Esch (Adelsgeschlecht)

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Siegelabdruck des Ritters Wolther von Esch

von Esch war der Name eines rheinländischen Landadelsgeschlechts, das seinen Stammsitz im Bereich des heutigen Stadtteils Esch der Stadt Elsdorf hatte. Die von Esch sind nicht verwandt mit anderen adeligen Familien gleichen Namens, wie z. B. den Herren von Esch (an der Salm) oder Esch (an der Sauer).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung derer von Esch konnte bislang noch nicht zweifelsfrei geklärt werden. Eine These geht davon aus, dass der Stammvater der niederadeligen Familie der Kölner Ministeriale Herimann cum Barba war. Dieser wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts vom Kloster St. Pantaleon mit der Verwaltung des Fronhofes in Esch beauftragt. Urkundlich lässt sich Herimann cum Barba erstmals 1131 nachweisen.[1] Rudolf Schieffer geht hingegen davon aus, dass der ebenfalls im Jahr 1131 erwähnte Edelfreie Godefridus de Ascha dem (zu diesem Zeitpunkt demnach bereits existierenden) Adelsgeschlecht von Esch zuzuordnen ist.[2] Diese Zuordnung steht vermutlich im Zusammenhang mit der These, dass sich der Stammsitz des Pfalzgrafen Hezelin (Hermann) im Bereich des heutigen Stadtteils Esch der Stadt Elsdorf befand.[3] Hezelin war der Bruder von Ezzo von Lothringen, welcher mit Mathilde, Tochter des Kaisers Otto II., verheiratet war.

Zweifelsfrei lässt sich in jedem Fall eine niederadelige Familie von Esch erstmals Ende des 13. Jahrhunderts mit dem Ritter Udo von Esch nachweisen. Dieser wurde 1248 neben Heinrich von Desdorf und Johann von Reifferscheid als Zeuge erwähnt.[4]

Im Bereich um Elsdorf und Bergheim gab es mehrere Familien deren Wappenbild drei schwarze Vögel auf einem schwarzen Querbalken in einem silbernen (=Weiß) Feld darstellte. Die Familien von Giesendorf, von Troisdorf, von Ousheim (Aussem) und von Reuschenberg gehörten wahrscheinlich einem Sippenverband an.[1] Im Falle der von Reuschenberg lässt sich die verwandtschaftliche Beziehung auch urkundlich nachweisen.[5]

Vermutlich verstarben die letzten Nachkommen der männlichen Linie Ende des 14. Jahrhunderts.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stammwappen der Familie von Esch stellt drei schwarze Raben auf weißem oder silbernen Feld über einen schwarzen Querbalken dar. Die Mitte des Balkens ist mit einer weißen, stilisierten Lilie versehen.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Benno Hilliger (Hrsg.): Rheinische Urbare: Sammlung von Urbaren und anderen Quellen zur rheinischen Wirtschaftsgeschichte: Die Urbare von St. Pantaleon in Köln, Band 1. (= Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. Band 20/1). Bonn 1902
  • Bernd Reuschenberg: Ursprung der Familie von Reuschenberg in: Elsdorfer Geschichten, Jahrbuch des Geschichtsvereins Elsdorf e.V., Bd. 5/2012, Kreuzau 2012, S. 35–48.
  • Bernd Reuschenberg: Aufstieg der Familie von Reuschenberg – die Vorgeschichte. In: Mitteilungen des Baesweiler Geschichtsvereins e. V. Nr. 42/2012, S. 6 und 7.
  • Bernd Reuschenberg: Aufstieg der Familie von Reuschenberg – die Vorgeschichte (Fortsetzung). In: Mitteilungen des Baesweiler Geschichtsvereins e. V. Nr. 43/2013, S. 8 und 9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bernd Reuschenberg: Aufstieg der Familie von Reuschenberg – die Vorgeschichte (Fortsetzung). In: Mitteilungen des Baesweiler Geschichtsvereins e. V. Nr. 43/2013, S. 8.
  2. Rudolf Schieffer: Der Name der Salier in: Franz-Reiner Erkens und Hartmut Wolf (Hrsg.): Von Sacerdotium und Regnum. Geistliche und weltliche Gewalt im frühen und hohen Mittelalter, Köln 2002, S. 359.
  3. Josef Gülpers: Kirchenpatrone im ehemaligen Landkreis Bergheim: Entstehung und Bedeutung der Patrozinien. Grevenbroich-Langwaden 2005, S. 86.
  4. Thomas Bohn: Gräfin Mechthild von Sayn (1200/03–1285). Eine Studie zur rheinischen Geschichte und Kultur. (= Rheinisches Archiv. Band 140). Köln 2002, S. 598.
  5. Landesarchiv NRW: Historisches Archiv der Stadt Köln, 2 Nichtstädtische amtliche und geistliche Überlieferung, 2.2 Geistliche Provenienzen, 2.2.2 Einzelne Stifte und Klöster Pantaleon, Bestand 259 Pantaleon, U 1/160. Abgerufen am 6. Dezember 2017.
  6. Fahne, Anton: Geschichte der Kölnischen, Jülichschen und Bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden. Teil 1: Stammfolge und Wappenbuch. A–Z. Heberle, Köln und Bonn 1848, Tafel 2