Evangelische Stadtkirche Dinslaken

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Stadtkirche

Die evangelische Stadtkirche ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in Dinslaken, einer Stadt im Kreis Wesel (Nordrhein-Westfalen).

Geschichte und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf den Altar

1648 bekamen die reformierten Gemeinden am Niederrhein das Recht, Kirchen zu bauen. Statt eines Hahnes setzten sie teilweise als Zeichen durchkämpfter Glaubensnot und bewahrter Gemeinschaft einen Engel mit Posaune, auch Geusendaniel genannt, auf das Dach. Am Ende des Dachfirstes befindet sich ein solcher Engel als Wetterfahne.

Die erste 1653 gebaute Kirche fiel 1717 zusammen mit 10 umliegenden Häusern einem Brand zum Opfer.

Der Rechtecksaal aus verputztem und weiß gekalktem Backstein wurde von 1720 bis 1722 nach Plänen von Bartolomeo Salla errichtet; er war ein wandernder Architekt, der sich auf einen harmonischen schlichten Barockstil verstand. Auftraggeber war die evangelisch reformierte Gemeinde. Schon vor der Fertigstellung stürzte der Turm ein, weil die ausführenden Handwerker sich nicht an die Pläne Sallas hielten, um Kosten zu senken. Durch statische Fehler und schlechte Bauausführung sind ständige Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen notwendig. Innen ist über einer Pilastergliederung eine Spiegeldecke eingezogen. Der Chor schließt dreiseitig.

Der Turm ist mit einer Laterne bekrönt.

Eine Sakristei wurde 1904 angebaut.

2000 bis 2001 wurde das Gebäude umfangreich saniert.[1][2]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Orgelempore und die Sakristei wurde bei der Restaurierung 1904 im Chorscheitel angebaut
  • Die reich beschnitzte, ungefasste Kanzel wurde 1723 eingebaut
  • Zwei Leuchterkronen aus Messing sind aus der Zeit um 1700

Kirchenfenster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprünglichen Fenster der Stadtkirche waren nach reformatorischer Weise schlicht weiß gehalten, um 1900 jedoch wurden sie von farbigen Motivfenstern ersetzt. Diese wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, nur ein paar Fragmente konnten erhalten und als Bruchstücke in das Mittelfenster eingesetzt werden. 1976 regte Pastor Ronny Schneider die Neuausstattung mit bildhaften Fenstern an. Diese wurden 1980 vom Trierer Glaskünstler Werner Persy gestaltet. Zum Bildprogramm des aus 15 Fenstern bestehenden Themenzyklus gehört die Auferstehung wie das Leid am Kreuz.[3][4]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel geht zurück auf ein Instrument, das 1722 von dem Orgelbauer Thomas Weidtman (Ratingen) erbaut wurde. Das Orgelgehäuse ist bis heute vollständig erhalten. Das Werk wurde mehrfach erneuert. Das Instrument wurde Ende des 19. Jahrhunderts von den Hoforgelbauern Gebrüder Euler (Gottsbüren bei Hofgeismar) neu errichtet und ausgebaut, und nach dem Zweiten Weltkrieg erneut vollständig reorganisiert. Die Orgel hat 19 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Trakturen sind mechanisch.[5]

I Hauptwerk C–
1. Gedacktpommer 16′
2. Principal 8′
3. Spitzgamba 8′
4. Hohlflöte 8′
5. Octave 4′
6. Gedacktflöte 4′
II Positiv C–
7. Gedackt 8′
8. Querflöte 4′
9. Octave 2′
10. Scharff III-IV
11. Krummhorn 8′
Pedalwerk C–
12. Subbass 16′
13. Octavbass 8′
14. Choralbass II 4′
15. Rauschquinte II
16. Terzglockenton II
17. Mixtur IV
18. Posaune 16′
19. Trompete 8′

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dehio, Georg, Bearbeitet von Claudia Euskirchen, Olaf Gisbertz, Ulrich Schäfer: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen I Rheinland. Deutscher Kunstverlag, 2005 ISBN 3-422-03093-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Evangelische Stadtkirche Dinslaken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte der Stadtkirche
  2. Claudia Euskirchen, Olaf Gisbertz, Ulrich Schäfer (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, Band I: Rheinland. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2005, ISBN 3-422-03093-X. S. 238.
  3. Zeitungsartikel (NRZ Dinslaken vom 14.04.2017) mit ausführlichen Informationen zu den Kirchenfenstern.
  4. Eintrag bei der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. mit Fotografien aller 15 Kirchenfenster.
  5. Ausführliche Informationen zur Orgel (Memento des Originals vom 2. Februar 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.altstadt-dinslaken.de

Koordinaten: 51° 33′ 42″ N, 6° 44′ 2,8″ O