Strahlenburg

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Strahlenburg
Strahlenburg

Strahlenburg

Alternativname(n): Schloss Strahlenberg, Strahlenberg, Schriesheimer Schlossberg, Schlossturm
Entstehungszeit: 1235
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Bauweise: Porphyr, Granit, Fensterlaibungen aus Odenwälder Sandstein
Ort: Schriesheim
Geographische Lage 49° 28′ 30″ N, 8° 40′ 9″ OKoordinaten: 49° 28′ 30″ N, 8° 40′ 9″ O
Strahlenburg (Baden-Württemberg)
Strahlenburg
Fensterdetail des Palas

Die Strahlenburg, auch Schloss Strahlenberg genannt, ist die Ruine einer Höhenburg in Schriesheim im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg. Die Burgruine befindet sich in Privatbesitz.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruine mit einem Burgrestaurant liegt auf einer Flanke des Ölbergs, der auch Schriesheimer Schlossberg genannt wird. Die Stadt befindet sich direkt unterhalb. Von der Burg aus lassen sich ein großer Teil der Rheinebene mit an Neckar und Rhein liegenden Ortschaften überblicken, bei gutem Wetter reicht die Sicht bis zum Pfälzerwald und bei sehr guter Sicht auch bis zum Donnersberg. Das Tal des in Altenbach entspringenden Kanzelbaches schneidet sich seitlich des Ölbergs in den Odenwald ein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Conrad I. von Strahlenberg begann um 1235 mit dem Bau der Strahlenburg als Stammsitz der Strahlenberger. 1240 wird er erstmals als Vogt von Schriesheim urkundlich erwähnt. Auf Grund der Besitzverhältnisse unterstand die Burg als Lehen dem Kloster Ellwangen. Aus dieser Zeit stammen der ursprünglich 30 Meter hohe Bergfried sowie der innere Teil der Anlage. Der Palas dürfte erst im 14. Jahrhundert errichtet worden sein.

1329 veranlassten Zahlungsschwierigkeiten Rennewart von Strahlenberg, die Burg und die Ortschaft an Hartmut von Cronberg zu verpfänden. Bis zu seinem Tod 1338 veranlasste Hartmut umfangreiche Um- und Ausbaumaßnahmen. 1346 wurde zwischen Mainz und einem Sohn der Kronberger ein Kaufvertrag geschlossen, der jedoch nicht vollzogen wurde, da Rennewart von Strahlenberg den Geldbetrag zur Auslösung auftreiben konnte. Bereits 1347 wurde die Burg von ihm an Ruprecht den Älteren verkauft. Im Jahr 1468 erlangten die Veldenzer unter Ludwig von Veldenz den Besitz.

Wann genau die Strahlenburg zerstört wurde, konnte wissenschaftlich bislang nicht endgültig geklärt werden. Zwei historische Ereignisse werden als Erklärung herangezogen.

Ab dem 6. Mai 1470 belagerte Simon von Balshofen, Vogt des Heidelberger Kurfürsten Friedrich I., die Burg. Der kurpfälzische Geschützmeister Martin Merz leitete die Beschießung. Ursächlich hierfür war eine Fehde zwischen Ludwig von Veldenz und dem Kurfürsten, die auf Grund der Weißenburger Fehde zwischen dem Kurfürsten und Kaiser Friedrich III. entstand. Nach acht Tagen Belagerung wurde die Strahlenburg eingenommen. Die Besatzung, 19 Edle und 30 Fußknechte, wurden gefangen genommen; 16 Verteidiger wurden, weil sie Pfälzer waren, im Kanzelbach ertränkt. Die Burg wurde von den Siegern in Brand gesteckt und die Verteidigungsanlagen niedergerissen. Daraufhin verlor Schriesheim seine Stadtrechte.[1][2][3]

Als zweiter möglicher Zerstörungszeitpunkt wird der Zeitraum um 1500 angenommen. Die Burg wurde möglicherweise während des Landshuter Erbfolgekriegs durch hessische Truppen in Brand gesetzt. Diese zogen 1504 durch den Landstrich und verwüsteten Städte und Dörfer.[4]

1733 begann der Abbruch der Ruine, als man die Verwendung der Steine der Burg zum Bau von Weinbergsmauern amtlich genehmigte. Die Grafen von Oberndorff wurden 1784 Erbpächter und 1828 Eigentümer der Ruine. Sie sicherten die heute sichtbaren Reste gegen den weiteren Verfall.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundriss der Strahlenburg

Zum Bau der Burganlage wurde der in der ganzen Region verfügbare Porphyr und der Granit des Felsens verwendet. Erhalten sind nur der schlanke und sehr einfache runde heute ca. 27 Meter[5] hohe Bergfried und der rechteckige Palas, der entkernt und zum Teil aufgerissen ist. Der Bergfried kann wegen baulicher Mängel nicht bestiegen werden (Stand 2015). Die Ringmauer beschreibt ein fast regelmäßiges Fünfeck, eine Spitze ist der gefährdeten Bergseite zugewandt. Am Palas haben sich drei frühgotische Fenster aus der Zeit um oder vor 1237 erhalten. Sie bestanden jeweils aus zwei Lanzettfenstern mit rundem Oberlicht.[6]

In den Anlagen wurde ein moderner Gastronomiebetrieb eingerichtet, der „Burggasthof Strahlenburg“.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kaspar Friedrich Gottschalck: Die Ritterburgen und Bergschlösser Deutschlands, 1831, Achter Band, Seiten 115 ff.
  2. J.G. Rieger: Die historisch-topographische Beschreibung vom Mannheim und seiner Umgebung, 1824, Seiten 467 ff. - Als Ort der Hinrichtung der Besiegten wird der Neckar angegeben.
  3. Franz Dominicus Häberlin: Teutsche Reichs-Geschichte, 1774, VI. Band, Seite 643
  4. http://www.strahlenburg-schriesheim.de/ Geschichte der Strahlenburg
  5. Strahlenburg/Schriesheim (Bergstraße/Odenwald) - Bergfried auf burginfo.de
  6. Thomas Steinmetz: Burgen im Odenwald. Brensbach 1998, S. 60 f.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Biller: Burgen und Schlösser im Odenwald. Ein Führer zu Geschichte und Architektur. Schnell und Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1711-2, S. 89–91.
  • Christoph Bühler: Burgen der Kurpfalz. Bergstraße und Neckartal. Heidelberger Verlagsanstalt, Heidelberg 1990. S. 50 ff. ISBN 3-89426-012-2
  • Thomas Steinmetz: Burgen im Odenwald. Verlag Ellen Schmid, Brensbach 1998, ISBN 3-931529-02-9, S. 59–61.
  • Burgen und Schlösser im Rhein-Neckar-Dreieck. K.F. Schimper Verlag, Schwetzingen 2000, ISBN 3-87742-151-2
  • Thomas Juelch: Die Strahlenburg. In: Heidelberg und die Kurpfalz. Archiviert vom Original am 29. Juni 2011; abgerufen am 29. Juli 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Strahlenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien