Elmelunde-Meister

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Das Deckengewölbe der Kirche in Elmelunde
Ein näherer Blick auf die Fresken des Elmelunde-Meisters

Der Elmelunde-Meister war ein namentlich nicht bekannter Maler, der um etwa 1450 auf der dänischen Insel Møn in den Kirchen von Elmelunde, Keldby und Fanefjord weit über Møns Grenzen hinaus berühmte, beeindruckende Kalkmalereien hinterlassen hat.

1885 wurden bei der Restaurierung der Kirche in Elmelunde, Møns ältester Landkirche, Fresken entdeckt, die offensichtlich nach der Reformation weiß übertüncht worden waren. Aufgrund ihrer Entdeckung wurde der unbekannte Künstler Elmelunde-Meister genannt. Dass die Fresken in den beiden anderen Kirchen ebenfalls von ihm oder von seinen Gesellen stammen, wird durch die wiederholte Kennzeichnung des Handwerkswappens deutlich.

Die naiven Bilder sind in warmen Naturfarben gehalten. Sie veranschaulichen den Bauernalltag und stellen stilisierte christliche Situationsbilder dar, Gesichter und Bewegungen veranschaulichen keine besondere Mimik und Gestik.

Für die Gemeinde, die damals weder lesen noch schreiben konnte, aber biblisch dargestellte Szenen zu interpretieren vermochte, stellte diese Bilderbibel vermutlich auch einen „Ratgeber“ für spezielle Alltagssituationen dar. In der Kirche von Fanefjord ist beispielsweise eine Szene dargestellt, in der zwei Frauen miteinander auf einer Bank sitzen und tratschen, sich also über eine andere Person unterhalten. Daneben steht der Teufel und notiert sich die Einzelheiten.

Der Elmelunde-Meister setzte Szenen von Paradies und Hölle genauso gekonnt um, wie er es verstand, biblische Geschichten wiederzugeben. Dabei kommen auch mythologische Darstellungen wie das Einhorn vor.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Danmarks smukkeste Ø Møn (deutsch: Die schönste Insel Dänemarks: Møn), Møn Turistbureau 2005
  • Møn 2005, Ældste og største Turistblad for Møn, Bøgø og Nyord, 2005
  • Kirche Fanefjord Geschichte, Gemeinderat Fanefjord (Hrsg.)
  • Dey, Reinhold: Dänemark. Köln [1978] 6. Auflage 1989. (DuMont Kunst-Reiseführer), S. 199 Abb. 75, Umschlaginnenklappe

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]