Frank Neubauer

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Frank Neubauer, 2016
Plakate von Frank Neubauer

Frank Neubauer (* 29. März 1941 in Hirschberg im Riesengebirge) ist ein deutscher Grafikdesigner und Designpädagoge. Für seine Plakate und Buchgestaltungen erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Neubauer, Sohn eines selbständigen Schriftenmalermeisters, erlernte von 1955–1958 den Beruf des Schriftenmalers bei Werner Tschichold und arbeitete bis 1963 in diesem Beruf. Er besuchte ab 1959 die Abendoberschule und legte 1963 sein Abitur ab.

Von 1963 an studierte er Kunstpädagogik und Germanistik an der Karl-Marx-Universität Leipzig und legte 1967 sein Staatsexamen ab. Von 1967 bis 1971 absolvierte er ein Studium für Angewandte Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, u.a. bei Heinz Wagner und Walter Schiller. Er erhielt 1971 für das Studium sein Diplom.

Von 1967 bis 2006 übte er eine künstlerische Lehrtätigkeit am Institut für Kunstpädagogik der Universität Leipzig aus. Seine Lehrgebiete waren Malerei, Grafik, Gebrauchsgrafik, Schriftgestaltung, Typografie und Fotografik. Er wurde 1976 Oberassistent. 1983 erfolgte die Berufung zum Dozenten und 1987 zum Professor mit künstlerischer Lehrtätigkeit für Gebrauchsgrafik an der Karl-Marx-Universität Leipzig. 2006 beendete er die Lehrtätigkeit.

Als Dozent in der künstlerischen Ausbildung von Lehrern und Kunstvermittlern am Leipziger Institut für Kunstpädagogik konnte er die Einheit von Lehre und Kunst in unterschiedlichster Weise umsetzen und seit 1987 im Rahmen seiner an ostdeutschen Universitäten einzigartigen Professur mit künstlerischer Lehrtätigkeit für Gebrauchsgrafik profilieren.[1]

Neubauer übt seit 1967 eine freiberufliche künstlerische Tätigkeit als Gebrauchsgrafiker und Grafikdesigner aus.

Von 1975 bis 1990 arbeitete er mit Jutta Damm-Fiedler und Jochen Fiedler in der Arbeitsgemeinschaft Gruppe Plus zusammen.

Grafikdesign[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Formensprache legt Neubauer besonderen Wert auf Klarheit und Sachlichkeit – eine gestalterische Haltung, die u. a. an die Tradition des Bauhauses und der russischen Konstruktivisten anknüpft. Das Spektrum des Schaffens ist äußerst vielfältig und reicht von der werbegrafischen Arbeit für verschiedene Organisationen über die Buch-, Plakat- und Kalendergestaltung bis hin zur Entwicklung visueller Erscheinungsbilder. Eine besondere Domäne seines Schaffens ist die Plakatkunst. Er war fünf mal Preisträger bei den »100 Besten Plakaten des Jahres der DDR«.[1]

Designpädagogik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Leiter der Abteilung Theorie und Praxis des Designs und Mitglied der Institutsleitung des Instituts für Kunstpädagogik der Universität Leipzig (Institutsdirektor von 1989–92) trug Neubauer ab 1992 wesentlich dazu bei, die traditionsreiche kunstpädagogische Ausbildung an der Universität Leipzig weiter auszuprägen. Er verband die theoretische, praktische und didaktische Lehre der Bereiche der freien bildenden Kunst gleichwertig und beziehungsreich mit den Bereichen der angewandten Kunst und des Designs. In seiner Lehrtätigkeit ließ er seine vielfältigen berufspraktischen Erfahrungen als Grafikdesigner und Art Director einfließen und brachte den Studierenden unmittelbare Praxisbezüge nahe.[1]

Personalausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1981–1983: 100 Plakate. Karl-Marx-Universität Leipzig und weitere Städte
  • 1991: Plakate zu Kunstausstellungen. Galerie-Augenblick Leipzig
  • 2016: Art for Art. Frank Neubauer. Plakate zu Kunstereignissen 1972–97. Institut für Kunstpädagogik Leipzig

Ausstellungsbeteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seit 1964: alle Kunstausstellungen der DDR. Dresden
  • 1964–1989: alle Kunstausstellungen des Bezirkes Leipzig
  • 1974–1989: Die hundert besten Plakate des Jahres. Erfurt/Berlin.
  • 1975: Gruppe Plus (mit Jutta Damm-Fiedler und Jochen Fiedler). Leipzig
  • 1977: Gruppe Plus (mit Jutta Damm-Fiedler und Jochen Fiedler). Meeren, Krakow, Meiningen, Neubrandenburg
  • 1980: Gruppe Plus (mit Jutta Damm-Fiedler und Jochen Fiedler). Cottbus
  • 1985: Gruppe Plus (mit Jutta Damm-Fiedler und Jochen Fiedler). Leipzig
  • 1978–1990: alle Plakat-Biennalen in Warschau und Lahti

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976 Kunstpreis der Stadt Leipzig (mit Jutta Damm-Fiedler und Jochen Fiedler)
  • 1977 Preisträger der Internationalen Buchkunst-Ausstellung (IBA) in Leipzig
  • 1977 Diplom der Grafik-Bienale in Krakow
  • 2006 Ehrenpreis des Instituts für Kunstpädagogik

Arbeiten in Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Behrends, Rainer: Art for Art. Plakate zu Kunstereignissen. In: Art for Art. Frank Neubauer. Plakate zu Kunstereignissen 1972–97. Leipzig 2017, ISBN 978-3-00-052971-9
  • Schulz, Frank: Kunst im Dienst der Kunst. In: Art for Art. Frank Neubauer. Plakate zu Kunstereignissen 1972–97. Leipzig 2017, ISBN 978-3-00-052971-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Schulz, Frank: Kunst im Dienst der Kunst. In: Art for Art. Frank Neubauer. Plakate zu Kunstereignisen 1972–97. Leipzig 2017, ISBN 978-3-00-052971-9