Fatumean

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Verwaltungsamt Fatumean
Fatumean (Osttimor)
Red pog.svg
Verwaltungssitz Fatumea
Fläche 132,60 km²[1]
Einwohnerzahl 3.332 (2010)[1]
Sucos Einwohner (2010)[2]
Belulic Leten 2.063
Fatumea 638
Nanu 631
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Cova Lima
Lage der Gemeinde Cova Lima

Fatumean osttimoresisches Verwaltungsamt (portugiesisch Posto Administrativo) in der Gemeinde Cova Lima. Verwaltungssitz ist Fatumea (Fatumean).[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orte und Flüsse in Fatumean

Bis 2014 wurden die Verwaltungsämter noch als Subdistrikte bezeichnet.

Fatumean liegt im äußersten Nordwesten Cova Limas. Im Osten grenzt es an das Verwaltungsamt Fohorem und im Südosten an Tilomar. Ansonsten ist Fatumean vom indonesischen Westtimor umrahmt.

Das Verwaltungsamt teilt sich in drei Sucos: Belulic Leten (Beluluik Leten, Betulik Leten, wörtlich: „Ober-Belulik“), Fatumea (Fatumean) und Nanu.[4] Die heutige Aufteilung besteht erst seit 2003.[5] Davor unterteilte man Fatumean in die vier Sucos Alasleten (entspricht dem heutigen Fatumea), Belulik Kraik („Unter-Belulik“, der Norden vom heutigen Belulik Leten), Belulik Leten (der südliche, schmale Teil des heutigen Belulik Leten und der südliche Teil von Nanu) und Nano Dakolo (der nördliche Teil des heutigen Nanus).[6][7]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verwaltungsamt Fatumean leben 3.332 Menschen (2010,[1] 2004: 3.346[9]). Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher des Tetum Terik, eines Dialekts der Amtssprache Tetum. Eine große Minderheit spricht die Nationalsprache Bunak. Der Altersdurchschnitt beträgt 16,7 Jahre (2010,[1] 2004: 16,0 Jahre[10]).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der vorkolonialen Geschichte Timors gibt es nur mündliche Überlieferungen, da die Völker der Insel keine Schrift verwendeten. Ursprünglich beherrschten demnach fünf Königreiche die Kernregion der Gemeinde: Camenaça (Kamenasa), Suai, Maucatar, Taroman und Fohorem. Fohorem dominierte die anderen Reiche durch Diplomatie, Heiratspolitik und Eroberungszüge gegen andere Reiche der Region. Nachdem der Liurai von Fohorem sich die Oberhoheit über die Region gesichert hatte, übergab er jeder seiner fünf Töchter ein eigenes Königreich als Lehen. Diese leisteten im Gegenzug Tribut in Form von land- und forstwirtschaftlichen Produkten.[11] Eine andere Quelle gibt an, dass sich zunächst die drei Reiche Fatumean, Lookeu und Dakolo zur Koalition Uma Tolu („Drei Häuser“) zusammenschlossen. Erst nach einem Krieg gegen die Portugiesen kamen die Reiche Sisi und Maudemi dazu und es entstand Koba Lima. Durch Verballhornung wurde aus „Koba“ später „Cova“. Durch die koloniale Grenzziehung, mit dem Vertrag von Lissabon, zwischen den Niederlanden und Portugal, kamen Sisi, Maudemi und die Hälfte Lookeus zum heute indonesischen Westtimor, während der Rest von Lookeu, Fatumean und Dakolo heute Teil der zu Osttimor gehörenden Gemeinde Cova Lima sind. Noch heute bestehen Bindungen über die Grenze hinweg.[12]

Im März 1895 startete der portugiesische Gouverneur José Celestino da Silva eine Offensive gegen Fatumean und andere Reiche. Während des Kriegs von Manufahi (1894–1896) besetzten Krieger aus Fatumean zeitweise das Fort von Batugade, als dessen Besatzung an einem anderen Ort kämpfte. Im September 1895 schloss der Herrscher von Fatumean mit Portugal einen schriftlichen Vertrag über seinen Vasallenstatus.

Um den Angriffen der indonesischen Armee 1976 zu entgehen, flohen die meisten Einwohner der Verwaltungsämter Fohorem, Fatululic, Fatumean und Tilomar zum Berg Taroman. Andere flohen in die Dörfer Dato Tolu, Fatuloro, Taroman und Lactos.[13]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Administrator des Verwaltungsamts wird von der Zentralregierung in Dili ernannt. 2015 war dies Martinho Pires.[14]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

73 % der Haushalte im Verwaltungsamt bauen Mais an, 66 % Maniok, 60 % Gemüse, 49 % Reis, 58 % Kokosnüsse und 42 % Kaffee.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fatumean – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  3. Jornal da República: Diploma Ministerial n.o 24/2014 de 24 de Julho – Orgânica dos Postos Administrativos (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  4. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (PDF-Datei; 315 kB)
  5. Englische Version des Diploma Ministerial n.° 6/2003 (Memento vom 10. Januar 2005 im Internet Archive) (PDF-Datei; 219 kB)
  6. Aufteilung Osttimors unter der indonesischen Verwaltung (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive)
  7. Karte im Cova Lima District Development Plan 2002/2003 (englisch; PDF-Datei; 2,24 MB)
  8. a b Seeds of Life
  9. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  10. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (Memento vom 13. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 14,0 MB)
  11. Cova Lima District Development Plan 2002/2003, S. 5 (englisch; PDF-Datei; 2,24 MB)
  12. Suai Media Space: Koba Lima − Suai
  13. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  14. Ministério da Administração Estatal: Administração Municipal

Koordinaten: 9° 14′ S, 125° 2′ O