Eugen Blume

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Eugen Blume (* 1951 in Bitterfeld) ist ein deutscher Kurator und Kunsthistoriker. Er war von 2001 bis 2016 Leiter des Hamburger Bahnhofs – Museum für Gegenwart in Berlin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1972 bis 1974 studierte Blume an der Pädagogischen Hochschule Erfurt die Fächer Deutsch und Kunsterziehung. Im Anschluss war er bis 1976 im Theaterbereich der Stadt Leipzig tätig.

In der Folge studierte Blume bis 1981 an der Humboldt-Universität zu Berlin Kunstgeschichte, Archäologie, Ästhetik und Kulturwissenschaften, das er mit einem Diplom über den Kunstbegriff bei Joseph Beuys abschloss. Gleichzeitig arbeitete er als Praktikant in der von Klaus Werner geleiteten Galerie des Staatlichen Kunsthandels „Arkade“, 1979 fand dort mit Gregor-Torsten Schades Das schwarze Frühstück die erste offizielle Performance der DDR statt. Blume schrieb dazu: „Die im schwarzausgeschlagenen Schaufenster schwarz in schwarz inszenierte ‚Performance‘ geriet zum biedermeierlichen Zauberstück … .“[1]

Ab 1981 war Blume an den Staatlichen Museen zu Berlin (DDR) beschäftigt, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Ostberliner Kupferstichkabinett, ab 1990 in der Sammlung der Zeichnungen der Nationalgalerie und schließlich in den 1993 vereinigten Sammlungen der Kupferstichkabinette aus Ost- und West-Berlin.[2][3]

Blume galt seit den frühen 1980er Jahren als Protagonist des von Joseph Beuys eingeführten „Erweiterten Kunstbegriffs“ in der DDR, einer Kunst die nicht nur die traditionellen Darstellungsformen, sondern auch Aktions- und Installationskunst mit einbezog.

Blume engagierte sich als theoretischer Kopf im inoffiziell betriebenen Ost-Berliner „Aktionsraum Sredzkistraße 64“ im Prenzlauer Berg, dem umfunktionierten Atelier des Malers Erhard Monden. [4] Im Juni 1989 war er Mitorganisator der Permanenten Kunstkonferenz, die mit zahlreichen Aktionen und Vorträge in der Sredzkistraße 64 stattfand. Gezeigt wurden unter anderem Via Lewandowskys rituellen Operation Trichinen auf Kreuzfahrt. [5][6]

Unter dem ironischen Titel „Kunst. Was soll das?“ lud Eugen Blume zusammen mit Klaus Staeck und Christoph Tannert vom 1. bis 3. Mai 1992 zur 3. Bitterfelder Konferenz im Bitterfelder Kulturpalast ein. „Gegenstand der Gespräche war eine kritische Bestandsaufnahme der in der Vergangenheit mit dem Namen Bitterfeld verbundenen Erwartungen, Irrtümer und Enttäuschungen und eine intensive Diskussion über das Spannungsfeld Kunst und Gesellschaft jenseits aller ideologischen Verklemmungen, mit denen dieses Thema oft genug belastet wurde …“[7] Vorangegangen waren die offiziellen Konferenzen des Bitterfelder Wegs.

In der Folge wurde Blume im Jahr 1993 zu einem Thema über Ludwig Justi bei Harald Olbrich zum Dr. phil. promoviert.[8] Ab diesem Jahr leitete Blume schließlich den Aufbau des Medienarchivs Joseph Beuys, zwei Jahre später wechselte er zur Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, den er von 2001 bis 2016 leitete. Es folgten Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen.

2011 erhielt er eine Honorarprofessur im Fachbereich Kunstwissenschaft an der Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig.[9] Im Jahr 2015 kuratierte er die Ausstellung „Black Mountain“ im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart.[10]

Blume ist als Referent am Institut für Weiterbildung, dem Career College der UdK Berlin tätig.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eugen Blume: In freier Luft – Die Künstlergruppe Clara Mosch und ihre Pleinairs. In: Kunstdokumentation SBZ/ DDR 1945–1990. Aufsätze, Berichte, Materialien. Günter Feist, Eckhart Gillen und Beatrice Vierneisel (Hrsg.). DuMont, Köln 1996, ISBN 978-3-77013846-3, S. 728–741.
  2. KuratorInnen aus Deutschland: Eugen Blume, abgerufen am 15. November 2015.
  3. Geschichte des Kupferstichkabinetts (Memento des Originals vom 17. November 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.smb.museum, abgerufen am 16. November 2015.
  4. Eugen Blume: Raum r-g, Sredzkistraße 64. In: Klopfzeichen: Kunst und Kultur der 80er Jahre in Deutschland, Faber & Faber, Leipzig, S. 54–55. Anm. r-g steht für „rot-grün“
  5. Constanze von Marlin (Hrsg.): Ordnung durch Störung: Auto-Perforations-Artistik, Hochschule für bildende Künste Dresden, Verlag für moderne Kunst, Nürnberg, 2006, S. 38
  6. Die Selbsthilfe- und Produzentengalerie „rg“ Sredzkistraße 64 Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung vom 6. September 2012
  7. AR Penck, Ein Protokoll (Memento des Originals vom 21. Januar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.edition-staeck.de auf der Internetseite der Edition Staeck
  8. Thema der Dissertation: Ludwig Justi und die klassische Moderne im Museum der Gegenwart am Beispiel der Sammlung der Zeichnungen in der Nationalgalerie zu Berlin zwischen 1919 und 1933. Ein Beitrag zur Biographie Ludwig Justis und zur Geschichte der Nationalgalerie, Humboldt-Universität, Berlin. Veröffentlicht 1994.
  9. Internetseite der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, abgerufen am 16. November 2015
  10. Making-of: Interview mit Eugen Blume, abgerufen am 15. November 2015
  11. Weiterbildung im ziw.udk-berlin.de. Abgerufen im 20. November 2016.