Estadio Neza 86

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Estadio Neza 86
Eingangsbereich des Stadions
Eingangsbereich des Stadions
Daten
Ort MexikoMexiko Nezahualcóyotl, Mexiko, Mexiko
Koordinaten 19° 24′ 20,8″ N, 98° 59′ 13,4″ WKoordinaten: 19° 24′ 20,8″ N, 98° 59′ 13,4″ W
Eigentümer Universidad Tecnológica de Nezahualcóyotl
Eröffnung 1981
Renovierungen 1994, 2002
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 28.500 Plätze
Spielfläche 105 × 68 m
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Estadio Neza 86 ist ein Fußballstadion in Nezahualcóyotl, einer östlich von Mexiko-Stadt gelegenen Trabantenstadt im Bundesstaat Mexiko, die von vielen Mexikanern einfach nur Neza genannt wird. Es befindet sich auf dem Gelände des Hauptcampus der Universidad Tecnológica de Nezahualcóyotl und trägt den offiziellen Namen Estadio Universidad Tecnológica de Nezahualcóyotl.

Geschichte des Stadions und seiner Nutzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine der weit verbreiteten Fehlinformationen zu diesem Stadion ist, dass sein Bau in erster Linie vorgenommen wurde, um bei der in Mexiko ausgetragenen Fußball-Weltmeisterschaft 1986 als Spielstätte zu dienen. Diese Behauptung ist jedoch leicht durch die offensichtlichen Fakten widerlegbar: denn das Stadion wurde bereits 1981 eröffnet, während die WM-Vergabe an Mexiko erst 1983 erfolgte.

CD Coyotes de Neza[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vielmehr wurde ein geeignetes Stadion benötigt, um dem Club Deportivo Neza eine geeignete Heimspielstätte zur Verfügung zu stellen; denn seit dem Aufstieg von 1978 in die mexikanische Primera División mussten die Coyotes ihre Erstligaheimspiele unter eher provisorischen Bedingungen bestreiten. Deportivo Neza nutzte das Stadion, das zunächst den Namen José López Portillo trug und anlässlich der WM 1986 seine heutige Bezeichnung erhielt, vom Zeitpunkt seiner Eröffnung im Jahr 1981 bis zum finanziell bedingten Rückzug des Vereins aus der Primera División zum Saisonende 1987/88.

CF Potros Neza[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rückzug der Coyotes de Neza aus dem Profifußball hinterließ eine Lücke, in die der neu gegründete Club de Fútbol Potros Neza stieß. Damit dieser Verein gleich in der damals noch zweitklassigen Segunda División starten durfte, wurde die Spielberechtigung für diese Liga durch den Kauf der Lizenz des gerade aus der Primera División abgestiegenen Teams der Correcaminos de la UAT erworben, das sich seinerseits die Erstligaspielberechtigung von Deportivo Neza gesichert hatte. Die Potros hatten denkbar günstige Startvoraussetzungen, schafften sie doch in ihrer ersten Saison 1988/89 auf Anhieb den sportlichen Aufstieg ins Fußballoberhaus. Doch zerfiel diese hoffnungsvolle Mannschaft, nachdem die Spielberechtigung für die erste Liga noch vor Beginn der Saison 1989/90 an den CD Veracruz veräußert worden war.

Toros Neza[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nächster Hoffnungsträger der mit der mexikanischen Hauptstadt verwachsenen Schwesterstadt wurden die Toros Neza, denen 1993 der Aufstieg in die Primera División gelang. Doch wurden sie gleich in ihrer ersten Spielzeit mit einem bis dahin im mexikanischen Fußball unbekannten Problem konfrontiert. Der Mexikanische Fußballverband bezweifelte nämlich die Erstligatauglichkeit des Estadio de Neza (obwohl es erst 12 Jahre alt war und 7 Jahre vorher als WM-Arena diente!) und ließ es schon bald für Erstligaspiele sperren, so dass die Toros sich gezwungen sahen, 14 Heimspiele der Saison 1993/94 in Pachuca auszutragen. Nach einigen Modernisierungsmaßnahmen kam der Erstligafußball 1994/95 wieder ins Estadio Neza 86 zurück und verblieb dort bis zum Abstieg der Toros im Jahr 2000. In den beiden folgenden Jahren (2000/01 und 2001/02) fanden hier immerhin noch Zweitligaspiele statt, als die Toros in der Primera División 'A' spielten. Doch nach deren Lizenzverkauf an eine Mannschaft namens Gavilanes drohte dem Stadion der Leerstand.

CF Atlante[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Suche nach einem neuen Nutzer fand man den im benachbarten Mexiko Stadt beheimateten CF Atlante, der kein eigenes Stadion hatte und im für ihn viel zu großen Aztekenstadion lediglich Gastrecht genoss. Weil Atlante die meisten seiner Heimspiele in den Spielzeiten 2002/03 und 2003/04 im Estadio Neza 86 bestritt, kam der Erstligafußball auf diese Weise nach Nezahualcóyotl zurück. Doch aufgrund von Spannungen zwischen dem Magistrat der Stadt Nezahualcóyotl und der Vereinsführung des Club Atlante zog der Verein sich während der Clausura 2004 aus dem Stadion zurück und absolvierte seine Heimspiele fortan wieder im Aztekenstadion.

Fußball-Weltmeisterschaft 1986[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der 1986 in Mexiko ausgetragenen Fußball-Weltmeisterschaft diente das Estadio Neza 86 als Spielstätte für drei Vorrundenspiele der Gruppe E, in der auch Deutschland vertreten war. Allerdings absolvierte die deutsche Fußballnationalmannschaft sämtliche Gruppenspiele im Estadio La Corregidora in Querétaro, so dass hier nur die Gruppenspiele ohne deutsche Beteiligung ausgetragen wurden: Schottland – Dänemark (0:1) am 4. Juni, Dänemark – Uruguay (6:1) am 8. Juni und Schottland – Uruguay (0:0) am 13. Juni.

Die heutige Nutzung des Stadions[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Umzug von Atlante hätte abermals einen Leerstand des Stadions bedeutet. Um dies zu vermeiden, wurde für den darbenden CF Potros Neza eine Zweitligalizenz für die Saison 2004/05 erworben, die aber bereits nach einem Jahr an den Tampico-Madero FC weiterveräußert wurde. Seither ist die Stadt nicht mehr in den drei höchsten Spielklassen des mexikanischen Vereinsfußballs vertreten. Daher war man mittlerweile dazu übergegangen, das Estadio Neza 86 zu bestimmten Anlässen den ortsansässigen Football-Mannschaften der Águilas Blancas und der Burros Blancos zu überlassen. [1] Seit Einführung der neuen zweiten Fußballliga namens Liga de Ascenso in der Saison 2009/10 war die Stadt zunächst mit Potros Neza und ist seit 2011/12 mit Toros Neza wieder im Profifußball vertreten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Erläuterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gestiona IPN estadio Neza 86 como sede para la campaña de liga mayor (Memento vom 3. September 2008 im Internet Archive)