Fiktionalisierung

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Als Fiktionalisierung bezeichnet man im Journalismus und in der neueren Medientheorie alle Tendenzen einer Verwischung von journalistischen Distinktionen zwischen Realität und Fiktion, Wahrheit und Falschheit sowie Original und Kopie etc. Die Feststellung besagt auch, dass Medienangebote und -inhalte auch und gerade dann zunehmend fiktional sind, wenn die reine Realitätsabbildung suggeriert wird. Ein Beispiel hierfür ist der Slogan „Nichts ist härter als die Wahrheit“, mit dem die „Bild“-Zeitung wirbt. Fiktionalisierung wirkt paradoxerweise auf den Medienkonsument auch authentisierend.

Als Ursachen für diese Entwicklung wird die zunehmende Ökonomisierung, Kommerzialisierung, Boulevardisierung, Entertainisierung und Amerikanisierung sowie das Profitprimat in den Massenmedien angenommen.

Das Phänomen wird mit anderen Beobachtungen als Autopoietisierung des Journalismus bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Margreth Lünenborg: Journalismus Als Kultureller Prozess: Zur Bedeutung Von Journalismus in Der Mediengesellschaft. Ein Entwurf, Springer-Verlag, 2005, Journalismus zwischen Fakten und Fiktionalisierung, S. 169 ff. [1]
  • Knuth Hickethier: Die Wahrheit der Fiktion: zum Verhältnis zwischen Faktizität, Fake und Fiktionalisierung S. 361 ff. in: Paradoxien des Journalismus: Theorie - Empirie - Praxis, herausgegeben von Bernhard Pörksen, Wiebke Loosen, Armin Scholl [2]
  • Gebhard Rusch: Fiktionalisierung als Element von Medienhandlungsstrategien, Universität Siegen: A. Bernard und B. Csuri: Literaturwissenschaft als Wissenschaft über Fiktionalialität, Universität der Wissenschaften Szeged, abgerufen 21. September 2015

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]