Emilie Kurz

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Emilie Maria Kurz, verehelichte Obogi, fälschlicherweise auch manchmal Emilie Kurtz geschrieben (* 17. Juli 1874 in Troppau, Österreich-Ungarn[1]; † angeblich 1934) war eine österreichische Schauspielerin an deutschen Bühnen und im deutschen Film.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter von August Kurz (1828–1903), einem langjährigen Oberregisseur am Wallner-Theater unter Theodor Lebrun, wurde in einer Klosterschule im bayerischen Osterhofen erzogen. Kurz vor der Jahrhundertwende begann Emilie Kurz Theater zu spielen, zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörte sie elf Jahre lang dem Ensemble des Deutschen Theaters Max Reinhardts an. Nach dem Ersten Weltkrieg spielte sie auch an anderen Berliner Bühnen wie dem Centraltheater, dem Thalia-Theater und der Sozialhygienischen Bühne Berlin. In dieser Zeit lernte sie bedeutende Zeitgenossen wie Emil Jannings, Ludwig Berger und Ernst Lubitsch kennen.

Inmitten des Ersten Weltkriegs holte sie ihr Kollege vom Deutschen Theater, Paul Wegener, vor die Kamera und gab ihr zwei Rollen in seinen Inszenierungen Rübezahls Hochzeit und Der Golem und die Tänzerin. Im Film der 20er Jahre wie auch auf der Bühne wurde Emilie Kurz nun mehr und mehr in dem Rollenfach „komische Alte“ eingesetzt. Immer wieder verkörperte sie aber auch Mütter aller Arten sowie Tanten und Gouvernanten. Mehrfach verpflichtete sie F. W. Murnau für seine Kinoinszenierungen, wo Emilie Kurz in Nebenrollen prägnante Charakterdarstellungen ablieferte.

Emilie Kurz, verehelichte Obogi, war ursprünglich jüdischen Glaubens, trat aber bereits 1902 aus dem Judentum aus. Ob ihr Verschwinden aus dem öffentlichen Blickfeld 1934 nach ihrer letzten (kleinen) Rolle in Fritz Wendhausens Peer Gynt-Filmversion mit dem soeben in Deutschland etablierten Nationalsozialismus in Zusammenhang steht, kann derzeit nicht geklärt werden. Auch das kursierende Todesdatum 1934 ist durch nichts belegt und muss somit zumindest als fraglich gelten.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Mühsam, Egon Jacobsohn: Lexikon des Films. Verlag der Lichtbildbühne, Berlin 1926, S. 101.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. genaues Geburtsdatum und Geburtsort laut Filmarchiv Kay Weniger