Erligheim (Adelsgeschlecht)

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Epitaph des Wipert von Erligheim († 1348), Abtei Neuburg bei Heidelberg

Die Herren von Erligheim sind ein erloschenes Geschlecht des niederen Adels, das hauptsächlich im heutigen pfälzischen bzw. kurpfälzischen Raum begütert war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herren von Erligheim erscheinen bereits als Ministeriale im Umfeld der Staufer[1] und hingen verwandtschaftlich mit der bischöflich speyerischen Ministerialenfamilie derer von Kirrweiler zusammen.[2] Sie benannten sich offenbar nach dem Ort Erligheim im heutigen Landkreis Ludwigsburg, hatten ihren Einflussbereich und ihre Sitze aber bald schon am unteren Neckar. Von spätestens 1320 bis 1515 saß die Familie auf Burg Schwabeck bei Schwabenheim, im 14. Jahrhundert hatten sie außerdem Burglehen auf Burg Stolzeneck und auf der Strahlenburg.

Die Familie stellte am kurpfälzischen Hof in Heidelberg Beamte, denen wichtige Amtsfunktionen übertragen wurden. Um eine tiefere Bindung der Vasallen an den Pfalzgrafen zu erreichen, wurden an diese Ministerialen zusätzlich Lehen vergeben. Das Geschlecht stand in einer engen Beziehung zum Benediktinerinnenkloster Neuburg bei Heidelberg, dem es mehrere Äbtissinnen stellte und in dem verschiedene Familienangehörige bestattet sind.[3]

Die Familie stab im 16. Jahrhundert aus. Hans von Erligheim († 1545), Vater des letzten Erligheimers, verkaufte den Besitz in Schwabenheim 1515 an die Herren von Handschuhsheim.[4] Die verbliebenen Lehen der im Mannesstamm ausgestorbenen von Erligheim, so auch das Schloss Ilvesheim, kamen über die Ehe von Margarete von Erligheim mit Hans IV. Landschad von Steinach an die Herren Landschad von Steinach.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Wappen führte das Adelsgeschlecht einen aufrechten, silbernen Löwen, auf grünem Grund.[5]

Mitglieder der Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl-Heinz Spieß: Lehnsrecht, Lehnspolitik und Lehnsverwaltung der Pfalzgrafen bei Rhein im Spätmittelalter, Wiesbaden 1978 (Geschichtliche Landeskunde, Bd. 18, ISBN 3-515-02744-0)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernhard Theil: Das älteste Lehnbuch der Markgrafen von Baden (1381): Edition und Untersuchungen, W. Kohlhammer Verlag, 1974, Seite 119, ISBN 3170020234; Ausschnitt aus der Quelle
  2. Hans-Jürgen Breuer: Die politische Orientierung von Ministerialität und Niederadel des Wormser Raumes im Spätmittelalter, Selbstverlag der Hessischen Historischen Kommission, Darmstadt, 1997, Seite 341, ISBN 3884430637; Ausschnitt aus der Quelle
  3. Koester: Neues Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg und der rheinischen Pfalz, Band 5, Seite 195, 1903; Ausschnitt aus der Quelle
  4. Christian Burkhart: Die Herren von Handschuhsheim und der Schwabenheimer Hof, heute ein Ortsteil der Gemeinde Dossenheim, in: Stadtteilverein Handschuhsheim, Jahrbuch 1999, Dossenheim 1999, S. 17–23, hier S. 19.
  5. Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band 141, Seite 400, 1993; Ausschnitt aus der Quelle
  6. Webseite des Heidelberger Geschichtsvereins zu Heinrich von Erligheim
  7. Webseite des Heidelberger Geschichtsvereins zu Äbtissin Sophie von Erligheim