Ella Ø

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Ella Ø
Südwestküste der Ella-Insel
Südwestküste der Ella-Insel
Gewässer Baffin-Bucht
Geographische Lage 72° 51′ N, 25° 3′ WKoordinaten: 72° 51′ N, 25° 3′ W
Ella Ø (Grönland)
Ella Ø
Länge 19,5 km
Breite 15,2 km
Fläche 143,6 km²
Höchste Erhebung Bastionen
1367 m
Einwohner 4 (2012[1])
<1 Einw./km²
Satellitenbild der Ella-Insel (links oben von Eis umschlossen) und Traill-Insel
Satellitenbild der Ella-Insel (links oben von Eis umschlossen) und Traill-Insel

Ella Ø (deutsch Ella-Insel) ist eine Insel vor der Ostküste Grönlands. Administrativ gehört sie zum gemeindefreien Gebiet des Nordost-Grönland-Nationalparks.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Insel liegt im inneren Teil des Kong-Oscar-Fjords und am westlich Ende des Kempefjords. Vom grönländischen Festland ist sie durch schmale Meerengen getrennt: im Südwesten durch den Narhvalsund von Lyell-Land und im Nordwesten von Suess-Land. Der Nordspitze der Ella-Insel sind die kleineren Inseln Maria Ø und Ruth Ø vorgelagert. Im Osten und Nordosten liegen die großen Inseln Traill Ø, Geographical Society Ø und Ymer Ø, zwischen denen der Vegasund und der Sofiasund zur offenen Grönlandsee führen.

Ella Ø hat etwa die Form eines Dreiecks. Die drei „Ecken“ bilden Bastionpynt im Westen, Richardpynt im Nordosten und Kap Harry im Südosten. Die höchste Erhebung ist Bastionen mit 1367 m. Ihre Westflanke fällt 1200 m fast senkrecht ins Meer ab. An der von Kap Oswald geschützten Solitærbugt im Nordwesten und an der Ostküste gibt es aber auch flache Bereiche. Ihre größte Ausdehnung erreicht die Insel zwischen Bastionpynt und Richardpynt mit 19,5 km. Ihre Fläche beträgt 143,6 km².[2]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ella Ø besteht aus kaledonisch gefalteten Sedimenten aus dem Kambrium und Ordovizium, die von Ablagerungen aus dem mittleren Devon überlagert sind. Nach ihr ist die Ella-Island-Formation aus dem frühen Kambrium benannt, die hier eine etwa 80 m mächtige Sequenz aus grobkörnigem Kalkstein mit Schieferanteilen bildet.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Insel wurde 1899 von einer Expedition des schwedischen Polarforschers Alfred Gabriel Nathorst entdeckt und von diesem nach seiner Frau Amy Rafaela (Ella) Windahl (1858–1936) benannt.[4] Den nahen Inseln Maria Ø und Ruth Ø gab er die Namen seiner Töchter. Nathorst fand hier – erstmals in Ostgrönland – Fossilien aus dem Kambrium.

1931 errichteten die Teilnehmer einer drei Jahre dauernden Expedition unter Leitung des dänischen Geologen Lauge Koch an der Solitærbugt an der Nordküste der Ella-Insel eine ihrer zwei Überwinterungsstationen. Diese blieb bis die 1950er Jahre die wichtigste Station für wissenschaftliche Arbeiten in Ostgrönland.[5] 1933 überflog Charles Lindbergh Grönland und landete am 4. August auf Ella Ø.[6] Im Zweiten Weltkrieg war die Forschungsstation ein Stützpunkt der Schlittenpatrouille Nordostgrönland (dän. Nordøstgrønlands Slædepatrulje) der dänischen Streitkräfte und wurde von der United States Army als Militärbasis Bluie East Four genutzt. Von 1947 bis 1954 war die Station permanent von den Teilnehmern an Kochs jährlichen Expeditionen bewohnt. 1950–1951 hatte die Schlittenpatrouille hier ihr Hauptquartier, bevor es nach Daneborg verlegt wurde. Die Station wird aber bis heute von der Sirius-Patrouille genutzt und seit 2003 auch von Nanok, einer Organisation, die sich um die Erhaltung der Jagdhütten in Ostgrönland kümmert.[5]

Der Ella Island Meteorit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 1971 fand der US-amerikanische Geologe Keene Swett auf der Ella-Insel den einzigen bekannten Meteoriten Ostgrönlands. Es handelt sich um einen L6-Chondriten, dessen zehn gefundene Fragmente zusammen eine Masse von 7,5 kg besitzen.[7][3] Er besteht hauptsächlich aus Olivin und Ca-Pyroxen und besitzt eine Dichte von 3,53 g/cm³.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ella Ø, Den grønlandske Havnelods, abgerufen am 18. August 2018 (dänisch).
  2. UNEP Islands (englisch)
  3. a b Kaare Lund Rasmussen, Minik Rosing: Ella Ø in Den Store Danske Encyklopædi (dänisch)
  4. Anthony K. Higgins: Exploration history and place names of northern East Greenland (= Geological Survey of Denmark and Greenland Bulletin 21, 2010), ISBN 978-87-7871-292-9 (englisch). S. 163 (PDF; 12,3 MB).
  5. a b Ella Ø Station
  6. Anthony K. Higgins: Exploration history and place names of northern East Greenland (= Geological Survey of Denmark and Greenland Bulletin 21, 2010), ISBN 978-87-7871-292-9 (englisch). S. 45 (PDF; 12,3 MB).
  7. Eintrag in der Meteoritical Bulletin Database
  8. J. H. Carman, G. R. McCormick: The Ella Island, Greenland, chondrite. In: Meteoritics. Band 10, 1975, S. 1–8.