Fritsch (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Fritsch (1730)

Das Adelsgeschlecht von Fritsch geht auf Thomas von Fritsch zurück, der von Kaiser Karl VI. 1730 in den Adels- und 1742 in den Freiherrenstand erhoben wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sichere Stammreihe des Geschlechts beginnt mit Niel Fritzsch (um 1440–1501), Einwohner in Obergräfenhain, Sachsen. Sein 1730 geadelter Nachkomme Thomas von Fritsch lebte seit 1729 vorwiegend auf dem Rittergut Seerhausen bei Riesa. Aus der Ehe mit seiner Ehefrau Johanna Sophie Winckler von Dölitz gingen sieben Kinder hervor. Die Familie hat zahlreiche Persönlichkeiten hervorgebracht, so u. a. Karl Wilhelm von Fritsch oder Carl Abraham Graf von Fritsch (1734–1812), der kursächsischer Kanzler war.

Wappen der Freiherren von Fritsch (1742)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von 1730 zeigt in Blau einen silbernen Sparren, begleitet von drei (2:1) goldenen Sternen. Auf dem Helm mit rechts blau-silbernen und links blau-goldenen Helmdecken ein goldener Stern zwischen offenem blauen. je mit einem goldener Stern belegten Flug.

Nachfahrenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anton Graff: Thomas von Fritsch (1772)
Anton Graff: Johanna Sophie von Fritsch (1770)
J. E. Zeissig: Thomas v. Fritsch (unten links), Ehefrau Sophia (Mitte), Schwiegertochter Charlotte (rechts), Sohn Carl Abraham (Mitte links), Tochter Margaretha – Witwe des Ferdinand Ludwig v. Saul (2. v. rechts), 1773
Jakob Friedrich von Fritsch
Karl Wilhelm von Fritsch
Karl Friedrich von Fritsch (1804–1892)

Thomas von Fritsch (1700–1775) ⚭ 1728 Johanna Sophie Winckler von Dölitz (1710–1777)

  1. Johanna Charlotte von Fritsch (1729–1804) ⚭ Johann Daniel Karl von Lohse (1731–1779),[1] kursächsischer Kreishauptmann. Die Ehe blieb kinderlos. Sie war die Besitzerin des Rittergutes Großgestewitz.
  2. Margaretha Henriette von Fritsch (* 9. März 1730 in Dresden; † 2. Juli 1792 ebenda) ⚭ 1748 Ferdinand Ludwig von Saul auf Scherau (1711–1766), kursächsischen Geheimer Rat und Polizeidirektor.[1][2] Aus ihrer Ehe gingen drei Töchter hervor.
    1. Erdmuthe Elisabeth Auguste von Saul (* 14. Februar 1757; † 21. Juli 1819) ⚭ 1782 Franz August von Blücher (* 5. Oktober 1747; † 15. Februar 1833), Sohn des Lorenz Friedrich von Blücher (1702–1757)[3]
      1. Henriette Karoline Auguste (* 31. März 1783; † 23. September 1847) ⚭ von Bosse († 24. Februar 1847 in Crossen), Oberstleutnant
      2. Maximiliane Wilhelmine Louise (* 17. Dezember 1785; † 21. Juli 1866 in Fritschendorf bei Crossen) ⚭ 18. November 1810 Baron A. von Rheinbaben auf Fritschendorf († 11. März 1859 in Fritschendorf bei Crossen), Landrat
      3. Charlotte Friderike (* 14. November 1788; † 30. Oktober 1864) ⚭ von Uechtritz († 24. Februar 1847 in Crossen), Generalleutnant
      4. Wilhelm August (* 22. August 1791 auf Schloss Buderose; † 15. Oktober 1831 zu Culmsee), preußischer Rittmeister
      5. Johanna Francisca Erdmuthe (* 25. November 1794 auf Schloss Buderose; † 1870) ⚭ 16. März 1825 Friedrich von Ohnesorge auf Bremenhain († 24. Februar 1847), Landschaftsdirektor
      6. Maximilian (* 12. März 1797; † 23. Mai 1858) ⚭ 1827 Emilie Auguste Gottliebe von Schmidt (* 11. Februar 1796), Besitzerin von Schloss Buderose 1877
        1. Anna (* 30. März 1828) ⚭ Wilhelm von Studnitz, Major
        2. Elisabeth (* 3. Juni 1830) ⚭ (1855) Karl Heinrich Ferdinand von Lochow auf Lübnitz
        3. Franz (* 23. März 1833), preußischer Major und Chef des 9. Dragoner-Regiments
        4. Ludwig (* 13. Mai 1836; † 21. Mai 1877)
  3. Jakob Friedrich von Fritsch (1731–1814) ⚭ Johanna Sophie von Haeseler (* 29. September 1735; † 14. Oktober 1830)
    1. Friedrich August von Fritsch (1768–1845), 1788, Hof- und Jagdjunker; 1792 Kammerassessor; 1794 Oberforstmeister; 1817 Geheimer Kammerrat; 1823 Kammerdirektor; 1828 Oberjägermeister; 1835 Wirkl. Geh. Rat in Weimar[4]
    2. Karl Wilhelm von Fritsch (1769–1850) ⚭ 17. Mai 1803 Henriette Freiin Wolfskeel von Reichenberg (1776–1859)
      1. Carl Friedrich Christian von Fritsch (* 7. Mai 1804 in Weimar; † 24. Oktober 1892 in Dresden) ⚭ 12. September 1831 Karoline Freiin von Ziegesar
        1. Ida Karoline Freiin von Fritsch (* 20. Juli 1833 in Weimar; † 14. Mai 1907 in Berlin) ⚭ Georg von Brocken (* 7. September 1828 in Bauerkuhl; † 1. Juni 1891 in Dobbin)
        2. Friedrich Otto (1834–1909)
        3. Anna Luise (1835–1916) ⚭ Karl von Beaulieu-Marconnay (1811–1889)
        4. Karl Anton Emil (* 17. September 1837 in Weimar; † 3. Juni 1927 in Dresden) ⚭ 19. Mai 1863 Auguste Grunelius (* 5. Februar 1842 in Frankfurt am Main; † 8. März 1910 in Berlin-Charlottenburg)
          1. Karoline Ida
          2. Karoline Anna
          3. Karl Alexander Hugo (* 26. Juni 1869 in Seerhausen; † 24. November 1945 in Riesa) ⚭ Katharina Herwarth von Bittenfeld. Er war der letzte Schlossherr auf Seerhausen.
          4. Karlo
          5. Alexander von Fritsch (* 25. Dezember 1875 in Dresden; † ?) ⚭ 22. Januar 1909 Evelyn Schubert[5]
        5. Marie Luise Karoline (1842–1906) ⚭ Paul von der Ropp (1850–1879)
      2. Georg August Freiherr von Fritsch auf Mautitz und Großgoddula (* 3. März 1807 in Weimar; † 26. September 1866 ebenda) ⚭ (1) Nanci von Rosenbach (1807–1838) ⚭ (2) Sophie von Herda zu Brandenburg (1822–1903)
      3. Albert Bernhard Freiherr von Fritsch auf Zschochau (* 25. Mai 1808 in Weimar; † 17. Juni 1882 in Ems) ⚭ (1) Edmonde von Trettau (1811–1834) ⚭ (2) Lucy Barton, verwitwete Leicester (1811–1895)
        1. Karl Maximilian (1844–1911) ⚭ Henriette von Jordan (1847–1928)
        2. Margarete Henriette (1842–1911) ⚭ Hans von Reitzenstein (1830–1893)
    3. Sophia Karoline von Fritsch (1770–1837) ⚭ Christian Adolf von Hopffgarten (1710–1815). Karoline war Erzieherin der Weimarer Prinzessinnen Maria und Augusta, später Oberhofmeisterin.[6]
      1. Karl Adolf von Fritsch (1789–1803)
      2. Friedrich August von Fritsch (1791–1855) ⚭ Henriette Gasteier
      3. Ludwig Ernst von Fritsch (1792–1873) ⚭ Bertha Henriette Marianne von Tschirchky (1803–1858)
    4. Ludwig Heinrich Gottlieb von Fritsch (1772–1808), preußischer Major
    5. Louise Friederica von Fritsch (1775–1843) ⚭ 18. Juli 1792 Heinrich Ludwig Wilhelm Freiherr von Niebecker, Eisenacher Landkammerrat im Staatsdienst Sachsen-Weimar-Eisenachs. Aus ihrer Ehe gingen zwei Töchter und ein Sohn hervor.
      1. Henriette (1794–1825) ⚭ Heinrich von Egloffstein (1790–1876)
        1. Alfred von Egloffstein (1824–1913) ⚭ Agnes von Watzdorf (1830–1853)
  4. Heinrich Leopold von Fritsch (1732–1813), kursächsischer Major, unverheiratet.
  5. Carl Abraham (Graf seit 1790) von Fritsch (1734–1812) ⚭ 1768 Charlotte Neugarden Freiin von Gartenberg (Tochter des Peter Nikolaus von Gartenberg) (1752–1828), kursächsischer Kanzler.[7]
    1. Carl Graf von Fritsch (1769–1820)
    2. Charlotte Gräfin von Fritsch (1773–1803) ⚭ (1) Chr. Alexander von Taube (1742–1808) ⚭ (2) Georg von Hugo (1771–1814)
    3. August Graf von Fritsch (1774–1821) ⚭ Konstanze von Kiesewetter (1794–1867). Aus der Ehe gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor.
    4. Constanze Gräfin von Fritsch (1781–1858), seit 1806 Hofdame, seit 1828 Oberhofmeisterin der Maria Pawlowna, Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach[6]
  6. Wilhelm Adolph von Fritsch (1736–1817) ⚭ 18. Juni 1778 Amalie von Lyncker (1756–1811)[1]
  7. Erdmuthe Caroline Marianne Louise Amalie von Fritsch (1737–1803) ⚭ Alexander Christoph von Schönberg auf Lohse[1], kursächsischer Kreiskommissar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria Emanuel Herzog zu Sachsen: Mäzenatentum in Sachsen, Verlag Weidlich, Frankfurt am Main 1968, Erläuterungen und Erwähnungen der Familie von Fritsch, S. 31, 32
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band III, Band 61 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1975, ISSN 0435-2408, S. 393–394
  • Marko Kreutzmann: Zwischen ständischer und bürgerlicher Lebenswelt: Adel in Sachsen-Weimar-Eisenach 1770 bis 1830. (Veröffentlichungen der historischen Kommission für Thüringen, Kleine Reihe Band 23) Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2008, S. 482. (Genealogie der Familie von Fritzsch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Marko Kreutzmann: Zwischen ständischer und bürgerlicher Lebenswelt: Adel in Sachsen-Weimar-Eisenach 1770 bis 1830 (Veröffentlichungen der historischen Kommission für Thüringen, Kleine Reihe Band 23) Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2008, S. 64f. (Verortungen) Online auf books.google.de.
  2. Woldemar von Biedermann: Goethe-Forschungen: Anderweite Folge, 1879, S. 216.
  3. Friedrich Wigger: Geschichte der Familie von Blücher, Band 2., Stillersche Hofbuchhandlung, Schwerin 1878, S. 272f. (§ 161. Der sächsische Major Franz v. Blücher auf Buderose), S. 273, 276 und 283 (§ 164 Stammtafel des Hauses Buderose).
  4. Diese Angaben u. a. in: Wolfgang Huschke: Die Geschichte des Parkes von Weimar (=Thüringische Archivstudien, hrsg. von Willy Flach), Weimar 1951, S. 186.
  5. Familie: Karl Anton Emil Freiherr von Fritsch/Auguste Grunelius (F863519F) (Memento des Originals vom 29. Dezember 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stammreihen.de. Stammreihen-Datenbank des deutschen Adels. Online auf stammreihen.de.
  6. a b Marko Kreutzmann: Zwischen ständischer und bürgerlicher Lebenswelt: Adel in Sachsen-Weimar-Eisenach 1770 bis 1830 (Veröffentlichungen der historischen Kommission für Thüringen, Kleine Reihe Band 23) Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2008, S. 191 (Adelige Frauen zwischen Familie und Hofdienst) Online bei books.google.de
  7. Internetauftritt des Freiherren von Fritsch@1@2Vorlage:Toter Link/main.vonfritsch.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.