Friedrich Schipper

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Friedrich Schipper 2017

Friedrich Thomas Schipper (* 9. März 1972[1] in Wien) ist ein österreichischer Archäologe, Experte für Kulturgüterschutz und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Schipper studierte Prähistorische Archäologie, Klassische Archäologie, Orientalistik, Byzantinistik, Judaistik, Theologie und Kulturanthropologie an der Universität Wien. Er erhielt seinen Doktortitel auf der Grundlage einer von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Jahr 2007 mit einem Exzellenzstipendium ausgezeichneten Studie über die kulturellen Konflikte zwischen Juden und Griechen im 2. Jahrhundert v. Chr., Quid ergo Antiochiae et Hierosolymis? Er verbrachte einen Teil seiner Post-Doc-Karriere an der Princeton University, wo er an der Abteilung für Religion sowie am Liechtenstein Institute on Self-Determination der Woodrow Wilson School of Public and International Affairs forschte.

Schipper ist auf die Kulturen des Nahen Ostens spezialisiert. Forschungsreisen sowie archäologische Feldforschungsprojekte brachten ihn in die Türkei, den Libanon, Syrien, den Irak, Jordanien, Israel, Palästina und Ägypten. Seine Interessen beinhalten immer die Rolle des kulturellen Erbes in der heutigen Politik, aber auch dessen Rolle im Kontext des bewaffneten Konflikts.

An der Theologischen Hochschule in Heiligenkreuz hat er eine Professur für Biblische Archäologie inne und ist Professor für Kulturwissenschaft an der Paneuropäischen Universität Bratislava.[2] Er ist Lehrbeauftragter am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien.[3] An dieser ist er verantwortlich für eine Zusammenarbeit mit Wikimedia Österreich seit dem Jahr 2015, wo im Zuge von Lehrveranstaltungen von Studenten offene Inhalte auf Wikiversity erstellt werden und auch in Wikipedia Verwendung finden.[4]

Seit 2013 ist stellvertretender Vorsitzender des UniversitätslehrerInnenverbandes.[5] Ehrenamtlich beschäftigt er sich, in Eichgraben beheimatet, mit der Bewahrung des kulturellen Erbes und dem Kulturgüterschutz im Rahmen von Blue Shield.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • als Herausgeber mit Herman Westerink, Christian Huber, Daniela Finzi und Patrizia Giampieri-Deutsch: Sigmund Freuds Werke. Wiener Interdisziplinäre Kommentare, ISSN 2510-1269.
  • als Herausgeber mit Anne Lykke: Kult und Macht. Religion und Herrschaft im syro-palästinischen Raum. Studien zu ihrer Wechselbeziehung in hellenistisch-römischer Zeit (=Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament Reihe 2, Band 319), Mohr Siebeck, Tübingen 2011, ISBN 978-3-16-150067-1.
  • als Herausgeber mit Leylya M. Strobl: The Roerich Pact and the military. Exhibition catalogue "75 years Roerich Pact" (= Schriftenreihe der Landesverteidigungsakademie, Sonderpublikation 2010,8). Bundesminister für Landesverteidigung und Sport, Wien 2010, ISBN 978-3-902670-46-5.
  • als Herausgeber: Zwischen Euphrat und Tigris. Österreichische Forschungen zum Alten Orient. (= Wiener offene Orientalistik, Band 3). Lit, Münster 2004, ISBN 3-8258-8257-8.
  • mit Mona Mairitsch: Plündern, Vernichten, Vergessen: Kulturgüterschutz im Kriege und das kulturelle Welterbe im Irak (dreisprachige Kurzdokumentation des gleichnamigen Symposiums in Graz und Wien vom 11.-13. Juni 2003) Österreichische Unesco-Kommission, Wien 2003.
    • mit Mona Mairitsch: Plündern, Vernichten, Vergessen: Kulturgüterschutz im Kriege und das kulturelle Welterbe im Irak (dreisprachige Kurzdokumentation des gleichnamigen Symposiums in Graz und Wien vom 11.-13. Juni 2003) 2. erw. Aufl., Österreichische Unesco-Kommission, Wien 2004. OCLC 837282502
  • Quid ergo Antiochiae et Hierosolymis? Über das Gymnasium in Jerusalem und die makkabäische Polemik gegen die griechische Athletik im Kontext der Hellenisierungsmaßnahmen des Hohepriesters Jason (Dissertation, Wien 2007).
  • Die Christianisierung der Breonen und der Baiuwaren im Tiroler Inntal: ein Beitrag zur Frühgeschichte Nordtirols (375–788) in kirchenhistorischer und christlich-archäologischer Sicht (Diplomarbeit, Wien 1997).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Friedrich Schipper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erzdioezese Wien / Der SONNTAG / Red / Hochschule Heiligenkreuz: „Geschichtliches Wissen alleine reicht nicht aus“. Abgerufen am 16. Dezember 2019 (deutsch).
  2. The Institute for Humanitarian Affairs (IHA) (Memento vom 10. August 2017 im Internet Archive) abgerufen am 26. Juni 2017
  3. Friedrich Schipper am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft abgerufen am 23. Juni 2017
  4. Interview mit Friedrich Schipper, abgerufen am 26. Juni 2017.
  5. Friedrich Schipper zum stv. Vorsitzenden des UniversitätslehrerInnenverbandes (ULV) gewählt