Enkenstein

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Enkenstein
Wappen von Enkenstein
Koordinaten: 47° 40′ 52″ N, 7° 48′ 33″ O
Höhe: 381 m ü. NN
Fläche: 3,66 km²
Einwohner: 259 (30. Jun. 2005)
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juni 1974
Postleitzahl: 79650
Vorwahl: 07622

Enkenstein ist ein Ortsteil von Schopfheim und liegt 381 Meter über dem Meeresspiegel im südlichen Schwarzwald. Es befindet sich im Landkreis Lörrach im Dreiländereck nördlich der Kernstadt Schopfheim und ist der zweitkleinste Gemeindeteil.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tallandschaft im Kleinen Wiesental ist offenes Land, das vorwiegend als Wiese und Weide genutzt wird. Die Talhänge und das Bergland sind dagegen Waldland, das mit Misch- und Hochwald bestockt ist.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Enkenstein liegt auf 381 Meter ü. NN im südlichen Schwarzwald, die Gemarkung umfasst 3,66 km². Enkenstein liegt im Landkreis Lörrach am Dreiländereck in der Nähe der Grenze zur Schweiz und zu Frankreich bei Basel bzw. Hüningen.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden des Dorfes liegt die Kernstadt Schopfheim und in nördlicher Richtung Tegernau. Im Osten von einem Berg abgetrennt liegt die Gemeinde Hausen. Außerdem grenzen die Gemarkungen von Langenau, Wieslet, und Gresgen an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Erwähnung des Ortsnamens fällt aufs 14. Jahrhundert. 1392 erfolgte dann die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Enkenstein unter den Besitzungen des Klosters St. Blasien. Die 1246 begründete Deutschordenskommende in Beuggen erwarb von Verena von Baden, der Schwester des Komturs Marquart von Baden, Einkünfte und Güter im Kleinen Wiesental, darunter auch diejenigen von Enkenstein. Wegen der Entlegenheit von Beuggen tauschten sie jedoch im Jahre 1400 die Erwerbungen mit Markgraf Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg gegen den halben Teil des Kirchensatzes und den Widdumhof in Nollingen ein. Dabei erschien Enkenstein als An dem Engen Steyn. Von hier an kamen die Einkünfte aus dem Dorf als Lehen an die Freiherren von Roggenbach. Im Jahre 1696 entschied das Oberamt Rötteln, dass den Roggenbachern alle Abgaben aus steuerbaren Gütern und landwirtschaftlichen Produkten zustand.

Nach dem badischen Gesetz über die Zehntablösung wurden die in Enkenstein fälligen Abgaben auf 1729 Gulden veranschlagt, die ab 1830 von der Gemeinde eingezogen wurden.

Die Kriegsjahre 1813 und 1814 brachten eine große Belastung für die Bürger mit sich, als es darum ging, die von der Fremdherrschaft Napoleons entstandenen Schäden gering zu halten. Es mussten Lebensmittel abgeliefert und Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt werden.

1830 wurde Enkenstein zur selbstständigen Gemeinde erhoben und von der Vogtei Langenau getrennt. Zuvor schon stand ihm schon eine weitgehende Selbstständigkeit zu, so mussten sogar Personen, die aus Langenau zuzogen, einen bestimmten Betrag entrichten.

Kurz danach wurde in den Jahren 1839 und 1840 ein Rathaus mit einer Wachstube, einem Bürgergefängnis und einem Abstellraum für die Feuerwehr gebaut.

1844 lebten insgesamt 145 Menschen im Dorf mit 24 Häusern in 27 Familien, 4 Jahre später waren es bereits 160 Einwohner.

Im Ersten Weltkrieg mussten fünf Bürger ihr Leben lassen; der Zweite Weltkrieg forderte insgesamt sieben Tote. Das Kriegerdenkmal auf dem Wiesleter Friedhof erinnert an die Verstorbenen.

Im Zuge der Gemeindereform wurde die bisherige Gemeinde Enkenstein am 1. Juni 1974 in die Stadt Schopfheim als Stadtteil Enkenstein eingegliedert.[1] Den ersten Ortsvorsteher erhielt Enkenstein im Jahre 1984.

Die 600-Jahr-Feier am 5. und 6. September 1992 war ein großes Dorf- und Brauchtumsfest, das das ganze Dorf bewegte. Viele Enkensteiner Bürger hatten sich bereit erklärt, Altertümliches aus Landwirtschaft und Handwerk auszustellen. Unzählige Besucher aus nah und fern verfolgten diese Aufführungen.

Auch das Hochwasser im Februar 1999 ging in die Geschichte des Ortes Enkenstein ein. Der Gresgerbach überflutete Enkenstein und brachte Massen von Geröll und Schlamm mit sich. Das ganze Dorf war nicht mehr passierbar. Die Freiwillige Feuerwehr und viele weitere freiwillige Helfer leisteten Schwerstarbeit, und erst nach einigen Tagen war das Dorf wieder aufgeräumt.

2001 begannen die Bauarbeiten des Maibergsaal mit angrenzendem Feuerwehrhaus.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Enkenstein gehört der evangelischen Pfarrei Wieslet an, während die Katholiken von der Kirchengemeinde Hausen im Wiesental betreut werden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum ersten Ortsvorsteher wurde im Jahre 1984 vom damaligen Ortschaftsrat Dieter Meißner gewählt, der dieses Amt bis zum Jahre 1999 ausführte. Danach war Rainer Strittmatter Ortsvorsteher. 2010 stellte Strittmatter sein Amt zur Verfügung. Zum Nachfolger gewählt wurde Klaus Brutschin.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtszeit Name
1830–1835 Jakob Wagner
1835–1841 Johann Jakob Blum
1841–1854 Friedrich Leonhard
1854–1875 Johann Friedrich Vogt
1875–1887 Ernst Friedrich Greiner
Amtszeit Name
1887–1904 Karl Leonhard
1904–1919 Johann Friedrich Gänter
1919–1946 Wilhelm Arzet
1946–1974 Fritz Trefzer

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

früheres Gemeindewappen von Enkenstein

Das ehemalige Enkensteiner Gemeindewappen wurde auf Vorschlag des Generallandesarchives Karlsruhe von der Gemeinde im Jahr 1903 angenommen.

Vor dem Silbergrund erhebt sich auf dem grünen Tafelberg eine rote Burgruine zwischen je einer grünen Tanne auf dem rechten und linken Hang. Auf dem Vorderhang stehen drei silberne Tannen. Die Burg erinnert an die Rotenburg bei Wieslet, welche durch das große Erdbeben im Jahr 1356 zerstört wurde.

Auf dem Dorfsiegel, das von 1830 bis 1903 bestand, sah man einen gespaltenen Schild, der zwischen einem Rankenwerk stand und mit einer großherzoglichen Krone bedeckt war. Die linke Seite enthält den badischen Schrägbalken, auf der rechten Seite sieht man zwei Rauten, die übereinander angeordnet sind. Solche hatte man aus den Mauerresten der Burg Enkenstein entdeckt und sah darin einen Teil des Wappens der einstigen Besitzer.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das im Dorfzentrum gelegene Rathaus mit seinem Glockenturm ist ein Blickfang, wenn man durch das Dorf fährt. Mit der grünen Außenanlage ist es ein Wahrzeichen des Dorfes. Früher diente es neben der Gemeindeverwaltung vor allem der Feuerwehr, der Anbau diente damals als örtliches Gefängnis. Heute wird es im zweiten Stock ausschließlich von der Ortsverwaltung genutzt, im ersten Stock befinden sich die sanitären Anlagen sowie ein Aufenthaltsraum.

Der Maibergsaal Enkenstein wurde im Zeitraum vom August 2001 bis August 2002 gebaut und am 13. September 2002 feierlich eingeweiht. Die Enkensteiner Bürger hatten bis zu diesem Zeitpunkt keinen eigenen Veranstaltungsraum.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einmal im Jahr findet das im alemannischen Sprachraum weit verbreitete Scheibenfeuer statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Scholz (Kunstmaler)

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgle (Enkenstein) vermutlicher Vorposten und Bestandteil einer Verteidigungslinie.

Heimatlied[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mundartdichter Gerhard Jung hat das Enkensteiner Lied auf Alemannisch geschrieben, wie fast all seine Werke.

Un wenn i amig ufegang
uf d Roteburg im Wald,
denk i an Zit, wo lang, scho lang
vergesse, Not un Gwalt.
Do freu mi, aß es anderst isch,
aß Fride herrscht am deckte Tisch
un nüt vo Chrieg und Händel
im liebe Enkestei.

Un isch e Dörfli no so chlei,
als Heimet isch s groß gnueg.
Mii Enkestei am Stürmerai,
sell isch mer alles, lueg!
Weisch, d Gärte blüehie niene so
un niene singe d Lüt so froh,
wie zwische Burst und Ständel
im liebe Enkestei.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 521.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 600 Jahre Enkenstein

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]