Fleischatlas

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Fleischatlas 2018

Der Fleischatlas (Volltitel: Fleischatlas – Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel) ist eine Heftreihe, die globale Zusammenhänge der industrialisierten Produktion von Fleisch und des Fleischkonsums darstellt. Der Fleischatlas erscheint in zahlreichen Sprachausgaben und Varianten.

Deutsche Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispielgrafik aus dem Fleischatlas 2014: Geschlachtete Tiere in Deutschland (S. 21)

Die deutschen Ausgaben des Fleischatlas, die 2013, 2014, 2016, 2018 und 2021 erschienen, werden von der Heinrich-Böll-Stiftung, dem BUND und der deutschen Ausgabe von Le Monde Diplomatique herausgegeben.[1][2][3][4] In den Jahren zwischen dem Erscheinen der Fleischatlanten werden Atlanten mit agrarpolitisch verwandten Themen veröffentlicht: 2015 der Boden-, 2017 der Konzern-, 2019 der Agrar- und 2020 der Insektenatlas. Zum Welternährungstag am 16. Oktober 2014 erschien ein kleinformatiger Fleischatlas extra: Abfall und Verschwendung.[5]

In jedem Heft mit 52 Seiten werden auf 19 bis 20 thematischen Doppelseiten mit Texten und Grafiken die politischen, sozialen, ökologischen und ökonomischen Probleme, Folgen und Perspektiven der Massentierhaltung und des Fleischkonsums behandelt. Zu den Themen gehören Produktion und Welthandel, Agrarsubventionen, nicht artgerechte Tierhaltung, rückläufige Artenvielfalt, Monopolbildung in der Tierzucht, Wasserverbrauch, Klimawirksamkeit, der Einsatz von Antibiotika und Hormonen, Zustände in den Schlachthöfen, die Benachteiligung von Frauen, die Nachfrage der neuen globalen Mittelschichten, das Ausmaß der Futtermittelproduktion und des Einsatzes von Glyphosat, die Umwandlung von tropischem Regenwald in Weiden, Laborfleisch, urbane und pastoralistische Tierhaltung sowie soziale Bewegungen, Reformen und Alternativen.

Die gedruckten Exemplare werden kostenlos abgegeben. Für die meisten Ausgaben lag die inhaltliche Leitung bei Christine Chemnitz. Die Produktion hat die Atlas-Manufaktur, Berlin, übernommen. Die Konzeption lag bei Dietmar Bartz, die Artdirektion bei Ellen Stockmar.[6] Zu den Beitragenden gehören Manfred Kriener, Annette Jensen und Carlo Petrini.

Die Fleischatlanten stehen unter freie Lizenz Creative Commons Lizenzen. Die Ausgaben bis 2016[7][8][9][10] stehen unter der der Lizenz Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0, die danach unter 4.0[11].

Internationale Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelseiten internationaler Fleischatlas-Ausgaben, 2014

Seit 2014 erschienen fast 20 fremdsprachige Ausgaben des Fleischatlas und der agrarpolitisch verwandten Atlanten, als internationale Ausgaben auch mehrere für Österreich.[12] Die Ausgaben haben unterschiedliche Herausgeber und Kooperationspartner mit der Heinrich-Böll-Stiftung und sind meist um regionale Beiträge erweitert. Verschiedene Ausgaben des Fleischatlas sind in bisher sechs Länderausgaben erschienen, der Agraratlas 2019 ebenfalls. Die Ausgaben werden alle als PDF publiziert, manche auch gedruckt. Eine türkische Ausgabe wurde 2014 auch auf CD veröffentlicht.[13]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fleischatlas des Jahres 2013 befand sich bereits im Frühjahr 2015 in der 10. Auflage mit insgesamt mehr als 100.000 verbreiteten Exemplaren. Die Gesamtauflage der Ausgaben liegt bei über einer Million. Die Heinrich-Böll-Stiftung sieht ihn als „Erfolgsprodukt der Stiftung schlechthin“.[14]

Die Vorstellungen des Fleischatlas stießen auf starke Medienresonanz. U.a. berichteten die Tagesschau,[15] der Deutschlandfunk,[16] die Frankfurter Allgemeine Zeitung,[17] Die Zeit[18] und Spiegel online[19]. Zur internationalen Berichterstattung gehörten Berichte des Standard,[20] der BBC[21] und des Guardian.[22]

Ähnliche Atlanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In gleicher oder ähnlicher Ausstattung veröffentlichte die Heinrich-Böll-Stiftung seit 2014 zahlreiche thematisch nicht verwandte Atlanten. 2014 erschien der Europa-Atlas[23], 2015 der Kohleatlas mit einer Kohleatlas Sachsen-Ausgabe 2017, 2017 auch der Meeresatlas, 2018 der Energieatlas, 2019 der Plastikatlas und 2020 der Infrastrukturatlas. Bei der Hans-Böckler-Stiftung erschien 2018 der "Atlas der Arbeit", bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung 2019 der Atlas der Migration und der Uranatlas sowie 2020 der Atlas der Staatenlosen, die meisten auch in anderssprachigen Ausgaben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fleischatlas 2013: Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel (PDF) Heinrich-Böll-Stiftung. Abgerufen am 22. Februar 2018.
  2. Fleischatlas 2014: Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel (PDF) Heinrich-Böll-Stiftung. Abgerufen am 22. Februar 2018.
  3. Fleischatlas 2016: Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel - Deutschland Regional (PDF) Heinrich-Böll-Stiftung. Abgerufen am 22. Februar 2018.
  4. Fleischatlas 2018: Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel – Rezepte für eine bessere Tierhaltung (PDF) Heinrich-Böll-Stiftung. S. 13. Abgerufen am 12. April 2019.
  5. Deutsche werfen gigantische Mengen an Fleisch weg. In: Die Welt, 16. Oktober 2014, abgerufen am 21. Oktober 2014.
  6. Webseite der Atlas-Manufaktur, Berlin, mit dem Gesamtverzeichnis der dort produzierten Atlanten
  7. Fleischatlas 2013 – Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel. Heinrich-Böll-Stiftung, 7. Januar 2013, abgerufen am 23. Dezember 2018.
  8. Fleischatlas 2014 – Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel. Heinrich-Böll-Stiftung, 7. Januar 2014, abgerufen am 23. Dezember 2018.
  9. Fleischatlas extra: Abfall und Verschwendung. Heinrich-Böll-Stiftung, 15. Oktober 2014, abgerufen am 23. Dezember 2018.
  10. Fleischatlas 2016 – Deutschland Regional. Heinrich-Böll-Stiftung, 14. Januar 2016, abgerufen am 23. Dezember 2018.
  11. Fleischatlas 2018 – Rezepte für eine bessere Tierhaltung. Heinrich-Böll-Stiftung, 10. Januar 2018, abgerufen am 23. Dezember 2018.
  12. Gesamtverzeichnis auf der Webseite der Atlas-Manufaktur
  13. Et Atlasi Çıktı!, Ekoiq, 4. November 2014, abgerufen am 6. Januar 2021
  14. Jahresbericht 2013 der Heinrich-Böll-Stiftung, S. 6, aufgerufen am 21. Oktober 2014
  15. Schlachtfabriken immer größer (Memento vom 11. Januar 2014 im Internet Archive), 9. Januar 2014, aufgerufen am 21. Oktober 2014
  16. Futtern und die globalen Folgen, 10. Januar 2013, aufgerufen am 21. Oktober 2014
  17. Trog, Teller und Sonntagsbraten, 9. Januar 2014, aufgerufen am 21. Oktober 2014
  18. Unser täglich Hormonfleisch, 9. Januar 2014, aufgerufen am 29. September 2017
  19. Fleischatlas: Was die Welt auf dem Teller hat, 10. Januar 2013, aufgerufen am 21. Oktober 2014
  20. Dumping-Schlachten und Hormone auf dem Teller: Neue Fleischkonsum-Prognose, 10. Januar 2014, aufgerufen am 21. Oktober 2014
  21. 'Meat Atlas' charts a changing world of meat eaters, 9. Januar 2014, aufgerufen am 21. Oktober 2014
  22. Meat Atlas shows Latin America has become a soybean empire, 9. Januar 2014, aufgerufen am 21. Oktober 2014
  23. Europa-Atlas. Daten und Fakten über den Kontinent. Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin 2014, abgerufen am 21. Oktober 2014.