Essener Credit-Anstalt

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Das Gebäude der ehemaligen Essener Creditanstalt in Essen nach Plänen des Architekten Peter Zindel, seit 1985 unter Denkmalschutz[1]

Die Essener Credit-Anstalt AG mit Hauptsitz in Essen war eine Regionalbank, die während des Kaiserreichs und der Weimarer Republik führend in der Finanzierung der Expansion der Schwerindustrie im Ruhrgebiet war.

Sie besaß Filialen in Ahlen, Bochum, Bottrop, Buer, Dorsten, Dortmund, Duisburg, Duisburg-Hamborn, Emmerich, Gelsenkirchen, Gladbeck, Hagen, Hattingen, Hemer, Herne, Iserlohn, Köln, Krefeld, Lüdenscheid, Menden, Mülheim, Oberhausen, Recklinghausen, Wanne-Eickel, Wesel und Witten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Essener Credit-Anstalt entstand 1871 aus dem Zusammenschluss mehrerer kleiner Privatbanken aus Essen, Berlin und Barmen unter der Führung von Ludwig von Born und Friedrich Grillo. Die erste Filiale außerhalb Essens war eine Agentur in Gelsenkirchen, die 1887 eröffnet worden war. In den folgenden Jahren eröffneten die Filialen in Dortmund (1894), Bochum (1896), Herne (1898) und Velbert (1898 bis 1905). Richard Bömke wurde 1888 Aufsichtsratsmitglied und um 1905/1906 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Essener Credit-Anstalt AG. Albert Müller hatte von 1906 bis 1922 den Vorsitz im Aufsichtsrat.[2] Durch Beteiligungen an den Bankhäusern C. Basse in Lüdenscheid und Ernst Osthaus in Hagen wurde die Bank auch südlich der Ruhr tätig.

Die Essener Credit-Anstalt übernahm

  • 1902 die Creditbank AG in Recklinghausen,
  • 1903 die Privatbank S. Hanf in Witten,
  • 1905 die Iserlohner Volksbank AG in Iserlohn und das Bankhaus Poppe & Schmölder in Wesel,
  • 1906 den Westfälischen Bankverein in Münster mit Filiale in Bocholt,
  • 1909 die Duisburg-Ruhrorter Bank in Duisburg mit fünf Filialen,
  • 1912 den Essener Bankverein in Essen mit fünf Filialen,
  • 1918 die Weseler Bank in Wesel,
  • 1920 den Ahlener Bankverein in Ahlen und die Emder Gewerbebank in Emden.

Im Jahre 1922 wurden die Bankhäuser C. Basse in Lüdenscheid, J. H. Hölling in Gelsenkirchen-Buer, und Ernst Osthaus in Hagen, an denen die Essener Credit-Anstalt beteiligt war, in Filialen umgewandelt. 1925 ging die Essener Credit-Anstalt in der Deutschen Bank auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walther Däbritz: Denkschrift zum fünfzigjährigen Bestehen der Essener Credit-Anstalt in Essen. Essen 1922.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auszug aus der Denkmalliste der Stadt Essen; abgerufen am 8. Oktober 2016
  2. Erwin Dickhoff: Essener Köpfe. Hrsg.: Stadt Essen, Historischer Verein für Stadt und Stift Essen. Klartext, Essen 2015, ISBN 978-3-8375-1231-1, S. 253.