Elena Semechin

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Elena Semechin, geborene Krawzow (* 26. Oktober 1993 in Nowo-Woskressenowka, Kasachstan), ist eine deutsche Schwimmerin. Ihr größter Erfolg ist der Gewinn der Goldmedaille bei den Paralympics 2020 in Tokio über 100 m Brust. 2013 und 2019 wurde sie über diese Strecke Weltmeisterin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit elf Jahren zog Krawzow mit ihren Eltern 2005 als Spätaussiedlerin von Kasachstan nach Deutschland (Bamberg).[1] Sie hat russische und deutsche Wurzeln.[2] Mit sieben Jahren brach bei ihr die Erb-Erkrankung Morbus Stargardt aus, die die Sehfähigkeit stark einschränkt. Mit 12 Jahren wechselte sie die Schule und ging in Nürnberg auf das Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte (bbs). Erst mit 13 Jahren lernte Krawzow das Schwimmen. Der Leiter des bbs-Freizeitzentrums, Michael Heuer, wurde auf sie aufmerksam und lenkte ihr Interesse auf den Schwimmsport. Sie trainierte beim TSV Altenfurt bei Trainer Günter Zirkelbach. Auf nationaler Ebene ging Krawzow für den Verein für Behinderten-, Versehrten- und Rehabilitationssport (BVSV) an den Start.

Krawzow schloss im August 2015 ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin ab.[3] Gleichzeitig folgte der Umzug von Nürnberg nach Berlin sowie das Starten für das Berliner Schwimmteam des Paralympischen Sport Clubs Berlin (PSC Berlin). Ihr Trainer ist Philip Semechin.[4] Aufgrund ihrer stark eingeschränkten Sehfähigkeit ist sie in die Startklasse S13 klassifiziert.

2020 stand sie Modell für das Männermagazin Playboy.[5]

Am 16. Oktober 2021 gab sie öffentlich bekannt, dass bei ihr in der linken oberen Gehirnhälfte ein Hirntumor festgestellt worden sei.[6] Die erfolgreiche Operation fand am 3. November 2021 in der Berliner Charité statt. Zwei Tage vorher hatte sie noch ihren Trainer Philip Semechin geheiratet.[7]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paralympische Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 in London (England)

  • 2. Platz über 100 m Brust
  • 8. Platz über 50 m Freistil

2020 in Tokyo (Japan)

  • 1. Platz über 100 m Brust

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Para-WM 2019 London

  • 1. Platz über 100 m Brust

IPC-WM 2013

  • 1. Platz über 100 m Brust
  • 3. Platz über 50 m Freistil

IBSA-WM der Sehbehinderten 2011

  • Platz 1 über 50 m Freistil
  • Platz 1 über 100 m Freistil
  • Platz 1 über 100 m Brust
  • Platz 1 über 200 m Lagen

Europameisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2020

  • 1. Platz über 100 m Brust

2018

  • 1. Platz über 100 m Brust
  • 1. Platz über 50 m Freistil
  • 1. Platz über 200 m Lagen
  • 3. Platz über 100 m Freistil
  • 3. Platz über 100 m Schmetterling

2016

  • 1. Platz über 100 m Brust
  • 4. Platz über 100 m Rücken
  • 6. Platz über 50 m Freistil
  • 6. Platz über 200 m Lagen
  • 7. Platz über 400 m Freistil

2014

  • 1. Platz über 100 m Brust
  • 3. Platz über 200 m Lagen
  • 3. Platz über 50 m Freistil
  • 5. Platz über 400 m Freistil
  • 6. Platz über 100 m Freistil

2011

  • 4. Platz über 100 m Brust
  • 4. Platz über 50 m Freistil
  • 5. Platz über 200 m Lagen
  • 5. Platz über 100 m Freistil

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Weise: Spätstarterin peilt bei den Paralympics in Rio Gold an. In: morgenpost.de. 11. Juni 2016, abgerufen am 6. September 2016.
  2. Ксения Максимова: Паралимпийка Елена Кравцова едет в Рио за медалью для Германии. In: liveberlin.ru. 6. September 2016, abgerufen am 27. Februar 2020.
  3. Vom Flüchtlingskind zur Siegerin. In: Nürnberger Nachrichten. 8. September 2016, S. 22.
  4. Meine Vereine – Elena Krawzow. (Nicht mehr online verfügbar.) In: elenakrawzow.de. Archiviert vom Original am 22. August 2018; abgerufen am 5. September 2016.
  5. Schwimm-Weltmeisterin Elena Krawzow im Playboy. In: freenet.de. 9. September 2020, abgerufen am 9. September 2020.
  6. Hirntumor bei Elena Krawzow festgestellt. Abgerufen am 16. Oktober 2021.
  7. Tumor bei Paralympicssiegerin: „Ich fühle mich glücklicher als je zuvor“. In: FAZ.de. 4. November 2019, abgerufen am 9. November 2021.
  8. a b Juniorsportler des Jahres 2013 – Preisträger Behindertensport – Deutsche Sporthilfe. (Nicht mehr online verfügbar.) In: sporthilfe.de. Archiviert vom Original am 14. September 2016; abgerufen am 6. September 2016.
  9. SID: Elena Krawzow ist Allianz-Sportlerin des Monats Juni. In: sports.yahoo.com. 8. Juli 2016, abgerufen am 6. September 2016.