Euroscaptor micrura

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Euroscaptor micrura
Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Maulwürfe (Talpidae)
Tribus: Eigentliche Maulwürfe (Talpini)
Gattung: Südostasiatische Maulwürfe (Euroscaptor)
Art: Euroscaptor micrura
Wissenschaftlicher Name
Euroscaptor micrura
(Hodgson, 1841)

Euroscaptor micrura ist eine der Arten der Südostasiatischen Maulwürfe innerhalb der Maulwürfe (Talpidae). Er ist in Teilen des Himalaya vom westlichen Yunnan in der Volksrepublik China über Nepal und Bhutan bis in das nordöstliche Indien verbreitet.

Merkmale[Bearbeiten]

Euroscaptor micrura erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 12,8 bis 13,5 Zentimeter und eine Schwanzlänge von 5 bis 9 Zentimeter. Er entspricht in seiner Erscheinung Euroscaptor klossi mit einem dunkel-schwarzbraunen Fell, hat jedoch einen deutlich kürzeren, keulenförmigen Schwanz.[1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet von Euroscaptor micrura

Euroscaptor micrura lebt in Teilen des Himalaya vom westlichen Yunnan in der Volksrepublik China über Nepal und Bhutan bis in das nordöstliche Indien.[2] Auf der Halbinsel Malaysia wurde in den Cameron Highlands eine isolierte Population dokumentiert,[2] die jedoch 2008 als eigene Art beschrieben wurde.[3]

Die Höhenverbreitung reicht von 100 bis etwa 2750 Meter.[1]

Lebensweise[Bearbeiten]

Über die Lebensweise von Euroscaptor micrura liegen nur sehr wenige Informationen vor, sie dürfte aber mit der der anderen Maulwürfe übereinstimmen. Demnach leben sie größtenteils unter der Erde, wo sie Gangsysteme errichten. Ihre Nahrung besteht aus Regenwürmern, Insekten und anderen Kleintieren.

Euroscaptor micrura ist nachtaktiv und lebt in subtropischen bis tropischen Bergwäldern in Gebieten mit laubbedeckten oder fels- und kiesreichen Böden.[2] In China bewohnt sie Waldgebiete, in denen sie in der Regel oberflächennahe Tunnel ohne Maulwurfshügel anlegt und nicht sehr weit in die Tiefe gräbt.[1]

Systematik[Bearbeiten]

Euroscaptor micrura wird als eine von sechs bis acht Arten den Südostasiatischen Maulwürfen (Euroscaptor) innerhalb der Maulwürfe (Talpidae) zugeordnet. Unterarten sind nicht beschrieben.[4] Teilweise wurde die Art Euroscaptor klossi dem Euroscaptor micrura als Unterart zugeordnet.[4]

Der ehemals als Unterart auf der malaiischen Halbinsel eingeordnete Euroscaptor malayana wurde 2008 als eigene Art beschrieben.[3]

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten]

Die Art wird aufgrund des großen Verbreitungsgebietes, der angenommenen großen Bestandszahlen und dem Vorkommen in mehreren Schutzgebieten von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) als nicht gefährdet (least concern) gelistet. Bedrohungen für den Gesamtbestand der Art bestehen nicht, in Nordindien ist die Art jedoch durch die Rodung von Wäldern und die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen sowie die Bejagung als Fleischquelle lokal bedroht.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Euroscaptor micrura – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Euroscaptor micrura in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: S. Molur, 2008. Abgerufen am 26. Februar 2013

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c Robert S. Hoffmann, Darrin P. Lunde: Greater Chinese Mole. In: Andrew T. Smith, Yan Xie (Hrsg.): A Guide to the Mammals of China. Princeton University Press, Princeton NJ u. a. 2008, ISBN 978-0-691-09984-2, S. 323.
  2. a b c d Euroscaptor micrura in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: S. Molur, 2008. Abgerufen am 26. Februar 2013
  3. a b Kawada Shin-ichiro, Yasuda Masatoshi, Shinohara Akio, Lim Boo Liat: Redescription of the Malaysian Mole as to be a True Species, Euroscaptor malayana (Insectivora, Talpidae)(Biodiversity Inventory in the Western Pacific Region II. Indonesia and Malaysia). In: Memoirs of the National Science Museum. Bd. 45, 2008, ISSN 0082-4755, S. 65–74, Abstract.
  4. a b Euroscaptor micrura. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.