Ernst Deuerlein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Ernst Deuerlein (* 9. September 1918 in Rückersdorf (Mittelfranken); † 26. November 1971 in München) war ein hoher bayerischer Beamter und Historiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1939 am Melanchthon-Gymnasium Nürnberg studierte Deuerlein Geschichte, Germanistik und Philosophie an Hochschulen in Nürnberg, Erlangen, Wien und München. Während des Zweiten Weltkriegs war er Soldat und verlor dabei an der Ostfront 1942 ein Bein.

Deuerlein wurde 1947 mit einer ungedruckten Arbeit über den katholischen Klerus in der ersten Deutschen Nationalversammlung 1848/49 an der Universität München promoviert. Im selben Jahr trat er in das Bayerische Landesjugendamt ein und wechselte 1949 in die Bayerische Staatskanzlei. Dort wurde er als Mitarbeiter im Presseamt wichtigster Redenschreiber des Ministerpräsidenten Hans Ehard. Von 1959 bis 1961 war er Herausgeber der Dokumente zur Deutschlandpolitik.

1961 wurde Deuerlein zum Professor für Geschichtswissenschaft an die Philosophisch-Theologische Hochschule Dillingen berufen, von 1966 bis 1969 wirkte er an der Universität Erlangen und schließlich ab 1970 bis zu seinem Tod an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Deuerlein befasste sich hauptsächlich mit der jüngeren deutschen Geschichte und der bayerischen Landesgeschichte.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • als Herausgeber: Der Hitler-Putsch. Bayerische Dokumente zum 8./9. November 1923, DVA, Stuttgart 1962.
  • als Herausgeber: Der Reichstag. Aufsätze, Protokolle und Darstellungen zur Geschichte der parlamentarischen Vertretung des deutschen Vokes 1871–1933. Athenäum Verlag, Frankfurt/M. 1963.
  • als Herausgeber: Der Aufstieg der NSDAP in Augenzeugenberichten. Karl Rauch Verlag, Düsseldorf 1968.
  • Hitler. Eine politische Biographie, List, München 1969.
  • als Herausgeber zusammen mit Theodor Schieder: Reichsgründung 1870/71. Tatsachen – Kontroversen – Interpretationen. Seewald Verlag, Stuttgart 1970.
  • Föderalismus. Die historischen und philosophischen Grundlagen des föderativen Prinzips, List, München 1972, ISBN 978-3-471-66535-0.
  • Deutschland 1963–1970, Verlag für Literatur und Zeitgeschehen, Hannover 1972.
  • Geschichte Bayerns, Ploetz, Würzburg 1975, ISBN 978-3-87640-053-2.
  • als Herausgeber: Die Gründung des Deutschen Reiches 1870/71 in Augenzeugenberichten, dtv, München 1977.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl-Ulrich Gelberg: Biographische Angaben. In: Ders.: Hans Ehard. Die föderalistische Politik des bayerischen Ministerpräsidenten 1946–1954. Düsseldorf 1992, ISBN 3-7700-0976-2, S. 544.
  • Alexander Wegmaier: Karl Schwend und Ernst Deuerlein. Steuermänner im Schatten Hans Ehards. In: Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte 76 (2013), S. 563–602.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]