Elisabeth von Rieneck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grabplatte der Elisabeth von Rieneck im Kloster Arnsburg. Im oberen Schild die Hanauer Sparren, im unteren die Rienecker Balken.

Elisabeth von Rieneck (* um 1260; † um 1300) war die Tochter des Grafen Ludwig III. von Rieneck.

In der Auseinandersetzung zwischen den Mainzer Erzbischöfen und den Grafen von Rieneck um die Macht im westlichen Spessart stand Reinhard I. von Hanau auf der Seite der Erzbischöfe. Der lang anhaltende Konflikt wurde 1271 mit einem Sieg des Mainzer Erzbischofs Werner von Eppstein beendet. Teil des Friedensschlusses war, dass Elisabeth, mit reicher Aussteuer, zu der unter anderem die Stadt Steinau an der Straße gehörte, und unter ihrem Stand (!), mit dem ältesten Sohn Reinhards I., Ulrich I., verheiratet wurde.[1] Allerdings scheint, da die Familie der Mutter des Bräutigams, Adelheid von Münzenberg, „nur“ eine Ministerialenfamilie war, Bedingung gewesen zu sein, dass dieser „Makel“ hinsichtlich der Ebenbürtigkeit Ulrichs I. zunächst getilgt wurde. Am 25. Oktober 1273 erhebt König Rudolf I. Adelheid in den Adelsstand. Bereits am 2. Oktober 1272 wurden Elisabeth und Ulrich verlobt. Beide waren zu diesem Zeitpunkt noch Kinder oder Jugendliche, denn die Hochzeit sollte erst nach von sechs Jahren stattfinden.[2] Die biografischen Daten weichen in den verschiedenen Literaturstellen voneinander ab. Die Mitgift der Gräfin Elisabeth stärkte die Position der Herrschaft Hanau erheblich. Deren genauer Umfang lässt sich – Urkunden darüber sind verloren – nicht feststellen.

Gemeinsame Kinder von Elisabeth und Ulrich waren:

  1. Ulrich II. von Hanau (* ca. 1280 /1288, † 1346)
  2. Adelheid († vor 1325), verheiratet mit Konrad von Weinsberg
  3. Konrad, Pfründner des Klosters Fulda (erwähnt 1343)

Elisabeth wurde im Kloster Arnsburg, der Familiengrabstätte der Familie von Hanau, beigesetzt. Die Grabplatte ist erhalten[3][4].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Dietrich: Die Landesverfassung in dem Hanauischen. Die Stellung der Herren und Grafen in Hanau-Münzenberg aufgrund der archivalischen Quellen (= Hanauer Geschichtsblätter. Bd. 34). Hanauer Geschichtsverein, Hanau 1996, ISBN 3-9801933-6-5.
  • Otto Gärtner: Das Kloster Arnsburg in der Wetterau. Seine Geschichte – seine Bauten. = Kloster Arnsburg. Langewiesche, Königstein im Taunus 1989, ISBN 3-7845-4050-3.
  • Theodor Ruf: Die Grafen von Rieneck. Genealogie und Territorienbildung (= Mainfränkische Studien. Bd. 32, ISSN 1612-4286 = Schriften des Geschichts- und Museumsvereins Lohr a. Main. Folge 18). Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte, Würzburg 1984 (Zugleich: Würzburg, Universität, Dissertation, 1983).
  • Theodor Ruf: Hanau und Rieneck. Über das wechselhafte Verhältnis zweier benachbarter Adelsgeschlechter im Mittelalter. In: Neues Magazin für Hanauische Geschichte. Bd. 8, Nr. 6, 1986, ZDB-ID 535233-2, S. 300–311.
  • Reinhard Suchier: Genealogie des Hanauer Grafenhauses. In: Festschrift des Hanauer Geschichtsvereins zu seiner fünfzigjährigen Jubelfeier am 27. August 1894. Heydt, Hanau 1894.
  • Ernst Julius Zimmermann: Hanau Stadt und Land. Kulturgeschichte und Chronik einer fränkisch-wetterauischen Stadt und ehemaligen Grafschaft. Mit besonderer Berücksichtigung der älteren Zeit. Vermehrte Ausgabe. Selbstverlag, Hanau 1919 (Unveränderter Nachdruck. Peters, Hanau 1978, ISBN 3-87627-243-2).

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ruf: Hanau und Rieneck. 1986, S. 304.
  2. Ruf: Die Grafen von Rieneck. 1984, S. 59f.
  3. Gärtner: Das Kloster Arnsburg in der Wetterau. 1989, S. 10
  4. Elisabeth von Hanau geb. von Rieneck, 14. Jahrhundert, Arnsburg. Grabdenkmäler in Hessen bis 1650. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 2. September 2013 (Stand: 14. Dezember 2011).