Frank Appel

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Frank Appel (2017)

Frank Burkhard Bernhard Appel (* 29. Juli 1961 in Hamburg) ist ein deutscher Manager. Er ist seit 2002 Mitglied des Vorstands und seit Februar 2008 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG, bestellt bis Oktober 2022.[1] Appel war Mitglied des Aufsichtsrats der Adidas AG.[2] Er ist Mitglied des Senates der Max-Planck-Gesellschaft.[3]

Herkunft und Studium (1961 bis 1993)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Appel wuchs in Hamburg-Bergedorf auf. Laut Eigenangaben „ein klassisches Mittelstandskind, in einem Hamburger Neubauviertel, in einem Reihenhaus mit 90 Quadratmeter, da habe ich mir mit meinem Bruder 15 Jahre acht Quadratmeter geteilt“.[4] Sein Vater war im Vertrieb einer Shampoofirma tätig[5][6] und sein erstes Geld verdiente er mit 16 Jahren in den Ferien durch Aufstellen und Auszeichnen von Kosmetikprodukten in Hamburger Geschäften.[7] Mit 18 Jahren wollte er Professor für Neurobiologie werden.[8] Nach dem Abitur 1981 am Gymnasium Lohbrügge und Bundeswehrdienst bei der Luftwaffe im Bodendienst begann er 1983 mit 22 Jahren an der Universität München Chemie zu studieren.[9] Das Studium schloss er 1989 als Diplom-Chemiker ab. 1993 promovierte er im Bereich Neurobiologie an der ETH Zürich zum Thema Importance of the immunoglobulin-like domains and the fibronectin type III homologous repeats of the neural cell adhesion molecule L1 for neurite outgrowth, cell body adhesion and signal transduction.

Frank Appel ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Königswinter bei Bonn.

Karriere (1993 bis heute)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1993 arbeitete Frank Appel in einer deutschen Niederlassung des Unternehmensberaters McKinsey und wurde dort 1999 Mitglied der Geschäftsführung.

2000 wechselte er als Zentralbereichsleiter für die Konzernentwicklung zur Deutschen Post AG.

2002 wurde er in dem Konzern zum Vorstandsmitglied bestellt und verantwortete das Ressort Global Business Services, das globale Key-Account-Management Global Customer Solutions sowie die operative Führung des Konzernprogramms First Choice. 2005 organisierte er die Übernahme des britischen Logistikers Exel.[10]

Nachdem der langjährige Postchef Klaus Zumwinkel im Februar 2008 seinen Rücktritt angeboten hatte, wurde Frank Appel am 18. Februar 2008 vom Aufsichtsrat einstimmig und mit sofortiger Wirkung zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Post gewählt.[11] Bereits vor den Steuervorwürfen gegen Klaus Zumwinkel wurde Appel als sein möglicher Nachfolger gehandelt.[12] Er beerbte Zumwinkel auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Postbank.[13] Zum 31. Dezember 2010 legte Appel sein Aufsichtsratsmandat bei der Postbank nieder.[14]

Als Vorstandsvorsitzender der Post verdiente Frank Appel im Jahr 2020 zehn Millionen Euro und war damit bestbezahlter CEO eines DAX-Unternehmens.

Am 9. Mai 2018 wurde Appel von der Hauptversammlung der Adidas AG in den Aufsichtsrat gewählt. Ein Jahr später schied er aus dem Aufsichtsrat wieder aus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Nolte, Jan Heidtmann: Die da oben. Innenansichten aus deutschen Chefetagen. Suhrkamp-Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-518-12599-1, S. 49 ff.
  • Frank Appel, in: Internationales Biographisches Archiv 29/2011 vom 19. Juli 2011, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Frank Appel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Post DHL Group. In: dpdhl.com. Abgerufen am 17. Februar 2021 (Dr. Frank Appel).
  2. Post-Chef Frank Appel verlässt Adidas-Aufsichtsrat nach einem Jahr - News : nominations (#1080492). In: de.fashionnetwork.com. 19. März 2019, abgerufen am 17. Februar 2021.
  3. Übersicht über die Zusammensetzung des Senats der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V. (PDF; 44,42 kB) In: mpg.de. 8. Dezember 2020, abgerufen am 17. Februar 2021.
  4. Caspar Busse, Caspar Dohmen und Ulrich Schäfer: Post-Chef Appel im Interview - "Ich habe gedacht, es geht schneller" - Wirtschaft - SZ.de. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 17. Februar 2021.
  5. Georg Meck: Konzernspitzen: Der Chefreport - Unternehmen - FAZ. In: faz.net. 25. Juli 2011, abgerufen am 17. Februar 2021.
  6. adidas - Aufsichtsrat. In: www.adidas-group.com. Archiviert vom Original am 4. Oktober 2018; abgerufen am 4. Oktober 2018.
  7. Frank Appel: "Das war ein prima Ferienjob", General-Anzeiger Bonn
  8. Mein Weg: Ich über mich: Frank Appel - Karriere & HochSchule - FAZ. In: faz.net. 4. Dezember 2009, abgerufen am 17. Februar 2021.
  9. Barbara Nolte, Jan Heidtmann: Die da oben Innenansichten aus deutschen Chefetagen. Suhrkamp Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-518-46285-0, S. 50 (onleihe.de [PDF; abgerufen am 17. Februar 2021]).
  10. Michael Machatschke: Zumwinkel-Nachfolger Appel: Der Post-Heroe - manager magazin. In: manager-magazin.de. 15. Februar 2008, abgerufen am 17. Februar 2021.
  11. Erklärung des Aufsichtsrats der Deutschen Post AG. In: www.dpwn.de. 18. Februar 2008, archiviert vom Original am 27. Februar 2008; abgerufen am 17. Februar 2021.
  12. Stefan Schultz: Post-Chef Zumwinkel: Die gelbe Eminenz - DER SPIEGEL. In: spiegel.de. 7. Februar 2008, abgerufen am 17. Februar 2021.
  13. Postbank: Postbank: Frank Appel wird neuer Aufsichtsrats-Chef. In: www.postbank.de. 3. März 2008, archiviert vom Original am 5. Juli 2018; abgerufen am 6. Juli 2018.
  14. Postbank: Veränderung im Aufsichtsrat der Postbank. In: archive.is. 2. Dezember 2010, abgerufen am 17. Februar 2021.