Felsenmeer (Hemer)

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Felsenmeer Hemer im Jahr 2004
Aussichtsplattform im Großen Felsenmeer
Brücke und Steg im Kleinen Felsenmeer
Naturbelassener Abschnitt zwischen Kleinem Felsenmeer und Paradies

Das Felsenmeer im sauerländischen Hemer ist ein seit 1968 unter Naturschutz stehendes Gebiet, dessen zerklüfteter Untergrund erdgeschichtlich aus dem Tertiär stammt. Dieses Gebiet des Felsenmeeres ist etwa 600 Meter lang, 200 Meter breit und liegt 45 Meter über der Talsohle. Es wird in drei Gebiete eingeteilt, das Große Felsenmeer im Nordwesten, das Kleine Felsenmeer im Süden und das Paradies im Südosten.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sich heute beeindruckend darbietenden Felsblöcke, Schluchten und Verwerfungen haben ihren Ursprung teilweise in der Höhlenbildung (siehe auch Karst) und deren Einsturz und im jahrhundertelangen Eisenerzabbau.

Nachweislich wurde in den Höhlen schon ab dem 8. oder 9. Jahrhundert nach Christus Eisenerz abgebaut. Dies fand im Nordwesten und im Südosten des Gebietes statt. Im Felsenmeer konnte der derzeit älteste Abbau von Eisenstein (Eisengehalt von bis zu 80 Prozent) in Westfalen nachgewiesen werden. Als Erze fand man hier metasomatischen Roteisenstein, Brauneisenerz, Zinkspat (Galmei) und das seltene Grün-Bleierz.

Im nördlichen Gebiet finden sich Querklüfte, Schächte und auch mehrere Höhlen. Noch Ende 1950 kam es im nordwestlichen Gebiet des Felsenmeeres zum Einsturz einer Felswand.

Im Gebiet wurden drei Hauptkluftrichtungen festgestellt, die von Nordnordwest nach Südsüdost, von Westnordwest nach Ostsüdost und von Nordnordost nach Südsüdwest verlaufen.

Der Geologische Dienst NRW bezeichnet das Hemeraner Felsenmeer als ein in Deutschland einmaliges Geotop und verlieh ihm 2005 das Prädikat Bedeutendes geologisches Denkmal Deutschlands.

Am 12. Mai 2006 wurde das Felsenmeer als „Nationaler Geotop“ im Landtag von Hannover ausgezeichnet. Bei dieser Gelegenheit wurde den Objekten das Prädikat „Nationaler Geotop“ sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung das Logo planeterde verliehen. Außerdem wurden die Geotope in einem Begleitbuch verewigt. Diese Auszeichnung war Ergebnis eines Wettbewerbs der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover (AGH). Es wurden 77 bedeutende Geotope in Deutschland als „Nationaler Geotop“ ausgezeichnet.[1] Im Sauerland wurde neben dem Felsenmeer nur noch die Bruchhauser Steine als „Nationaler Geotop“ ausgezeichnet.

Einen Einblick in die Geschichte des Felsenmeeres vermittelt das Felsenmeermuseum.

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im heutigen Gebiet um den Sundwiger Wald hatten sich in grauer Vorzeit Zwerge niedergelassen. Unter den Felsen suchten sie nach Gold, Silber, Edelsteinen und anderem Edelmetall. Der berühmte Zwergenkönig Alberich war Herr über all die Schätze. Nun hörten die benachbarten Riesen von all dem Reichtum und machten sich auf die Felsenburg der Zwerge zu plündern. Die Zwerge konnten sich in den hintersten unterirdischen Gängen vor den Riesen verstecken, während diese nur bis in die große Felsenhalle kamen. Plötzlich sprach Alberich einen Zauberspruch und die Decke der Felsenhalle stürzte auf die Riesen. Seit diesem Ereignis befindet sich an dieser Stelle das Felsenmeer. Einen Grabstein eines Riesen kann man heute noch sehen: Eine Felsplatte mit einem Bildnis des Riesen wurde im Paradies aufgestellt.

Besichtigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der Nähe gelegene Heinrichshöhle ist eine Tropfsteinhöhle, die für Besucher geöffnet ist.

Das Felsenmeer selbst ist rund um die Uhr frei zugänglich. Das Verlassen der markierten Wege ist verboten und sehr gefährlich, da sich Felsspalten oft unter Laub und Ästen verbergen. Hierdurch kam es bereits zu mehreren Todesfällen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Hänisch: Faszination Felsenmeer. Papenbusch Media, Menden (Sauerland) 2010, ISBN 978-3938052129.
  • Die geologische Entwicklung der Karstlandschaft um Hemer von Egon Perkuhn. In: Hemer, Beiträge zur Heimatkunde, Zweite Auflage 1980, S. 11 – 23.
  • Das Felsenmeer - Übersicht über die erfassten Höhlen. Weber, H. W., Antiberg, Heft 1, Mitteilung zur Karst- und Höhlenkunde in Westfalen, 1975.
  • Das Felsenmeer bei Hemer. Schmidt, H./Weber, H., Antiberg, Heft 1, Mitteilung zur Karst- und Höhlenkunde in Westfalen, 1975.
  • Das Felsenmeer bei Hemer-Sundwig im Sauerland. Kühne, A., Bergbau, Heft 5, Mai 65, Ring Deutscher Bergbauingenieure.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Felsenmeer Hemer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volker Wrede: Bizarre Landschaft voller Rätsel. In: Ernst-Rüdiger Look, Ludger Feldmann (Hrsg.): Faszination Geologie. Die bedeutende Geotope Deutschlands, E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 2006, ISBN 3-510-65219-3, S.50-51

Koordinaten: 51° 22′ 50″ N, 7° 47′ 0″ O