Franz Gräffer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Franz Arnold Gräffer (* 7. Jänner 1785 in Wien; † 8. Oktober 1852 ebenda) war ein österreichischer Bibliograph und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Gräffer, Sohn des Buchhändlers August Gräffer (gest. 1816), studierte zuerst Kunst an der Akademie, gab aber das Studium auf und trat in das Geschäft seines Vaters ein. Er war eine Zeit lang Bibliothekar des Fürsten Moritz von Liechtenstein, dann des Grafen Karl Harrach, widmete sich später dem Verlags- und Antiquariatsgeschäft, wobei er den größten Teil seines Vermögens einbüßte, und legte sich nun um so fleißiger auf Schriftstellerei. Seine literarischen Arbeiten sind meistens Wiener Lokalerinnerungen gewidmet und für die Kenntnis des innern Zustandes des Wiener Literaturlebens sehr lehrreich. Insgesamt umfasst sein Werk rund 60 Bände.

1913 wurde die Gräffergasse in Wien-Hernals nach ihm benannt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisch-bibliographisches Bunterlei oder Spaziergänge, Streifzüge und Wanderungen in d. Gebiethen der Geschichte, der Literatur und Bücherkunde. Brünn: Trassler, 1824.
  • Das Schlittschuhfahren, eine practische Anleitung zum schnellen und richtigen Selbsterlernen dieser genußvollen, stärkenden und edlen Kunst nebst einigen Beygaben. Wien: Haas, 1827.
  • Kleine Wiener Memoiren. Wien 1845, 3 Bde.
  • Wiener Dosenstücke. Wien 1846, 2 Bde.
  • Wiener Lokalfresken. Linz 1847.
  • Wiener Tabletten. Wien 1848.
  • Jüdischer Plutarch oder biographisches Lexicon der markantesten Männer und Frauen jüdischer Abkunft. 2 Bd. in 1 Bd. Hrsg. von Franz Gräffer u. Simon Deutsch. Wien 1848.
  • Das Buch des Scharfrichters. Wien; Leipzig: 1862.

Gräffer hat außerdem eine Oesterreichische National-Encyklopädie, oder alphabetische Darlegung der wissenswürdigsten Eigenthümlichkeiten des österreichischen Kaiserthumes.... (mit Johann Jakob Czikann, Wien 1835-38, 6 Bde.) und belletristische Taschenbücher herausgegeben. Er starb am 8. Oktober 1852 im Irrenhaus.

Eine größere Anzahl seiner Werke sind im 19. und 20. Jahrhundert wieder aufgelegt worden. In den letzten Jahrzehnten sind einige als Reprints oder Microfiches neu herausgegeben worden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Franz Gräffer – Quellen und Volltexte
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn du den Artikel so weit überarbeitet hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dies belegt ist und er den heutigen sprachlichen Anforderungen genügt.
Um danach auf den Meyers-Artikel zu verweisen, kannst du {{Meyers Online|Band|Seite}} benutzen.