Exploding Head Syndrome

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Klassifikation nach ICD-10
G47 Schlafstörungen
G47.8 Sonstige Schlafstörungen
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Das Exploding Head Syndrome (EHS) ist ein Zustand, bei dem eine Person beim Einschlafen oder Aufwachen laute Geräusche hört und/oder ein explosives Gefühl hat.[1][2] Neben Lärm berichten einige Leute von Angst und Lichtblitzen.[2][3][4] Es wurde als Parasomnie im International Classification of Sleep Disorders von 2005 klassifiziert,[5] und ist eine außergewöhnliche Art einer akustischen Halluzination, da sie ausschließlich bei Menschen auftritt, die nicht ganz wach sind.[6]

Weder die Ursache noch der Mechanismus des Exploding Head Syndrome ist bekannt.[6] Bislang gibt es auch keine statistische Aussage zur Prävalenz zum EHS.[7] Eine Studie hat gezeigt, dass EHS bei jungen Menschen sehr häufig vorkommt. Fast ein Fünftel der befragten Studenten gab an, mindestens einmal an EHS gelitten zu haben. Es war für manche so schlimm, dass es ihr Leben erheblich beeinträchtigt. Die Studie ergab zusätzlich, dass fast ein Drittel der Personen, die an EHS litten, auch unabhängig vom EHS eine Schlaflähmung erlitten.[8]

Bislang gab es noch keine Studie, die eine erfolgreiche Therapie untersuchte. Es wurden bisher wenige Fallberichte veröffentlicht, bei denen eine Therapie an einer kleinen Anzahl von Menschen mit Clomipramin, Flunarizin, Nifedipin, Topiramat, Carbamazepin, Ritalin und/oder Erziehung und Beruhigung durchgeführt wurde.[1]

Als Erster beschrieb Silas Weir Mitchell 1876 das Exploding Head Syndrom. Dieser Begriff wurde jedoch erst 1920 vom walisischen Arzt und Psychiater Robert Armstrong-Jones eingeführt.[7] Die erste detaillierte Beschreibung erfolgte 1989 durch John M. S. Pearce.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Brian A. Sharpless: Exploding head syndrome. In: Sleep Medicine Reviews. 18, Nr. 6, Dezember 2014, S. 489–493. doi:10.1016/j.smrv.2014.03.001. PMID 24703829.
  2. a b A. Frese, O. Summ, S. Evers: Exploding head syndrome: Six new cases and review of the literature. In: Cephalalgia. 34, Nr. 10, 6. Juni 2014, S. 823–827. doi:10.1177/0333102414536059. PMID 24907167.
  3. Jan Dirk Blom: A Dictionary of Hallucinations. Springer Science & Business Media, 8. Dezember 2009, ISBN 9781441912237.
  4. Andrew J. Larner, Alasdair J. Coles, Neil J. Scolding, Roger A. Barker: A-Z of Neurological Practice: A Guide to Clinical Neurology. Springer Science & Business Media, 19. Januar 2011, ISBN 9781848829947.
  5. Michael J. Thorpy: Classification of Sleep Disorders. In: Neurotherapeutics. 9, Nr. 4, 1. Oktober 2012, S. 687–701. doi:10.1007/s13311-012-0145-6. PMID 22976557. PMC 3480567 (freier Volltext).
  6. a b Blom JD. Auditory hallucinations. Handb Clin Neurol. 2015;129:433-55. Review. PMID 25726283
  7. a b Sharpless BA Exploding head syndrome is common in college students. J Sleep Res. 13. März 2015 PMID 25773787
  8. Eric Sorensen: ‘Exploding head syndrome’ affects more young than thought. Archiviert vom Original am 19. September 2015. Abgerufen im November 2015.
  9. Thorpy MJ, Plazzi G: The Parasomnias and Other Sleep-Related Movement Disorders. Cambridge University Press, 2010, ISBN 0-521-11157-9, S. 231 (Abgerufen am 18. März 2011).