Eberhard Roßdeutscher

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Briefmarke der DDR von 1974 mit Abbildung eines Reliefs von Eberhard Roßdeutscher

Eberhard Roßdeutscher (* 28. Januar 1921 in Weißenfels; † 27. Mai 1980 in Magdeburg, Sachsen-Anhalt) war ein deutscher Bildhauer, Plastiker und Restaurator.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Schulzeit erlernte Roßdeutscher von 1937 bis 1940 den Beruf des Steinmetzen und Steinbildhauers bei seinem Vater Max Roßdeutscher in Magdeburg. Sein Vater war von 1926 bis 1929 Leiter der Magdeburger Dombauhütte und schuf bildhauerische Büsten und Medaillen.[1]

In dieser frühen Zeit besuchte Eberhard Roßdeutscher die Schule für Graphik und Gestaltendes Gewerbe Magdeburg. 1946 studierte er an Staatlichen Kunstschule Bremen bei Herbert Kubica und von 1955 bis 1963 war er Gastdozent an der Kunstschule in Magdeburg. Ab 1952 arbeitete er als freischaffender Künstler und schuf Porträt- und Tierplastiken, während er sich ab 1967 Denkmalen und größeren plastischen Ensembles zuwandte.

Ab 1957 initiierte er das einmal je Jahr veranstaltete Bildhauersymposion in Ummendorf im Steinbruch des Ummendorfer Sandsteins, an denen er bis zu seiner Erkrankung im Jahr 1978 stets teilnahm.[2]

Roßdeutscher arbeitete vor allem in Bronze, Stein und Terrakotta.

Eberhard Roßdeutschers Sohn ist Wolfgang Roßdeutscher, ein Bildhauer, wie auch sein Vater Max Roßdeutscher.

Werke im öffentlichen Raum (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Magdalena George gewinnt Eberhard Roßdeutscher in der Auseinandersetzung mit der Plastik unseres Jahrhunderts seinen charakteristischen Stil, was er am überzeugendsten in seinen Kleinplastiken dokumentiert. Seine Themen waren Menschen- und Tierdarstellungen, vor allem in Gruppen.[3]

  • Flamingogruppe, Bronze, Tierpark Berlin (Friedrichsfelde) (1959)
  • Olympischer Gedanke, Bronze, Magdeburger Artur-Becker-Oberschule (1968)
  • Mahnmal am KZ Langenstein-Zwieberge, Bronze (1969)
  • Lob des Revolutionärs, Kalkstein, Vier Reliefs nach Brechts fünf Lobgedichten (nach Entwürfen von Joachim Jastram). Brückenstraße in Chemnitz (1972)
  • Der Fährmann, Kalkstein, Elbuferpromenade Magdeburg, (1972–1974)
  • Mahnmal für die Magdeburger Widerstandskämpfer, Bronzerelief und Beton, Steubenpark in Magdeburg (1975)
  • Sechs Magdeburger Originale, Bulgarischer Kalkstein, Fischerufer Magdeburg, (1976)
  • Telemann und die 4 Temperamente, Bronze (Sockel aus Rochlitzer Porphyr), Magdeburg (aufgestellt 1981)
  • Wandgestaltung mit 14 restaurierten Hauszeichen, Buttergasse am Alten Markt in Magdeburg

Fotogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gabriele Baumgartner, Dieter Hebig (Hrsg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945–1990. Band 2: Maassen – Zylla. K. G. Saur, München 1997, ISBN 3-598-11177-0, S. 734.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • forum-gestaltung.de (PDF; 251 kB): Einladung zur Eröffnung der Ausstellung: [steinzeit] Drei Generationen Bildhauer in Magdeburg. Eine Kunst- und Lebensgeschichte.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Norbert Eisold, Norbert Pohlmann (Hrsg.): [steinzeit] Rossdeutscher. Eine Kunst- und Lebensgeschichte. Drei Generationen Bildhauer in Magdeburg. S. 84 ff. Calbe 2010. ISBN 978-3-9813652-07
  2. uni-magdeburg: Roßdeutscher, Eberhard, abgerufen am 16. Oktober 2011
  3. Norbert Eisold, Norbert Pohlmann (Hrsg.): [steinzeit] Rossdeutscher. Eine Kunst- und Lebensgeschichte. Drei Generationen Bildhauer in Magdeburg. S. 38. Calbe 2010. ISBN 978-3-9813652-07