Eisenbahnunfall im Bahnhof Liverpool-Dingle

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Der Unfallort von 1901 im Jahr 2005

Der Eisenbahnunfall im Bahnhof Liverpool-Dingle am 22. Dezember 1901 war der erste schwere Unfall auf einer elektrisch betriebenen Eisenbahn, bei dem auch mehrere Reisende ums Leben kamen.

Ausgangslage[Bearbeiten]

Der Bahnhof Dingle in Liverpool war ein Kopfbahnhof und der südliche Endbahnhof der Liverpool Overhead Railway (LOR) in der Stadt. Ein etwa 800 Meter langer Eisenbahntunnel bildete die Zufahrt zu dem unterirdisch gelegenen Bahnhof. Dieser Streckenabschnitt war 1896 eröffnet worden und wurde elektrisch betrieben.

Unfall[Bearbeiten]

Am 22. Dezember 1901 geriet im letzten Fahrzeugteil der Elektromotor eines Triebwagens, der durch den Tunnel zum Bahnhof fuhr, in Brand. Der Zug blieb etwa 80 Meter vor dem Bahnhof im Tunnel liegen. Angefacht durch die im Tunnel durch die Hitze des Brandes entstehende Zugluft griff das Feuer sehr schnell auf die übrigen Wagen und die unterirdischen Bahnanlagen über. Dabei starben sechs Menschen, zahlreiche weitere wurden verletzt. Der Bahnhof brannte vollständig aus und musste anschließend für ca. ein Jahr geschlossen werden. Wie in der anschließenden Untersuchung festgestellt wurde, war auch die mangelnde Vorbereitung des Bahnhofs und seines Personals auf ein solches Ereignis mit ursächlich für das Ausmaß der Katastrophe.

Wissenswert[Bearbeiten]

Zusammen mit der Liverpool Overhead Railway wurden der Bahnhof Liverpool-Dingle und dessen Zufahrtstunnel am 30. Dezember 1956 stillgelegt.[1] Der Tunnel und der unterirdische Bahnhof werden heute von einer Autowerkstatt genutzt und sind der letzte erhaltene bauliche Rest der ehemaligen Liverpool Overhead Railway.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bolger.

53.38139-2.95909Koordinaten: 53° 22′ 53″ N, 2° 57′ 33″ W