Friedrich-Wilhelm Möller (Unternehmer, 1931)

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Friedrich-Wilhelm Möller (* 14. April 1931 in Lemgo; † 23. Juni 1996)[1] war ein deutscher Möbeldesigner, Innenarchitekt und Unternehmer. Er entwickelte 1963 das Sitzmöbelsystem Conseta, dessen Grundtypus bis heute in vielen Variationen hergestellt wird und das als Design-Klassiker gilt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich-Wilhelm Möller wuchs als Sohn eines Schreiners im westfälischen Lemgo auf. Mit 14 Jahren begann er eine Tischlerlehre, um später den Betrieb seines Vaters zu übernehmen. Nach seiner Meisterprüfung studierte er Innenarchitektur. Die Möbelbranche lernte er in den frühen 1960er Jahren als freiberuflicher Handelsvertreter der Firmen COR und Interlübke kennen.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1963 eröffnete Möller sein eigenes Architekturbüro für Möbeldesign. Im selben Jahr entwarf er für den Sitzmöbelhersteller COR eines der ersten Modulprogramme in der Geschichte des deutschen Möbeldesigns, das 1964 mit dem Namen Conseta (lat. con sedere = zusammensitzen) auf den Markt gebracht wurde und bis heute produziert wird. Zu einer Zeit, als das internationale Möbeldesign neue Kunststoffe verarbeitete, entwickelte Möller ein Polstermöbelsystem auf Holzrahmen, bei dem sich Hocker-, Sessel-, Sofa- und Eckteilelemente über Laschen-Keil-Verbindungen zusammensetzen und wieder auseinandernehmen lassen. Die Bezüge werden nicht am Rahmen festgetackert, sondern haben einen Einschlagkeder, der in eine Nut am Gestell gezogen wird, und können vollständig abgezogen werden.[2] Möller entwickelte Conseta ständig weiter. Er habe nie das Haus ohne ein Blatt Papier und einen feinen Filzstift verlassen, um seine Ideen zu skizzieren, erinnerte sich sein Sohn Cord. 1977 kam eine Schlafcouch hinzu, 1996 ein Hochlehner, ein Jahr später eine so genannte Kuschelecke.[3][4][5]

1987 gründete er in Lemgo seine Firma Möller Design. Zu den Leitlinien seiner Arbeit habe für Möller Langlebigkeit der Produkte, ästhetische Zeitlosigkeit und die Orientierung am Menschen gehört.[6]

Nach dem Tod des Firmengründers übernahm sein Sohn, Cord Möller, die Leitung und führt Möller Design seitdem als Familienunternehmen.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gunda Siebke, Susanne Wittorf: Das Polstersystem Conseta von Friedrich Wilhelm Möller (= Design-Klassiker). Verlag Form, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-89802-015-0 (weitere Auflage: Birkhäuser, Basel 2002, ISBN 3-7643-6871-3).
englische Ausgabe: The upholstered furniture system Conseta by Friedrich Wilhelm Möller (= Design-Classics). Verlag Form, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-89802-016-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. COR Designer: Friedrich-Wilhelm Möller
  2. Design-Classics, Sonderausgabe der Zeitschrift form, Juli/August 2007, Birkhäuser Verlag Basel, S. 27
  3. Gunda Siebke, Susanne Wittorf: Design-Klassiker. Das Polstersystem Conseta von Friedrich Wilhelm Möller, Birkhäuser Verlag 2002, ISBN 978-3-7643-6871-5, S. 21
  4. Designer. Friedrich-Wilhelm Möller, im Designerlexikon von Architektur&Wohnen
  5. Andrej Kupetz, Stephan Ott: Die Überwindung der Unsichtbarkeit – deutsches Möbeldesign. Goethe-Institut 2009
  6. Designer Möller: "Der Mensch ist das Maß aller Möbel", Hamburger Abendblatt 30. Oktober 2008
  7. Möller Design, Porträt in: Formguide (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.formguide.de