Frank Kolb

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Frank Kolb bei einem Vortrag über antike Globalisierung (2008)

Frank Kolb (* 27. Februar 1945 in Rheinbach-Merzbach) ist ein deutscher Althistoriker.

Frank Kolb wurde 1970 an der Universität Bonn mit der von Johannes Straub angeregten und betreuten Arbeit Literarische Beziehungen zwischen Cassius Dio, Herodian und der Historia Augusta promoviert. Von 1970 bis 1972 war Kolb Assistent von Andreas Alföldi am Institute for Advanced Study in Princeton, von 1973 bis 1977 Assistenz-Professor an der FU Berlin. Er habilitierte sich 1975 an der FU Berlin mit einer Arbeit über „Theaterpublikum und Gesellschaft in der griechischen Welt“.

Kolb war von 1977 bis 1986 ordentlicher Professor für Alte Geschichte an der Universität Kiel, bevor er einen Ruf an die Universität Tübingen annahm, wo er bis zu seiner Emeritierung 2013 lehrte.1994 lehnte er einen Ruf auf eine ordentliche Professur an der Universität Zürich ab. Kolb lehrte als Gastprofessor an mehreren ausländischen Universitäten und Forschungsinstituten. Sein Nachfolger wurde im Februar 2014 Sebastian Schmidt-Hofner. 1999/2000 war Kolb Forschungsstipendiat am Historischen Kolleg München.

Kolb, der von 1989 bis 2001 archäologische Feldforschungen in der antiken Landschaft Lykien in der Südwest-Türkei durchführte, gehört zu den profiliertesten Althistorikern Deutschlands und hat zu einer ganzen Reihe von Themengebieten – vom archaischen Griechenland bis zur römischen Spätantike – wichtige Arbeiten publiziert.

Zu Kolbs Schülern zählen Ralf Behrwald, Thomas Blank, Hartmut Blum, Hartwin Brandt, Marc Domingo Gygax, Ulf Hailer, Oliver Hülden, Hilmar Klinkott, Christina Kokkinia, Jens-Uwe Krause, Gisela Rumpp, Aysun Sanli-Erler, Christof Schuler, Nils Steffensen, Andreas Thomsen, Werner Tietz, Darío N. Sanchez Vendramini, Martin Zimmermann und Nicola Zwingmann.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Kolb 2001 bekannt, als er sich mit dem Archäologen Manfred Korfmann eine zunehmend erbittert geführte Auseinandersetzung über Korfmanns Interpretation des Grabungsbefundes in Troja lieferte. Damit verbunden war die wissenschaftstheoretische Frage nach der Wertigkeit unterschiedlicher methodischer Zugangsweisen zur Ur- und Frühgeschichte. Während Kolbs Position bei den Althistorikern breite Zustimmung fand, war das Urteil von Archäologen und Sprachwissenschaftlern unterschiedlich, was beim Troia-Symposium (2002) und in späteren Veröffentlichungen deutlich wurde. Spätestens mit dem Tod Korfmanns (2005) kam die Troja-Debatte weitgehend zum Erliegen.

Seit 1994 ist Kolb Korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts. 1997 wurde er mit dem Max-Planck-Forschungspreis ausgezeichnet. Seit 1999 ist er ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolb ist Herausgeber der Reihe Lykische Studien, Bände 1–10, Bonn

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]