Frank Jacob (Historiker)

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Frank Jacob (* 8. August 1984 in Schmalkalden) ist ein deutscher Historiker und Japanologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2004 bis 2010 studierte Jacob an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg sowie an der Osaka University (Japan) Geschichte und Japanologie. Im Jahr 2012 wurde er nach zwei Jahren Promotionsstudium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Fachbereich Japanologie mit einer Arbeit zu Geheimgesellschaften in Deutschland und Japan promoviert. Bereits seit 2011 ist er Herausgeber der Reihe Globalhistorische Komparativstudien/Comparative Studies from a Global Perspective (Königshausen & Neumann), die sich mit verschiedenen historischen Fragestellungen in globaler Perspektive auseinandersetzt. Nach Tätigkeiten als Lehrbeauftragter an der Friedrich-Alexander-Universität und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wurde er im Jahr 2013 zum Wissenschaftlichen Assistenten am Lehrstuhl für Neueste Geschichte I (Lehrstuhl von Wolfgang Altgeld) der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg bestellt.

Im Jahr 2014 erhielt er einen Ruf auf eine tenure track Professur für Welt- und Globalgeschichte ab 1500 an die City University of New York. Im Zuge dessen war Jacob auch als CUNY Academy Officer for Internationalization and Global Exchange tätig und konnte einige internationale Kooperationsvereinbarungen mit Universitäten außerhalb der USA auf den Weg bringen. 2016 wurde er von der Academy for the Humanities and Sciences der City University of New York für seine Forschungsarbeiten mit dem Henry Wasser Award for Outstanding Assistant Professors ausgezeichnet.

Jacob ist als Herausgeber des Nachlasses von Kurt Eisner tätig, ein Projekt, welches zwischen 2015 und 2018 von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert wurde. Die Editionen von Kurt Eisners Schriften erscheinen dabei in der Reihe Kurt-Eisner-Studien im Berliner Metropol Verlag. Darüber hinaus zeichnet Jacob als Herausgeber für mehrere Reihen, u. a. War (Hi)Stories (Schöningh) sowie Wissen über Waren (Nomos) und hat seit 2013 jährlich Tagungen in Deutschland und den Vereinigten Staaten organisiert. Seine letzten Monographien befassen sich unter anderem mit dem Russisch-Japanischen Krieg sowie japanischen Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg. Darüber hinaus arbeitet Jacob zu Themen der Revolutionsgeschichte und der Nationalismusforschung.

Seine breit angelegten Schwerpunkte in der Lehr- und Forschungstätigkeit sind dabei die deutsche und japanische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Komparativgeschichte sowie globale und transnationale Fragestellungen mit einer kulturhistorischen Ausrichtung von 1500 bis 1945. Seine Publikationen in deutscher und englischer Sprache folgen dabei oft interdisziplinären Ansätzen und sind grob in den Bereichen Globalgeschichte, Kulturgeschichte, Militärgeschichte und Labor History zu verorten. Jacob gilt zudem als Experte für Geheimgesellschaften und die außereuropäische Perspektive des Ersten Weltkrieges, wobei er gerade über letztgenanntes Thema regelmäßig auch für Focus Online geschrieben hat.

2018 folgte Jacob im Alter von 33 Jahren seinem bereits zweiten akademischen Ruf - auf eine Professur für die Globalgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts - an die Nord Universitet, Norwegen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Autor
  • 2010: Die Thule-Gesellschaft, uni-edition, Berlin.
  • 2013: Die Thule-Gesellschaft und die Kokuryûkai, Königshausen & Neumann, Würzburg.
  • 2014: Japanism, Pan-Asianism, Terrorism – A Short History of the Amur Society (Black Dragons) 1901–1945, Academica Press, Palo Alto.
  • 2015: Geheimgesellschaften, Kohlhammer, Stuttgart.
  • 2016: The Military Revolution in Early Modern Europe: A Revision, co-authered with Gilmar Visoni-Alonzo, Palgrave, London.
  • 2017: Tsushima 1905: Ostasiens Trafalgar, Ferdinand Schöningh, Paderborn
  • 2018: The Russo-Japanese War and its Shaping of the 20th Century, Routledge, London and New York
  • 2018: Gallipoli 1915/16: Britanniens bitterste Niederlage, Schöningh, Paderborn.
  • 2018: George Kennan on the Spanish American War: A Critical Edition of "Cuba and the Cubans", Palgrave, London.
  • 2018: Japanese War Crimes during World War II: Atrocity and the Psychology of Collective Violence, Praeger, Santa Barbara.
als Herausgeber
  • 2013: Secret Societies: Comparative Studies in Culture, Society and History, Comparative Studies from a Global Perspective Vol. 1, Königshausen & Neumann, Würzburg.
  • 2014: Peripheries of the Cold War, Comparative Studies from a Global Perspective Vol. 3, Königshausen & Neumann, Würzburg.
  • 2015: Tabak und Gesellschaft: Vom braunen Gold zum sozialen Stigma, Nomos, Baden-Baden, hrsg. mit G. Dworok
  • 2016: Prostitution – A Companion of Mankind, Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main u. a.
  • 2016: Kurt Eisner: Gefängnistagebuch, Metropol Verlag, Berlin
  • 2017: War and Geography: The Spatiality of Organized Mass Violence, Ferdinand Schöningh, Paderborn. co-ed. with S. Danielson
  • 2018: Migration and the Crisis of the Modern Nation State? Vernon Press, Wilmington, DE. co-edited with Adam Luedtke

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]