Ernst Viktor Zenker

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Ernst Victor Zenker (10. März 1865 in Postelberg, BöhmenAugust 1946 in Friedrichswald; später auch Ernst Viktor Zenker) war ein österreichischer Journalist und Parlamentarier.

Ernst Victor Zenker

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zenker erwarb die Matura in Wien und studierte Rechtswissenschaft.[1] Zenker war Vorsitzender des 1906 gegründeten Wiener Vereins für Eherechtsreform.[2]

Im Jahr 1911 war er Reichsratsabgeordneter. Vom 21. Oktober 1918 bis zum 16. Februar 1919 war er als Mitglied der Deutschnationalen Partei (DnP) Mitglied der Provisorischen Nationalversammlung der Republik Deutschösterreich. Zeitweise (zumindest in den 1920erjahren) war er mit der bildenden Künstlerin Emma Löwenstamm liiert.[3]

Zenkers bekanntestes Werk ist sein Werk Der Anarchismus, das auch in englischer und russischer Übersetzung erschien. Obwohl Zenker darin aus seiner Gegnerschaft zum Anarchismus kein Hehl macht, wurde es 1979 vom West-Berliner anarchistischen Libertad Verlag nachgedruckt.[4]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichte der Wiener Journalistik von den Anfängen bis zum Jahre 1848. Ein Beitrag zur deutschen Culturgeschichte. Zwei Bände.
    Von den Anfängen bis zum Jahre 1848. Braumüller, Wien 1892.
    Während des Jahres 1848. Braumüller, Wien 1893.

  • Der Anarchismus. Kritische Geschichte der anarchistischen Theorie. Fischer, Jena 1895 (Reprint Berlin 1979 und 1984)
    • engl. Übers.: Zenker, E. V.: Anarchism. A Criticism and History of the Anarchist Theory, New York and London 1897, 1898
    • russ. Übers.: Cenker, E. V.: Anarchizm. Istorija i kritika anarchičeskich učenij, Moskva 1906
  • Die Wiener Revolution 1848 in ihren socialen Voraussetzungen und Beziehungen. Wien 1897
  • Geschichte der Journalistik in Österreich. Verf. aus Anlass der Weltausstellung Paris 1900. Vorwort von Ferdinand von Saar. K.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1900.
  • Soziale Ethik. Leipzig 1905
  • Der Parlamentarismus, sein Wesen und seine Entwicklung. Hartleben, Wien 1914.
  • Soziale Moral in China und Japan. (Schriften des Sozialwissenschaftlichen Akademischen Vereines in Czernowitz. Band 4.) München 1914.
  • Geschichte der chinesischen Philosophie.

Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freies Blatt. Organ zur Abwehr des Antisemitismus. Wien 1892–1897[5]
  • Die Waage. Wiener Wochenschrift für Politik, Volkswirtschaft, Literatur und Kunst. Ab der Gründung 1898.
  • Der Kaempfer. Radikales Wochenblatt. Herrlein, Wien 1907.
  • Der Wiederaufbau. Wochenschrift für volkswirtschaftliche soziale und kulturelle Erneuerung. Wien 1918.
  • Demokratie (Democratie). Eine Halbmonatsschrift für deutsche Kultur. Gablonz a. N., Stiegel i. Reichenberg 1920–?.[6]
  • Freie Welt. Halbmonatsschrift für deutsche Kultur. Gablonz 1920–1937[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erschlossen aus dem Titel abs. iur. in Wer ist Wer? der österr. Parlamente
  2. Max Henning (Hg.): Handbuch der freigeistigen Bewegung Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Frankfurt/Main 1914, S. 403.
  3. Schnitzler-Tagebuch. Abgerufen am 13. August 2020.
  4. Vgl. Alexander Stulpe: Gesichter des Einzigen. Max Stirner und die Anatomie moderner Individualität. Duncker & Humblot, Berlin 2010, S. 409–426.
  5. Von der Österreichischen Nationalbibliothek digitalisierte Ausgaben: Freies Blatt. Organ zur Abwehr des Antisemitismus (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/frb
  6. Inv.-Nr. 643935-B Österreichische Nationalbibliothek
  7. ZDB-Katalog - Detailnachweis: Freie Welt : Halbmonatsschrift... Abgerufen am 13. August 2020.