Wiechs (Schopfheim)

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Wiechs
Wappen von Wiechs
Koordinaten: 47° 38′ 16″ N, 7° 48′ 50″ O
Höhe: 442 m
Fläche: 6,58 km²
Einwohner: 1435 (31. Dez. 1990)
Bevölkerungsdichte: 218 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 79650

Das Dorf Wiechs im Südschwarzwald ist heute ein Ortsteil der Stadt Schopfheim. Wiechs liegt im Süden von Schopfheim am Nordhang des Dinkelberges.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiechs wurde erstmals 807 urkundlich als Wechsa erwähnt. „Wechsa“" stammt aus dem Keltischen und bedeutet: Kaltes Wasser. Hier befanden sich Besitztümer des Klosters St. Gallen. Die Flurbezeichnungen Oberenningen und Niederenningen in der Gemarkung Wiechs weisen auf ein weiteres, im Mittelalter untergegangenes als Enikon bekanntes Dorf hin, eine sogenannte Wüstung. Im 14. Jahrhundert gehörte Wiechs unter den Namen Wiehs und Wiechs zum Besitz und Einflussbereich des Klosters St. Blasien. 1809 wurde Wiechs zur selbständigen Gemeinde. Im Rahmen der kommunalen Gebietsreform gelangte der Ort am 1. Januar 1975 zu Schopfheim.[1]

1989 wurde das Waldstück "Auf den Heidengräbern" durch einen Sturm teilweise verwüstet. In aufgerichteten Wurzelstöcken fanden sich Bruchsteine von Grabkammern und Skelette. Es zeigte sich, dass um einen großen bereits zerstörten steinzeitlichen Grabhügel aus dem 3. Jahrtausend vor Chr. eine Gruppe merowingerzeitlicher Steinplattengräbern aus dem 7. Jahrhundert nach Chr. lag. Während die Alamannen Waffen und Schmuck als Beigaben für das Jenseits bekamen, fanden sich im steinzeitlichen Grabhügel Feuersteinpfeilspitzen, Schmuckperlen, Geröllhämmer und durchbohrte Tierzähne, u.a. von Braunbär und Wildkatze.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Blau ein silberner Dreiberg. Auf dessen Kuppen je eine goldene Getreideähre, die mittlere mit zwei Blättern, die äußeren mit je einem Blatt. Das 1902 vom Generallandesarchiv gestaltete Wappen weist wohl auf die landschaftliche/landwirtschaftliche Umgebung hin (Getreideähren = Dinkel = Dinkelberg).

Infrastruktur und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu dem noch heute rein landwirtschaftlich-dörflich geprägten Schopfheimer Ortsteil Eichen ist Wiechs in erster Linie eine Wohngegend, in der die Landwirtschaft allerdings noch eine gewisse Bedeutung hat.

Die Bundesstraße 317 tangiert den Ort Wiechs am nördlichen Ortsrand. Über eine Busverbindung zum Schopfheimer Bahnhof ist der Ort an das öffentliche Personennahverkehrsnetz angeschlossen.

In dem Ortsteil Wiechs befindet sich das Pflegeheim Markus-Pflüger-Heim. In der Silberrankstraße 20 befindet sich eine Grundschule.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 522.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Disch: Studien zur Kulturgeographie des Dinkelberges (= Forschungen zur deutschen Landeskunde. Bd. 192, ISSN 0375-6343). Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung, Bonn-Bad Godesberg 1971 (Zugleich: Basel, Universität, Dissertation, 1967).
  • Wolfgang Löhlein, Monumentale Grabanlagen, Schopfheim-Wiiechs in Denkmalpflege in Baden Württemberg Heft 3/2011, S. 161 f.