Ernst Wermke

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Ernst Wermke (* 13. Juli 1893 in Königsberg (Preußen); † 22. November 1987 in Heidelberg) war ein deutscher Bibliothekar und Bibliograph.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wermke nahm 1914 bis 1918 am Ersten Weltkrieg, zuletzt als Offizier, teil. Er studierte anschließend Geschichte und Klassische Philologie an der Albertus-Universität Königsberg und promovierte zum Dr. phil. 1921 wurde er Volontär und 1922 Bibliotheksassessor in der Universitätsbibliothek Marburg und an der Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg. In Königsberg wurde er 1926 Bibliothekar und 1928 Erster Bibliotheksrat.

1931 erschien der Hauptband seines Lebenswerks Bibliographie zur Geschichte Ost- und Westpreußens. Jahrzehntelange Arbeit brachte sein Werk auf mehr als 47.000 Titel. Ab 1932 war Wermke Mitglied des staatlichen Prüfungsausschusses in Berlin.

Durch sein Eintreten für den Nationalsozialismus wurde Wermke 1933 zum Direktor der Breslauer Stadtbibliothek berufen. Auf dem Bibliothekstag 1934 trug er in einem Vortrag „Die deutschen Bibliotheken im Osten“ seine Ansichten zur Ostexpansion des Reiches vor und bezeichnete die slawischen Völker als Urfeinde der Deutschen. Er übernahm dabei die nationalsozialistische Rhetorik, um die Bibliotheksarbeit vor „fremden Kultureinflüsse“ zu schützen. Die wissenschaftlichen Bibliotheken müssten sich „in den Dienst von Heimat und Volkstum, Blut und Boden“ stellen.[1] 1942 wurde er Mitglied des Reichsbeirats für Bibliothekswesen in Berlin. Im Zweiten Weltkrieg nahm er am Westfeldzug teil und wurde er zum „Schutz“ der französischen Bibliotheken nach Paris abgeordnet. 1945 wurde er Oberst der Reserve.

1950 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft entlassen, wurde Wermke 1952 zum Direktor der Bibliothek der Technischen Hochschule München berufen.[2] 1977 erhielt er den Kulturpreis der Landsmannschaft Ostpreußen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich August Gotthold und seine Bibliothek. In: Königsberger Beiträge. Festgabe zur 400jährigen Jubelfeier der Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg. Hg. von Carl Diesch, Königsberg 1929, S. 354–373
  • Die deutschen Bibliotheken im Osten. In: Zentralblatt für Bibliothekswesen, 51. 1934. S. 471–487
  • Bibliographie der Geschichte von Ost- und Westpreußen bis 1929. Königsberg 1933 (Aalen 1962)
  • Bibliographie der Geschichte von Ost- und Westpreußen 1930-1938. Aalen 1964
  • Bibliographie der Geschichte von Ost- und Westpreußen 1939-1942. Königsberg 1944 (fast ganz verloren)
  • Bibliographie der Geschichte von Ost- und Westpreußen 1939-1970. Bonn 1974
  • Bibliographie der Geschichte von Ost- und Westpreußen 1971-1974. Marburg a. d. Lahn 1978

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhart Jähnig: Nachruf auf Ernst Wermke. Preußenland 26 (1988), S. 45–47 und Altpreußische Biographie, Band 4 (1995), S. 1529.
  • Robert Albinus: Königsberg Lexikon. Stadt und Umgebung. Lizenzausgabe. Flechsig, Würzburg, 2002, ISBN 3-88189-441-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitteilungen des Vereins Deutscher Bibliothekare. (PDF; 975 kB) 2/2008, ISSN 1617-1071, S. 14.
  2. Kurzbiografie bei Institut d’histoire du temps présent (IHPT) (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ihtp.cnrs.fr