Evangelische Pfarrkirche Lindenfels

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Blick vom Burgberg auf Lindenfels; hinten rechts die evangelische Kirche, im Vordergrund die katholische Kirche St. Peter und Paul

Die Evangelische Pfarrkirche in Lindenfels im Landkreis Bergstraße in Hessen wurde 1825 erbaut, geht aber auf einen spätmittelalterlichen Vorgängerbau zurück.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche in der Nordostecke des mittelalterlichen Stadtkerns geht auf die spätmittelalterliche Kirche des Ortes zurück, um die sich damals auch der Begräbnisplatz der Einwohner befand. Die frühe Geschichte der alten Kirche ist nur fragmentarisch bekannt. Im Hochmittelalter gab es noch keine Kirche in Lindenfels, sondern nur die Burgkapelle der Burg Lindenfels, die auch von den Bewohnern des Ortes genutzt wurde. 1403 ist eine Kapelle im Ort belegt, die wohl Filial von Schlierbach war. 1417 durfte zur Errichtung einer Pfarrkirche gesammelt werden. Bald darauf scheint sie errichtet worden zu sein, da gegen Ende des 15. Jahrhunderts bereits wieder für Baumaßnahmen gesammelt wurde. Im 16. Jahrhundert und auch noch später teilt die Kirche die wechselvolle Reformationsgeschichte der Kurpfalz. Bei weiteren Baumaßnahmen könnte erhaltenes Baumaterial der 1563 abgebrannten Kapelle in Lichtenklingen verwendet worden sein.

Wie die alte Kirche im 17. Jahrhundert aussah, zeigt ein Stich von Matthäus Merian. Es handelte sich um ein einschiffiges Gebäude mit dreiseitigem Chor und viereckigem Dachreiter mit spitzem Helm. Über die Baufälligkeit der alten Kirche liegen seit dem späten 16. Jahrhundert immer wieder Berichte vor, ohne dass es zu einer grundlegenden Erneuerung gekommen wäre. 1763 zählte die Kirche zu den ältesten und baufälligsten im Land, sie wurde aber dennoch 1768 auf ein angrenzendes, von der Familie Pretlack erworbenes Grundstück erweitert und 1795 nach einem Dachbrand wieder repariert. Bis 1817 hegte man weitere Renovierungs- und Erweiterungspläne, bevor man sich doch zu einem Abriss und einem Neubau entschloss. Bis es jedoch so weit war, vergingen nochmals mehrere Jahre. Die alte Kirche wurde schließlich 1823 abgerissen.

Die neue Kirche wurde 1825 nach Plänen von Georg Moller erbaut. Moller wirkte auch maßgeblich beim nachträglichen Einbau einer Empore 1829 mit. Eine Orgel wurde 1837 angeschafft.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist ein klassizistischer Saalbau mit Satteldach, an dessen Schmalseite im Westen ein schlanker quadratischer Kirchturm mit Spitzhelm angebaut ist. Das Sockelgeschoss des Turms dient als Zugang und Vorhalle des Langhauses, das von einer flachen Decke überspannt wird. Die Ausstattung der Kirche ist noch größtenteils bauzeitlich.

Aus der alten Kirche erhalten blieben ein gotisches Sandsteinbecken und ein Steinrelief mit Christuskopf von der Giebelfläche eines spätgotischen Sakramentshäuschens, der am Eingang des Hauses Baureneck verbaut wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans W. Weber: Lindenfels – das Bild der Stadt in Vergangenheit und Gegenwart (= Lindenfelser Hefte II), Lindenfels 1975, S. 73–75.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 49° 40′ 58,5″ N, 8° 46′ 45″ O