Freie Evangelische Gemeinden in der Schweiz

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Freie Evangelische Gemeinden in der Schweiz (FEG Schweiz)
LogoFEG.svg
Rechtsform Gemeinnütziger Verein
Gründung 1910
Sitz Pfäffikon ZH, SchweizSchweiz Schweiz
Personen Peter Schneeberger (Vorsitzender)
Aktionsraum Schweiz
Schwerpunkt Dachverband der Freien Evangelischen Gemeinden in der Schweiz
Angestellte über 300 Angestellte[1], davon 150 Mitarbeitende mit pastoralen Aufgaben
Mitglieder 94 lokale Gemeinden, ca. 8.000 Mitglieder, ca. 12.500 Gottesdienstbesucher (2017)[2]
Motto Vielfalt in Einheit
Website www.feg.ch

Der Verband Freie Evangelische Gemeinden in der Schweiz (kurz FEG Schweiz, früher Bund FEG) ist ein gemeinnütziger Verband, der vor allem eigenständige Gemeinden, aber auch befreundete Gemeinden sowie Gemeinden der Inlandmission „Vision Schweiz“ umfasst. Der Verband gehört zur pietistisch-evangelikalen Tradition des Protestantismus. Als evangelische Freikirchen sind sie privatrechtlich organisiert und von anderen Kirchen institutionell unabhängig, verstehen sich aber als Teil der weltweiten Gemeinde Jesu Christi.

Glaubensgrundlage der FEG Schweiz und seiner Gemeinden ist die Bibel. Die Veranstaltungen von Freien Evangelischen Gemeinden stehen allen Interessierten offen. Die Mitarbeit in den Gemeinden und in der FEG Schweiz geschieht aus Überzeugung und vorwiegend ehrenamtlich – mit Zeit, Begabungen und Finanzen.

Die Gemeinden finanzieren sich hauptsächlich aus Spenden ihrer Mitglieder. Die FEG Schweiz unterstützt ihre Gemeinden in geistlicher, personeller und administrativer Hinsicht, und sie gründen neue Gemeinden in der Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich, Spanien und Polen. Sie fördert die Gemeinden und ihre Mitglieder, das Evangelium von Jesus Christus zeitgemäss, innovativ und transparent auszuleben und zu kommunizieren.[3]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 gab es in der Schweiz 94 Freie Evangelische Gemeinden, schätzungsweise kamen 12.500 Gottesdienstbesucher auf etwa 8.000 eingeschriebene Mitglieder. Nebst vielen Freiwilligen arbeiteten über 300 angestellte Mitarbeitende in den Gemeinden mit, wovon 150 pastorale Aufgaben hatten. Die lokalen Gemeinden sind rechtlich selbständig und daher finanziell eigenverantwortlich. Der Verband kümmert sich vorwiegend um Aus- und Weiterbildung der Pastoren, Gemeindeberatung und übergemeindliche diakonische Aufgaben wie Kinder-, Jugend-, Erwachsenen-, Familien- und Seniorenarbeit.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als erste Vorgängerin der Freien Evangelischen Gemeinden gilt die am 5. Oktober 1817 gegründete, in ihrer Organisationsform vom schottischen Kongregationalismus geprägte Eglise du Bourg-de-Four in Genf.[5] Die Gründung der FEGs geht zurück auf das Wirken von Karl von Rodt (1805–1861), der ab 1833 verschiedene freie erweckliche christliche Gemeinden gründete.[6] Die erste Freie Evangelische Gemeinde entstand aus der kleinen frankophonen Eglise de Dieu in Bern, welche vom Evangelisten Jean-François Ronget geleitet wurde.[7] Ihre urkundliche Ersterwähnung geht auf den September 1828 zurück. Diese Gemeinde wurde 1833 durch von Rodt übernommen.[8]

1877 schlossen sich die freien evangelischen Gemeinden zu einem Bund zusammen. Nach einer langen Durststrecke wurde der Bund am 5. Juli 1910 in Winterthur durch 17 Gemeinden unter dem Namen Bund der Freien Evangelischen Gemeinden in der Schweiz neu gegründet. 1970 wurden 30 Gemeinden gezählt, 1980 deren 38, 1990 57, 2009 über 70 selbständige Gemeinden und im Jahresbericht 2015 ist von 82 Bundesgemeinden die Rede.[9]

Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur FEG Schweiz gehört ein Sozialwerk, das Sonderschul- und Wohnheim Kinderheimat Tabor in Aeschi bei Spiez. Die FEG Schweiz war massgeblich am Aufbau des Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen (BESJ) beteiligt und ist nach wie vor einer der wichtigsten Träger dieses Jugendverbands.

Viele Gemeinden sind Mitglied der lokalen Sektion der Evangelischen Allianz.[10]

Da Evangelisation, Mission und interkulturelle Arbeit für die FEG wichtig sind, wird eine Partnerschaft mit der Schweizer Allianz Mission gepflegt.

Die meisten Pastoren, die in den lokalen Gemeinden arbeiten, wurden an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule (STH Basel), am Theologischen Seminar St. Chrischona, am Seminar für biblische Theologie Beatenberg, am Institut für Gemeindebau und Weltmission und am International Seminary of Theology and Leadership (ISTL) ausgebildet.[11]

Der Bund der Freien Evangelischen Gemeinden in der Schweiz ist Mitglied in der International Federation of Free Evangelical Churches (IFFEC), welche 1948 in Bern gegründet wurde, ihre Ursprünge jedoch auf das Jahr 1834 in Bern zurückführt.[12]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresbericht FEG Schweiz 2015
  2. Andrea Vonlanthen: Die FEG ist sehr gut unterwegs, ideaSpektrum, Liestal 15. November 2017, S. 16
  3. Andrea Vonlanthen: Die FEG ist sehr gut unterwegs, ideaSpektrum, Liestal 15. November 2017, S. 14–17
  4. Andrea Vonlanthen: Die FEG ist sehr gut unterwegs, ideaSpektrum, Liestal 15. November 2017, S. 14–17
  5. Hartmut Weyel: Zeittafel zur Frühgeschichte der Freien evangelischen Gemeinden. In: Ein Act des Gewissens. Erinnerungen an Hermann Heinrich Grafe. Bundes-Verlag, Witten 1988, 3-926417-50-1, S. 285.
  6. Rolf Ch. Strasser: Notizen zur Geschichte der Freien Evangelischen Gemeinden. Textarchiv der Evangelischen Fernbibliothek (PDF; 199 kB), S. 9.
  7. Armin Mauerhofer: Eine Erweckungsbewegung im 19. Jahrhundert. Karl von Rodt und die Entstehung der Freien Evangelischen Gemeinden in der Schweiz. Brunnen, Giessen / Basel 1987, ISBN 3-7655-9331-1 (Zugleich Dissertation Uni Bern 1986). S. 92.
  8. Geschichte der FEG Bern: Die Gründungszeit auf der Website der FEG Bern (abgerufen am 9. September 2012).
  9. Ueli Jungen: Die Freien Evangelischen Gemeinden in der Schweiz. In: Johannes Demandt (Hrsg.): Die Kirchen der Gegenwart. Band 4. In: Evangelischer Bund (Hrsg.): (= Bensheimer Hefte. Heft 114). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, ISBN 978-3-525-87242-0, S. 134–137.
  10. Sektionen und Gemeinden ohne Sektion auf www.each.ch (abgerufen am 9. September 2012).
  11. Andrea Vonlanthen: Die FEG ist sehr gut unterwegs, ideaSpektrum, Liestal 15. November 2017, S. 16
  12. Abschnitt History auf der Website der IFFEC (abgerufen am 9. September 2012).