Etta von Dangast

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Etta von Dangast
Auslaufend Dangast
Auslaufend Dangast
Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDeutschland Deutschland
andere Schiffsnamen
  • Roald Jarl (1935–1941)
  • Schwalbe (1941–1948)
  • Zukunft (1948–1956)
  • Langeoog I (1956–1968)
  • Harlesand (1968–1981)
Schiffstyp Seebäderschiff
Rufzeichen DCGS
Heimathafen Dangast
Eigner Kapitänsreeder Anton Tapken
Bauwerft ?, Trondheim
Stapellauf 1935
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
26,3 m (Lüa)
Breite 5,0 m
Tiefgang max. 1,0 m
Vermessung 89 BRT
Maschinenanlage
Maschine Deutz-Dieselmotor
Maschinen-
leistung
200 PS
Höchst-
geschwindigkeit
10 kn (19 km/h)
Propeller 1
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 145
Sonstiges
Registrier-
nummern
ENI 04801370

Die Etta von Dangast ist ein Seebäderschiff. Sie wurde 1935 in Norwegen als Dampfschlepper Roald Jarl gebaut und hat eine wechselvolle Geschichte: 1941 beschlagnahmt und als Schlepper genutzt (Schwalbe, Zukunft), wurde es 1956 zum Passagierschiff umgebaut (Langeoog I, Harlesand). Seit 1982 verkehrt es von Dangast in den Jadebusen und die Nordsee. Im Juli 2021 gab der Kapitän des Schiffes Anton Tapken bekannt, dass er in Ruhestand geht. Aktuell liegt das Schiff in der Werft in Wilhelmshaven. Ihre Zukunft ist ungewiss, da eine erneute Betriebserlaubnis für den Fahrgastbetrieb ansteht.[1]

Bau und technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff wurde 1935 in Trondheim als Dampfschlepper gebaut, zur Werft und zur auftraggebenden Reederei liegen keine Angaben vor. Ursprünglich war das Schiff 24,37 Meter lang, 5,00 Meter breit und wies einen Tiefgang von 0,80 Metern auf. Das Schiff war mit 30 BRT vermessen und wurde von einer Verbunddampfmaschine unbekannter Leistung angetrieben. 1948 wurde die Dampfmaschine durch einen Dieselmotor der Firma Güldner ersetzt, der 125 PS leistete und das Schiff auf eine Geschwindigkeit von 8 Knoten brachte.

1956 wurde es auf der Jadewerft in Wilhelmshaven zu einem Passagierschiff umgebaut. Die Abmessungen änderten sich in 26,27 Metern Länge, 5,04 Metern Breite und einen Tiefgang von 1,00 Meter und es wurde mit 89 BRT neu vermessen. Die Geschwindigkeit beträgt seitdem 10,0 Knoten. 1968 erhielt das Schiff einen Deutz-Dieselmotor mit 200 PS. Das Schiff ist heute für 145 Passagiere zugelassen.[2][3][4][5] Ihr Name stammt von der Frau des mittelalterlichen Friesenhäuptlings Edo Wiemken (bezeugt ab 1382; † 1415).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Fertigstellung lieferte die Werft das Schiff 1935 an eine namentlich nicht bekannte norwegische Reederei aus. Heimathafen des Schiffes wurde Trondheim. Aufgrund der geringen Größe des Schiffes müssen der Einsatzzweck bzw. befahrene Routen im näheren Umfeld des Hafens gelegen haben. Nach der deutschen Besetzung Norwegens (Unternehmen Weserübung) beschlagnahmte die Wehrmacht das Schiff und verbrachte es als Schwalbe im September/Oktober 1941 zum Einsatz nach Hamburg. Die Royal Navy beschlagnahmte es dort 1945 nach Kriegsende und verkaufte es im April 1948 an die Firma Paul-Franz Sanowski. Diese ließ die Dampfmaschine durch einen Dieselmotor ersetzen und nutzte das in Zukunft umbenannte Schiff in Hamburg als Schlepper.

Im Februar 1956 verkauft die Firma das Schiff an die Inselreederei Langeoog. Die Reederei ließ es auf der Jadewerft in Wilhelmshaven zum Fahrgastschiff für 186 Passagiere umbauen und nahm sie als Langeoog I für den Linienbetrieb zwischen der Insel und Bensersiel in Betrieb. Nach zwölf Jahren veräußerte sie das Schiff am 20. März 1968 an die Reederei Warrings in WittmundCarolinensiel. Waarings tauschte den bisherigen Motor gegen einen Deutz-Dieselmotor mit 200 PS aus. Das Schiff erhielt den Namen Harlesand und fuhr bis 1981 im Liniendienst zwischen Harlesiel und Wangerooge.[2][5]

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981 erwarb Anton Tapken das Schiff, mit dem er seit 1982 als Kapitänsreeder Fahrten ab dem Dangaster Hafen anbietet. Von Frühjahr bis Herbst bietet er mit dem Seebäderschiff fast täglich Ausflugsfahrten in den Jadebusen und ins Wattenmeer an. Auf dem Programm stehen Fahrten nach Wilhelmshaven durch den Marinehafen, die Schleusung, der Kaiser-Wilhelm-Drehbrücke sowie eine Besichtigung des Feuerschiffs Weser, weiterhin Fahrten zu den Seehundbänken im Wattenmeer des Jadebusens und dem Beobachten von Seehunden und Netzfischfang. Die „Großen Jaderundfahrten“ führen zum Leuchtturm, der Tankerlöschbrücke und dem Marinehafen. Das Schiff kann auch gechartert werden.[4][6]

Im Juli 2021 gab der Kapitän des Schiffes Anton Tapken bekannt, dass er in Ruhestand geht. Aktuell liegt das Schiff in der Werft in Wilhelmshaven. Ihre Zukunft ist ungewiss, da eine erneute Betriebserlaubnis für den Fahrgastbetrieb ansteht.[1] Ab August übernimmt das Schiff Feodora 1 die Ausflugsfahrten der Etta von Dangast.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dieter Schubert: Deutsche Binnenfahrgastschiffe. Illustriertes Schiffsregister. Uwe Welz Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-933177-10-3, S. 522.
  • Ulf Kaack: Wattenmeer und Jadebusen sind das Revier der „Etta von Dangast“. In: Oceanum. Das maritime Magazin. Band 2, Oceanum Verlag, Wiefelstede 2017, ISBN 978-3-86927-502-4, S. 142–143.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Etta von Dangast – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Friesländer Bote vom 23. Juli 2021: Dangast muss Abschied nehmen von der „Etta“, abgerufen am 13. August 2021
  2. a b Ulf Kaack: Wattenmeer und Jadebusen … 2017, S. 143.
  3. Schubert: Binnenfahrgastschiffe, S. 522
  4. a b Homepage Seebäderschiff Etta von Dangast
  5. a b S/S Roald Jarl bei faktaomfartyg.se
  6. Beschreibung auf Homepage der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Varel