritik, dass es in der Stadt lange Zeit kein entsprechendes Denkmal gab und schließlich eine private Initiative diese Lücke schließen musste. (siehe Der Industriestandort Schweinfurt, Zweiter Weltkrieg)
  • Großlager-Denkmal (2012)
Hauptartikel: Great Beijing Wheel
Nachdem das ehemalige DAX-Unternehmen FAG Kugelfischer in Schweinfurt, das später zur Schaeffler-Gruppe kam, die beiden Pendelrollenlager für das Millennium-Wheel, das sogenannte London Eye gebaut hatte, wurden sie beauftragt, die beiden Lager zu je 10 Tonnen Gewicht, mit einem Außendurchmesser von 3,20 Metern, für das größte, 208 m hohe Riesenrad der Welt, das Peking Wheel im Chaoyang-Park zu entwickeln.[101] Die Bauarbeiten für das Riesenrad begannen im Jahr 2006, der geplante Fertigstellungstermin 2008 zu den Olympischen Spielen wurde nicht eingehalten und 2010 wurden die Arbeiten eingestellt, da die zuständige Baufirma Insolvenz anmeldete. Danach wurde ein anderes Lager von FAG mit denselben Abmessungen am Schweinfurter Stadttheater als Denkmal aufgestellt.[102]
  • Denkmal für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsarbeit (2014)
Von Steff Baur, am Alten Friedhof an der Heilig-Geist-Kirche. Der linke Teil des Steins hat die untere Innenform des Buchstaben „N“ für „nemec“, was „Deutscher“ in den slawischen Sprachen heißt. Das „N“ war das Zeichen, das Deutsche in den Vertreibungsgebieten auf einem Stoffstück oder Armband tragen mussten,[103] analog zum „KG“ der Kriegsgefangenen oder „OST“ der Ostarbeiter im nationalsozialistischen Herrschaftsgebiet. Auf einer Bronzetafel auf dem rechten Stein stehen Dankesworte an die Stadt Schweinfurt für die Aufnahme von 32.000 Flüchtlingen, Vertriebenen und Spätaussiedlern.

Stadtmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2015 befindet sich im Stadtschreiberhaus (siehe Weltliche Bauten, Romanik bis Historismus) ein neu angefertigtes Stadtmodell, das Schweinfurt um das Jahr 1800 zeigt. In den nächsten Jahren soll das Modell bis zum Schloss Peterstirn auf 4,80 Meter Länge erweitert werden, das dann das historische Stadtgebiet (ohne Oberndorf) auf einer Distanz von knapp über zwei Kilometern abbildet.[104]

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wehranlagen (Stadtpark)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wehranlagen

Die Wehranlagen sind innenstadtnah ein Stadtpark, der nach außen in einen Waldpark und Auwald überläuft, mit urwaldähnlichen Bereichen am Main. Dieser weitaus größere äußere Bereich ist ein Landschaftsschutzgebiet (Lage siehe Liste der Landschaftsschutzgebiete in Schweinfurt, LSG-00084.01). Die Wehr zieht sich entlang der Südseite des Schweinfurter Mainbogens insgesamt 2,5 km nach Osten, mit Blick auf die gegenüberliegenden Weinberge, mit der Burg Peterstirn und Schloss Mainberg. Der Name leitet sich vom Elefantenbuckel, einem Stauwehr zum Naturschutzgebiet Saumain ab, einen niedriger gelegenen, nicht schiffbaren Seitenarm des Mains gegenüber der Altstadt (Lage siehe Liste der Naturschutzgebiete in der Stadt Schweinfurt).

Auf dem Areal lagen einst der Exerzierplatz des reichsstädtischen Militärs und am Main die Farbenfabrik Gademann.[105] Von 1869 bis 1890 wurde der Park angelegt, auf dem Gademann’schen Hügel vorwiegend mit Pflanzen aus China, Japan und Korea. Im Park befand sich zudem von 1880 bis 1944 ein Privatzoo, unter anderen mit einem Raubtierhaus.[106] Sogenannte Vogelstimmenwanderungen erschlossen die heute noch reiche Vogelwelt des Stadtparks. 1891, im Zeitalter der Hochräder, entstand an den Wehranlagen, zum Teil auf Sennfelder Gemarkung, eine 333 Meter lange Radrennbahn. Im ersten Rennen traten führende nationale Radrennfahrer an.[107]

Weitere Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alter Friedhof, Stadtmauer mit „Jungfernkuss“
  • Alter Friedhof, an der südlichen Stadtmauer am Main
  • nach den Partnerstädten benannte Parks
  • Fichtelsgarten, Wallanlagen nördlich der Altstadt an der Fichtelsvilla
  • Parkanlage am Philosophengang, an der östlichen Stadtmauer im Mariental
  • Am Unteren Wall, an der östlichen Stadtmauer im Mariental
  • Am Schuttberg, auf Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs am westlichen Rand der Innenstadt
  • Pfister-Park am Friedhof in Oberndorf an der Kreuzkirche

Promenaden und Strände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gutermann-Promenade vor dem Fischerrain, dem einstigen Fischerviertel
  • Stadtstrand Schweinfurt, in der Mainbastion der Stadtmauer
  • Gutermann-Promenade am Main, mit Grünanlagen, Skulpturen und Industriedenkmälern.[108] (siehe auch Denkmäler)
  • Georg-Krug-Promenade, am Main gegenüber den Wehranlagen (Stadtpark)
  • Erholungsanlage Baggersee, mit 1 km langem Badestrand (teilweise Sandstrand) am Schwebheimer Wald, mit einer Gesamtfläche von 60 Hektar, dem 26 Hektar großen Badesee, Hochseilgarten und Beachcafe.[109]

Tierpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Wildpark an den Eichen

Nachdem der Zoo im Schweinfurter Stadtpark Wehranlagen den Bombenangriffen 1944 zum Opfer fiel[110] wurde an anderer Stelle, im Stadtwald, im Randgebiet der Schweinfurter Rhön ab 1962 ein 18 Hektar großer städtischer Tierpark aufgebaut. 50 europäische Tierarten mit insgesamt 500 Tieren sind hier beheimatet. Ein Streichelzoo, Wasser- und Abenteuerspielplätze, Liegewiese, Minigolf und zwei Biergärten ergänzen das Angebot.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinfurt galt als Stadt des Sports. Diese Bezeichnung wird auch heute noch manchmal verwendet, obwohl der Sport hier seit Jahrzehnten keine überregionale Rolle mehr spielt. Die wiederholten Abstiege des 1. FC Schweinfurt 05 aus der 2. Fußball-Bundesliga führten auch zu einer Abnahme des Bekanntheitsgrades der Stadt.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MHV Schweinfurt 09 (Handball)

Regattastrecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schweinfurter Ruder-Club Franken unterhält eine 1000 Meter lange Regattastrecke auf dem Main, entlang den Wehranlagen. Sie ist neben der Olympiaanlage in Oberschleißheim eine der beiden bayerischen Regattastrecken. In den geraden Jahren finden die Bayerischen Meisterschaften im Rudern auf der Olympiaanlage statt und in den ungeraden Jahren in Schweinfurt, wo auch schon die Deutschen Sprintmeisterschaften, der Deutsche Rudertag und das Deutsche Ruderwandertreffen ausgetragen wurden.[111]

Willy-Sachs-Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Willy-Sachs-Stadion
Willy-Sachs-Stadion vor einem Popkonzert 2013

Das Willy-Sachs-Stadion wurde 1936, einen Monat vor den Olympischen Sommerspielen in Berlin, als Volkspark eröffnet. Am Namen des Stadions, das unter Denkmalschutz steht, wird immer wieder bundesweit wegen der Verbindungen des Stadionstifters Willy Sachs zum Nationalsozialismus Kritik geübt. Bei der Einweihung waren die mit Willy Sachs befreundeten Heinrich Himmler und Hermann Göring anwesend. Der Sportpark mit seinem alten Baumbestand wurde nach dem Krieg erweitert und hat zusammen mit den Sportanlagen benachbarter Vereine und den ehemals amerikanischen Sportanlagen (siehe US-Streitkräfte) eine Fläche von etwa einem halben Quadratkilometer.

„Die Stadien unserer Zeit zeichnen sich durch Kurzlebigkeit aus. Nur noch das Willy-Sachs-Stadion in Schweinfurt und das Volkspark-Stadion in Bamberg vermitteln bis heute ein Gefühl von der Bedeutung des Sports in den 20er und 30er Jahren, in denen er in einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel eingebettet war (…) Das Willy-Sachs-Stadion entspricht von der Konzeption her der Idee der Freiluftsportanlage, wie sie in den 20er-Jahren häufig in Deutschland realisiert wurde. Die Anlage war als Volkspark und Aufenthaltsort für Familien gedacht.“[112]

Anfang der 1960er Jahre, als das Willy-Sachs-Stadion noch zu den größten Sportparks in Westdeutschland gehörte, war geplant, das Bundesleistungszentrum für Leichtathletik dort zu errichten. Es wurden bereits Baupläne für eine große Sporthalle nördlich der Hauptkampfbahn veröffentlicht. Das Leistungszentrum wurde dann doch in Hannover verwirklicht.

Leichtathletik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom fanden für die Gesamtdeutsche Olympiamannschaft zum ersten Mal Ausscheidungswettkämpfe statt. Die Leichtathletik-Vorentscheidungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR wurden im Willy-Sachs-Stadion ermittelt. Zu diesen Olympischen Spielen wurde auch die Gesamtdeutsche Olympiaflagge eingeführt (Schwarz-Rot-Gold mit weißen Olympischen Ringen im roten Streifen).

Faustball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zweite Faustball-Weltmeisterschaft der Männer fand 1972 im Willy-Sachs-Stadion statt, in der die Bundesrepublik Deutschland Weltmeister wurde, vor Brasilien und Österreich. Im selben Stadion gewann 2012 die Schweiz die Faustball-Europameisterschaft der Männer, vor Österreich und Deutschland.

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vittorio Pozzo berief A. Kupfer und A. Kitzinger in die Weltelf
Hauptartikel: 1. FC Schweinfurt 05

Der 1. FC Schweinfurt 05 (FC 05) stellte mit Andreas Kupfer den ersten Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland im Spiel gegen die Schweiz am 22. November 1950 vor 103.000 Zuschauern im Stuttgarter Neckarstadion. Die größten Erfolge des Vereins waren das Erreichen der Endrunden für die Deutsche Meisterschaft 1939 und 1942 sowie 1936 das Erreichen des Halbfinales des Tschammer-Pokals, wie der DFB-Pokal damals hieß. Mit dem Beginn der Bundesliga im Jahre 1963 wurde der FC 05 zweitklassig. Zweimal misslang danach der Versuch in die Erste Bundesliga aufzusteigen. Ein Jahr nachdem der FC Bayern München Meister der Regionalliga Süd wurde und aufstieg, wurde 1966 der FC 05 Meister dieser Liga und scheiterte in der Aufstiegsrunde. Der Verein gehörte in der Saison 2001/2002 letztmals der 2. Fußball-Bundesliga an. Seitdem spielt er in diversen Amateurligen. In der Rangliste der Vereine mit den meisten Abstellungen zu A-Länderspielen belegt der FC 05 den 17. Platz. Am 12. Mai 1937, vier Tage vor der Geburtsstunde der Breslau-Elf, stellte der FC 05 in einem Testspiel der Deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Manchester City im Willy-Sachs-Stadion die gesamte Läuferreihe mit Andreas Kupfer, Albin Kitzinger und Robert Bernhard.

Hauptartikel: VfR 07 Schweinfurt

Der Lokalrivale VfR 07 Schweinfurt (VfR 07) spielte von 1939 bis 1941 ebenfalls in der höchsten Spielklasse in einem eigenen Stadion. Aus dem Verein gingen zwei Nationalspieler hervor. Der größte Erfolg des Vereins war das Erreichen der zweiten Hauptrunde des Tschammer-Pokals, in der der VfR 07 gegen Rapid Wien ausschied.

Der italienische Doppelweltmeistertrainer Vittorio Pozzo stellte erstmals eine Europäische Fußballauswahl zusammen, die am 26. Oktober 1938 im Arsenal Stadium (Highbury) in London gegen England spielte. In dieser ersten Weltelf der Fußballgeschichte waren zwei Deutsche vertreten, Andreas Kupfer und Albin Kitzinger, beide vom FC 05.[113]

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war Schweinfurt Gastgeber der Tunesischen Nationalmannschaft. Sie wurde Dritter der Gruppe H und erreichte das Achtelfinale nicht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinfurt ist das industrielle Zentrum Unterfrankens, das über etwa 49.700 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze (2008)[114] und eine der höchsten Arbeitsplatzdichten in Deutschland verfügt.[115] Weiterhin zählt Schweinfurt zu den wirtschaftlichen stärksten Städten in Deutschland. 2013 war die Stadt gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, hinter Wolfsburg und Frankfurt am Main, drittstärkster Wirtschaftsstandort Deutschlands.[116] Die Stadt ist umgeben von einer weitgehend landwirtschaftlich geprägten Region. Hierher kommen täglich Pendler aus bis zu 40 km Entfernung. Nach einer schweren Krise am Beginn der 1990er Jahre mit dem Verlust von mehr als 10.000 Arbeitsplätzen erlebte die örtliche Industrie bis Herbst 2008 einen neuen Boom.

Das Schweizer Forschungsinstitut Prognos setzte Schweinfurt im Zukunftsatlas 2007 im Bereich Dynamik beim Vergleich von 439 deutschen Städten und Landkreisen auf Platz 1 (Zukunftsfähigkeit allgemein: Platz 19).

In einer Exklusivstudie für das manager magazin untersuchte 2009 das Standortberatungsunternehmen Contor über 1000 EU-Regionen auf ihre Zukunftsfähigkeit. In diesem Europa-Ranking ohne Großbritannien belegte Schweinfurt Platz 16 und lag zwischen Paris-Stadt (Platz 15) und Stockholm (Platz 17).[117]

Dank hoher Gewerbesteuereinnahmen konnten in den letzten Jahren große Investitionen getätigt werden (siehe Gegenwart). Ende 2008 war die Stadt schuldenfrei.

Der Industriestandort Schweinfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist das Zentrum der europäischen Wälzlager-Industrie. Die Energiewende mit Großlagern für Windkraftanlagen brachte der örtlichen Wälzlagerindustrie neue Geschäftsfelder. SKF eröffnet 2017 in Schweinfurt das leistungsfähigste Großlager-Prüfzentrum der Welt.[118] Auch wurde die Stadt ein Zentrum der Linearen Bewegungstechnik, mit einem großen Werk von Bosch Rexroth, SKF-Linearsysteme und Schaeffler.[119] Der weltweit größte Produktionsstandort für Dialysegeräte ist im zweitgrößten deutschen Werk von Fresenius Medical Care in Schweinfurt.

Bedeutende Schweinfurter Erfindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwurf einer Torpedo-Freilaufnabe von 1905

Fahrradfreilauf und Rücktrittbremse wurden in der Torpedo-Freilaufnabe (1903) von Fichtel & Sachs integriert.

„Die Torpedo-Nabe mit Freilauf und Bremse war die letzte große Erfindung zum Thema Fahrrad. Alle weiteren Entwicklungen auf dem Sektor verfeinerten es nur, ohne es grundsätzlich zu verändern“.(FRANKE 1987)[120]

Mit den Inline Skates namens Speedy wurden in Schweinfurt in den 1970er-Jahren Rennen durchgeführt, außerhalb der Stadt waren sie kaum bekannt. Schon 1977 hatte ebenfalls SKF ein Skateboard mit dem Namen Calypso auf den Markt gebracht. „Leider waren die späten 70er noch nicht reif für diese Sportarten und die Produktion wurde wieder eingestellt.“[121]

1986 begann Fichtel & Sachs mit der Entwicklung von Prototypen für Mikro-Blockheizkraftwerke und startete 10-jährige Feldversuche. Aus Fichtel & Sachs ging das Unternehmen Senertec in Schweinfurt hervor, das 1996 mit der Produktion des Dachs, dem ersten serienreifen Mikro-Blockheizkraftwerk, begann.[122]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl überregional bekannter Unternehmen:

Hauptverwaltung des ehemaligen DAX-Konzerns FAG Kugelfischer, heute Sitz der Schaeffler Technologies GmbH & Co KG

Insgesamt gab und gibt es in Schweinfurt ca. 90 Industriebetriebe (Stand 2015)[126]

Die Anfänge: Farben und Chemie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Dose Schweinfurter Grün Pigment

1777 entstand die erste fabrikähnliche Anlage in der Stadt, eine Bleiweißmühle von J. W. Schmidt mit einer angeschlossenen Fabrikation von Essig.[127] Die weitere industrielle Entwicklung der Stadt ist eng mit dem Namen Wilhelm Sattler verbunden, einem Protagonisten des frühindustriellen Unternehmertums in Bayern, der dies auch mit sozialen Engagement verband. 1810 entwickelte er einen Sago-Ersatz, der in der Zeit der Kontinentalsperre nach Frankreich exportiert wurde. Um 1825 errichtete Sattler innerhalb der Stadtmauern, an Stelle der heutigen Heilig-Geist-Kirche, eine Zuckerfabrik.[93] In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Schweinfurt ein Zentrum der deutschen Farbenindustrie. Südlich des Mains lag die Farbenfabrik Gademann. Sattler produzierte und exportierte als erster industriell das (hochgiftige) Schweinfurter Grün, das u. a. auch Pariser Grün genannt wurde, in alle Erdteile. 1814 wurde die Produktion in den Vorort Schonungen verlegt. Mit dem Aufkommen der Anilin-Farben (BASF, Hoechst AG) verlor das Schweinfurter Grün jedoch ab 1860 an Bedeutung.

Die Farbenfabrik Deifel produziert noch in Schweinfurt und hat sich auf Kunststofffarben spezialisiert; außerdem gibt es den Kunststoffproduzenten Maincor.

Ferner ist hierbei auch noch das Mineralölunternehmen Erik Walther zu erwähnen, mit einem Tanklager im Hafen (Bild siehe Bundeswasserstraße). Das Unternehmen betreibt rund 70 eigene Tankstellen in vier Bundesländern und verschifft die Mineralöle mit einer eigenen Tankerflotte von den ARA-Häfen (Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen) zum Hauptsitz nach Schweinfurt und zu anderen Tanklagern.

Geschichte der metallverarbeitenden Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit etwa 1890 wurde die Stadt jedoch von der metallverarbeitenden Industrie geprägt.[128] 1883 war der Ausgangspunkt moderner Kugellagerfertigung und zugleich der großindustriellen Entwicklung der Stadt durch die Erfindung der Kugelmühle, einer Kugelfräsmaschine mit Genauigkeiten bis 0,02 Millimetern durch Friedrich Fischer, nach einem Prinzip, das heute noch von allen Kugelherstellern angewendet wird.[129] In der Folge entstanden aus kleinsten Anfängen die drei Firmen FAG Kugelfischer (Fischers Aktien Gesellschaft ), Fries & Höpflinger (1890) und Fichtel & Sachs (1895), die Schweinfurt zum Zentrum der europäischen Wälzlagerindustrie machten. Nach einer ersten Boomphase in den Jahren 1896/97 sank die Beschäftigtenzahl in der darauffolgenden Krise um 1900 noch einmal auf wenige hundert Arbeiter.

Einbaumotor von Fichtel & Sachs
Erste Hälfte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1903 erfand Ernst Sachs die Torpedo-Freilaufnabe (siehe Bedeutende Schweinfurter Erfindungen) wodurch sich ein industrieller Aufschwung vollzog. Sowohl der Erste als auch der Zweite Weltkrieg brachten der Schweinfurter Industrie einen erheblichen Entwicklungsschub. Im Herbst 1918 hatten die drei Großbetriebe etwa 12.000 Beschäftigte, davon knapp 8.000 bei Fichtel & Sachs (siehe Museen, ZF-Museum). Am Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise waren es Ende 1932 nur noch 7.100. Die 1929 maßgeblich von SKF, Ernst Sachs und Georg Schäfer (II) gestaltete Neuordnung der deutschen Wälzlagerindustrie hatte zunächst viele Arbeitsplätze gekostet, erwies sich mittel- und langfristig für den Standort jedoch als Weichenstellung von kaum zu überschätzender Bedeutung. Auf die Depression folgte ab 1934 ein von massiven staatlichen Investitionen (Arbeitsbeschaffungsprogramme, Kriegsrüstung) getragener Wirtschaftsaufschwung. Ab Mitte der 1930er Jahre bis etwa 1970 war Schweinfurt nach Nürnberg, Augsburg und München der viertgrößte Industriestandort in Bayern. Das Wälzlager ist für alle Fortbewegungsmittel, egal ob Fahrrad, Auto, Flugzeug, Panzer oder Schiff, ein unentbehrliches Bauteil, damit profitierten die Unternehmen von der rasant ansteigenden Motorisierung und der Kriegsrüstung[130]

Zudem nahm Fichtel & Sachs auch die Produktion von Kleinmotoren, Kupplungen und Stoßdämpfern auf. Damit konnten bereits innerhalb der Stadt wichtige Bereiche der Automobilzulieferer-Industrie abgedeckt werden. Viele Autoteile verließen besonders in den Nachkriegsjahrzehnten von der Fertigung über den Großhandel und Handel bis hin zum Einbau in der Kfz-Werkstatt nicht die Stadtgrenzen. Mit den Zweirädern verhielt es sich ähnlich. Weshalb Schweinfurt vor dem Zweiten Weltkrieg als meist motorisierte Stadt Deutschlands galt. Bereits in den 1930er Jahren wurde der Bau einer Tiefgarage unter dem Marktplatz diskutiert, die jedoch bis heute aus Gründen des Denkmalschutzes nicht ausgeführt wurde.

Mitarbeiter 1928 1932/33 1938/39 1944/45
Fichtel & Sachs 6.800 2.300 6.700 7.100
Fries & Höpflinger 1.900 - - -
FAG Kugelfischer 2.200 2.800 8.000 11.700
VKF (SKF) - 2.000 6.000 8.000
Angriff auf das Industriegebiet; in der Mitte die Innenstadt und unten die Altstadt
Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt durch die Konzentration der kriegswichtigen Wälzlagerproduktion (über 60 % der Gesamtproduktion des Deutschen Reiches) wiederholt das Ziel alliierter Bomberangriffe. Unter großen Anstrengungen wurde die Produktion aufrechterhalten, mit teilweise bunkerartig gegen Bomben geschützten Fabriken. Teile der Produktion wurden an andere Standorte, unter anderem nach Eltmann, Ebern und Elfershausen verlegt.

1942 begann die Organisation Todt unter der Tarnbezeichnung Baubetrieb Neustadt den Gipsstollen Neckarzimmern für die Wälzlagerproduktion der VKF (seit 1953 SKF) massiv zu erweitern. 1944 wurden große Produktionsstätten mit Verwaltungs- und Stammpersonal des Hauptwerkes in Schweinfurt und des Werkes Bad Cannstatt hierhin verlegt. Für den Stollenvortrieb und als Produktionshelfer wurden Zwangsarbeiter aus dem in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen KZ Neckarelz eingesetzt. Nach dem Krieg veranlassten die Amerikaner den Rücktransport der Maschinen nach Schweinfurt und in das (2001 geschlossene) Zweigwerk Bad Cannstatt.

Die Zahl der Zwangsarbeiter erreichte Ende 1943 mit 4400 ihren Höchststand, Kriegsgefangene wurden insgesamt 4500 eingesetzt.[131] Seit September 2011 erinnert eine Gedenkstätte an das Schicksal der Zwangsarbeiter (siehe Denkmäler und Brunnen). Bis zum Einmarsch der Amerikaner in Schweinfurt am 11. April 1945 kam die Industrie-Produktion in der Stadt vollständig zum Erliegen (siehe auch Zweiter Weltkrieg).

Höhepunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ab 1949 einsetzende Wirtschaftsaufschwung führte in den 1950er- und 1960er-Jahren zu ständig steigenden Beschäftigtenzahlen. Um 1965 erreichte die Schweinfurter Industrie mit über 30.000 Mitarbeitern bei insgesamt 57.000 Arbeitsplätzen ihren historischen Höchststand. FAG Kugelfischer, Fichtel & Sachs und SKF zählten in dieser Zeit zu den 100 größten Industrieunternehmen in Deutschland. Der bereits zu Beginn der 1970er Jahre einsetzende Rückgang der Beschäftigung erreichte 1993/94 mit dem Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen seinen dramatischen Höhepunkt. In den folgenden Jahren gewannen die bereits seit 1909 hier ansässige Deutsche Star (seit 1987 Mannesmann bzw. Bosch Rexroth mit 2.200 Beschäftigten im Jahr 2008) und Fresenius Medical Care (2008: 1.100 Mitarbeiter) größere Bedeutung für den Industriestandort Schweinfurt. Nach einem Tiefststand im Jahr 1997 mit nur noch 17.000 Arbeitnehmern waren Ende 2008 wieder etwa 21.000 Personen in der hiesigen Industrie beschäftigt.

ZF Sachs in Schweinfurt, heute ZF Friedrichshafen AG
Erste feindliche Übernahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der ersten feindlichen Übernahme in Deutschland des DAX-Unternehmens FAG Kugelfischer durch die bis dahin überregional unbekannte INA-Schaeffler (2001) verlor auch das letzte der drei Traditionsunternehmen seine Selbständigkeit. Die Sachs-Erben hatten 1976 die Mehrheit am Unternehmen verkauft, die Familie Schäfer verlor 1993 die Führung bei FAG und schied aus der Geschäftsführung aus. In der dritten Generation verkauften beide Familien, Sachs 1987 und Schäfer 2001, die letzten Firmenanteile. 2006 wurde das Unternehmen FAG Kugelfischer endgültig aufgelöst und in die Geschäftstätigkeit des Schaeffler-Konzerns (Schaeffler KG) integriert. Jedoch blieb die Marke FAG in allen Geschäftsbereichen erhalten. Zudem ist Schweinfurt Hauptsitz von Schaeffler Industries (Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG).

Die in der Wirtschaftswunderzeit als „Die großen Drei aus Schweinfurt“ bezeichneten Unternehmen werden heute von Friedrichshafen (ZF Friedrichshafen AG), Herzogenaurach (Schaeffler AG) und Göteborg (SKF) aus geführt, gleichwohl hängt die Entwicklung der Stadt nach wie vor entscheidend von ihnen ab.

Informationstechnologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

IBM erbrachte anfangs nur Dienstleistungen für die Werkscomputer von FAG-Kugelfischer, woraus sich die deutsche Dienstleistungszentrale von IBM IBB entwickelte, deren Hauptsitz in Schweinfurt schließlich das gesamte FAG-Verwaltungshochhaus umfasste. 2005 wurde der IBB-Hauptsitz von Schweinfurt nach Mannheim verlegt.[132] Die ca. 400 Schweinfurter Mitarbeiter gründeten daraufhin im Vorort Grafenrheinfeld die FIS GmbH, einen SAP-Dienstleister.[133]

Die GPSoverIP GmbH ging 2003 aus einem 1996 gegründeten Schweinfurter IT-Haus hervor. Sie entwickelte ein neues Verfahren zur Positionsübermittlung von Geokoordinaten mit dem Namen GPSoverIP, das unter anderem in der Logistik-Branche bei LKWs und bei Formel 1-Rennwagen angewendet wird. Die GPSoverIP GmbH arbeitet im Auftrag von namhaften deutschen Unternehmen, wie Audi und BMW.

„Das GPSauge ist das (bis heute) einzige Komplettpaket am Markt, welches den Titel Made in Germany mit Fug und Recht tragen darf – angefangen von der Produktion des Gerätes über die selbst programmierte Steuerunugssoftware bis hin zur Verwaltung des GPSoverIP/DATAoverIP–Gateways.“[134]

Einzelhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altstadt: Spitalstraße

Nach Angabe des ECE-Konzerns beträgt das Einzelhandels-Gesamteinzugsgebiet Schweinfurts ca. 787.000 Einwohner.[135] Nach der Studie GfK Einzelhandelsumsatz 2014 hat Schweinfurt unter allen deutschen Städten über 50.000 Einwohner mit 199,3 den höchsten Einzelhandelsindex pro Einwohner und unter allen Orten über 10.000 Einwohner belegt die Stadt den vierten Rang.[136]

Die Innenstadt besteht aus zwei unterschiedlich strukturierten Bereichen. Die Altstadt im Osten um den Marktplatz mit Rückertstraße, Brückenstraße, Spitalstraße und Keßlergasse ist eine zum Teil von Stadtbussen befahrene Fußgängerzone, wo es neben Filialisten noch viele inhabergeführte Fachgeschäfte gibt. Der Westen um Roßmarkt und Jägersbrunnen wird neben Fachgeschäften und Filialisten von Kaufhäusern und Banken dominiert.

2009 eröffnete am Westrand der Innenstadt die Stadtgalerie Schweinfurt, mit 22.500 Quadratmetern Verkaufsfläche, hundert Geschäften und 1.300 Parkplätzen auf dem Dach[135] eines der größten Einkaufszentren seiner Art in Franken (siehe auch Weltliche Bauten). Wegen der befürchteten negativen Auswirkungen für den etablierten Handel in der Innenstadt war 2005 ein Bürgerentscheid durchgeführt worden. Eine knappe Mehrheit entschied sich für das Projekt des Hamburger ECE-Konzerns, das zwischen Schrammstraße und Gunnar-Wester-Straße auf dem Gelände des früheren Werkes I von SKF verwirklicht wurde. Dabei wurde der ganze westliche Rand der City, mit dem Jägersbrunnen, dem Schillerplatz und der Schrammstraße als Weststadt völlig umgestaltet. Die Stadtgalerie hat eine tägliche, durchschnittliche Frequenz von 16.000 Besuchern.[135]

City: Jägersbrunnen

Auf Grund der topografischen Rahmenbedingungen nördlich des Mains mit der Schweinfurter Rhön im Osten und dem Schweinfurter Becken im Westen, verschiebt sich der Schwerpunkt der Stadt seit dem Mittelalter ständig nach Westen, was sich auch massiv auf den Einzelhandel auswirkt. Bis 1960 lag das Hauptgeschäftszentrum um Markt und Spitalstraße. Die erste Westverschiebung erfolgte durch den Bau des Stadtbusbahnhofes am Roßmarkt und die zweite 1963 mit der Eröffnung eines Warenhauses am Jägersbrunnen, zu dem in den 1970er-Jahren ein Textilkaufhaus kam, bis dann schließlich noch weiter im Westen die Stadtgalerie eröffnet wurde. Gleichzeitig verödete der Osten der Altstadt zunehmend, wo sich dafür aber Kneipen, Cafés und Restaurants ansiedelten und die Obere Straße verlor ihre Bedeutung als Einkaufsstraße. So reicht die Innenstadt heute vom Rückert-Center im Osten bis zur Stadtgalerie im Westen, mit einer Ausdehnung von 1,5 Kilometern (Luftlinie).

Mit dem Sprung über den Main entstand ab 1963 südlich des Mains ein neues, großes Hafen- und Industriegebiet. Das Gewerbegebiet im östlichen Teil, der Hafen-Ost entwickelte sich dabei anders, als von der Stadt geplant. Der freie Markt sah hier, unweit der (künftigen) Autobahn A 70 ideale Voraussetzungen für Fachmärkte und so entstand eine der größten Fachmarktagglomerationen Deutschlands, in Konkurrenz zur Innenstadt. Die Stadt lässt hier jedoch kein innenstadtrelevantes Warenangebot zu. Das nutzte wiederum die angrenzende Gemeinde Sennfeld mit dem Ziel, Kaufkraft abzuschöpfen; sie siedelte unter anderem innenstadtrelevanten Einzelhandel im östlichen Teil des Hafen-Ost an, der zum Gemeindegebiet gehört.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Main; oben links: Anlegestelle für Personenschiffe, unten links: Einfahrt zum Schleusenvorhafen mit einer Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe

Schweinfurt ist mit einem Binnenhafen südlich des Mains, drei Autobahnen (A 7, A 70 und A 71) und drei Bahnhöfen (Schweinfurt Hauptbahnhof, Schweinfurt Mitte und Schweinfurt Stadt) der Deutschen Bahn AG und der Erfurter Bahn ins Verkehrsnetz eingebunden. Knapp außerhalb der Stadtgrenze liegt das von der Stadt an den Aero-Club verpachtete Gelände des Sportflugplatzes Schweinfurt-Süd. Unmittelbar hinter der westlichen Stadtgrenze befindet sich ein ehemaliger Militärflugplatz auf Geldersheimer Gemeindegebiet, der zu den Conn-Barracks gehört, die seit dem Abzug der US-amerikanischen Truppen 2014 nicht mehr genutzt werden. Am Verkehrslandeplatz Hassfurt ist die Stadt an der Flughafen-Gesellschaft beteiligt. Die Stadt war von 1911 bis 1912 Endpunkt der in Mainz beginnenden Kettenschifffahrt auf dem Main (ab 1912 Bamberg). 1936 wurde sie wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit eingestellt.

Bundeswasserstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainhafen mit Tanklager

Schweinfurt liegt am Rhein-Main-Donau-Kanal, der auch Europakanal genannt wird, einer Bundeswasserstraße und Großschifffahrtsstraße, die die Nordsee bei Rotterdam mit dem Schwarzen Meer bei Constanța verbindet. Die Häfen Schweinfurts umfassen einen Binnenhafen, eine Lände, Anlegestellen für Personenschifffahrt und Kreuzfahrtschiffe sowie Bootshäfen. Zudem ist im Maintal ein Areal für einen möglichen Containerhafen mit Gleis- und Autobahnanschluss reserviert. Im Stadtgebiet befindet sich außerdem eine Bootsschleuse für Sportboote und eine Schleuse (Länge 300 m, Breite 12 m) für Einzelfahrer und Schubverbände bis 185 m Länge. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Schweinfurt ist eines von 39 bundesdeutschen Wasser- und Schifffahrtsämtern (WSA) und ist für die Bundeswasserstraße Main im größten Bereich Unterfrankens auf einer Länge von 202,49 km zuständig.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anbindung an den Fernverkehr

  • Main-Spessart-Express (MSX) Bamberg – Schweinfurt – (Würzburg) – Frankfurt am Main. An Wochenenden und Feiertagen fahren zwei Zugpaare auf der elektrifizierten Werntalbahn unter Umgehung von Würzburg auf direktem Weg nach Frankfurt (Main).[137] Mit dem MSX ist unter der Woche von allen drei Schweinfurter Bahnhöfen und an Wochenenden vom Hauptbahnhof mit einmaligem Umstieg in Frankfurt (Main) Paris-Est erreichbar.[138]
  • Regionalexpress Würzburg – Schweinfurt – Bamberg – Nürnberg. Er bindet Schweinfurt auf der elektrifizierten Strecke an die beiden nahen ICE-Halte in Würzburg und Bamberg an.

Fernverkehrsprojekte

  • Ab Dezember 2017 ist von Schweinfurt das neue Drehkreuz Erfurt in ca. 1 h 30 min und Leipzig in ca. 2 h 10 min erreichbar, da dann die neue Schnellbahnstrecke München – Berlin (mit Halt in Bamberg) mit einer Fahrtzeit von nur noch 3 h 55 min fertiggestellt sein wird.[139]
  • Ab Dezember 2027 erhält Schweinfurt einen direkten IC-Anschluss im Rahmen der DB-Fernverkehrsoffensive durch die neue IC-Strecke Bamberg – Schweinfurt – Stuttgart.[140]

Regionalexpress- und Nahverkehrsstrecken von Schweinfurt in die Region und nach Thüringen

Weitere Bahnstrecke

Gerolzhöfer Brücke; die linke Stahlgitterbrücke stammt aus Wertheim.
  • Schweinfurt – Kitzingen (Steigerwaldbahn). Der Personenverkehr wurde im Abschnitt Kitzingen – Gerolzhofen 1981 und im Abschnitt Gerolzhofen – Schweinfurt-Hbf 1987 eingestellt. Seitdem wird die Strecke nur noch für Güterverkehr in den Schweinfurter Hafen und zu einem Gleisanschluss in Sennfeld sowie von gelegentlichen Sonderzügen genutzt. Im Juni 2016 wurde bekannt, dass der Inhaber des Kitzinger Gewerbeparks ConneKT die Bahnstrecke kaufen und wieder beleben möchte.[141]

Ein Kuriosum stellt die Gerolzhöfer Brücke der Bahnlinie Schweinfurt–Kitzingen in Schweinfurt dar. Ein Brückenabschnitt dieser Eisenbahnbrücke über den Main bestand vom Zweiten Weltkrieg bis 1984 aus einer Behelfsbrücke. Diese wurde durch ein Brückenfeld einer abgebauten Mainbrücke in Wertheim ersetzt, das nach Schweinfurt verschifft wurde.

Schweinfurt hat drei Bahnhöfe: den Taktknoten Hauptbahnhof (siehe Schweinfurt Hauptbahnhof), den Stadtbahnhof sowie den Sennfelder Bahnhof mit derzeit (2016) nur Güterverkehr. Ferner gibt es den DB-Haltepunkt Schweinfurt Mitte sowie ein Containerterminal.

Überregionaler Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernbuslinien haben Haltestellen am ZOB vor dem Hauptbahnhof.

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der innerstädtische ÖPNV-Verkehr wird vor allem mit 20 Omnibuslinien der Stadtwerke Schweinfurt abgewickelt. Von 1895 bis 1922 verkehrte die Städtische Straßenbahn Schweinfurt mit Pferdeantrieb zwischen dem Rathaus und dem Hauptbahnhof. Außerdem gibt es eine Taxi-Genossenschaft. Die Regionalbusgesellschaft Omnibusverkehr Franken (OVF) benutzt mit ihren Frankenbus-Linien die Stadt als Knotenpunkt (ZOB Hauptbahnhof) in ihrem Regionalbusnetz. Außerdem verbindet der Regionalzug Unterfranken-Shuttle den Schweinfurter Hauptbahnhof mit den zwei Haltepunkten Schweinfurt Mitte und Schweinfurt Stadtbahnhof.

Fahrradverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet hat ein relativ dichtes Radwegenetz, das weitgehend überörtlich ausgeschildert ist. Die Stadt liegt an drei Radfernwegen. Durch die unmittelbare Lage der Schweinfurter Altstadt am 600 Kilometer langen Main-Radweg, der 2008 als erster deutscher Radfernweg vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit fünf Sternen ausgezeichnet wurde,[142] ist die Stadt auch Anfahrtsziel für viele touristische Radreiserouten. Zudem liegt Schweinfurt am 140 km langen Main-Werra-Radweg und am Werntal-Radweg.

Europastraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwähnenswert ist die Europastraße E 48 Schweinfurt-Prag. Sie war als durchgehende Autobahn von Schweinfurt bis zur tschechischen Grenze bei Schirnding geplant, wo sie an die Schnellstraße R 6 über Karlsbad nach Prag anschließen sollte. Im Endausbau wurde die E 48 als durchgehend vierspurige Schnellstraße von Schweinfurt nach Prag angestrebt. Da die Planung der Fichtelgebirgsautobahn im Januar 2009 aufgegeben wurde, verläuft die E 48 nur von Schweinfurt bis Bad Berneck über Autobahnen und läuft dann zunächst als Bundesstraße weiter.

Oberndorfer Autobahnbrücke (A 70) über den Main

Autobahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Zweiten Weltkrieg gingen alle Autobahnplanungen vollständig am Raum Schweinfurt vorbei. In Folge der deutschen Teilung und der damit verbundenen Umplanungen (siehe Strecke 46 und Strecke 85) und der Wiedervereinigung (siehe Lage, Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 16) wurde die Stadt zu einem Autobahnknoten in der neuen bundesdeutschen Mitte.

Die A 70 und die A 71 bilden um Schweinfurt eine Tangente, die das Stadtgebiet im Süden und Westen umgibt, mit im Nahbereich der Stadt, zwischen Schonungen und Poppenhausen, sieben Anschlussstellen. Hierdurch wird das Stadtgebiet im Fern-, Regional- und zum Teil auch im lokalen Verkehr entlastet. Durch diese Autobahn-Erschließung nur über den Süden und Westen der Stadt bleibt der unmittelbare Zugang zum wichtigen Naherholungsgebiet Schweinfurter Rhön im Nordosten erhalten.

Bundesstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraßen spielen für Schweinfurt im Fern- und Regionalverkehr, der hier größtenteils über Autobahnen verläuft, nur noch eine geringe Rolle und dienen meist nur als Autobahnzubringer oder dem lokalen Verkehr. Schweinfurt liegt an, bzw. bei folgenden Bundesstraßen:

Um Schweinfurt führt wohl eine der ältesten Umgehungsstraßen der Welt. Die Chaussee Würzburg–Meiningen auf der Trasse der späteren B 19 wurde 1796 fertiggestellt. Auf einer völlig neuen Linienführung, unter Umgehung zahlreicher Dörfer und mit schnurgeraden Abschnitten wurde die Chaussee als Expressweg ähnlich einer modernen Schnellstraße ingenieurmäßig geplant.

Flugplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Flugplatz Schweinfurt-Süd hat eine Graspiste; er dient in erster Linie zum Starten und Landen der Motor- und Segelflugzeuge des Aeroclubs Schweinfurt e. V.' und auch als Verkehrsanbindung für Geschäftsflugzeuge und -hubschrauber.
  • Der Militärflugplatz der Schweinfurter US-Garnison in der Conn-Kaserne ist seit dem Abzug der Amerikaner 2014 ohne Verwendung.
  • Der Flugplatz Haßfurt-Schweinfurt im etwa 25 Kilometer entfernten Haßfurt wird als Verkehrslandeplatz auch von größeren Flugzeugen angeflogen.

Hubschrauberlandeplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • am städtischen Klinikum Leopoldinakrankenhaus für die Notaufnahme
  • am Flugplatz Schweinfurt-Süd
  • in der Conn-Kaserne; derzeit nicht genutzt (siehe #Flugplätze)

Energieversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strukturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrale Struktur: Die Stadtwerke Schweinfurt GmbH betreibt in der Stadt und in einigen Randgemeinden ein Stromnetz, ein Methangasnetz, ein Fernwärmenetz und ein Kabelnetz. Der Strom wird an der Börse in Leipzig gekauft, allerdings sind die Stadtwerke auch Miteigentümer des Wasserkraftwerkes an der Schweinfurter Main-Staustufe und an einer mittelgroßen Photovoltaikanlage auf dem Dach ihres Busdepots beteiligt. Das Gas wird vollständig zugekauft. Die Fernwärme wird von der Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt GmbH (GKS) bezogen, die an der (linksmainischen) Hafenmole ein kombiniertes Kohle- und Müllheizkraftwerk (GKS) sowie verschiedene Spitzenlastheizwerke im Stadtgebiet betreibt. Neben den Stadtwerken werden damit die größeren Industriebetriebe (FAG, SKF, Sachs, Bosch) mit Heißdampf versorgt. In der Industrie wird der Dampf teilweise direkt genutzt, der andere Teil wird – wie bei den Stadtwerken – in Heißwasser von bis zu 130 °C umgewandelt. Dieses wird über Rohre in Haubenkanälen oder erdverlegt zu den Nutzern transportiert und dort für Raumheizung und -kühlung sowie die Warmwasserbereitung verwendet.

Dezentrale Struktur: Außerdem gibt es im Stadtgebiet eine große Anzahl von mit Heizöl betriebenen Kesseln für Raumheizung und Warmwasser, teilweise durch thermische Solaranlagen ergänzt. Die Möglichkeit zur Einspeisung von fotovoltaisch produziertem Strom (EEG) in das öffentliche Stromnetz wird auch in Schweinfurt von vielen privaten Betreibern genutzt. Die größte Anlage gehört der Firma SKF (ca. 700 kWp) und steht auf dem Dach ihrer Logistikhalle.

Kernkraftwerk Grafenrheinfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kernkraftwerk Grafenrheinfeld, 2015 stillgelegt

Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG), das sich 3,4 km südwestlich von der Stadtgrenze befindet, ist am 27. Juni 2015 stillgelegt worden.

Die Bauarbeiten, an denen 14.000 Menschen beteiligt waren, begannen 1974 durch die Bayernwerk AG. Es wurden zwei 143 m hohe Kühltürme errichtet, die auf über 50 km Entfernung bis nach Mittelfranken zu sehen sind.[144] Am 9. Dezember 1981 ging das Kraftwerk mit einem Druckwasserreaktor und einer elektrischen Bruttoleistung von 1345 Megawatt in Betrieb, arbeitete nahezu störungsfrei und wurde überregional wenig wahrgenommen. Es gab einen Vorfall der INES-Stufe 1 der siebenstelligen Bewertungsskala, alle anderen Vorfälle lagen unterhalb dieser niedrigsten Stufe.[145] Bereits im ersten vollständigen Betriebsjahr 1983 produzierte das KKG mit 9,96 Milliarden Kilowattstunden Bruttostrom mehr als jede andere Anlage weltweit.[146]

Der E.ON-Plan sieht vor, dass der Rückbau 2018 beginnt. Zunächst soll das radioaktive Material aus dem Kontrollbereich ausgebaut werden. Bis 2028 soll der Rückbau abgeschlossen sein, so dass nur noch die Gebäude stehen und das Werk formal aus der atomrechtlichen Überwachung fällt. Der Abriss der Gebäude und der Kühltürme soll danach beginnen und laut Plan 2030/31 beendet sein. Die hochradioaktiven Abfälle sollen ins benachbarte Zwischenlager BELLA kommen, so lange es noch kein zentrales Endlager gibt. Die Betriebsgenehmigung für BELLA gilt bis 2046. Die mittel- und schwachradioaktiven Stoffe soll der Schacht Konrad bei Salzgitter aufnehmen. Da er noch nicht zur Verfügung steht wird am KKG eine Bereitstellungshalle BeHa errichtet. E.on hat bislang (2016) noch kein Konzept, was mit dem Werksgelände nach dem Ende des Rückbaus geschehen soll.[147]

Der wichtige Leitungsknoten bleibt mit dem Anschluss an das Höchstspannungsnetz und das Europäische Verbundsystemnetz bestehen, und wird seit Anfang 2015 mit einem weiteren Umspannwerk ausgebaut. Am Knoten wird die geplante Südlink als Stromtrasse und erstes Großprojekt in Erdverkabelung enden. Südlink soll im Rahmen der Energiewende die Stilllegung von Atomkraftwerken durch Windkraft aus dem Norden kompensieren.[148]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Würzburger Mediengruppe Main-Post verfügt im Bereich der Printmedien über eine Monopolstellung. Sie besitzt die beiden Tageszeitungen Schweinfurter Tagblatt und Volkszeitung. Der Lokalteil beider Zeitungen ist weitgehend identisch, vereinzelt zeigen Kommentare unterschiedliche Positionen auf. Wöchentlich werden kostenlos der Schweinfurter markt und main Sonntag verteilt. Auch diese Zeitungen gehören zur Mediengruppe Main-Post.

Mittwochs und sonntags erscheinen zusätzlich die Anzeigenblätter Schweinfurter Anzeiger und Sonntagsanzeiger von dem Schweinfurter SAZ-Verlag.

Monatlich erscheint das kostenlose groschenheft. Es informiert über die Veranstaltungen der Stadt und des Landkreises Schweinfurt. Das groschenheft hat eine IVW-geprüfte Auflage und ist Mitglied im Bewegungsmelderverbund.

Zweimal pro Jahr (Mai und November) erscheint für die Studenten der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt die hochschuleigene Zeitschrift BLICK, die vor allem über Themen aus der Forschung informiert.

Fernsehen und Hörfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei regionale Fernsehanbieter senden ein Programm für Schweinfurt und die Region Main-Rhön: TV touring ist im regionalen Kabelnetz sowie über den digitalen Satellitentransponder (Franken-Sat) auf ASRTA (19,2° Ost) zu empfangen. TV1 sendet donnerstags auf den Frequenzen von TV touring.

Das kommerzielle Hörfunkprogramm Radio Primaton (100,5 MHz) mit 0,5 kW Leistungsstärke sendet von einer Antenne auf dem SKF-Verwaltungs-Hochhaus seit 1991 regionale Berichte für die Region Main-Rhön. Betreiber ist die Schweinfurter Rundfunk GmbH & Co. Studiobetriebs-KG.

In Schweinfurt unterhält der Bayerische Rundfunk (BR) ein Korrespondentenbüro (Norbert Steiche), das für die BR-Hörfunkprogramme Beiträge mit Informationen aus der Region Main-Rhön produziert.

Der Rundfunksender der amerikanischen Streitkräfte American Forces Network (AFN) sendet von einer Antenne im Stadtteil Oberndorf (Schweinfurt) auf der UKW-Frequenz 87,7 M:Hz mit 0,1 kW Leistungsstärke. Von diesem Sender ist auch analog AFN-TV zu empfangen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land- u. Amtsgericht
Bayerisches Landesamt für Statistik, Dienststelle Schweinfurt (seit 1998)
Neues Hauptzollamt (2007)

Schweinfurt ist ein wichtiger Behördenstandort. Die Zuständigkeitsbereiche erstrecken sich bei mehreren Behörden weit über die Region hinaus. In den 1990er-Jahren wurden zwei bayerische Landesbehörden aus München nach Schweinfurt teilverlegt.

Gerichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landes- und Bundesbehörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sport- und Freizeitbad Silvana
  • Stadtbücherei im Ebracher Hof
  • Musikschule
  • Willy-Sachs-Stadion (16.500 Zuschauer)
  • Eisstadion Icedome (3.000 Zuschauer)
  • Golfplatz (18 Loch) + Öffentlicher Platz (6 Loch) GC Schweinfurt in Löffelsterz
  • Stadtstrand am Main
  • Erholungsanlage Wehranlagen
  • Badesee am Schwebheimer Wald (26 ha)
  • Kletterwald (ebd.)
  • Wildpark an den Eichen
  • DAV Kletterhalle (ebd.)

Hochschule und verwandte Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachhochschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochschule für angewandte Wissenschaften, Auditorium maximum

In der Schweinfurter Abteilung der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt studieren ca. 3200 Studenten. Die Hochschule entstand 1971 durch den Zusammenschluss des Schweinfurter Balthasar-Neumann-Polytechnikums mit der Würzburger Höheren Wirtschaftsschule und Werkkunstschule.[149]

Die Hochschule Würzburg-Schweinfurt ist mit insgesamt ca. 9000 Studenten die viertgrößte Fachhochschule in Bayern. In Schweinfurt wurde 2011 östlich des Campus 1 der Campus 2 am Rande der Innenstadt eröffnet.

i-Campus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: i-Campus Schweinfurt

Derzeit wird von der Hochschule in Schweinfurt ein dritter Campus aufgebaut. In einem insgesamt 28 Hektar großen Areal der ehemaligen US-Kaserne Ledward-Barracks entsteht im östlichen, innenstadtnahen Bereich der internationale Hochschulcampus i-Campus. Erste englischsprachige Vorlesungen für internationale Studenten begannen bereits im Wintersemester 2014/15 im bestehenden Campus 1. Ein Studentendorf soll angegliedert werden.[150][151] Auf dem Campus sollen außerdem eine i-Company und eine i-Factory aufgebaut werden, wo u. a. Unternehmen direkten Zugang zu den Forschungseinrichtungen der Hochschule bekommen.[152] Das Geld für das erste Gebäude steht zur Verfügung. Die Planungen begannen bereits und 2017 soll mit dem Bau begonnen werden. „In der schnellsten Konversion aller Zeiten“[153] soll hier der Vorlesungsbetrieb 2019 beginnen [154] und im Endausbau Raum für 2000 Studenten aus aller Welt bieten.[48]

Uni-Lehrkrankenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klinikum der Stadt Schweinfurt Leopoldina Krankenhaus ist akademisches Lehrkrankenhaus der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Es verfügt mit seinen rund 2.000 Mitarbeitern über 700 Planbetten und ist ein Akutkrankenhaus der Schwerpunktversorgung für die ganze Region. Das Klinikum bildet den Kern eines großen medizinischen Versorgungs-Quartiers, mit Instituten, Ärztehäusern und weiteren Einrichtungen.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schweinfurt besuchen derzeit rund 19.000 Schüler 50 Schulen.[155] Von den acht staatlichen Grundschulen beherbergen drei eine Mittelschule. Daneben gibt es eine private Grund- und Mittelschule, in der nach der Montessoripädagogik unterrichtet wird. In Schweinfurt existieren fünf Gymnasien, ab August 2016 eine Internationale Schule und zwei Realschulen sowie die Privaten Schulen Schwarz, in der die Erste private Realschule Schweinfurt und die Private Wirtschaftsschule Müller zusammengefasst sind. Vier Berufsschulen, eine Fachakademie für Sozialpädagogik, das Bayernkolleg, die FOS/BOS und fünf Förderschulen bzw. Förderzentren komplettieren die Schullandschaft.

Das Walther-Rathenau-Gymnasium und die Walther-Rathenau-Realschule befinden sich als städtische Schulen unter einem Dach. Das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium gilt als eines der größten Gymnasien Bayerns[156]. Das Celtis-Gymnasium wird als einziges Gymnasium im Stadtgebiet vom Landkreis Schweinfurt finanziert. Eine Besonderheit stellt das private Lyzeum der Republik Griechenland dar. Der Schulträger ist das Bildungsministerium Griechenlands und der Schulaufwandsträger die Republik Griechenland.[157] Die International School Mainfranken (ISM) unterrichtet ab dem Schuljahr 2016/2017 in Schweinfurt die Klassen 1 bis 12 ausschließlich in englischer Sprache. Das Bayernkolleg Schweinfurt bietet die Möglichkeit, das Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg zu erwerben. Die Friedrich-Fischer-Schule besteht aus einer Fachoberschule und einer Berufsoberschule.

Die fünf Förderschulen in teils staatlicher, teils privater Trägerschaft unterscheiden sich nach ihrer Fachrichtung. Die Julius-Kardinal-Döpfner-Schule ist eine Schule zur Sprachförderung, die Carl-Sonnenschein-Schule eine Schule zur Erziehungshilfe, die Franziskus-Schule ein Förderzentrum mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung, die Pestalozzi-Schule ein Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Lernen und schließlich die Schule für Kranke in der Region Main-Rhön eine Förderschule für kranke Kinder und Jugendliche.

Die Musikschule wurde im Jahr 1872 gegründet und zählt mittlerweile zu den größten Musikschulen Bayerns.[158]

Friedenschule (einst Ludwigschule) von Paul Bonatz (1907/08), Mittelteil später aufgestockt

Gymnasien

Internationale Schule

Schulen des Zweiten Bildungsweges

  • Bayernkolleg
  • Friedrich-Fischer-Schule (FOS/BOS)

Realschulen

  • Walther-Rathenau-Realschule
  • Wilhelm-Sattler-Realschule

Haupt-/Mittelschulen

  • Auenschule
  • Albert-Schweitzer-Schule
  • Friedenschule
  • Private Montessori-Schule

Fachakademie

  • Fachakademie für Sozialpädagogik

Berufsschulen

  • Dr.-Georg-Schäfer-Schule Schweinfurt, Staatl. Berufsschule I
  • Ludwig-Erhard-Schule, Staatl. Berufsschule II Schweinfurt
  • Staatl. Berufsschule III Schweinfurt

Weinort Schweinfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist ein Weinort in Franken (Weinbaugebiet) im Bereich Maindreieck (Liste der Weinorte in Franken). Am Ostrand der Stadt, an den steilen Südhängen des Maintals, befinden sich die beiden kleinen, großlagenfreien Weinlagen Peterstirn und Mainleite, mit zusammen etwa drei Hektar Rebfläche und der Leitsorte Silvaner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Morgenseite mit Weinbergen 1847

In Schweinfurt wird wahrscheinlich seit weit über 1000 Jahren Weinbau betrieben (siehe Erste urkundliche Erwähnung). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Schweinfurt eine bedeutende fränkische Weinbau- und Weinhandelsstadt. Zum Ende der Reichsstadt-Zeit 1802 waren es etwa 320 Hektar Rebfläche. Der Weinbau kam unter anderem infolge der Reblaus im Laufe der Zeit nahezu ganz zum Erliegen. Teile einiger Stadtviertel bis hin zum Rand der Altstadt befinden sich auf ehemaligen Weinbergen. Seit den 1980er-Jahren wird wieder in den historischen Weinlagen Peterstirn und Mainleite Weinbau betrieben. Am Burgberg des Schlosses Peterstirn aus dem 19. Jahrhundert mit dem Karlsturm, an der Stelle des ehemaligen Benediktinerklosters Schweinfurt, befindet sich ein Schweinfurter Weingut. Durch die Unterbrechung des Weinbaus bis zu den 1980er-Jahren blieben die Weinberge von der Flurbereinigung der 1970er Jahre verschont, bei der vielerorts die historischen Strukturen zerstört wurden. Die kleine Wein-Kulturlandschaft am Schloss Peterstirn mit ihren Natursteinmauern und Gerätehäuschen blieb dadurch erhalten.

Goethe schätzte den Schweinfurter Wein und ließ sich große Mengen liefern, allein im Jahre 1821 waren es 700 Liter. Die Verbindung Goethes zum Schweinfurter Wein geht aus sieben Goethebriefen hervor, die im Goethe-Schiller-Museum in Weimar verwahrt werden.[159]

Dreifrankenblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am oberen Ende des Weinbergs Peterstirn steht ein kleiner denkmalgeschützter Aussichtsturm.[160] Von ihm blickt man über die zentrale unterfränkische Landschaft Mainfränkische Platten auf den gesamten Steigerwaldkamm, der in kleinen Teilen zu Oberfranken gehört. Bei guter Sicht ist westlich (rechts) hinter dem Schwanberg in 48 km Entfernung der Kapellenberg oberhalb des Weinortes Bullenheim in Mittelfranken erkennbar.

Lokale Spezialität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlachtschüssel-Gedeck, mit Kren (Meerrettich), Salz, Pfeffer und Brot

Die Original Schweinfurter Schlachtschüssel ist ein Gericht, das der Schweinfurter Metzgerwirt Georg Josua Schwanhäusser im Gasthof Goldener Stern in der Oberen Gasse 36 im Jahre 1856 seinen Gästen erstmals servierte. Die Schlachtplatte, fränkisch Schlachtschüssel, findet sich auf keiner Speisekarte und ist kein übliches Essen, sondern eher ein Fest in geselliger Runde, über mehrere Stunden, für einen größeren Personenkreis.

Der Ablauf erfolgt nach einem genau überlieferten Zeremoniell, einschließlich traditioneller Belustigungen. Manchmal auch mit Musikbegleitung und Gesang. Die Schlachtschüssel wird ausschließlich in Wirtshäusern in und um Schweinfurt angeboten. Mit der wichtigsten Besonderheit, dass das Kesselfleisch auf bis zu fünf Meter langen Holzbrettern serviert wird, von denen auch gegessen wird, an Stelle von Tellern. Dazu gibt es nur Brot, Kren (fränkisch für Meerrettich) und Sauerkraut. Getrunken wird Frankenwein, Weinschorle oder Most; Bier ist verpönt.

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Vater des Bauhauses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirsing Villa, Alte Bahnhofstraße Schweinfurt, Theodor Fischer 1909

Der am 28. Mai 1862 in Schweinfurt geborene Theodor Fischer, der das humanistische Gymnasium in Schweinfurt (heute Celtis-Gymnasium) besuchte, wurde „als einflussreichster und bedeutendster Architekt vor dem Ersten Weltkrieg“ bezeichnet.[161] Fischer stellte um 1900 den General-Bebauungsplan für München auf, der bis zum Zweiten Weltkrieg verbindlich galt. Er zählt zu den wichtigsten Architekten in der Übergangsphase zwischen Historismus und Moderne. Einerseits kritisierte ihn sein Nachfolger auf dem Lehrstuhl der Technischen Hochschule Stuttgart, Paul Bonatz heftigst, als „fränkisch verknödelt“. Andererseits wandte sich Fischer von seiner Mitarbeit (1886 bis 1889) am Berliner Reichstagsgebäude unter Paul Wallot ab, distanzierte sich vom Historismus und galt schließlich als ein Vater der modernen Architektur und des Bauhauses. Seine Gedanken im „Manifest für die deutsche Baukunst“ wurden Grundlage für das Bauhaus-Manifest. 1932 sowie in einer Rede im Oktober 1933 vor der versammelten NS-Prominenz appellierte er für den Erhalt des Bauhauses.

Ludwig Mies van der Rohe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neue Nationalgalerie Berlin, Rückgriff auf einen Entwurf des Museums Georg Schäfer

40 Jahre vor der Eröffnung des Museum Georg Schäfer beauftragte der Schweinfurter Industrielle Dr. Georg Schäfer Ludwig Mies van der Rohe für die Planung eines Museums für seine damals bereits bedeutende Privatsammlung. Der Entwurf von 1960/61 sah einen gläsernen, stützenlosen, eingeschossigen Hallenraum mit einer Stahlkonstruktion vor und sollte im Fichtelsgarten, einem Abschnitt der nördlichen Schweinfurter Wallanlagen, errichtet werden. Der damalige von der SPD dominierte Stadtrat lehnte das Geschenk des Industriellen für seine Heimatstadt wegen der zu übernehmenden Unterhaltskosten ab. Daraufhin verwirklichte Mies van der Rohe die Idee in größeren Abmessungen als Neue Nationalgalerie in Westberlin an der Potsdamer Straße in den Jahren 1965 bis 1968. Es ist das einzige Bauwerk, das Mies van der Rohe in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg umsetzte und gilt als Meisterwerk am Ende seiner langen Laufbahn. Die Bauleitung hatte sein Enkel Dirk Lohan, der mit Heidemarie Schäfer, der Tochter von Georg Schäfer, verheiratet war.[162]

Frühester gedruckte Puppenspieltext von 1582[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Figurenspieler Balthasar Klein aus Joachimsthal besuchte 1582 die Stadt und ließ hier den Text Ein lustiges auch kurtzes und nicht minder nutzes Spiel von der Bußpredigt Jone des Propheten zu Niniue drucken. Diese Schrift ist der älteste gedruckte Puppenspieltext und für die Theaterforschung von großer Bedeutung. Das einzige erhaltene Exemplar wurde in der Bibliothek der Universität Krakau wieder aufgefunden.[163]

Gunter Sachs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Mainberg bei Schweinfurt, Geburtsort von Gunter Sachs

Gunter Sachs wurde auf Schloss Mainberg bei Schweinfurt am 14. November 1932 geboren. Er war in den 1960er und 1970er-Jahren als Prototyp des Gentleman-Playboys bekannt. Nach seiner Liaison mit der persischen Exkaiserin Soraya 1962 war er von 1966 bis 1969 mit der französischen Filmschauspielerin Brigitte Bardot verheiratet.

Der Fotograf und Kunstsammler führte das Nachkriegsdeutschland aus seiner Provinzialität, machte die Pop Art salonfähig und entdeckte Andy Warhol.[164] Er gehörte bis Mitte der 1980er Jahre dem Aufsichtsrat der Sachs-Gruppe in Schweinfurt an. Um den Jahreswechsel 2013/2014 war in der Kunsthalle Schweinfurt die Sammlung Gunter Sachs, u. a. mit Werken von Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Salvador Dalí und Max Ernst zu sehen. Die Ausstellung verstand sich „als eine Hommage der Familie Sachs an ihre Wurzeln“.[165]

Festivals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee des Kneipenfestivals wurde von der Blues Agency[166] in Schweinfurt geboren. 1993 fand das erste Honky Tonk (Festival) in der Kneipenmeile Kornmarkt-Bauerngasse-Zeughaus in der nördlichen Altstadt statt. Zum Festival, dass jährlich jeweils an einem Tag stattfindet, kamen bis zu 22.000 Besucher. Mittlerweile findet das Honky Tonk Festival in über 50 Städten in vier Ländern statt und wird in vielen anderen Städten unter anderen Namen kopiert.

Etwa alle drei Jahre findet am Sennfelder See, knapp hinter der Stadtgrenze, auf dem Gebiet der Gemeinde Sennfeld das Internationale Varietefestival statt. Es ist Europas größtes Varietefestival.[167]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Stein: Geschichte der Stadt Schweinfurt nebst Chronik der Stadt Schweinfurt. Verlag Rückert Buchhandlung, Schweinfurt 1992.
  • Heinrich Christian Beck: Chronik der Stadt Schweinfurt (publiziert 1836–1841).
    • Erster Band.
      • Erste Abtheilung, Schweinfurt 1836 (E-Kopie)
      • Zweite Abtheilung, Schweinfurt 1836 (E-Kopie).
    • Zweter Band: Die Zeiten vom Ausgange des 30-jährigen Krieges bis zum gegenwärtigen Jahrhundert.
      • Erste Abtheilung, Schweinfurt 1841 (E-Kopie).
      • Zweite Abtheilung, Schweinfurt 1841 (E-Kopie).
  • Heinrich Christian Beck: Adreßbuch der Stadt Schweinfurt. Mit vorausgeschickter Darstellung der Hauptmomente ihrer Geschichte und einer Übersicht der Sehenswürdigkeiten der Stadt. Schweinfurt 1846 (E-Kopie).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schweinfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Schweinfurt – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Schweinfurt – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.presseportal.de/pm/7841/592674/ abgerufen am 15. April 2016.
  3. http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/wolfsburg-ist-deutschlands-wirtschaftlich-staerkste-stadt-a-913700.html
  4. https://www.bmbf.de/de/die-akademien-der-wissenschaften-akademienprogramm-418.html
  5. a b c Topografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes 1:25.000, Blatt 5927 Schweinfurt
  6. a b c d e f g Stadtplan Schweinfurt mit Geschichte und Sehenswürdigkeiten, Druck- und Verlagshaus Weppert, Schweinfurt 2003
  7. Friedrich Rückert nannte Franken „Die Stille Mitte Europas“
  8. Süddeutsche Zeitung, Online-Ausgabe vom 26. Juli 2016: Deutschlands Blitzhauptstadt, Angaben des Blitzinformationsdienstes
  9. TV Touring Schweinfurt, 14. Dezember 2015
  10. Der Spiegel: „Sommer in Deutschland: Kitzingen stellt neuen Hitzerekord auf“, 6. Juli 2015
  11. Der 15. Stadtteil Maintal ist in der veralteten Übersichtskarte noch nicht enthalten abgerufen am 13. Januar 2016
  12. Gunther Schunk, Hans-Dieter Wolf: Meefränggisch für Debben & Subber–Exberden. Königshausen & Neumann, 2010, ISBN 978-3-8260-4554-7
  13. Mein Schweinfurt: Wörterbuch Schweinfurterisch – Deutsch. Abgerufen am 27. März 2016.
  14. a b c d e f g h i j k l m n o p q r http://www.schweinfurtfuehrer.de/geschichte/schnell%C3%BCbersicht/ abgerufen am 15. Mai 2016.
  15. http://www.schweinfurtfuehrer.de/geschichte/die-anf%C3%A4nge-bis-1200/ abgerufen am 14. mai 2016.
  16. a b c d Dr. Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein, Lehrbeauftragter für bayerische Namenskunde der Ludwig-Maximilians-Universität München. Abhandlung veröffentlicht durch Michael Unrath in: http://www.schweinfurtfuehrer.de/geschichte/woher-kommt-der-name-schweinfurt/ abgerufen am 15. Mai 2016.
  17. Schweinfurter Heimatblätter: Artikel von Wilhelm Fuchs, 1957.
  18. a b c d e f Karl Treutwein: Unterfranken, S. 141.
  19. Heinrich Wagner, Zur Gründung der Klöster Weißenburg und Echternach und ihrem Wirken in Mainfranken, in: Archiv für mittelrheinisch Kirchengeschichte 55 (2003), S. 103–146, hier S. 123f., 127
  20. a b c d e f g Schweinfurt-Stadt-Kultur-Themen. Eine Publikation des Schweinfurter Tagblatts und Sonderausgabe für das Handelsblatt und die ZEIT: Mikro-Schauplatz der deutschen Geschichte, 20. Mai 2009, S. 4–5
  21. Grundlegend zur Entwicklung bis 1300 und als Nachweis für alle Angaben: Achim Fuchs, Schweinfurt. Die Entwicklung einer fränkischen Villula zur Reichsstadt (Mainfränkische Studien 2), Würzburg 1972
  22. Rudolf Endres: Die Rolle der Grafen von Schweinfurt in der Besiedlung Nordostbayerns, Jahrbuch für fränkische Landesforschung 1972, S. 7 und Dr. F. Stein: Das Markgräfliche Haus von Schweinfurt, S. 27ff.
  23. http://www.schweinfurtfuehrer.de/ Schweinfurtführer von Peter Hofmann
  24. Paul Friedrich von Stälin: Otto III., Herzog von Schwaben. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Band 24. Duncker & Humblot, Leipzig 1887, S. 726 f.
  25. Mehrere Autoren: Bikeline-Radtourenbuch Main-Radweg. Esterbauer Verlag, Rodingersdorf 2005, ISBN 3-85000-023-0, S. 60
  26. Alt Schweinfurt von Hubert Gutermann (9. Auflage) Seite 2/3
  27. Unterfränkische Geschichte, Band 2. Echter Verlag, Würzburg, 1992
  28. Übersicht der Akten im Staatsarchiv Würzburg mit Inhaltsangaben.
  29. a b Unterfränkische Geschichte, Band 3. Echter Verlag Würzburg 1995.
  30. Schweinfurt, Kleine Stadtgeschichte, Seite 40
  31. Schweinfurt. Stadt-Kultur-Themen, Seite 4. Sonderausgabe des Schweinfurter Tagblatts als Beilage für das Handelsblatt und DIE ZEIT
  32. TV Touring Schweinfurt, 29. Januar 2016
  33. Bayer. Staatsbahnen, Ausbauzustand bis 1912.
  34. Werner Bätzing, Die Bevölkerungsentwicklung in den Regierungsbezirken Ober-, Mittel- und Unterfranken im Zeitraum 1840–1999, in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 61 (2001), S. 196.
  35. a b c Michael Bucher, Rolf Schamberger, Karl-Heinz Weppert: Wie lange müssen wir noch in diesen Ängsten leben? Druck- und Verlagshaus Weppert, Schweinfurt 1995, ISBN 3-926879-23-8, S. 42f.
  36. http://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article119096357/Der-Untergang-der-US-Air-Force-ueber-Schweinfurt.html/ abgerufen am 15. April 2016.
  37. a b Schweinfurter Tagblatt vom 22. Februar 1984.
  38. http://secondschweinfurt.ning.com/ abgerufen am 15. April 2016.
  39. Sonderbeilage des Schweinfurter Tagblatts vom 16. März 1985.
  40. a b c d e f g h Angaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in: Geschichte der Liegenschaften des Militärstandortes Schweinfurt
  41. Mathias Wiedemann: Ende einer 70-jährigen Nachbarschaft. In: Schweinfurter Tagblatt, 19. September 2014.
  42. US-Garnison Schweinfurt, Wikipedia-Artikel in Englisch abgerufen am 23. Juli 2016
  43. a b Volker Dittmar in: Schweinfurter Tagblatt: In Bayern die erste Freihandbücherei, 5. März 2016
  44. a b c d e f g h i j k l m n o p Angaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
  45. Wirtschaft in Mainfranken: Abzug der US-Army vom Standort Schweinfurt steht fest, Juli 2012, S. 34
  46. Anja Weisgerber in: TV-Touring Schweinfurt: Mit Anja auf Tour–Bundestagsabgeordnete ist in ihrem Wahlkreis unterwegs, 21. Juli 2016
  47. Schweinfurter Tagblatt:Stadt wächst um 48 Hektar, 23. Dezember 2015.
  48. a b Schweinfurter Tagblatt: Leben und Lernen in Ledward, 25. Februar 2016, S. 25
  49. Main Post, Online-Ausgabe: Eine der besten US-Standorte in Europa, 21. November 2006
  50. http://www.zeit.de/2010/41/Irakkrieg-Soldat-Hatley/seite-5
  51. Bayerischer Rundfunk, Nachrichten vom 18. September 2015
  52. Mehrere Autoren: Wie lange müssen wir noch in diesen Ängsten leben? Verlagshaus Weppert, Schweinfurt 1995, ISBN 3-926879-23-8, Ausschnitt aus dem Schadensplan der Stadt Schweinfurt, S. 103
  53. Schaubild eines Wiederaufbaus am Fischerrain, schefbeck hoch 3 architekten abgerufen am 23. Juli 2016
  54. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, Statistik kommunal 2014
  55. Rand Mc.Nally „Internationaler Atlas“. Georg Westermann Verlag, Braunschweig 2001, ISBN 3-07-500001-9, S. 306
  56. http://www.citypopulation.de/php/germany-agglo_d.php/
  57. Heimatbuch Oberwerrn, Teil 1, Niederwerrn, 2006
  58. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 602.
  59. Schweinfurter Tagblatt: Schweinfurt ging bei der Gebietsreform leer aus, 22. Februar 2012.
  60. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 734.
  61. a b Alt-Schweinfurt von Hubert Gutermann (9. Auflage) (Seite 1)
  62. Schweinfurt. Abgerufen am 21. Juli 2015.
  63. Ergebnis der Stichwahl auf mainpost.de
  64. Stadt Schweinfurt, Bekanntmachung zur OB-Wahl
  65. Vorläufiges Ergebnis zur Stadtratswahl 2014 am 16. März 2014. Abgerufen am 21. Juli 2015.
  66. http://www.swity.de/2016/01/08/schweinfurt-afd-ab-sofort-im-schweinfurter-stadtrat-vertreten/ abgerufen am 2. Mai 2016
  67. https://ergebnisse.zensus2011.de/#dynTable:statUnit=PERSON;absRel=PROZENT;ags=096620000000;agsAxis=X;yAxis=MIGRATION_KURZ
  68. a b c Partnerstädte. Stadt Schweinfurt, abgerufen am 25. Mai 2011 (deutsch).
  69. Streiflichter auf die Kirchengeschichte in Schweinfurt. Kirchengemeinde St. Johannis, Schweinfurt 1992
  70. Vgl. BSLK, S. 765; vgl. S. 17.
  71. Uwe Müller: Dokumente jüdischen Lebens in Schweinfurt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Schweinfurt 4, 1990
  72. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 192
  73. Schweinfurt-Stadt-Kultur-Themen. Sonderausgabe des Schweinfurter Tagblatts für das Handelsblatt und DIE ZEIT, S. 20
  74. http://www.disharmonie.de/ abgerufen am 4. Februar 2016
  75. http://www.puppenspieltage.de/ abgerufen am 4. Februar 2016
  76. http://www.kleines-museum.de/ abgerufen am 4. Februar 2016
  77. http://www.fichtelundsachsbunker.de/ abgerufen am 4. Februar 2016
  78. http://www.stattbahnhof-sw.de/ abgerufen am 4. Februar 2016.
  79. Fluß und Fleiß. Schweinfurt entdecken – Rundweg 4,5 km. Prospekt des Kulturamtes der Stadt Schweinfurt
  80. Schweinfurter Tagblatt vom 18. April 2011
  81. Siehe Karte 1, Kennzeichnung „Der“ in: http://www.schweinfurtfuehrer.de/geschichte/woher-kommt-der-name-schweinfurt/ abgerufen am 15. Mai 2016.
  82. a b c d e f g h i j k l m n o p q „Schweinfurt Stadtplan“. Geschichte und Sehenswürdigkeiten. Tourist-Information Schweinfurt 360°
  83. http://in-und-um-schweinfurt.de/ Nachricht vom 17. Dezember 2015
  84. http://www.schweinfurtfuehrer.de/sehenswertes/metzgergasse-nr-16/ abgerufen am 3. Februar 2016
  85. http://www.schweinfurtfuehrer.de/sehenswertes/der-bauschenturm/ abgerufen am 3. Februar 2016
  86. a b Schweinfurt-Stadt-Kultur-Themen. Sonderausgabe des Schweinfurter Tagblatts für das Handelsblatt und die ZEIT, S. 10f.
  87. Main-Post: SKF schenkt Schweinfurt ein Wahrzeichen, 27. Juli 2012
  88. Oliver Herwig: Museum Georg Schäfer, Schweinfurt (= Die Neuen Architekturführer. Nr. 67). Stadtwandelverlag, Berlin 2005, ISBN 3-937123-38-5, S. 7, 16, 19.
  89. Zeitmaschine Architektur, Vierte Architekturwoche Schweinfurt 2008, S. 68 f.
  90. a b c d Schweinfurt-Stadt-Kultur-Themen. Sonderausgabe des Schweinfurter Tagblatts für das Handelsblatt und DIE ZEIT, S. 3
  91. a b Zeitmaschine Architektur, Vierte Architekturwoche des Bundes Deutscher Architekten (BDA) in Schweinfurt 2008, S. 2
  92. a b http://www.einkaufs-zentrum.net/bayern/stadtgalerie-schweinfurt/ abgerufen am 4. Februar 2016
  93. a b BayernAtlas der Bayerischen Vermessungsverwaltung, Historische Karte
  94. http://www.dekanat-schweinfurt-evangelisch.de/469.php
  95. http://www.schweinfurtfuehrer.de/alte-stadtansichten-und-infos/ludwigsbrunnen/ abgerufen am 7. Februar 2016
  96. TV-Touring Schweinfurt, 30. Januar 2016
  97. Bertelsmann Universallexikon, Gütersloh 1989
  98. Kulturamt der Stadt Schweinfurt: „Fluß und Fleiß“
  99. http://oekopax.de/?p=525/ abgerufen am 7. Februar 2016
  100. http://www.zwangsarbeit-schweinfurt.de/unsere-bisherige-arbeit.html/ abgerufen am 7. Februar 2016
  101. Main-Post: Wenn 22 Tonnen Stahl für Bewegung sorgen, 8. September 2008
  102. http://in-und-um-schweinfurt.de:/ Das schwebende Großlager…, 6. September 2012
  103. http://www.bdv-bayern.de/de/Pressemitteilungen/2014/Oktober/Denkmal-fuer-die-Opfer-von-Flucht-Vertreibung-und-Zwangsarbeit-in-Schweinfurt-geweiht/ abgerufen am 7. Februar 2016
  104. http://www.schweinfurtfuehrer.de/sehenswertes/stadtschreiberhaus-mit-stadtmodell-v-1800/ abgerufen am 6. Februar 2016
  105. http://www.schweinfurtfuehrer.de/industriegeschichte/firmen-schweinfurt/gademann/ abgerufen am 25. März 2016
  106. Die Wehranlagen. Abgerufen am 21. Juli 2015.
  107. http://www.schweinfurtfuehrer.de/vereine/sportvereine/radfahrerverein-1889/ abgerufen am 1. Februar 2016
  108. Die Gutermann-Promenade und Mainlände. Abgerufen am 21. Juli 2015.
  109. Die Erholungsanlage am Baggersee mit Klettergarten. Abgerufen am 21. Juli 2015.
  110. http://www.schweinfurtfuehrer.de/alte-stadtansichten-und-infos/wehranlagen-und-zoo/ abgerufen am 10. Mai 2016.
  111. Schweinfurter Tagblatt vom 18. Dezember 2010
  112. Süddeutsche Zeitung vom 7. Juli 2014
  113. WXI History: 1930–1940
  114. Schweinfurter Tagblatt vom 23. Dezember 2008
  115. Wirtschaft und Verkehr – Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Archiviert vom Original am 19. Juli 2011, abgerufen am 21. Juli 2015.
  116. Wolfsburg ist Wirtschaftshochburg. Abgerufen am 21. Juli 2015.
  117. manager magazin: Neue Geografie, Januar 2010, S. 124
  118. Wirtschaft in Mainfranken, September 2015, S. 17
  119. Wirtschaft in Mainfranken, März 2016, S. 67
  120. a b c http://fahrradzukunft.de/17/fichtel-und-sachs-geschichte/ abgerufen am 1. April 2016
  121. a b http://www.t-n-s.de/thwb/showtopic.php?threadid=1426/ abgerufen am 2. April 2016
  122. a b https://ihr-bhkw.de/technik/einfuehrung-blockheizkraftwerke/bhkw-geschichte/ abgerufen am 4. April 2016
  123. Das Werk befindet sich unmittelbar hinter der Stadtgrenze auf Sennfelder Gemarkung, wird jedoch auf der Homepage von Kühne als Werk Schweinfurt bezeichnet: https://www.kuehne.de/unternehmen/standorte/ abgerufen am 11. April 2016
  124. Derzeitiger Sitz im Hafen-Ost auf Sennfelder Gemarkung, wird jedoch auf der Homepage von Winora-Staiger „mit Hauptsitz am traditionellen Industriestandort Schweinfurt“ bezeichnet: http://www.winora.de/de/WINORA-Fahrraeder-und-eBikes-Unternehmen-53,217.html/ abgerufen am 11. April 2016
  125. Schwäbische Zeitung: „Die Elektromobilität sollte man nicht übers Knie brechen“, 21. März 2016, S. 3
  126. http://www.schweinfurtfuehrer.de/industriegeschichte/gesamt%C3%BCberblick-industriegeschichte/ abgerufen am 25. März 2016
  127. http://www.schweinfurtfuehrer.de/geschichte/1700-1800/ abgerufen am 25. März 2016
  128. Vgl. Thomas Horling, Die Kugellagerstadt – Ein Überblick über 100 Jahre Schweinfurter Industrie- und Stadtgeschichte, in: Frankenland 2009/2, S. 98–109.
  129. Wirtschaft in Mainfranken: Vor 125 Jahren patentiert, August 2015, S. 88
  130. Schweinfurter Tagblatt vom 11. Februar 1984
  131. Die Zahl von 4.500 Kriegsgefangenen bezieht sich auf den Zeitraum Aug. 1941 bis Okt. 1944. Wie bei den Zwangsarbeitern war auch bei den Kriegsgefangenen eine Fluktuation zu verzeichnen. Der Zahl der gleichzeitig in der Schweinfurter Industrie beschäftigten Kriegsgefangenen lässt sich aufgrund fehlender Daten nicht exakt bestimmen. Wie bei den Zwangsarbeitern dürfte auch hier der Höchststand Ende 1943 erreicht worden sein. Vgl. Uwe Müller, Der Arbeitseinsatz ausländischer Zivilarbeiter und Kriegsgefangener im Zweiten Weltkrieg in Schweinfurt. Zahlen aus dem Stadtarchiv, in: „Dem Menschen zugewandt“. Ökumenisches und Geschichtliches nicht nur aus Schweinfurt. Zum 70. Geburtstag von Dekan i.R. Johannes Strauß, hg. von Ernst Petersen, Schweinfurt 2001, S. 119.
  132. Schweinfurter Tagblatt: Abbau mehr als unverständlich, 15. März 2005
  133. https://www.fis-gmbh.de/ abgerufen am 10. April 2016
  134. http://www.gpsauge.de/unternehmen/ abgerufen am 10. April 2016
  135. a b c http://www.ece.de/center-projekte/shopping/stadtgalerie-schweinfurt/ abgerufen am 24. April 2016
  136. e commerce magazin: GfK-Prognose zum Einzelhandelsumsatz 2014. Abgerufen am 29. März 2016.
  137. Wirtschaft in Mainfranken, Juni 2013, S.13
  138. DB Liniennetz Main-Spessart-Express, Bahnjahr 2016
  139. Wirtschaft in Mainfranken, Januar 2015, S. 25
  140. Schweinfurter Tagblatt, Online-Ausgabe: Schweinfurt bekommt ab 2028 einen IC-Anschluss, 19. März 2015
  141. TV Touring, Online-Ausgabe: Wiederbelebung der Bahnstrecke Schweinfurt–Kitzingen? 28. Juni 2016
  142. n-tv.de: Main-Radweg ausgezeichnet – Fünf Sterne vom ADFC, 27. August 2008
  143. TV-Touring, 18. März 2016
  144. Die Kühltürme sind von der Landstraße von Uffenheim Richtung Rothenburg o. d. Tauber., 3 km nach Querung der A 7 zu sehen.
  145. Bundesamt für Strahlenschutz: Kernkraftwerke in Deutschland – Meldepflichtige Ereignisse, Stand: 13. April 2015.
  146. Pressemeldung vom 14. Februar 2001 bei kernenergie.de.
  147. Schweinfurter Tagblatt: So will E.on das AKW Grafenrheinfeld abreißen, 8. Mai 2016.
  148. Der Spiegel: Hier soll die neue Energieautobahn verlaufen, 5. Februar 2014.
  149. Zur Hochschulgeschichte. Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Abgerufen am 24. Oktober 2012.
  150. schweinfurter, Bürgermagazin der Stadt Schweinfurt, 3. Ausgabe, S.19
  151. FHWS i-Campus. Archiviert vom Original am 8. Februar 2015, abgerufen am 21. Juli 2015.
  152. Wirtschaft in Mainfranken, März 2014, S. 28f.
  153. Bayerisches Fernsehen, Bericht vom 8. Januar 2016
  154. Bayerischer Rundfunk, Bericht vom 20. April 2015
  155. Stadt der Schulen. Stadt Schweinfurt, abgerufen am 3. Juli 2015.
  156. Offizielle Internetpräsenz des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums
  157. Übersicht über die Schweinfurter Gymnasien (PDF)
  158. Leitbild Musikschule. Zweckverband Musikschule Schweinfurt, abgerufen am 3. Juli 2015.
  159. Schweinfurt und der Wein. Abgerufen am 21. Juli 2015.
  160. siehe Liste der Baudenkmäler in Schweinfurt (Untere Mainleite, Aussichtsturm)
  161. Winfried Nerdinger zur Gedächtnisaustellung zum 50. Todestag von Theodor Fischer in München und Stuttgart.
  162. Zeitmaschine Architektur, 4. Architekturwoche Schweinfurt, 2008, S. 58–59
  163. http://www.puppenspieltage.de/puppenspieltradition.htm/ abgerufen am 23. Januar 2016
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